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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 04.09.1914
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1914-09-04
- Erscheinungsdatum
- 04.09.1914
- Sprache
- Deutsch
- Sammlungen
- Saxonica
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- LDP: Zeitungen
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- ZeitungBörsenblatt für den deutschen Buchhandel
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^ 205, 4. September 1914. Redaktioneller Teil. Börsenblatt s. d. Dtschn. Buchhandel. dann aber einige Tage vorher von New Kork abgefahrene Dampfer drahtlos zurückgerufen wurden (darunter die mit SO Millionen Mark in Gold befrachtete »Kronprinzessin Cecilie«), die eben heute in einem amerikanischen Hafen sicher anlangte, nachdem sie bereits bis England gefahren war), da ahnte man den Ernst der Zeit. Aber zum Abfahren war es da schon seit fast einer Woche zu spät. Bis seht sind erst ca. 800 Reservisten auf vor Sandy Hook (bei New Aork) liegende deutsche Kriegsschiffe übernommen worden. An eine Beförderung der bis jetzt einberufenen Reservisten ist zurzeit gar nicht zu denken. Da unser Haus heute das letzte Dampfergnt erhalten hat, so werden jedenfalls viele Leute entlasse», wie das in vielen Geschäften bereits eingetreten ist. Um mich ist natürlich keine Sorge nötig, hier findet man schon soviel zum Sattessen, aber die Zeiten werden hier auch sehr schwer, da der Handel Amerikas von Europa in einer Weise abhängig ist, die man drüben schwerlich ahnt- Da dieser Umstand für dieses Land hier unerträgliche Zustände bringen wird, so wird er voraussichtlich das Gute im Gefolge haben, daß Amerika seinen ganzen Einfluß aufbieten wird, diesen furchtbaren Krieg so rasch als möglich zu beenden. Schreibe mir sofort über die dortigen Verhältnisse; es wäre mir am liebsten, wenn Du mir wenigstens jede Woche einen ausführ lichen Brics zukommcn ließest. Gern würde ich Dir Deine Aus lagen vergüten, doch hat sich die hiesige Post dahin ausgesprochen, daß Gelder jedenfalls nicht in Deutschland zur Auszahlung kommen. Ich frage in einiger Zeit wieder an. Briefe sollen jedoch zur Be förderung (über England) kommen, und so will ich hoffen, daß dieser Brief in Deine Hände gelangt. Man setzt hier in Amerika ein unerschütterliches Vertrauen in Deutschland, und den Kaiser erhebt man fast zum Gott. Gleichwohl hat unser Vaterland keine volle Sympathie bei den Amerikanern, weil ihr LU8Ü1S88 durch den Krieg zu stark leidet. Zudem ist man liber zeugt, daß es geschlagen wird, wenn sich England gegen Deutschland erklärt, was sich in der Stunde, da ich diese Zeilen nicdcrschreibc, entscheiden soll. Ich sende Euch eine Nummer der hier in Amerika führenden deutschen »New Dorker Staatszeitung« und die einer englischen, die von Lügen strotzt. Ob die beiden Zeitungen in Eure Hände gelangen, weiß ich allerdings nicht, es ist ja überhaupt nichts sicher. Hier werden von den Deutschen und Österreichern täglich Um züge mit Fahnen und Musik veranstaltet, und überall herrscht große Begeisterung. Alle bedauern bloß, nicht mit dreinschlagen zu können. Ich war heute auf dem deutschen Konsulat, wurde aber zurückgewiesen, da der Landsturm noch nicht zur Fahne einberufen ist Hinter dem Kriege steht der Friede, und wir alle hoffen, daß er nicht zu lange ans sich warten läßt. Soll aber der deutsche Name seinen alten guten Klang in der Welt behalten, so müssen wir jetzt schon dafür sorgen, daß Lüge und Verleumdung nicht die Oberhand be halten und daß das Ausland nicht nur an den Sieg unserer Waffen, sondern auch an unser gutes Recht glaubt. Dann wird sich auch der Erportbnchhandcl neue Hütten bauen und den deutschen Gedanken im Fluge durch die Welt tragen können. Unsere Berufsgenoffen im Felde VII. (I—VI siehe Nr. 188, 199, 201-204.) Maine und Vorname: Augustin, Hans*) Bernklau, Jos. Bode, Willi Gast, Friedrich Gencher, Ernst van Goettel, Oskar Hertel, Georg Hliffel, Josef Jiistel, Alfred Lange, Ernst H. Firma: i. H. H. Zimmermann in Walbshut i. H. Franckh'sche Ver- lagshdlg. in Stuttgart i. H. Serig'sche Buchh. in Leipzig i. H. Friedrich Gast's Hofbuchh. in Zerbst Lehrling i. H. Günther L Schwan in Esten (N.) Pro!, v. Jiistel L Göttel in Leipzig Lehrling i. H. Serig'sche Buchh. in Leipzig Volontär i.H.Serig'sche Buchh. in Leipzig Prok. von Jüstel L Göttel in Leipzig Mitinh.: Georg Wigand in Leipzig u. a. Charge und Truppenteil: Res.imJnf.-Rgt.Nr.114. Kriegsfreiw. im Fuß- Art.