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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 29.07.1919
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1919-07-29
- Erscheinungsdatum
- 29.07.1919
- Sprache
- Deutsch
- Sammlungen
- Saxonica
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>s 158, 2». JuN 1919. Redaktioneller Teil. Idruckten, die unser besonderes Interesse beanspruchen, wenn das auch nur ein platonisches sein darf, so der Jo achtmus Vadianus (Wien: Singriener 1515. 4°): der V e r a r d u s : »s iasulls in Mari Inckico nupsr wvsatis (Basel: Bergmann von Olpe 1494. 4") und die verschiedenen Bücher von Amerigo Vespucci: dlwräus novns (Augsburg: Johann Otmar 1594. bürg: Matthias Hüpsüff 1505. 4°); Von der neu gefundenen Region (Nürnberg: Wolfgang Huber um 1505. 4°); Von der neuen Welt (Stratzburg: Grüninger 1509. 4") und Reue unbe kannt Lande (Nürnberg: Georg Stuchs 1508. 2"), denen sich noch eine ganze Anzahl anderer ohne Ort und ohne Jahr und in anderen Ländern und anderen Sprachen gedruckter Ausgaben gesellen. Binnen kurzem soll von Se hmour de Ricci, der durch ^seinc bibliographischen Arbeiten weithin vorteilhaft bekannt ist, i^jans äs z-lar-snes» (Mainz: Gutenbcrg-Gcsellschaft 1911), ein dibUoArapli>-« erscheinen. Der Verleger ist G. D. Smith in View Uork. Ganz besonders werden darin die großen ameri kanischen Sammlungen behandelt werden, wie die von I. P. Morgan, H. E. Huntingdon, W. A. White u. a. : größere Selten heiten sollen einzeln, auch ihrer Herkunft nach beschrieben wer den, und es wird von de» Preisen die Rede sein, zu denen sie verkauft und erworben worden sind. Das verspricht, ein sehr anziehendes Buch zu werden. Berlin-Wilmersdorf. Philipp Rath. Lartfverhandlungen im Leipziger Buchhandel. Eine außerordentliche gemeinsame Hauptversammlung der ^rei Ortsgruppen Leipzig des Arbeitgeberverbandes >er Deutschen Buchhändler am Freitag, den 18. Juli !>9t9, beschäftigte sich mit den nach Kündigung der mit Ende Zuli ablaufendcn Tarife der Markthelfer und Gehilfen von bei den Seiten gemachten Vorschlägen. Seitens der Markthclfer war der Abschluß eines Ein heitstarifs im Handelsgewcrbe Leipzigs gewünscht worden. Materiell sollten die Lohnsätze eine Erhöhung um 50 bis nahezu 100"<> erfahren. Diese Forderungen wurden als Mindestforde rungen bezeichnet. Die Versammlung stellte sich demgegenüber Huf den Standpunkt, daß die Eigenart des Leipziger Buchhandels den Abschluß eines Einheitstarifs verbiete, und daß, da die Forderungen den Charakter eines Ultimatums trügen, anderer- eits die geschäftliche Lage des Leipziger Buchhandels nicht ge statte, auf diese einzugehen, sie eine geeignete Grundlage für Verhandlungen nicht böten. Seitens der Gehilfen lagen zwei Vorschläge vor, der sine von dem Angestelltenvcrband des Buchhandels usw. Eule n,d dem Zentralvcrband der Handlungsgehilfen, der andere von dem Allgemeinen Deutschen Buchhandlungsgehilfenverband, dem Buchhandlungsgehilfenverein zu Leipzig, der Deutsch- llationalen Buchhandlungsgchilfenschaft und dem Verband der ociblichen Handels- und Bureau-Angestellten. Die Versamm lung nahm ihnen gegenüber den Standpunkt ein, daß die Ange stellten nicht nach verschiedenen Tarifen, je nach Zugehörigkeit m einem Verband beschäftigt und entlohnt werden könnten, und haß es darum nicht eher möglich sei, in Verhandlungen einzu- rcten, bevor nicht die Verbände sich über gemeinsame Vorschläge 'erständigt hätten. Zu den vorgclcgtcn war deshalb nur eine vorläufige Stellungnahme mögtich, die sich darauf beschränken onntc, fcstzustcllen, daß die gestellten Forderungen in materieller Hinsicht so weit über das, was der Leipziger Buchhandel zu leisten hermag, hinausgingen und in arbeitspotitischer Beziehung so ehr der gesetzmäßigen Entwicklung Vorgriffen, daß ein neuer gemeinsamer Tarif-Vorschlag, wenn er etwa auf ähnlicher Grundlage stehen sollte, keine Unterlage für eine anssichtsvolle Pcrhandlung bieten würde. Es wurde darauf hingewicsen, daß schon