Suche löschen...
Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 16.07.1914
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1914-07-16
- Erscheinungsdatum
- 16.07.1914
- Sprache
- Deutsch
- Sammlungen
- Saxonica
- Zeitungen
- LDP: Zeitungen
- Digitalisat
- SLUB Dresden
- PURL
- http://digital.slub-dresden.de/id39946221X-19140716
- URN
- urn:nbn:de:bsz:14-db-id39946221X-191407168
- OAI-Identifier
- oai:de:slub-dresden:db:id-39946221X-19140716
- Nutzungshinweis
- Freier Zugang - Rechte vorbehalten 1.0
- Lizenz-/Rechtehinweis
- Urheberrechtsschutz 1.0
Inhaltsverzeichnis
- ZeitungBörsenblatt für den deutschen Buchhandel
- Jahr1914
- Monat1914-07
- Tag1914-07-16
- Monat1914-07
- Jahr1914
- Links
-
Downloads
- PDF herunterladen
- Einzelseite als Bild herunterladen (JPG)
-
Volltext Seite (XML)
.1, 1v2. 16. Juli 1814. Redaktioneller Teil. -u i » uw», diescr Zeilen hinan». Sie dürslen aber ans den ersten Blick zu mancherlei Feststellungen und Begleichen Anregung gellen. In dem in den cinzclncn Wisscnsgruppe» durchaus nichl glcich- niäßigen Steige» und Falle» der Produklion erscheint uns das deutsche Geistesleben mil all seinen Kämpfen, Wirren und Siegen aus eine kleine Fläche anschaulich projiziert. Um auch den eilige» Besucher der Bugra möglichst schnell und leicht in das Bcrsländnis dieser Tafel» cinzuführen und um kurz anzudeutcn, welche Resultate aus den statistischen Tafeln ge wonnen werden können, hat die Hinrichs'sche Buchhandlung auf einer bcigesligten Tafel einige interessante Vergleiche mitgcteilt. Fm Auszüge seien sic hier wicdcrgegcbcn: Hinrichs' Biblio graphie verzeichnet im Jahre 1800: 2594 Werke, 1813: 1048, 1913: 35 078. Die gesamte deutsche Literatur hat sich also von 1800 bis 1913 ungefähr um das Dreizehnsache vermehrt. Land wirtschaftliche Schriften nahmen von 1800 bis 1913 um das reichlich Siebenfache zu, Schriften über Handel, Gewerbe und Ber lind München mit 4 ">. an der Produktion beteiligt. Bon den 28 403 Reuerschcinungen de» Jahres I!>08 entfielen aus Tentsch- land 24 474 80,2 "... aus Österreich.Ungar» 2807 — 10,1 °», aus die Schweiz 875 — 3,1 "» und auf da» übrige Ausland >87 0,7 ° . Der Preis für 1 Exemplar der Neuerscheinungen betrug 1908 insgesamt 99 827 .6. Hiervon entfielen ans Deutschland 84 688 -6 — 85"», aus cslerreich-llugarn 10 9.17 it . aus die Schweiz 2176 .6--2,2":. und auf da» übrige Ausland 1225 .6—1,2°!!,. <Wie sich im Jahre >913 die Beteiligung ein zelner Städte und Verleger an der Bücherproduktion innerhalb de» Deutschen Reiches gestaltete, zeigt ausführlich der Börsen blatt-Artikel »Einige statistische Zahlen über den deutschen Vcr- lagsbuchhandel im Jahre 1913« vom 17. Februar d. I. Es mag hier aus ihn verwiesen sein.) Die einzelnen Wissenschaften ver teilen die Bücherproduktion des Jahres 1908 und den dafür an gesetzten Preis nach den vom Börsenverein ausgestellten Arbei ten in folgender Weise unter sich: Wissenschaft: Allgemeines Theologie Werke: 1247 2181 Preis: 4«l5.S7 4495.92 Rechts- und Staats- Nalurwiflenschast Philosophie Erziehung u. wtssenschast «roizul Mathematik Gehcimwisscnschaft Unterricht 2795 1334 ISS« 588 3492 MI9.K« 8093.8« 10403.99 2100.15 5211.31 Jugenbschriste» 893 1307.48 Willen,chast: ^schichte Werke: 1018 1103 Preis: 0198.01 0l05 30 Geographie Krtcgsivisscnfchast >032 057 4039.09 1977.22 Handel, Gewerbe Bau- und und Verkehr Ingenieurwcsen 1040 917 7712.71 5330,20 Haus-, Land und Schöne Korstwissenschast Literatur 838 4045 2811.59 9000.85 Wissenschaft: Kunst Verschiedenes Sämtliche Wissenschaften Werke: 753 1114 28 403 Preis: 0942.75 2893.99 99020.11 kehrswesen dagegen um das Mache. Außerordentlich stark ist ferner die Zunahme der Schriften über Erziehung und Unterricht mit Einschluss der Jugendschriften: sie nahmen um das 28fache zu. Bei einem Vergleich von 1800 und 1813 ist besonders ausfallend der Rückgang von philosophischer Literatur, ebenso wie der Lite ratur über Naturwissenschaften, Handel, Bau- und Ingenieur- Wesen. Einen Zuwachs dagegen weisen auf Theologie, Geo graphie und Kricgswissenschaften. Sonst lassen die Tabellen z. B. erkenne», datz die Erscheinungen auf theologischem Gebiet in den Jahren 1830—1870 unter allen Wissenschaften ihrer Zahl nach an der ersten Stelle stehen, während sie im Jahre 1913 die vierte Stelle einnehmen. Seit 1880 erreichen bis jetzt die Erscheinungen auf dem Gebiete der Erziehung und des Unterrichts, einschließlich