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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 27.07.1914
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1914-07-27
- Erscheinungsdatum
- 27.07.1914
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- Deutsch
- Sammlungen
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^ 171, 27. Juli 1914. Nedaklioneller Teil. Im ersten Teile des Buches werden die Anfänge der periodischen Lite- > ratur vom 15. bis 17. und 18. Jahrhundert lin den Unterabteilungen: Die periodische Presse; Die ältesten Vertriebsfirmen; Die Weiter entwicklung der periodischen Literatur; Der Vertrieb im 17. und 18. Jahrhundert und Die Zensur) geschildert. Der zweite Teil beschäf tigt sich mit den Zeitschriften und Lieferungswerten im 19. Jahrhundert bis zum Erlaß der Gewerbefreiheit, insbesondere mit den Zeitschriften des 19. Jahrhunderts bis 1867, der Fortsetzungsliteratur und den sich damals geltend machenden Hemmungen. Der dritte Teil ist der Neuzeit gewidmet. Von den Vertriebsobjekteu geht der Verfasser zur Charak teristik der modernen Kolportage über und schildert die bedeutungsvolle Bildung und Wirksamkeit der Organisationen bis zur Gründung des Zentral-Vereins und dessen Betätigung bis heute. Besondere Abschnitte sind noch der Fachpresse, dem Grossohaus und dem Buch- und Zeit schriftenhandel in neuester Zeit gewidmet. Beigegeben sind die Ab bildungen eines Flugschriftenhändlers aus der Neformationszeit, eines Händlers mit »Relationen und Newen Zeitungen« ans dem Jahre 1632, eines Kupferstichhändlers aus dem 18. Jahrhundert, eines Kolporteurs aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts und ein Bild eines mo dernen Betriebs im Buch- und Zeitschriftenhandel. Das Buch ist flüssig geschrieben uud in seiner Art durchaus ge eignet, den dem Kolportagebuchhandel fernerstehenden Zweigen des Buchhandels ein umfassendes Bild von dem Wesen und der Geschichte der Kolportage zu vermitteln. Kleine Mitteilungen. Von der Deutschen Bücherei. — In den »Leipziger Neuesten Nachr.« lesen wir: Am Windmühlcnweg zu Leipzig, gegenüber der russischen Gedächtniskapelle, ist seit einiger Zeit ein großer Platz mit Planken umgeben, der Bauplatz, auf dem das Gebäude der Deutschen Bücherei erstehen soll. Vor etwa 4 Wochen hat man mit der Aushebung des Grundes begonnen. Und nicht lange mehr wird es dauern, dann wird sich hier draußen, noch mitten zwischen wogenden Hafer- und Weizen feldern, der stolze Ball erheben, der die vieltausendfältigen Erzeugnisse deutscher Geisteskultur bergen wird. Der Bauplatz dehnt sich vom Windmühlenweg hinüber zur Straße des 18. Oktober, wo die Haupt- front zu stehen kommen wird. An dieser Stelle soll sich nach den gegen wärtigen Planungen die Straße zu einem prächtigen Platz erweitern. Vorgärten von 8 in Breite werden vor der Häuserfront angelegt wer den. Der Deutschen Bücherei gegenüber auf die andere Seite des Platzes wird wahrscheinlich gleichfalls ein großes öffentliches Gebäude zu stehen kommen. Mau spricht von dem Neubau der Leipziger Ober- postdirektiou als Gegenstück zur Deutschen Bücherei. Feste Gestalt hat dieses Projekt allerdings noch nicht angenommen. Sicherlich aber wäre der Plan besonders freudig zu begrüßen. Denn einmal würde der Großartigkeit des Platzes dadurch zu ungewöhnlich imposanter Wirkung verholfen, andererseits aber dürfte gerade die Oberpostdirek tion einen nicht unbeträchtlichen Verkehr hierherziehen. Weltausstellung San Francisco 1915. — Der französische Handels minister Naonl Peret hat erklärt, es sei zu verstehen, daß die fran zösischen Fabrikanten sich nur ungeru au der Ausstellung beteiligten, weil die amerikanischen Gesetze vieles zu wünschen übrig ließen. Aber die Ausstellung sei keine Gelegenheit, zu versuchen, die Gesetze und Ge bräuche eines großen Landes zu ändern. Wenn Frankreich nicht in ausgiebigem Maße ausstelle, so würde dies nur seinen Nivalen zugute kommen. Obgleich Deutschland sich nicht offiziell beteilige, hätten 1300 deutsche Firmen Platz beantragt, und die deutschen Dampfer- Gesellschaften würden deutsche Ausstellungswareu frei nach Sau Fran cisco bringen. Er glaube, so schloß der Minister, die französischen Fabri kanten werden einsehen, daß sie aus politischen und volkswirtschaft lichen Gründen teilnehmen müssen, und die Regierung sollte alles tun, was in ihrer Kraft steht, um die offizielle Beschickung Frank reichs zu einer seinem Rufe würdigen zu machen. Das Institut für Arbeitsphysiologie der Kaiser Wilhelm-Gesell schaft in Berlin, das seit dem 1. April 1913 in Tätigkeit ist, wird nun mehr ein eigenes Heim erhalten. Es findet, wie die »Medizinische Klinik« schreibt, seinen Platz auf dem Grundstück Jnvalidenstraße 103, das eine Grundfläche