7060 VSrs-n»l°U f. d. Dtschn. vuchh^ldel. Fertige Bücher. 206, 5. September 1914. W D- W U N W R W W -8- U R M W N M W N W M W V M W U W R W W U W Durchhalten! M W M W N W U W W W N M N U W M. W N ^^ürger unü öürgerinnen der öergstaüt! Der „öurgemeister" bleibt auf seinem Posten. Die „Sergstadt" hält ihre Tore offen auch in -teser schweren Zeit! Nun stehet auch Ihr in Treue zu Eurer Stadt unü Eurem öurgemeister! Flieht nicht, verschließt Euch nicht selbst eine üer wenigen Stätten des Friedens, Sie Euch noch geblieben sind! Durchhulttn! So soll unsere mutige Devise sein. Durchhalten für unseren herzeülen, in tiefer Gottesfurcht gewissenhaften Nasser, dessen treue Friedenshand erst in letzter Stunde nach dem Nnauf des Schwertes fuhr, als der meineidige Fein- uns zu überfallen drohte. Durchhaltktl! für unser herrliches deutsches Vaterland, das in üer Welt aus keinem anderen Grunde so gehaßt wird — als weil es so tüchtig ist. Der Tüchtige hat Erfolg, üer Erfolg wird beneiüet, üer Neid erzeugt haß und Feindschaft. Das ist die Nette. Vas ist so im Leben des Einzelnen wie im Leben der Völker. DUkchhaltkk aber heißt das Herz stark machen! Würden alle Seufzer dieser Tage vereint, es gäbe einen Sturmwind, der die Wälder zerbräche; würden alle Tränen zusammenfließen, es gäbe ein Meer. Aber die Seufzer müssen verwehen, die Tränen versiegen, das Herz muß seinen ruhigen Schlag wiedererhalten, das fiuge muß in stummer, stolzer Ergebenheit sagen: Ich bin stark geworden im Leid unü stehe aufrecht; ich verstehe die Größe üer Zeit; ich beuge mich vor den unergründlichen Fü gungen der göttlichen Weisheit; ich verstehe das Wort unseres Dichters: „Unü setzet Ihr nicht das Leben ein, nie wird Euch das Leben gewonnen sein!" Ich bin ein deutscher Mann? ich bin eine deutsche Frau; ich will mich bemühen zu erweisen, daß ich für eine eiserne harte Zeit stark und groß genug bin! Freiwillig beuge ich mein Haupt nur vor Gott, nicht vor dem Feind, nicht vor dem blassen Gespenst feiger fingst, nicht vor dem Tod. Die Schwachen werden eher sterben als die Starken. DUkch^ültkN! Noch stehen wir, da ich diese Zeilen schreibe, am finfang üer welterschütternüen Ereignisse, die jetzt kommen müssen, aber ich glaube felsenfest an den Sieg Deutschlands unü Österreich- Ungarns. Mit den notorischen Morübuben von Serbien können allenfalls die Franzosen gehen, nicht aber der gestrenge Herr des Himmels; den Leuten an üer Newa, die ihr Ehrenwort schändeten und dadurch aus üer Neihe ehrenhafter Männer ausschieden, können allenfalls die Franzosen die Hand reichen, nicht aber üer wahrhaftige Gott. Es ist ein gottloser Nrieg, den die Gegner uns auförängten; die gewaltige moralische Übermacht ist unser; wir haben das gute Gewissen. Und wir haben unsere Heere, das deutsche Heer, das österreichisch-ungarische Heer. Wir stehen nicht auf Ton und Sand; wir stehen auf dem Granit deutscher Grünung und Zuverlässigkeit, und wie auch die gewaltige Nriegswage schwanke, da sie schwanken muß, das gute Ende wird unser sein. Dann aber wird es aus sein mit der drückenden Schwüle, die seit Jahren auf unseren Stirnen lag, dann wird ein freieres, reicheres Leben kommen. öürger öeröergstaüt! DerNrieg üröhntEuch in SieGhren, undEuerInteresse ist auf das gerichtet,was üer kalte Telegraphenöraht in riesigen Lettern als lebendige, grause Weltgeschichte an die Wände schreibt. fiber damit könnt Ihr auf die Dauer Euer Herz nicht füllen; es würde zu rauh unü vor allen Dingen zu traurig werden. Selbst der Soldat, der draußen marschiert, spricht nicht immer vom Nrieg, denkt nicht immer an den Nrieg. fiuch er freut sich noch manchmal über einen Wald, schaut noch manchmal einem Vogel nach, hört auf eine Geschichte, die ihm ein Namerad erzählt, lacht noch manchmal über einen Scherz unü singt noch manchmal ein Lied. Deshalb halte ich Euch für Eure zitternden Nerven die öergstaüt offen, als eine Stätte des Trostes, der öeruhigung unü der fiblenkung, die Euch allen so not tut wie das tägliche örot. Und deshalb darf ich auch in schwerer Stunde von Euch hoffen, daß Ihr üer „öergstaüt"*) treubleibt. Damit Gott befohlen! öreslau, den 3. fiugust 1äl4. Pütt! Relikt. *) Monatsschrift, herausgegeben von Paul Neller. Dritter Jahrgang. Preis pro Guartal M. 3.- orü. Sergstaütverlag, Wilh. Gottl. Norn, Sreslau. W-Ü-WWWWMWMMNWMWUWWWWUMUWWWWUWUWWWWWWWUWUWNWU-W.WUUW.WWWUUUWMWUW