der Jugcndschriftcn, die höchste Anzahl. Der große segensreiche Einfluß der Friedensjahre seit 1870 auf die Entwicklung des deutschen Geisteslebens spiegelt sich u. a. in den Gesamtsummen wider. I» den 40 Jahren von 1830—1870 wuchs die Zahl der jährlichen Erscheinungen von 7284 aus 10 058, also nur um 2774. In den nächsten 40 Jahren bis 1910 ist die Literatur gestiegen aus 31 281, also um 21 223, und in dem kurzen Zeitraum von weiteren drei Jahren sogar aus 35 078 im Jahre 1913. Für de» Anteil einzelner Gegenden und Städte an der Bücherproduktion, dann auch sür die Beteiligung Deutschlands, Österreich-Ungarns, der Schweiz und des übrigen Auslands am deutschen Schrifttum gewinnt man sür die geschichtliche Zeit wie derum aus einer Tafel in der Kullurhallc, für die jüngste Ver gangenheit und Gegenwart aus einigen Tabellen des »Vereins der Buchhändler zu Leipzig« eine gute Übersicht. Es ergibt sich jvigcudcs Bild: Von 1570—1690 stellt Siiddeutschland, besonders die Städte Frankfurt und Köln, den Hauplanlcil. 1600 >630 beginnt in Rorddeutschland schon Leipzig seinen Einfluß geltend zu machen. Der 30jährigc Krieg läßt dann das Schrifttum in Norddcutschiand fast wieder bis zur Bedeutungslosigkeit sinken, während in Siiddeutschland keine große 'Abnahme zu be merken ist. Tann aber gewinnt der norddeutsche Buchhandel schnell an Ausdehnung und ist bereits um 1690 stark überwiegend: den Hauplanleil, fast 50 °», zieht Leipzig an sich. Wer über die Geschichte der Leipziger und Frankfurter Messe orientiert ist, dürfte hiermit nichts Neues erfahren. Seit 1750—60 sehen wir dann Berlin immer stärker werden. In der Gegenwart hat es mit seiner Produktion Leipzig bereits um ein Geringes über flügelt. Fm Fahre 1908 war von den Hauptvcrlagsorten Berlin mit >9.8".., Leipzig mit >8,4". , Wien mit 7 "». Stuttgart mit 4,9"» Mit seiner Produktion von 34 801 im Jahre 1912 überragte Deutschland nach den Angaben der »Union intornalionaio gour In z-rockuetion ckes oeuvres liltöraires kt artistigues« England Nlit seinen 12 067 Erscheinungen fast um dar Dreifache. An dritter Stelle folgte Italien mil 11294 Schriften vor den Vereinigten Staaten mit >0 903 und Frankreich mit 9645. In weitem Abstand folgen dann die übrigen Staaten. Die Niederlande weisen 3799 Neuerscheinungen auf, Dänemark 3532, die Schweiz 3294, Sster- reich 3158, Spanien 2778, Belgien 2403, Ungarn 2063, Schweden 1474 und Norwegen 1342. Wie in einzelnen Staaten an der durchschnittlichen Jahresproduktion der letzten 10 Jahre die ver schiedenen Wissensgebiete beteiligt waren, mag noch folgende Ta belle beleuchten: Schöne Liter. Er- Philo- ziehung sophie Recht Geögraph^""'d°i Medizi, Belgien 444 104 62 185 192 25 172 Deutschland 4029 4275 618 2670 1579 189« 1851 England 236« 605 106 880 560 209 Niederlande 483 119 59 168 207 189 122 Verein. Staat. 1569 481 116 545 1165 403 :ios Bei dem regen geistigen Leben unserer Nation dürste mit der Zahl 35 078 im Jahre 1913 der Gipfelpunkt noch nicht erreicht sein. Jedenfalls liegen noch keine Anzeichen irgendwelcher Art vor, die einen Stillstand bedinge» würden. Ein großer Prozentsatz unserer Bücherproduktion hat natür lich nur einen vorübergehenden Wert. Lehrreich in dieser Be ziehung ist, »daß von den sämtlichen Bücher» aus der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts, also ans der Jnkunabelnzeit«, wie Mühlbrccht in seinem Buche »Tic Bücherliebhaberei in ihrer Ent- wickiung bis zum Ende des lg.Jahrhundcrts« milteilt, »heute nicht mehr als etwa 300 noch von besonderer Wichtigkeit sür de» Büchersammler sind. Bon den etwa 50 000 besseren Erscheinun gen des 17. Jahrhunderts genießen heute nur noch etwa 100 Werke ein unbestrittenes hohes Ansehen, und von den etwa 80 000 hervorragende» Erscheinungen des >8. Jahrhunderts hat man kaum 300 Werke in unserer Zeit <1898) für wert erachtet, durch einen Neudruck vor der Vergessenheit und dem Untcrgangc bewahrt zu bleiben.« Sicherlich ist auch ein großer Teil unseres Schrifttums schon vor der Drucklegung einem totgeborencn Kinde zu vcrqlei- che». Neben der überwältigenden Masse des Erfreulichen will dieser Bruchteil aber nicht allzuviel besagen. Tie zum Teil recht hohen Auflagen der guten Schriften in billigen Ausgaben, fer ner die äußerst praktischen und zur Benutzung einladenden Ein- 1143
- Aktuelle Seite (TXT)
- METS Datei (XML)
- IIIF Manifest (JSON)
- Doppelseitenansicht
- Vorschaubilder