-Rgt. Nr. 13. Kriegsfreiw. im Sächs. Jnf.-Ngt. Nr. 107. Unteroff. d. Res. i. Anh. Jnf.-Rgt. Nr. 93. Kriegsfreiw. i. Garbe- Füsilier-Regiment. Off.-Stellvertr. i. Land sturm - Fuß - Art.-Bat. XlX. Armeekorps. Kriegsfreiw. i. Sächs. Art.-Ngt. Nr. 77. Kriegsfreiw. i. Sächs. Jnf.-Ngt. Nr. 106. Unteroff. i. 32. Feld- Art.-Rgt. Lazarett-Inspektor im XIX. Armeekorps. ) Verwundet durch Granatsplitter am Bein. Name und Vorname: Firma: Charge u. Truppenteil: Meyer, Wilhelm Inh.: Wilhelm Meyer Gefr. i. lll. Bayer. Re in Kulmbach i/B. serve-Fuß-Art.-Rgt. R. A. Töpelmann, Alfred Jnh.:AlfredTöpelmann Komp.-Führer i. Land- (vorm. I. Nicker) in sturm-Bat. Nr. 49. Gießen Weiser, August i. H. Ed. Beyers Nachf. k. u. k. Jnf.-Rgt. in Wien Nr. 81. Kleine Mitteilungen. Der Vorstand des Verbandes der Kreis- und Ortsvcrcinc im Deutschen Buchhandel hat an die Vorstände der Kreis- und Ortsver eine nachstehendes Zirkularschreiben erlassen: Sehr geehrte Herren Kollegen! Das Deutsche Reich steht in Waffen, gezwungen und bereit, halb Europa die Stirne zu bieten. Die ernste Zeit, die damit für Deutschland angebrochen ist, läßt die Arbeit für unfern deutschen Buchhandel und sein Wohl weit zurück treten gegen die Pflichten, die wir alle gegen das Vaterland zu er füllen haben. Die Einberufung zahlreicher Mitglieder der Kreis- und Ortsver- cine zu de» Fahnen, die schwierigen Verhältnisse, mit denen jeder Kol lege jetzt zu kämpfen hat, lasse» es uns nicht geraten erscheine», die für den September geplante Hcrbstversammlung des Verbandes einzube- rnfen. Falls es die Verhältnisse gestatten sollten, werden wir ver suchen, im Frühjahr 191S vor der Ostermesse eine außerordentliche Abgeordnetenversammlung abzuhalten, die sich mit den Fragen zu be schäftigen haben würde, die der ausfallenden Herbstversammlung zur Beratung zngedacht waren, und mit den neuen Fragen, die sich etwa bis dahin als von besonderer Wichtigkeit ergeben werden. Sollte auch bis März oder April 1915 die politische Lage die Ab haltung einer Abgeordnetenversammlung verbieten, so werden wir Ihnen den Freitag vor Kantate (den 30. April 1915) zu einer außer ordentlichen Versammlung vorschlagen. Wir teilen ferner mit, daß wir, das freudige Einverständnis un serer Mitglieder voraussetzend, dem Nnterstützungsverein Deutscher Buchhändler und Buchhandlungs-Gehülfen 500 aus Verbands mitteln als außerordentlichen Kriegsbeitrag überwiesen haben. Mil Ihnen allen hoffen wir zuversichtlich, daß die jetzige schwere Zeit, die jedem einzelnen große Opfer anferlegt, für die deutschen Waf fen, für des Vaterlandes Ehre, Stärke und Weltgeltung eine gesegnete sein möge. Berlin, Mit kollegialem Gruße am Tage von Sedan 1914. Der Vorstand des Verbandes der Kreis-und Ortsvereine im Deutschen Buchhandel. R. L. Prager. Paul Nitschmann. Oscar Schuchardt. Einziehung der Außenstände. — Herr Heinrich Boysen in Fa. C. Boysen, Hamburg, schreibt uns: Im Börsenblatt lese ich fort während von den Schwierigkeiten, die dem Sortiment daraus er wachsen, daß es in Friedenszeitcn ausgiebig Kredit gewährt hat und jetzt seine Gelder schwer erhalten kann. Vielleicht interessiert es die Leser des Bbl., zu erfahren, in welcher Weise die Sache hier in Ham burg angefaßt worden ist. Am 3. August, also am zweiten Mobilmachungstage, habe ich als Vorsitzender des Zentralansschusses handelsgewerblicher Vereine Hamburgs an die hauptsächlichen Blätter Hamburgs das nachstehende Inserat verschickt: Bitte an die wohlhabende Bevölkerung Hamburgs. Im Monat Juli verschicken viele Geschäftsleute die Rechnungen über die nach altem Hamburger Brauch von der Kundschaft auf Kredit entnommenen Waren. Der Kaufmann muß nun in der jetzigen schweren Zeit unbedingt auf den Eingang dieser Beträge rechnen können. Es ergeht daher die dringende Bitte an alle, diese Rechnungen unverzüglich zu bezahlen, um den Detailkaufleuten eine große Sorge abzunehmen. Auch die Behörden bitten wir, die ihnen eingereichten Rech nungen sofort zu prüfen und der Staatskaffe zur Zahlung an zuweisen. Der ZentralauSschutz handelsgewerblicher Vereine Hamburgs. Außerdem sind die Redaktionen gebeten worden, im redaktionellen Teile die Bitte zu unterstützen. Diesem Ersuchen sind sämtliche Zei tungen nachgekommen. Außerdem bildete dieses Inserat den Anstoß, daß die hiesige Detaillistenkammer sich mit der Frage besaht und nun ihrerseits durch Inserate das Publikum um Zahlung gebeten hat. 1351
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