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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 04.09.1914
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1914-09-04
- Erscheinungsdatum
- 04.09.1914
- Sprache
- Deutsch
- Sammlungen
- Saxonica
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- ZeitungBörsenblatt für den deutschen Buchhandel
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Börsenblatt s. d. Dtschn. Buchhandel. Redaktioneller Teil. ^ 205, 4. September 1914. Außerdem hat sie den Detatlkaufleuten einen gedruckten Zettel mit der folgenden dringenden Mahnung zur Verfilzung gestellt: Die Detaillistenkammer in Hamburg. Dringende Mahnung an das Privatpublikum! Infolge des Krieges ist vielen Geschäften der ihnen bisher von ihren Lieferern regelmäßig gewährte Kredit plötzlich entzogen worden. Die Lieferung von Ware seitens der Industrie, des Großhandels re. erfolgt heute fast allgemein nur noch gegen sofortige Barzahlung. Um Erschütterungen von wirtschaftlichen Existenzen im Detailhandel vorzubeugen und weiter um die regelmäßige Versorgung der Bevölkerung sicherzustellen, ergeht daher an das Publikum die dringende Mahnung, auch seinerseits, soweit es irgend dazu in der Lage ist, die Rechnungen über auf Kredit ent nommene Waren unverzüglich zu bezahlen und auch neue Waren nur gegen Kasse zu entnehmen. Ich glaube, daß diese sofortige Veröffentlichung uns allen Vor teile gebracht hat; bereits in der Versammlung des Hamburg-Altonaer Buchhändler-Vereins am S. August wurde mir von verschiedenen Kollegen bestätigt, daß auf Grund dieses Inserats bezahlt worden ist. Wenn ich nach meinen eigenen Erfahrungen urteilen kann, so kann ich nur einen guten Erfolg unserer Maßnahmen fcststellen. Die Analphabeten im französischen Heere. — Nach den offiziellen Ermittelungen der französischen Militärbehörde über den Bildungs stand der in das Heer eintretenden Rekruten betrug die Zahl der An alphabeten in dem Rekrntcnjahrgang 1914 12 118, im Jahrgang 1912 11881 und im Jahrgang 1913 9341 Soldaten. Das ergibt für das Kontingent der drei Jahresklassen, aus denen sich die aktive Armee heute zusammensetzt, insgesamt 33140 Soldaten, die des Lesens und Schreibens unkundig sind, ein für den Bildungsstand der »Orancks nation« nicht eben sonderlich schmeichelhaftes Ergebnis. Personalliachrichten. Gestorben: Herr Heinrich Ran sch bürg in Wien, Gründer und Mit besitzer der dortigen angesehenen Firma Gilhofer L Nansch- burg. Uber Leben nnd Wirken des verstorbenen Berussgenossen erhalten wir von ihm nahestehender Seite folgende Mitteilungen: Unerwartet trifft mich heute die Nachricht vom Ableben unseres Kollegen, meines lieben Freundes Heinrich Ranschburg. Der Ver storbene stammt aus einer armen ungarischen Rabbiner-Familie. Frühzeitig kam er nach Wien in die Lehre zu Bermann L Altmann, damals einem bedeutenden Wiener Antiquariat. Nach Lehr- und Wan derjahren in der Schweiz und in Berlin bei R. L. Prager gründete er mit Gilhofer zusammen am 1. Oktober 1884 die Firma Gilhofer L Ranschburg. Gilhofer war und blieb der vorsichtig abwägende Sorti menter, der mit der genialen Umsicht und Tatkraft des kleinen Ransch burg, wie wir ihn allgemein nannten, nicht so recht mitwollte, und manche bewegte Klage habe ich deswegen von seinen