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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 10.06.1914
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1914-06-10
- Erscheinungsdatum
- 10.06.1914
- Sprache
- Deutsch
- Sammlungen
- Saxonica
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Redaktioneller Teil. 131, 10. Juni 1914. die eindrucksvolle Festrede. Es folgten dann im bunten Neigen Ge sangsvorträge des Quartetts der Liedertafel »Augnstus«, Geigensoli des bewährten Mitgliedes Herrn Musikalienhändlers W. Schornagcl, humoristische Rezitationen der Herren Auer und Amling und die stets gern gehörten Liedergaben Herrn Wienckes. Non den vielen im Laufe des Abends noch gehaltenen Reden und Toasten seien außer den Dan- kcsworten der Herren Lange und Stichling noch kurz erwähnt die Glück wünsche, die Herr Voigt (Braunschweig) im Namen des »Robinson« überbrachte, Herrn E. Wendebourgs freundliche Worte, der im Namen des »Ortsvereius der Buchhändler zu Hannover-Linden« dem »Saldo« die Glückwünsche der Prinzipalität übermittelte, Herrn Georg Knothes Reminiszenzen an seine Gchilfenzeit, die durch so manche fröhliche Episoden im »Saldv«-Kreisc verschönt wurde, und schließlich Herrn Linckcs Gratulation namens des »Kegelklubs Merkur«, der gleichzeitig damit dem überraschten Vorstand einen hohen Bierschoppen als Ange binde überreichte. Erst in später Stunde trennte man sich, um am folgenden Sonntagmorgen sich zum Spaziergang durch die Stadt und nähere Umgegend oder später zum Frühschoppen im Brauergildehaus- Garten wieder zu treffen. Um 2 Uhr nachmittags fand, wiederum bei regster Beteiligung, im »Künstlerhause« das Festessen statt, ebenfalls durch kurze Reden und Vorträge verschiedenster Art gewürzt. Den Neigen der Toaste eröffnete Herr Riedel mit einem Hoch ans den obersten Schirmhcrrn des deutschen Buchhandels, den Kaiser. Herr- Theodor Christiansen jun. (Altona-Ottensen) übermittelte die Glück wünsche der »Sphynx«, Herr Georg Schmidt (Hahn'sche Buchhandlung) sprach namens der Chefs den Dank für das wohlgelungene Fest aus, Herr Leisering rühmte den alten, guten Geist wahrer Freundschaft und echter Kollegialität im »Saldo«, während Herr Jens auf die Damen und Herr Kothe ans den Vorstand toastete. Nach aufgehobener Tafel fand ans der großen Freitreppe vor dem mächtigen Portal des Künstler- hanses eine wohlgelungene photographische Aufnahme der Festteil nehmer statt. Im Anschluß hieran gings durch die Eilenriede zur Waldwirtschaft Stenerndieb, woselbst der Kaffee eingenommen wurde. Nach der Rückfahrt in die Stadt beschloß ein Abschiedstrunk im »Georgspalast« diesen Teil der Feier. Den endgültigen Abschluß des 40. Stiftungsfestes aber bildete am darauffolgenden Donnerstag, dem Himmelfahrtstage, eine fröhliche Kremserfahrt zum »Steinkrug« am Fuße des Deisters, an der auch die Damen teilnahmen. Vom schönsten Frühlingswetter begünstigt, verlief auch dieser Ausflug bei der ge hobenen Feststimmnng aller Teilnehmer aufs beste, so daß Vorstand und Mitglieder mit freudiger Genugtuung auf diese Veranstaltungen zurück blicken können, die dem Tage galten, da der »Saldo« ins Schwabenalter kam. Gleichzeitig sei der Versicherung Ausdruck gegeben, daß im selben guten Sinne auch ferner im hannoverschen Jungbuch handel weitcrgearbeitet werden soll, damit in 10 Jahren der »Saldo« beim 50. Stiftungsfeste aus ein goldenes Zeitalter seines Wirkens zurückblicken kann. — Allen denen, die schriftlich und telegraphisch des »Saldo« zu seinem Feste gedachten, hiermit noch nach träglich herzlichsten Dank! An dem vom 4.