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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 27.10.1919
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1919-10-27
- Erscheinungsdatum
- 27.10.1919
- Sprache
- Deutsch
- Sammlungen
- Saxonica
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Rebakttoneller Teil. ^ 236, 27. Oktober lSlS. war während des Krieges eine Ausplünderung Deutschlands unmöglich; dies von unseren Feinden aufs innigste gewünschte Ziel besteht aber noch, wird von ihnen unter reger Beteiligung der Neutralen weiter verfolgt und durch die künstliche Nicdrig- haltung unserer Valuta auch erreicht werden, wenn wir uns nicht dagegen zu wehren verstehen. Trotz der hohen Preise, die wir jetzt im Inland haben, und die uns über alles Matz be drücken, sind wir dem Ausland gegenüber doch das billigste Land der ganzen Welt. Es bezahlt, weil es unsere Mark zrun fünften oder sechsten Teil ihres Wertes erhalten kann, unsere Erzeugnisse fünf- oder sechsmal niedriger, als es sie haben dürfte. Freilich verlieren diejenigen zunächst, die unser Geld auf ausländischen Märkte» so billig anbieten und verkaufen, sie tun es aber trotz dem, weil sie einen viel reicheren Gewinn in Aussicht haben. Die einfachste Abwehr dagegen wäre es nun, nach dem Aus land nicht in Markwährung, sondern nur in der Währung des betreffenden Landes zu verkaufen. Das geht aber doch nur in beschränktem MatzS, lässt sich vor allen Dingen bei Gegenständen, die hierzulande einen ganz festen Markpreis, einen Ladenpreis, staben, nicht durchführen. Alle Anordnungen dieser Art lassen sich so spielend leicht unwirksam machen. Wer davon betroffen werden soll, braucht nur zu uns zu kommen und hier einzukausen. Die Reisekosten verdient er um ein Vielfaches dabei. Diese Mög lichkeit aber, die sich noch dahin erweitern läßt, daß man sie absichtlich herbeifllhrt, lockt auch die durch Vorschriften verpflich teten Verkäufer zu Umgehungen an, die auf keine Weise zu fassen sind, und so wird dadurch schließlich die geschäftliche Moral, die im neuen Deutschland schon einen so verhängnisvollen Stotz er litten hat, nur noch weiter dem gänzlichen Sturze nahegebracht. Deshalb sind besonders die deutschen Verleger auf dem Holzwege, wenn sie glauben, durch gewisse Preiserhöhungen für die Liefe rungen nach dem Auslande eine Besserung unserer Valuta her- beiführen zu können. Dabei fehlt außerdem noch jegliche Ein heitlichkeit des Willens; die Aufschläge, die den Sortimentern vorgeschrieben werden, bewegen sich zwischen 20und 200"/i>; ein jeder Verleger macht's anders! Merken kann sich's keiner, und es wird nicht häufig Vorkommen, datz sich einer eine Liste all dieser Verschiedenheiten anfertigt, um nur keine» Verstoß zu begehen. Die meisten werden diese Belästigungen mit der kräf tigen Bemerkung abtun, die im »Goetz von Berlichingen«- ge wöhnlich durch Punkte wiedergegeben wird. Ein anderer Weg wäre es, auch die Jnlandpreise dem Stande unserer Valuta im Auslände anzupassen. Das geht aber erst recht nicht; denn wir würden damit den jetzigen Zu- stand als einen bereits unabänderlich gewordenen betrachten. Das aber wollen wir keineswegs. Für Gegenstände mit einem Ladenpreis, also vor allen Dingen für Bücher würde das außer dem eine auf 40 bis 50 Jahre rückwärts wirkende Preisum wandlung bedeuten, die ebenso undurchführbar wäre, wie es die buntscheckigen Aufschlagsverordnungen einzelner sind. Für die Gegenstände freilich, für die ein Ladenpreis nicht oder nicht mehr besteht, bieten sich Gelegenheiten der Anpassung, und hier sollten wir uns allerdings unserer Haut wehren, so viel wir nur können. Das Antiquariat gehört zu den Handelszweigen, die solche Gegenstände, zum Teil wenigstens, vertreiben. Es hat außerdem die Möglichkeit, mit seinen Preisen, der Markt lage entsprechend, hinauf« und hinunterzugehen, ganz wie es das im eigenen Vorteil und in der Wirkung für das Ganze für nötig hält. Wir haben viel ausländische Literatur in unserem Besitz, vor allen Dingen wissenschaftlicher Art. Wir dürfen, wenn wir dcnAus- ländern jetzt nicht die Möglichkeit verschaffen wollen, ihre eigenen Erzeugnisse für einen geringen Bruchteil ihres Wertes bei uns zu kaufen, nicht bei unseren alten Preisen bleiben. Wir haben keinerlei Veranlassung, ihnen etwas zu schenken, am allerwenigsten jetzt, wo ihr Beutezug