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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 06.06.1914
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1914-06-06
- Erscheinungsdatum
- 06.06.1914
- Sprache
- Deutsch
- Sammlungen
- Saxonica
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- ZeitungBörsenblatt für den deutschen Buchhandel
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«lr 128, k. Juni 1914. Redaktioneller Teil. ihrem Inhalt entsprechend in der Hauptsache nach dem sogenann ten »Elberfeldcr System« geordnet, das mehr und mehr in den Volksbtbliotheken Eingang findet und sich dort sehr bewährt hat, weil es den Bllcherleihern selbst die Orientierung sehr erleichtert, ohne Kenntnisse der sonst in Bibliotheken üblichen Anordnungen zu verlangen. Ob und inwieweit sich dieses System im allge meinen auch im Sortimentsgeschäft anwendcn läßt, müßte erst noch erprobt werden. Zahlreiche Beschriftungen er leichtern die Orientierung, eine Reihe von neuzeitlichen Ein richtungen und Hilfsmitteln, drehbare Gestelle und Ähnliches sol len den Berkauf anregen und erleichtern. Hier wie unter den verschiedenen Arten der ausgestellten Bücherschränke wird der Sortimenter manches ihn Interessierende finden. Auch sollte hier die Anregung gegeben werden, daß der Sortimenter zur Er höhung derRentabilität seines Geschäfts sich nicht nur auf denVer- trieb von Büchern, sondern auch auf den Vertrieb solcher Sachen legt, die zum Bedarf eines jeden Büchcrkäufers gehören, bis jetzt aber noch ganz den Einrichtungsfirmen, Möbelfirmen usw. über lassen werden, obwohl eigentlich ein tüchtiger Buchhändler viel besser wissen sollte, was an praktischen Schränken, Gestellen und Einrichtungsgegenständen für eine Bibliothek, selbst für die kleinste Hausbibliothek wirklich zu empfehlen ist. Wie an eiser nen Gestellen, so ist auch an Vitrinen eine ganze Reihe von Kon struktionen Praktisch zur Anwendung gekommen, worüber die An gestellten der Verkaufs-Ausstellung die nötigen Aufschlüsse geben können. Ganz speziell für den Sortimenter und Verleger bestimmt sind die eingebauten zwei Kontore des Sortimenters bzw. Verlegers. Der ursprüngliche Plan hatte Muster- kontore in vollem Betriebe mit allem neuzeitlichen Raffine ment ausgestattet vorgesehen. Das ließ sich nun unter den ver änderten Verhältnissen nicht mehr ganz durchführen. Trotzdem verdienen auch diese Kontore besondere Beachtung. Es sind für sie von einem Mitglieds des Ausschusses (vr. Felix Meiner) die grundlegenden Handbibliotheken des Sortimenters bzw. Verlegers zusammengestellt worden, in denen gewiß viele Kollegen noch das und jenes Hilfsbuch finden werden, an das sie für ihre Geschäftsbibliothek noch gar nicht gedacht haben. Daß diese Handbibliotheken natürlich nicht vollständige Hand apparate des einzelnen Sortimenters oder Spezialverlegers sein können, versteht sich von selbst; dazu hätte es sehr langer Arbeit bedurft, um die Bücher, Zeitschriftenferien, Broschüren, Adreß bücher, Vorlesungs-Verzeichnisse, Berichte gelehrter Gesellschaf ten, Mitgliederverzeichnisse usw. zusammenzubekommen, und sehr viel Raum, um sie hier unterzubringen. Die Möbel in beiden Kontoren sind von führenden Firmen aufgestellt und dürften mit den zahlreichen Hilfsmaschinen ebenfalls das Interesse vor allen Dingen der Fachleute, also hier der Buchhändler, erregen. Sind in dem einen der beiden Hauptverkaufsräume schon an zwei Stellen bequeme Sitzgelegenheiten vorgesehen, so ist in Raum I an dem einen Ende, bei dem wir auf unserer Wan derung die Verkaufs-Ausstellung wieder verlassen, ein gut aus gestatteter Leseraum eingerichtet worden, aus dessen reger Be nutzung man am besten sieht, wie sehr es zu empfehlen ist, wenn auch der Sortimenter seiner Kundschaft bequeme Gelegenheit gibt, sich niederzulassen und die dargebotene Literatur näher in Augenschein zu nehmen. Nach dem Verlassen der Verkaufs-Ausstellung müßte man sich zunächst in das Gebäude »Schule und Kind« begeben, wo im oberen Stockwerk eine umfassende Ausstellung von Lehrmitteln, vor allen Dingen auch von pädagogischer Literatur, Kinder-, Bilder- und Schulbücher für das früheste Kindesalter bis etwa zum 14. Lebensjahre und die dazu gehörigen Bücher für den Handgebrauch des Lehrers ausgestellt sind. Fortgesetzt wird diese Ausstellung auf dem Gebiete der Lehrmittel in umfassender Weise in einem besonderen, neben diesem stattlichen Gebäude »Schule und Kind« gelegenen