—6. Juli in Leipzig stattsindenden Allgemeinen B u ch h a n d l u n g s g e h i l f e n - T a g e wird der »Saldo« durch die Herren Kothe, Riedel und Warnecke offiziell vertreten sein. Zugleich soll bei dieser Gelegenheit in Leipzig eine Zusammenkunft jetziger und ehemaliger Saldoten stattfinden. Diejenigen ehemaligen »Saldo«-Mit- gl jeder, die in den genannten Tagen in Leipzig anwesend sein können, werden gebeten, ihre Adressen baldigst entweder dem Vorstande (H. Warnecke, i. H. Hahn'sche Buchhandlung) oder Herrn Carl Stichling, Leipzig-Co., Waisenhausstraße 28, anzugeben. Honorar im Zeitungsverlag mangels Vereinbarung. — Die Han delskammer zu Berlin hat einem Gericht die Auskunft erteilt, daß, im Falle vor oder bei Ablieferung eines Manuskripts an eine Zeitung ein Honorar nicht ausdrücklich vereinbart ist, nach der herrschenden Übung der Autor den Honorarsatz anerkennen muß,; der bei dem betreffenden Blatt gewöhnlich bezahlt wird, gleichviel, ob es sich um angesehene und bekannte Blätter handelt oder nicht. Handelsübliche Honorarsätze bestehen nicht. Die Errichtung einer Pflichtsortbildungsschulc für Mädchen wird jetzt auch in Chemnitz eingehend erwogen. Zur Erörterung dieser Angelegenheit wurde ein amtlicher Ausschuß ernannt, in dem die Lehrerschaft durch den Vorsitzenden des Pädagogischen Vereins und durch Fräulein Herzog vertreten sein wird. Ein Fortbildungskursus für schulentlassene Mädchen ist in der Bürgerschule zu I o h a n n g e o r g e n st a d t unter Leitung des dor tigen Schuldirektors eingerichtet worden. Der Unterricht umfaßt Haus- haltungskundc, Bürgerkunde, Buchführung, Englisch. Beranttvortlicher NedakN:^: Emil Th o^m a ö. — Verlag: Der Börsen Ein Verein polnischer Redakteure, der als eine besondere Ab teilung sich dem Verein polnischer Zeitungsverlegcr und Literaten angeschlossen hat, ist in Posen ins Leben gerufen worden. In den Vorstand wurden gewählt die Redakteure Poszwinsky-Hohensalza (Vor sitzender), N. Leitgeber-Posen, Szmanda-Gnesen (Schriftführer), Kro- likowski-Posen, Kulerski-Graudenz, Dombek-Beuthen und Kwiatkowski- Herne. Personalnachrilhten. Gestorben: am 4. Juni im 69. Lebensjahre Herr Oskar Ger schel in Stuttgart. Wiederum ist einer der Alten dahingegangen, und es wird immer leerer um unsereinen. Die Gefährten der Jugend gehen dahin, und an neue Menschen schließt man sich im Alter nur sehr schwer an. Oskar Gerschel war ein Buchhändler alten Schlages, ge wissenhaft, kenntnisreich und fleißig. Er hat sein ganzes Leben lediglich der Arbeit gewidmet. — Geboren am 20. März 1846 zu Löwenberg i. Schl., trat er am 3. April 1864 als Lehrling bei der Gsellius'schen Buch handlung in Berlin ein. Er hätte also am 3. April d. I. sein 50jähriges Bcrufsjubiläum feiern können. Die Lehre bei Gsellius war eine äußerst vielseitige. Schulbücher, Jugendschriften, wissenschaftliche Lite ratur, Kunst und Architektur, alles hatte seine Vertretung in den großen Räumen, die in der Kurstraße neben der alten Münze gelegen waren. Hell war es freilich da nicht; aber weder Publikum noch Ange stellte machten damals so hohe Ansprüche, wie es heute