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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 29.11.1919
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1919-11-29
- Erscheinungsdatum
- 29.11.1919
- Sprache
- Deutsch
- Sammlungen
- Saxonica
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Redaktioneller keil .V 263, 29. November >9i9. Kindereien arbeiten, haben hier-Prozesse, EL handelt sich um die Erhebung von Lagergeld, um die Abschaffung des Oster- meßziels, um das Fehlen von Bogen, um fehlende Exemplare bei der Ablieferung, Es ist neulich von dem Anwallsvertrcier der Buchbinderei gesagt worden, ein Fehlen von 107° wäre durchaus normal (Oho!), und sogar 257» wäre nichts Außer- gewöhnliches, (Oho!) Es ist mir deshalb erwünscht, daß sich vielleicht der Vorstand mit dieser Frage einmal beschäftig! und den Versuch macht, mit den Buchbtnderetbefltzern in Verbindung zu treten und diese Bestimmungen nach der Richtung hin einmal zu revidieren, daß man bet Gericht eine Grundlage hat: was ist nun eigentlich handelsüblich? Es wird jetzt vom Buchbinder stets behauptet: das und das ist handelsüblich, das und das ge- schieht, - während der Verleger sagt: das und das ist handels üblich, das und das geschieht. Dann wird ein Sachverständiger vernommen, Herr Hofrat l)>. Meiner hat neulich als solcher fungiert und hat als Verleger gesagt: das und das ist üblich. Darauf erklärte der Anwattsvertrcter der Buchbinderei: Den Sachverständigen muß ich als befangen ablehnen; der ist Verleger t wir Buchbinder stehen auf einem andern Standpunkt, ich bitte, Herrn Kommerzienrat Sperling als Sachverständigen des Buchbindereigewerbes zu vernehmen! - Der sagt« genau das Gegenteil aus. So ist tatsächlich die Judikatur in einer seht schwierigen Lage, Sie muß schließlich ein Urteil fällen: aber die Urteile fallen einmal so und einmal so aus. Das Reichs gericht hat noch nicht Stellung dazu genommen, weil die Ob jekte meist nicht groß genug sind. Ich möchte aber die Frage änschneiden und den Vorstand bitten, ihr besondere Aufmerk samkeit zu widmen, Vorsitzender: Wir werden selbstverständlich dieser Frage be sondere Aufmerksamkeit widmen, wozu wir ja verpflichtet sind, insbesondere deshalb, weil schon aus dem Kreise unserer Mit- glieder heraus in letzter Zeit mehrfach diesbezüglich« Klagen er- boben worden sind. Gustav Kirstein (Leipzig): Meine Herren, in Ihren Händen ist Wohl als Dokument der inzwischen — heute vor acht Tagen, am 10. Mai — erfolgten Gründung derDeutschenGesell- schaftfür Auslandsbuchhandel dieser Verhandlungs bericht, Ich bitte Sie, ihm freundlichst Ihre eingehende Auf merksamkeit zu widmen. Um diese Aufmerksamkeit noch zu er höhen, will ich Ihnen ein paar Worte über Zweck und Ziele dieser Gründung sagen. Der Kern der Unternehmung, der sich bereits eine erhebliche Anzahl der angesehensten deutsche» Verlagsbuchhandlungen ange schlossen hat, und der Wohl gerade gelegentlich der jetzigen Kan- tatcmesse noch ein weitere Anzahl von Verlegern beitreten wird, ist folgender: Durch die Blockade hat der Absatz deutscher Bü cher im Auslände schwer gelitten, und zwar in der Hauptsache dadurch, daß die Sortimentsfirmen teils reichsdeutschcr Herkunft, teils eingeborene Firmen, die sich besonders mit dem deutschen Buche befaßten, im Vertriebe deutscher Bücher enorm nachge lassen haben. Diesen Absatz deutscher Bücher wieder, aufzu frischen, die verstopften Kanäle wieder freizumachen, die zer rissenen Fäden, besonders auch diejenigen persönlicher Natur, wieder, zu knüpfen, ist das Ziel der Deutschen Gesellschaft für Aüslandsbuchhandel, Wenn Sie sich mit dieser Schrift, die Sie in Händen haben, näher beschäftigen, so werden Sie hoffentlich das Gefühl bekam- men, daß jeder von Ihnen die Pflicht hat, dieser Gesellschaft bci- zutreten und Vorteil daraus zu ziehen. Möge niemand sagen: Meine Auslandinteressen .sind gering! Wie groß diese Aus- landinteresscn sein werden, das werden Sie erst empfinden, wenn Sie Mitglied der Gesellschaft sind: das werden Sie erst empfin den, wenn Ihnen als Mitglied diejenigen Nachweise, diejenigen Unterstützungen, diejenige Eröffnung neuer Absatzquellen zuteil werden, die Ihnen die Gesellschaft bieten wird. Die Namen der Männer, die an der Spitze stehen und die einen kleinen Vorstand und einen großen ansehnlichen Verwaltungsrat bilden, werden