Lippen vernommen. Nach der Auktion Trau im Jahre 1905 zog sich Gilhofer gänzlich aus dem Geschäft zurück, und an seine Stelle trat, nachdem er schon lange hervorragenden Anteil an der Geschäftslcitung hatte, vr. Ignaz Schwarz. Mit der Auktion Trau begann der Ruf der Firma zu steigen, die seit dieser Zeit den ersten Platz im österreichischen Anti quariat cinnimmt. In den letzten Jahren zeigte Ranschburg starkes Inter esse für den Verlag, und das letzte Produkt - die Prachtpublikation über die Wiener Ansichten von Janscha, Schütz und Ziegler — beweist, wie er auch als Verleger bemüht war, Großes und Bleibendes zu schaf fen. Seine Großtat als Antiquar vollbrachte er jedoch mit dem Ver kauf des Artariaschen Beethoven-Nachlasses an den im vorigen Jahre verstorbenen vr. Erich Prieger, Bonn. Nachdem er an allen zunächst in Betracht kommenden Stellen abgewiesen war, ruhte er nicht eher, bis es ihm mit unendlicher Mühe und unter Hintansetzung persönlicher Vorteile gelungen war, diesen Schatz wenigstens für Deutschland zu erhalten, da in Österreich alle darauf gerichteten Schritte erfolglos ge blieben waren. Noch vor zwei Tagen erhielt ich eine aus Ischl datierte Karte von ihm, die mir sein persönliches Wohlbefinden meldete, und schon heute meldet mir ein Telegramm den Tod des lieben Freundes. Wer Hein rich Ranschburg gekannt hat, wird ihm ein ehrendes Andenken be wahren. Gustav Nebehay. Joses Folncsics f. — Das k. k. Österreichische Museum hat einen schweren Verlust erlitten: der Erste Vizedirektor des Instituts Regierungsrat Josef Folnesics ist am 30. August nach kurzem Leiben in Bad Neichenhall im Alter von 64 Jahren gestorben. Er Hai mehrere bedeutende Werke veröffentlicht und sowohl in »Kunst und Kunsthandwerk« wie in der »Österreichischen Rundschau« und ln Fach- und Tagesblättern viele Abhandlungen erscheinen lassen. Auf Grund der von ihm besorgten Alt-Wiener Porzellan-Ausstellung des Öster reichischen Museums (1904) hat er mit Direktor vr. Braun (Troppau) das große Werk: »Geschichte der k. k. Wiener Porzellan-Manufaktur - publiziert (1907). Von seinen anderen Veröffentlichungen seien ge nannt: ein Teil der Lehnertschen illustrierten »Geschichte des Kunst gewerbes (Das Kunstgewerbe der Louis XVI.- und Empire-Zeit)«; sodann: »Jnnenräume und Hausrat der Empire- und Biedermeier-Zeit in Österreich« (1902); »Alte Jnnenräume österreichischer Schlösser, Paläste und Wohnhäuser« (1910); »Die Wiener Porzellansammlung Karl Mayer; Katalog und historische Einleitung« (1914). SpreWal. sOhnc Verantwortung der Redaktion: jedoch unterliegen alle Einsendungen den Bestimmungen über die Verwaltung des Börse,iblatts.j Bor dem Kriege erteilte Aufträge. Die Voraussetzungen, die Herrn Hugo Heller zu seinem Einge sandt in Nr. 201 b. Bl. veranlassen, scheinen mir nicht in allen Punk ten zu stimmen. Gewiß ist, daß die Kriegslage eine neue Situation geschaffen hat, aber ebenso gewiß ist auch, daß im Kriege alle aus Verträgen erwach senden Verbindlichkeiten grundsätzlich in Kraft bleiben; das ist juristisch ganz unbestritten. Ebenso ist die Frage der Einhaltung von Liefe rungsterminen in Kriegszeiten willkürlicher Deutung nicht ausgesetzt.. Die Düsseldorfer Handelskammer hat sich auf erfolgte Anfrage aus führlich zu diesem Punkt geäußert, es heißt da: »Wird wegen Kriegs nicht geliefert oder nicht abgenommen und be zahlt, so ist zu untersuchen, ob damit die Voraussetzung des Wahlrechts .Verzug' gegeben ist. Dieser liegt nur vor, wenn die Leistung .schuldhaft' unterlassen morden ist, sie muß auf Grund von Um ständen unterblieben sein, die der Verpflichtete zu vertreten hat. Bes einem Spezieskauf, dem Kauf einer bestimmten Sache, hat der Ver käufer sein Unvermögen nicht zu vertreten, wenn sich ein Hindernis eingestellt hat, dessen Eintritt nicht voraussehbar und dessen Wirkung nicht abzuwendcn war. Unter diesen Voraussetzungen entschuldigen Betriebsstörungen, Kriegscinziehung der Arbeiter, Ausfuhrverbote und Krieg und schließen den Verzug aus (R.-G. 28. 222). Zu beachten ist aber auch hier, daß solche Hindernisse in manchen Fällen nur eine Verzögerung entschuldigen und nicht eine Unmöglichkeit der Erfüllung überhaupt begründen.« Es ist also völlig klar, daß der Verleger nicht peinlich an einen Termin gebunden ist, wenn die oben genannten Betriebsstörungen ein- treten. Dagegen ist es selbstverständlich, daß der Verleger die übrigen vereinbarten Bedingungen (längeres Ziel usw.) einzuhalten hat, falls er überhaupt liefert. Dazu ist er aber nicht gezwungen, »wenn infolge eines Krieges nach Abschluß des Vertrages die Kreditwürdigkeit des Käufers nachweisbar so wesentlich beeinträchtigt ist, daß der Verkäufer Gefahr läuft, den Preis demnächst nicht zu erhalten«. In diesem Falle kann er, wen» er den Kaufpreis nach dem Inhalte des Vertrages kre ditieren müßte, also ein Zahlungsziel eingeräumt hat und nicht Zah lung Zug um Zug gegen Aushändigung der Ware verlangen kann» nunmehr die Lieferung der Ware verweigern, es sei denn, daß ihm der Kaufpreis sofort bei Lieferung ausgezahlt oder sichergestellt wird.. Es ist selbstverständlich die ernste Pflicht des Verlages, in dieser schweren und doch so herrlichen Zeit dem Sortiment entgegen;u- kommen, soweit es irgend geht. Aber es ist ein nicht zu- billigendes Vorgehen, wenn einzelne Firmen jetzt ihre früher erteilten Aufträge glauben zurückziehen zu müssen. Abgesehen davon, daß sie da zu nicht berechtigt sind, geht es doch nicht an, dem Verlag alles und jedes Risiko auszubürden. Im Laden ist immer noch die Möglichkeit, ein Buch zu verkaufen, wie ich denn überhaupt der Ansicht bin, daß das Weihnachtsgeschäft nach soviel wundervollen deutschen Siegen kei neswegs als verloren anzusehcn ist; beim Verleger aber lagert die Ware unverkäuflich, belastet mit all den Spesen, die ihm durch Her stellung und Vertricbsmanipulationen entstanden sind. Wo ein Wille, da ist auch ein Weg. Es müssen dann aber beide Teile — Sortiment und Verlag — den guten Willen zeigen, durchzu halten und sich gegenseitig zu stützen. Wie das zu geschehen hat, kann hier nicht in allgemeinen Wendungen dargelegt werden; es wird sich aus den Beziehungen ergeben, die die Einzelnen miteinander ver binden. Nürnberg. Martin Boelitz, Direktor des Verlages E. Nister- Verantwortlicher Redakteur: Emil Thom a s. — Verlag: Der Börscnvcrein der Deutschen Buchhändler zu Leipzig, Deutsches BuchhändlcrhauS. Druck: Ramm L Seemann. Sämtlich in Leipzig. — Adresse der Redaktion und Expedition: Leipzig, Gerichtsweg 2S sBuchhänblerhauSi. 1352
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