geschieht. Da Oskar Gerschel eine leichte Auffassungsgabe und sehr großen Fleiß be saß, hat er bei Gsellius den Grund zu seiner umfassenden Bücherkennt nis gelegt. Nach bestandener Lehre verließ er mit einem glänzenden Zeugnis die Gsellius'sche Buchhandlung, um sich auch außerhalb Berlins umzusehen. Er hatte Stellungen inne bei A. Bielefelds Hof buchhandlung (Liebermann L Co.) in Karlsruhe, Barth in Dessau, A. Asher L Co. in Berlin und Theodor Ackermann in München. Ich war zweimal mit ihm zusammen, das eine Mal bei Asher L Co., das zweite Mal bei Theodor Ackermann in München, wo ich am 1. Okto ber 1867 eintrat. Damals rüstete sich Gerschel, die Stellung bei Ackermann zu verlassen. Ich hatte aber noch Gelegenheit, seine fabel hafte Arbeitskraft und sein glänzendes Gedächtnis kennen und be wundern zu lernen. Bei Theodor Ackermann ist Gerschel noch ein zweites Mal tätig gewesen, und zwar Anfang der siebziger Jahre, und hat von da aus am 3. August 1876 in Stuttgart sein eigenes Geschäft gegründet. Nicht ohne Mittel, von außerordentlicher Tüchtigkeit und Arbeit samkeit konnte er sich für die Entwicklung seines Geschäfts den besten Hoffnungen hingeben. Anfangs ging ja die Sache auch ganz gut; die an genehme Art Gerschels und seine minutiöse Behandlung der Aufträge führten ihm zahlreiche Kunden zu, und so konnte man dem Fortgang umsomehr ruhig entgegensetzen, als sich Gerschel auch ein Heim grün dete, und diese Ehe durch die Geburt eines Knaben beglückt wurde. Leider war der Fortgang nicht so glücklich, als der Anfang es gewesen war; Gerschel versuchte cs noch einige Male mit Aufnahme von Gesell schaftern, was aber nie lange Bestand hatte. Sorgen kamen und häuften sich, so daß es als eine glückliche Lösung zu bezeichnen war, als die Firma im Jahre 1912 zu einer G. m. b. H. umgewandelt wurde und eine junge, tüchtige Kraft in der Person von Rudolf Breiting ihm zur Seite gestellt wurde. Lange hat er sich freilich dieser neuen Ordnung nicht erfreuen können. Am 4. Juni d. I. ist er ganz plötzlich einem Nervenschlag erlegen. Am Sonntag, den 7. Juni, ist er zur letzten Ruhe bestattet worden, und dem stets Tätigen, Tag und Nacht Arbeitenden ist die Ruhe zu gönnen. War Oskar Gerschel also in seinem Geschäft kein besonders er folgreicher Geschäftsmann, so lag dies daran, daß bei allem Wissen und allem Fleiß es ihm abging, mit seinen Mitteln Haus zu halten i und diese Mittel sachgemäß zu verwerten. Es war bei ihm fast eine Krankheit, alles kaufen zu müssen, und so hat er dieses große in mehreren Niederlagen in Stuttgart aufgestapelte Antiquariat nicht aus genutzt, sondern immer neu gekauft, und es ist ja unter diesen Um ständen sehr erklärlich, daß ihm häufig die Mittel fehlten, um dringen den Ansprüchen zu genügen. Mag man nun als gewissenhafter Chronist auch diese Schatten seiten nicht verschweigen, so muß man doch sagen, daß Gerschel ein ganzer Buchhändler war, der unter günstigeren Verhältnissen noch vieles hätte leisten können. Ans ihn paßt so recht das alte Dichterwort: 8eck vieta Oatoni!«, und so wollen wir ihm denn ein freundliches Andenken bewahren: Möge ihm die Erde leicht sein! R. L. Prager. verein der Deutschen Buchhändler zu Leipzig, Deutsches BuchhänblerhauS. Redaktion und Expedition: Leipzig, Gerichtsweg 26 (BuchhändlerhauS.. 952
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