Ihnen die Gewähr dafür biete», daß unsere Gesellschaft, der auch das Auswärtige Amt und einige andere wichtige Reichs- institute und Landesinftitute ihre nicht bloß theoretische, sondern U-80 auch praktisch tatkräftige Unterstützung zugcsagt haben, für de» deutschen Buchhandel vom höchsten Werte und Nutzen ist. Ich möchte Sie auch noch darauf aufmerksam machen, daß am 'Montag vormittag um 10 Uhr eine Sitzung des Geschäfts- führenden Ausschusses stattsindet, bei der jeder Interessent dies mal willkommen ist. Wer sich also über die Ziele der Gesellschaft noch weiter zu informieren wünscht, der möge an dieser Sitzung, die hier im Buchhändlerhaus im kleinen Vorstandszimmer statt- findet, teilnehmen. Wir hoffen, viele von Ihnen dort zu be grüßen, (Bravo!) Beitrag für das Berner Büro Di. Wilhelm Ruprecht (Güttingen): Meine Herren, mit dem, was der Vorstand in seinem Geschäftsbericht über den Inter- nationalen Vertegeikongretz geschrieben hat, bin ich nicht ein verstanden, Einverstanden bin ich höchstens mit den Worten, daß uns in unserer gegenwärtigen Lage die größte Zurück haltung geboten ist. Ich hätte es lieber gesehen, der Deutsche Verlegervercin hätte sich nicht an die Holländer gewandt und sich erboten, wieder milzumachen, sondern er hätte gewartet, bis wir dazu aufgefordcrt weiden, und aus diesem Grunde möchte ich auch dagegen protestieren, daß der Beitrag jetzt weiter gezahlt wird. Wir wollen lieber warten, bis man uns dir Tür wieder aus eigenem Antriebe aufmacht, als daß wir sie uns selber offnen oijer krampfhaft den Fuß dazwischensetzen und sie osfcnzuhalten suchen. Unsere gegenwärtig sehr knappen Mittel können wir, glaube ich, auch besser verwenden als zu einem Beitrag zu diesem Kongreß, Hofrat vr, Erich Ehlermanu (Dresden): Meine Herren, Herr l)r. Ruprecht ist bei seinen Ausführungen von falschen Voraus setzüngen ausgegangcn. Unser Kollege van Stockum in Holland, der sich von Anfang an immer stark gegen das englische Piraten tum, wie er es bezeichnet«, gewendet hat, auch in amtlichen Zu schriften an das englische Ministerium, hat ein ich kann nur sagen: prächtiges — Schreiben an uns gerichtet, worin er zum Ausdruck gebracht hat, daß er es jetzt als seine Pflicht ansche, die unterbrochenen Fäden wieder anzuk,lüpfen, und daß er sich als Neutraler dazu berufen fühle. Wir haben uns von vornherein gesagt, daß di« Antwort, die wir auf diesen Versuch geben werden, von sehr großer Wichtigkeit sein würde, und daß wir deshalb mit der größten Vorsicht die beiden Gefahren vermeiden müßten: aus der einen Seite unseren Feinden etwa nachzulaufen, was uns natürlich genau so fcrnliegt wie unserem verehrten Kollegen I)r, Ruprecht, daß wir aber aus der andern Seite doch auch nicht die Stellung des schmollenden Kindes — will ich einmal sagen - einnehmen dürfen, das nun auf die Seite tritt und sagt: Ich mache nicht mehr mit, selbst wenn ich aufgcfordert werde. Dazu stehen doch zu bedeutende Interessen auf dem Spiele, Ich glaube nicht, daß ich Ihre Zeit damit in Anspruch nehmen soll, den Brief des Kollegen van Stockum hier vorzulescn: aber vielleicht darf ich Ihnen das Antwortschreiben doch zur Kenntnis bringen: Sehr verehrter Herr Kollege I Ihr Rundschreiben vom 22. Dezember 1918, mit dem Sie in hochherziger Gesinnung und mit beredten Worten für die Wiederherstellung friedlicher internationaler Beziehungen zwi fchen den Buchhändlern eintreten, ist uns zugegangen, und wir beehren uns, darauf das Folgende zu erwidern: Der deutsche Verlagsbuchhandel und insbesondere der Deutsche Verlegerverein hat stets den Standpunkt vertreten, daß die Pflege guter Beziehungen unter den Verlagsbuch händlern der Kulturnationen nicht nur in dem gegenseitigen wohlverstandenen geschäftlichen Interesse gelegen ist, sonder» vor allem auch der geistigen Annäherung der Völker, der ge genseitigen Befruchtung und Förderung ihres Geisteslebens, und damit den höchsten Zielen der Menschheit dient. Der Deutsche Verlegervercin hat cs deshalb von jeher für seine Pflicht gehalten, zu den Kosten des Berner Bureaus einen angemessenen Beitrag beizustencrn. Er hat überdies seine Mitglieder zu lebhafter Beteiligung an den internationalen Zu sammenkünften erfolgreich angeregt. Dieser Standpunkt ist fest begründet und hat deshalb auch durch die Stürme des Wel-
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