von 300 Quadratmetern umfaßt, mit Eingang von der Jnvalidenstraße ans. In seiner unmittelbaren Nähe liegt das Physiologische Institut der königlichen Universität, dessen Hilfs mittel, soweit angängig, ihm zur Verfügung stehen dürften. Der Bau, für den 80 000 Mark ausgeworfen sind, wird zweigeschossig und den Nachbargebäuden angepaßt sein. Im ersten Stockwerk werden die Räume für die Untersuchungen von Kraft- und Stoffwechsel und die statistische Abteilung untergebracht, im zweiten die chemische Abteilung. Die erste Generalversammlung der Deutschen Gesellschaft zur Be kämpfung der Arbeitslosigkeit (deutsche Abteilung der internationalen Vereinigung) findet am 1. Oktober in Stuttgart statt. Beige ordneter Or. Most-Düsseldorf wird einen Vortrag über verschiedene Mittel zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit halten. Die Deutschen in San Francisco. — Im »Echo« lesen wir: In welchem Maße unsere deutschen Stammesgenossen und Freunde sich vorbereiten, um der erwarteten Menge von Ausstellungsbesuchern zur Feier der Eröffnung des Pauamakanals aus dem Reiche landsmäu- nische Gastfreundschaft zu erweisen, ergibt sich aus den Beschlüssen des deutsch-kalifornischen Staatsverbandes, die soeben gefaßt worden sind. Danach haben sich vom Mai d. I. ab alle Mitglieder deutscher Vereine und Logen eine Kopfsteuer von 25 Cents auferlegt, um die Kosten einer deutschen Zentralauskunftsstellc anfzubringen, die allen Deutschen während der Ausstellung dienstbar sein soll. Die Damen Kalifor niens haben einen eigenen Hilfsausschuß für die Weltausstellung ge bildet. Sie werden im staatlichen Ausstellungspalast die Honneurs machen und haben die damit verbundenen Verpflichtungen in Höhe von 500 000 Dollars übernommen. In Beiträgen von je 2 Dollars wird diese Summe jetzt durch Sammlungen unter den deutschen Frauen des Landes aufgebracht. Von allen Seiten werden sie in diesen Be strebungen, wie die Mitteilungen des Vereins für das Deutschtum im Auslande berichten, durch große Opferwilligkeit der Beteiligten er mutigt. Aus einer frommen Residenz. — Unter dieser Spitzmarke erzählt Hermann Strauß-Olsen in der Frankfurter Halbmonatsschrift »Das freie Wort« folgendes Geschichtchen in drei Akten: 1. Akt. Ort der Handlung: Die Hofbuchhandlung einer frommen deutschen Residenz. Personen: Der Hofbuchhändler, ein Geheimer Oberkirchenrat. Der Geheime (salbungsvoll): »Mein lieber Herr Meyer, äh — hm — äh — hm« (Pause). Der Hofbuchhändler: »Bitte, Herr Geheimrat.« Der Geheime: »Was ich sagen wollte, ja, was ich sagen wollte, Sie haben da ein Bild im Schaufenster. . .« D. H.: »Ein Bild, Herr Geheimrat?« D. G.: »Ja, das große.« D. H.: »Ach so, Herr Geheimrat meinen die .Meerreiter' von Mathiessen.« D. G.: »Hm, ja, ich weiß nicht, wie es heißt, aber sehen Sie mal, es ist doch eigentlich nicht recht, diese nackten Männerfiguren gehören doch nicht in ein Schaufenster.« D. H.: »Oh! — das Original war doch lange Zeit hier im fürst lichen Museum ausgestellt . . .« D. G. (unterbrechend): »Schlimm genug! Aber das hier ist ein Schaufenster und kein Museum. Jedenfalls möchte ich Ihnen em pfehlen, das Bild zu entfernen! Guten Morgen!« (Ab.) D. H.: »Sie — Sie (zum jungen Mann) — Himmel Herrgott, Donnerwetter, das Bild bleibt drin.« 2. Akt. Die Konfirmaudenstuude beim Herrn Pastor. Der Pastor: »Ja, meine lieben Kinder, was ich sagen wollte, ich muß euch noch warnen: In der Hofbuchhandlung in der Lstraße steht leider, leider im Schaufenster ein Bild, das im höchsten Grade gemein und geeignet ist, euch, zumal in dieser Zeit, da ihr euch zur Konfir mation vorbereitet, irrezumachen. Darum (mit erhobener Stimme) verbiete ich euch, um eurer Seelen Heil willen, dieses Bild zu be trachten.« 3. Akt. (Vor dem Schaufenster der Hofbuchhanölung sammelt sich in der stillen Mittagsstunde zum Staunen der Passanten und des Ladners eine Schar von vierzig Kindern. Die vordersten drücken ihre Nasen au den Schaufensterscheiben platt, und alle starren das große Bild der »Meerrcitcr« an.) Der dicke Jochen (dessen listige Augen das ganze Schaufenster lange abgcsncht haben): »Hier is et nich.« Der dünne Fritz (von Beruf Kutscherssohn): »De Brun (das braune Pferd) will nich in't Water — ick reit immer mit 'ne Pietsch (Peitsche).« (Fünf Minuten später stürmt die arme irregeleitete Kinderschar davon.) Da ich nur die drei ersten Akte mitcrlebt habe, kann ich nicht sagen, wo der vierte Akt spielt. Ich nehme aber an, in der Hölle. Der Verband der Buchhandlungsreisenden Deutschlands, Österreich- Ungarns und der Schweiz hält seine diesjährige Hauptversammlung am 23. und 24. August im Kongreß-Saal der Internationalen Buch gewerbe-Ausstellung in Leipzig ab. 1187
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