Pavillon. Und hier wird sich wieder dem Sortimenter manches darbieten, das er in seinem Wirkungs kreise vielleicht überhaupt noch nicht oder noch nicht intensiv genug zur Erhöhung seines Umsatzes und Verdienstes aufge- griffen hat. Wer sich nun von den Buchhändlern, insbesondere von den Sortimentern, für ausländische Literatur interessiert, der findet wie wohl noch nicht zuvor vorzügliche Auswahlen gang barer Bücher, Zeitschriften und Musikalien in den Pavillons und Ausstellungen der verschiedenen Staaten, die ich oben nannte. Nur eines »Nebenartikels«, eines in seiner Wirkung überraschen den Reproduktions-Verfahrens möchte ich hier Erwähnung tun, nämlich der ganz außerordentlich naturgetreuen Reproduktionen, die die Firma Berger-Levrault L Cie. in Nancy unter dem Namen Helio-Peinture hergestcllt hat und im französischen Pa villon zeigt. Mit solchen Sachen sollte auch ein Sortimentsge schäft lohnende Erfolge erzielen können. Weiter sei auch noch auf die Ausstellung der L e h r an sta l t des Vereins der Buchhändler zu Leipzig aufmerksam gemacht, die in dem hinter dem französischen Pavillon gelegenen Hause eine sehenswerte Ausstellung ihres Unterrichtsmaterials und ihrer Unterrichts-Methode bietet, bei der uns Buchhändler Wohl am meisten die sehr klaren und übersichtlichen Darstellungen der verschiedenen Buchhaltungsarten interessieren, ein Gebiet, das ja für jeden von größter Wichtigkeit ist und für das der Vorstand des Börsenvereins infolge der letzten Kantatebeschlüsse eine be sondere Kommission einsetzen wird. Daß in dem daneben gelegenen Hause »Der Kaufmann« jeder Geschäftsmann viel Interessantes und sehr Nützliches zu sehen bekommt, versteht sich von selbst. Da im ursprünglichen Plan für den Aufbau der Ausstellung des deutschen Buchhandels davon gesprochen worden ist, den Börsenverein mit seiner Ausstellung die Krönung des deut schen Buchhandels bilden zu lassen, so sollen einige Worte über die Börsenvereins-Ausstellung diese orientierende Skizze be schließen. Neben dem in der Bugra geehrten und gefeierten Geburts tagskind, der Königlichen Akademie für Buchgewerbe und gra phische Künste zu Leipzig, deren ISOjähriges Bestehen dem Buch gewerbeverein die Veranlassung zur Veranstaltung der Inter nationalen Ausstellung für Buchgewerbe und Graphik bot, hat der Börsenverein im Sächsischen Staatspavillon gleich vorn an der Straße der Nationen sein Heim aufgeschlagen und empfängt hier die Besucher. Die Bugra hat ihm einen Ehrenplatz eingeräumt, und er repräsentiert glänzend. Die Einrichtung der Räume ist vornehm und kostbar, und ihr Inhalt heischt die vollste Beachtung aller Ausstellungsbesucher. Der Börfenverein zeigt sich in doppelter Eigenschaft: einmal als solcher in seinen wirtschaftlichen und organisatorischen Auf gaben und dann in seinen Sammlungen an Büchern und Drucken. Das, was vielleicht die größte Aufmerksamkeit verdient, ist die von vr. Goldfriedrich aufgestellte, riesengroße und ganz einzig artige Statistik der deutschsprachigen Bücherproduktion im Jahre 1908, aus der Bogenanzahl, Seitenpreis, Formate, ob mit oder ohne Beilagen erschienen, Verteilung auf die verschiedenen Staaten und Städte und eine Unmenge andere, für Ver leger und Sortimenter nützliche Dinge hervorgehen. Nicht min der einzigartig ist die Zusammenstellung von Büchern, Briefen, Zeitschriften usw. zur speziellen Geschichte des Buchhandels, alles ausschließlich Originaldokumente. Zwei Zimmer werden gestillt von der Blattsammlung, die wiederum einzigartig in der ganzen Welt sein dürfte und eine Geschichte des Buchschmucks im 14. bis 16. Jahrhundert darstellt. Auch wir Buchhändler werden nicht gleich wieder Gelegenheit haben, so bequem und zu unserem Vorteil die Schätze unseres Börsenvereins studieren zu können. Ohne Frage bietet also die Bugra allein schon auf dem Ge biete des Buchhandels ein solche Fülle von Anregungen und Sehenswürdigkeiten, die ein Buchhändler sich zunutze machen kann, daß der Besuch und ein mehrtägiges Studium sich wohl für jeden von uns lohnen sollte. Der Lesesaalkatalog der König!, und Universitäts- Bibliothek Breslau. Gedruckte Kataloge der Lesesaal-Bibliotheken sind für die großen öffentlichen Büchereien allmählich zu einer Notwendigkeit geworden. Da die Leser sich hier selbst bedienen müssen, so brauchen sie unbe dingt einen Führer, der sie darüber unterrichtet, welche Bücher eines 903
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