gegen uns recht eigentlich beginnt. Aber auch dein Inländer geschieht durch die Preiserhöhung kein Un recht. Wer sich jetzt aus England ein Buch verschreibt, Hai für den Shilling zum mindesten 6 ,-/k zu bezahlen; er hat keinerlei Anspruch darauf, das für den sechsten oder einen noch geringeren Teil zu erhalten, was wir zufällig bei uns im Lande haben. Die Erhöhung soll dabei natürlich nur eine vorübergehende, sie soll nur eine Abwehrmatzregel sein und uns nur unseren Besitz er« 948 halten, dessen Abwanderung, die sonst unvermeidlich ist, uns schließlich doch mehr Schaden bringen würde, als dem einzelnen deutschen Käufer augenblicklich sonst Vorteil erwachsen könnte, j In gleicher Weise müssen wir weiterhin unsere eigene Literatur ^ schützen, wenigstens insoweit, als Seltenheiten, materiell und ! ideell für uns kostbares Gut in Frage stehen. In allem, was nur für uns Wert hat, was aller Voraussicht nach uns nicht ent führt wird, sollen wir bei unseren alten, mäßigen Preisen blei- ! den. Die Teuerung im eigenen Lande zu heben, mutz uns fern- ^ siehe». Im übrigen aber müssen wir uns mit dem Ausland ^ aus einen gleichen Fuß stellen, schon deshalb, weil wir dort ! auch einkaufen müssen. Diese Möglichkeit aber würden wir uns ! ganz nehmen, wenn wir bei unseren alten Preisen blieben. Das ! Antiquariat hat es in der Hand, sich dem Börsenwerte des Geldes anzuschmiegen, es kann seine Preise ebenso steigen und fallen lassen. Es soll das tun. Wo es nach dem Auslande aber ! Angebote macht, da soll es sich angewöhnen, sie in der Währung des betreffenden Landes zu machen. Nur auf diese Weise wer- I den den ehemals feindlichen und den neutralen Antiquaren keine ! unberechtigten Gewinne zufallen. Wir sind nicht dazu da, ihnen solche zu verschaffen. Es bliebe nun noch zu überlegen, wie die Ausländer auf j Versteigerungen zu behandeln wären. Ihre Beteiligung daran ist entschieden gewachsen, und zwar aus den gleichen Gründen wie im freihändigen Kauf. Man hat vorgeschlagen, einen Händ lerring zu bilden und mit seiner Hilfe ausländische Bieter soweit in die Höhe zu treiben, daß sie keine ungerechtfertigten Gewinne machen können. Das ist aber doch Wohl nicht der richtige, cs ist und bleibt vielmehr ein krummer Weg. Man soll Praktiken, die man sonst verdammt und gegen die sich das ganze anständige Händlcrtum stets aufs äußerste gewehrt hat, auch in der Not nicht als angängig betrachten. Wahrscheinlich wird es sich auch dadurch erübrigen, daß die Ausländer, die an unseren Versteige- ! rungcn teilnehmen, sich gegenseitig überbicien werden, sodaß auf diese Weise schon der gerechtfertigte Preis zustande kommt. ! Außerdem aber liegt es ja in der Hand des Versteigerers, den ! Zuschlag zu verweigern, wenn er gegründeten Verdacht hat, und . von dieser Möglichkeit sollte in der kritischen Übergangszeit, die wir jetzt durchzumachen haben, allerdings öfter Gebrauch ge macht werden, als das bisher üblich war. Der achte Teil der H u th - S a mm l u n g, der vom 8. bis zum II. Juli in London versteigert wurde, hat im ganzen L 23 793.— gebracht. Von den in Nr. 159 des Börsenblattes ge nannten Büchern haben die meisten ziemlich hohe Preise erzielt: Vcrgilius: Loste o! Lueyckos. Bestminster: Caxton 14S0. 2». 5 380.—. Jacobus de Voragine: Tke gostleu legsuck. Westminster: Carton 1493. L°. L 340.—. — Dasselbe. London: Bynkyn de Wörde 1527. 2". 1 3VV.—. Vitae Lat rum. Westminster: Wynkyn de Word! 1495. -2°. k 135.—. IloVum Testamentum orLöeum. Handschrift des 12. Jahr hunderts. L 179.—. klovum Tsstameutum Latinum. Handschrift des 14. Jahr hunderts. 1 124.—. Das Rewe Testament Deutz sch. Wittenberg lSept. 1522). 2°. k 270.-. T Ir e kl e rv Testament. LnAttsst. Southwark 1538. 4°. 1 176. . — Dasselbe. London: Grafton L Whltchurch. 1538. 8°. 1 230 — Dasselbe. O. O. 1549. 8°. L 2KV.—. Le Ilouveau Testament. Lyon: Barth. Buyer s1474s. 2". k 396.-. L l klueVo 1 SStam su to. Antwerpen: Merdmann. 1543. 8°. L 199.—. JacobusdeTheramo: Das Buch Belial. Augsburg: Bämler. 1473. 2°. L 112.—. Theuerdank. Nürnberg: Schdnspcrger 1517. 2°. L 219.—. — Dasselbe, ein Exemplar auf Pergament. L 589.—. Vadtanus: Lpistola. Wien: Singriener 1515. 4°. L 199.- . Veraröus: De Insults tu wart Inckleo nuper lnusntts. sBasel: Bergmann von Olpes 1494. 4°. 5 115.—.
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