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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 10.10.1919
- Strukturtyp
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- 1919-10-10
- Erscheinungsdatum
- 10.10.1919
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- Deutsch
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X- 222, 10. Oktober 1919. Redaktioneller Teil. Interessen des Sortiments sei, noch eine Verleger- und Sorti- inenterkammer einzuschatlen, halte er für überflüssig. Dadurch werde nur den bestehenden Vereinen, insonderheit dem Börsen verein, der Wind aus den Segeln genommen und eine Stagnation, die das Vereinsleben ungünstig beeinflussen müsse, herbeigeführt. In noch eindringlicherer Weise warnte Herr Geheimrat Siegismund vor einer Preisgabe der in jahrelanger Vereins- arbeit geschaffenen Verständigungsmöglichkcit zwischen den ver schiedenen Berufsgruppen im Rahmen der gegenwärtigen Or- ganisation, indem er die vor 30 Jahren geschaffenen Satzungen als ein mustergültiges, noch heute eine durchaus brauchbare Grundlage bildendes Gesetz bezeichnete, mit dessen Geist der Antrag Or. Springer und Genossen nicht verträglich sei. Die Interessen des Verlags wüvden im Deutschen Verlegerverein, die des Sortiments seither durch den Verband, neuerdings durch die Buchhändlergilde in durchaus ausreichendem Matze vertreten. Beide Gruppen hätten zur Genüge Gelegenheit, ihre Inter essen einzeln zu beraten und auf einen Ausgleich hinzuwirken, um nachher in gemeinschaftlicher Beratung im Verbände der Kreis- und Ortsvereine, in den Kommissionen und in der Haupt versammlung sich über die Annahme oder Ablehnung von An trägen schlüssig zu werden. Anschließend an die Vorgänge bet der Umbildung des Papiermacher-Kriegsausschusses und des Reichsausschusses für Verlag, Druck und Papierverarbeitung in die Reichskommission wies der Herr Redner darauf hin, daß die Entwicklung unseres Wirtschaftslebens nicht auf eine Tren nung und Verschärfung, sondern aus einen Ausgleich der Inter essen gerichtet fei, wie das ja auch mit Rücksicht darauf, datz das Recht des einen immer seine Grenze an dem Rechte des anderen finden müsse, gar nicht anders möglich sei. Noch stets sei es ge lungen — ein Beweis für die Vortresslichkeit unserer Organi sation —, selbst nach den schwierigsten Verhandlungen inner halb der verschiedenen Jnteressentengruppen in der Hauptver sammlung des Börsenvereins einen Ausgleich zu schaffen. Nur auf dieser Grundlage könne in Zukunft mit Erfolg weiter gebaut und an eine Ausgestaltung des buchhändlerischen Ver« einsrechts herangetreten werden. Aus dem Referat des Herrn vr. Siebeck gehe auch gar nicht hervor, was denn zu geschehen habe, wenn die Sortimenterkammer auf ihrem Standpunkte bestehen bleibe und die Verlegerkammer ebenfalls an ihren Grundsätzen festhalte. Dann gäbe es doch keine andere Möglichkeit, als in gemeinschaftlicher Beratung in der Haupt versammlung einen Ausgleich zu schaffen, also sich um eine Verständigung zu bemühen, nur datz sie schwieriger sei als heute, wo diese Möglichkeit im Verband und anderwärts bereits hin reichend gegeben sei. Mit dem Kopf durch die Wand könne weder die Gilde, noch der Deutsche Verlegerverein, viel mehr müßten am Verhandlungstisch durch Nachgeben hüben und Entgegenkommen drüben sich notwendig machende neue Grundlagen für zweckmäßige Zusammenarbeit geschaffen werden. Auch in anderen Berufsgruppen suche man Interessen gegensätze auf diese Weise auszugleichen und werde auf diesen Weg schon deswegen gedrängt, weil die Not der Zeit wenn nicht zu einer Zwangswirtschaft, so doch zu einer Planwirt schaft im Sinne von Wissest und Möllendorff führen werde, deren Notwendigkeit er schon lange vor Bekanntgabe der sie vertretenden Programme erkannt habe. Herr Nitschmann erklärte sich gleichfalls gegen den Antrag Or. Springer und Genossen. Nicht, wie er bemerkte, aus der Furcht heraus, der Verlag könne trotz seiner Minderheit «in gewaltiges Übergewicht über das Sortiment gewinnen, sondern weil das, was die Antragsteller wünschten, heute bereits durch die Möglichkeit von Beratungen innerhalb des Deutschen Ver legervereins und der Sortimenterorganisation gegeben sei. Bei den auf Anregung der Gilde seit zwei Jahren ins Leben ge rufenen gemeinsamen Beratungen mit dem Deutschen Verleger- Verein habe sich dieser allerdings stets schroff ablehnend Ver halten. Anscheinend bestehe beim Deutschen Verlegerverein gar nicht das Bedürfnis, sich mit dem Sortiment zu verständigen, was auch