anläßlich der Verhandlungen über den laufenden Tarif wiederholt und nachdrücklichst seitens der Arbeitgeber geltend gemacht worden ist, daß der Leipziger Buchhandel nicht in der Lage ist, auf die Dauer die zurzeit übernommenen Lasten zu tragen. ES wurde ferner aus die bekannten Vorgänge am Leip ziger Platze hingewiesen, die die Richtigkeit dieser Ansfassung der Lage voll bestätigten. Es wäre ja darum auch im Tarif selbst ein Abbau der Gehälter in Aussicht genommen, der durch die Zeitlage jedenfalls gerechtfertigter erschiene, als die in den Tarifen geforderten Erhöhungen. Diese Stellungnahme ist bei etwas näherer Prüfung der Forderungen durchaus begreiflich. In arbeitspolitischer Hinsicht wird die Einrichtung von Be triebsräten gefordert, die bei Einstellungen, Entlassungen, Be förderungen und allen sonstigen die Arbeitsverhältnissc betreffen den Fragen in Gemeinschaft mit den Arbeitgebern gleichberech tigt mitzubcstimmen haben würden. Auf deren Wunsch sollten ferner die Vertreter der Angestellten-Dcrbände an allen Sitzun gen der Angestelltenvertretungen, Betriebsversammlungen, Ver handlungen der Angestellten mit den Arbeitgebern usw. hinzu- gczogen werden. Alle aus der Vereinbarung oder durch Ab änderung bestehender Gesetze und Bestimmungen entstehenden Streitigkeiten soll der Betriebsrat regeln (!). In der Zeit, wo die Überzeugung immer allgemeiner wird, daß nur Arbeit Deutschland wieder emporfllhrcn kann, wird eine .Herabsetzung der Arbeit auf 48 und in dem zweiten Vorschlag sogar auf 43>4, Stunden in der Woche gefordert: dazu tritt eine Erweiterung des Urlaubs bis zu vier Wochen. Materiell würde schon diese Verkürzung der Arbeitszeit eine 10°/»ige Erhöhung der Gehaltsausgaben bedeuten. Als weitere materielle Forderung werden von der einen Seite die Tragung der Stenern des Jahres 1919, von der an deren eine Wirtschaftsbcihilfe in der Höhe des Anderthalb fachen des neuen Monatsgehalts gefordert. Was die Gehälter selbst anlangt, so sollen die Sätzc für Lehrlinge und Jugendliche um 50 und 68"///° erhöht werden: für die älteren Angestellten ist ein unmittelbarer Vergleich nicht möglich, da beide Tarife eine vollständig neue Einteilung vor sehen. Charakterisiert werden die Vorschläge dadurch, daß z. B. gefordert werden: für schematische und mechanische Arbeiten (Lageristen, Maschincnschreibcr, Zetlclsorticrcr u. dgl.j ./( 210. bis .(( 360.- bzw. /( 300.- dis ./( 375.-, für Ansliefcrer, Stenothpistcn, Sortimcntsgchilfen .// 275.— bis .X 460. bzw. ./( 350.— bis 425.—, für Buchhalter u. dgl. 300. bis ../( 560.- bzw. 400.- bis ./( 550.-. Ob diese Vorschläge wirlich ernsthaft gemeint sind, muß fraglich erscheinen der Tatsache gegenüber, daß nach dem einen Vorschlag mit Eintritt in das >8. Lebensjahr das Gehalt von .(/ 120.— auf .,/( 300.— (Zcttclsorticrer) oder auf ./( 350 — (Ausliefercr, Stenotypistenj auf einmal steigen würde. Ist also eine Vergleichung der Sätze mit den jetzigen nicht möglich, so ergibt ein ungefähres Bild der Belastung, die den einzelnen Betrieben entstehen würde, eine Aufstellung für die Vcrcinsrichtungen des Leipziger Vereins. Danach würden sich die Löhne erhöhen von ,/( 88.088 um 51.428 auf 149.516, die Gehälter nach dem einen Vorschlag von .// 31.410 um 13.122 auf 44.532, nach dem andern um 33.750 auf 65.160. Löhne und Gehälter würden von .// 119.498 auf 194.048 bzw. 214.676 steigen, was also eine Mehrbelastung von etwa 100"l, darstellen würde. Für zwei Betriebe des Zwischenhandels ist fcstgestellt, daß sich die Erhöhung hier ebenfalls auf über 100 und 122 bzw. 61 und 80"° belaufen würde; für den einen würde sich die Mehr belastung nach dem einen Vorschlag auf über 200 000, nach dem andern auf über .// 350 000 stellen bei einem Personal von 123 Personen. Demgegenüber ist cs Wohl begreiflich, daß die Versamm lung auch materiell die Vorschläge als ungeeignet bczeichnete, um als Grundlage für eine Neugestaltung der Gchaltsregclnng zu. dienen. 641
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