daraus hervorgehe, datz er bei diesen Verhandlungen nicht vertreten sei. Würden die beiden Kammern gebildet und kämen überein, bestimmte Anträge gutzuheitzen, so wäre eine Beratung innerhalb des Rahmens des Börsenvereins überflüssig. Lasse sich dagegen eine Übereinstimmung nicht ermöglichen, so siele der Antrag einfach unter den Tisch. Wenn von Herrn vr. Siebeck auf die Annahme der Anträge Nnschmann und Ge nossin durch den Deutschen Verlegerverein hingewiesen worden sei, so dürfe nicht vergessen weiden, daß sich der Deutsche Ver legerverein zunächst einmal innerhalb seines Kreises gegen diese Anträge ausgesprochen habe und es erst in der Hauptversamm lung gelungen sei, auch Verleger dafür zu gewinnen. Wie daraus hervorgehe, seien auch innerhalb des Deutschen Ver- legervereins verschiedene Strömungen vorhanden und die An schauungen keineswegs so einheitlich, wie man das glauben zu machen suche. Wenn die Schaffung einer Verleger- und Sorti menterkammer auch keine Sprengung des Börsenvereins herbei führen würde, so wäre doch dessen Lahmlegung und die der Hauptversammlung zu befürchten. Kröner, der große Organi sator des Börsenvereins, habe mit Recht immer aus eine Ver ständigung der beiden Gruppen hingearbeitet, ein Ziel, von dem man sich leider in den letzten zehn oder zwanzig Jahren oft entfernt habe. Sei bei Verlag und Sortiment der gute Wille, sich zu verständigen, vorhanden, so könne diese Absicht auch im Rahmen der bisherigen Organisation erreicht werden, da der Deutsche Verlegerverein die Gilde immer auf seiner Seite finden werde, wenn ernstlich eine Gemeinschaftsarbeit erstrebt werde. In seinem Schlußwort führte Herr Or. Siebeck aus, datz er von vornherein mit Rücksicht auf seine mangelnde Erfahrung in Vereinssachcn Bedenken getragen habe, die Vertretung des Antrags zu übernehmen, und diese Bedenken nicht geringer ge worden seien, als er gehört habe, daß Herr Hartmann-Elber- feld das Korreferat zu diesem Punkte erstatten werde. Gleich wohl freue er sich über das Ergebnis der Erörterungen, da keinen Augenblick die gute Absicht der Antragsteller in Zweifel gezogen worden sei. Seien doch auch die Beweggründe des von ihm vertretenen Antrags Or. Springer und Genossen, wie er das ausgefllhrt habe, auf nichts anderes als auf eine Verständigung mit dem Sortiment gerichtet. Ein Miß verständnis liege insofern vor, als die Kammer, wie vielfach angenommen werde, nicht als dauernde Ein richtung gedacht sei, sondern nur zusammentreten solle, wenn bestimmte, näher bezeichnete Punkte zu erörtern seien, sodatz Jahre vergehen könnten, ohne datz die Kammer einbe rufen zu werden brauche. Was jetzt vorhanden sei, decke sich nicht mit der Absicht der Antragsteller, da den Beratungen des Ver- legervereins und des Verbandes die satzungsgemätze Grundlage fehle. Gerade heute seien so wertvolle Gesichtspunkte für die Neugestaltung der buchhändlerischen Organisation vorgebracht worden, datz von der gefürchteten Stagnation im Vereinslebeir auch bei Einführung des Zweikammersystems nicht die Rede sein könne. Der Wunsch, den Deutschen Verlegerverein bei diesen Versammlungen vertreten zu sehen, beweise doch, datz dieser und die Sortimenterorganisation ein gewisses Vetorecht haben und Garantien vorhanden sein müßten, daß ihr wohlüber legter Standpunkt in der Kantatehauptversammlung nicht den Zufällen eines Mehrheitsbeschlusses ausgesetzt werde. An der Organisation des Börsenvereins werde nicht das Geringste durch diese Kammern geändert, da sie sich ja nur jeweils auf die Beratung ganz bestimmter, engbegrenzter Punkte beschränkten, nach deren Erledigung sie wieder zu verschwinden hätten. Er könne daher auch nicht anerkennen, daß durch diese Einrichtung zweierlei Recht für Mitglieder geschaffen und der Börsenverein durch sie lahmgclcgt werde. Betonte Herr Or. Siebeck am Schluß seiner Ausführungen nochmals, datz die Gefahr einer Stagnation nicht vorliege, da dem Börsenverein noch genug Arbeit übrig bleibe, auch wenn ihm ein Teil durch dieses Zweikammersystem abgenommen werde, so beharrte Herr Bernhard Hartmann in seiner Erwiderung auf dem Standpunkte, daß gerade in dieser Gefahr der Hauptgrund seiner ablehnenden Haltung liege. Seit 40 Jahren im öffent lichen Leben stehend, sei er der Überzeugung, daß der Kampf der Vater jedes Fortschritts sei und bleibe, und daß es ohne Kamps keine Entwicklung gäbe. Deshalb dürfe im Vereinsleben die frische Farbe der Entschließung nicht verloren gehen, müsse in MI
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