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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 29.09.1919
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1919-09-29
- Erscheinungsdatum
- 29.09.1919
- Sprache
- Deutsch
- Sammlungen
- Saxonica
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- ZeitungBörsenblatt für den deutschen Buchhandel
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Redaktioneller Teil. 212, 29. September 1919. Leipzig nicht einzulösen, vielmehr direkt zu zahlen, belasten die Buch-I Haltungs-Abteilungen der Verlagsbetricbe in nicht geringem Maße und dies umsomehr, als diese Erklärungen durchaus nicht einheitlich sind/ sondern im Gegenteil mit Bezug auf die Höchstgrenzen der in Leipzig zu erhebenden Betrüge und die Art der Regelung der darüber hinaus gehenden Beträge wesentlich von einander abweichen. So gern auch der Verlag jede Spesenersparnis b-egrüßt, so kann er sich im Inter esse eines geordneten Geschäftsganges zur Berücksichtigung dieser Sor- timentercrklärungcn nicht verpflichten, sondern sich nur lediglich an seine eigenen Lieferungsbedingungen Hallen. Zur Erreichung des vom Sortiment erstrebten Zieles empfiehlt sich Voreinsendung der Beträge, die in den meisten Fällen im voraus ausgerechnet werden können. Außerdem wird der Verlag auch durch Eröffnung von Vierteljahr- oder Monats-Barkonten entgegenkommen können. Zu der gleichen Frage erhält der Deutsche Verlegerverein von einem Vvrstandsmngliede die nachstehend zusammengefaßtcn Anre gungen: Infolge Saumseligkeit oder Arbeitsüberhäufung im Sortiment geschieht die auf den Bestellzetteln angekündigte direkte Zahlung sehr -oft nicht nur nicht »Sofort nach Empfang«, sondern überhaupt erst nach ein- oder mehrfacher Mahnung und daran anschließendem, meist un erquicklichem Briefwechsel. Dies nötigt Auslieferung und Buchhaltung der Verleger zu ständiger, zeitraubender Kontrolle. Ter von einigen Verlegern dafür gefundene Ausweg der Nachnahme-Sendungen bietet auch keine sichere Abwehr, da hier, wenn auch in geringem Maß stabe, mit der Nichteinlösung solcher Sendungen und der Entrüstung besonders empfindlicher Sortimenter gerechnet werden muß. Ter Verlegerverein könnte hierin dadurch Wandel schaffen, daß er an sämtliche Sortimenter die Anfrage richtet, ob sie die Verpflichtung ei-ngehen wollen, für Bestellungen der gekennzeichneten Art, also Bar bestellungen mit dem Vermerk: »Betrag folgt sofort nach Empfang«, den Fakturenbetrag innerhalb 19 Tagen nach Eingang der Sendung kostenlos dem sendenden Verleger zu überweisen. Alle Firmen, die diese Verpflichtung nicht eingehen, werden in der Kreditliste durch ein besonderes Zeichen kenntlich gemacht. Firmen, welche der Verpflichtung nicht Nachkommen, werden der Geschäftsstelle gemeldet und in den Mit teilungen bekannt gemacht. Die Folge der Bekanntmachung ist, daß diesen Firmen nur noch unter Nachnahme geliefert wird. Eine ent sprechende Änderung der Verkehrsordnung wäre zur nächsten Oster meise zu beantragen, wonach der Verleger berechtigt ist, denjenigen Firmen, welche ihrer Zusage, den Betrag bar bestellter Sendungen sofort nach Empfang auzuweisen, nicht Nachkommen, nun nur noch unter Nachnahme zu liefern. Es ist selbstverständlich, daß die Angabe in den »Mitteilungen« nur auf Grund der der Geschäftsstelle vorzulegenden Belegstücke erfolgen darf, ähnlich wie bei den Mitteilungen über nicht ein ge löste Barfakturen. Bis zur Beschlußfassung und Ausführung der vorgeschlagenen Be stimmungen empfiehlt sich schon jetzt der folgende Aufdruck mittels Stempels auf den Fakturen über direkte Sendungen: »Falls Betrag von ^ . . . nicht bis zum ... in meinen Händen, erhebe ich ihn durch Post-Nachnahme und erwarte pünktliche Einlösung.« Biichcrbettcl oder Büchcrschwindel? — Ein Herr Or. K. Hoefke in Philippsthal an der Werra wandte sich wiederholt an die Firma Winkelmann L Söhne, Berlin, mit dem Ersuchen um »unberechnete und portofreie Lieferung für das hiesige Realgymnasium zwecks Prüfung« von 5 Schulbüchern. Laut Auskunft der »Staatlichen Auskunftstelle für Schulwesen« in Berlin gibt es in Philippsthal weder ein Realgymna sium noch eine private Unterichtsanstalt mit ähnlichem Aufbau. Also Vorsicht! (»Mitteilungen des Deutschen Verlegervereins« Nr. 396 vom 27. Sept. 1919.) Gegen die Jnscratensteuer. — Der Verein Deutscher Zeitungs verleger hat an den Neichsfinanzminister Erzberger nachstehende Drah tung gerichtet: Da es Ew. Exzellenz am 24. d. M. leider unmöglich war, die Unterzeichneten zu empfangen, legen wir hierdurch im Namen des Vereins Deutscher Zeitungsverleger noch einmal nachdrücklichst Protest ein gegen den Plan einer Sonderbestencrung des Anzeigen teils der deutschen Zeitungen. Eine solche Ausnahmebesteuernng stellt eine schwere Ungerechtigkeit dar und würde die schon von wirtschaft lichen Lasten stark bedrohten Zeitungen auf das empfindlichste treffen und zugleich durch Abwanderung der Anzeigen in den redaktionellen Teil die bisherige Integrität der deutschen Zeitungen auf das schwerste gefährden. Der durch die Sonderbesteuerung unvermeidlich eintretende Zusammenbruch vieler deutscher Zeitungen würde überdies eminente Interessen der Allgemeinheit aufs tiefste berühren. Eine »Bismarck-Hochschule zur Durchbildung des völkischen Be-" wußtseins«. — In Dresden wurde die Deutsche Volkshochschul-Ge- j wußtseins zu schaffen. Zum Vorsitzenden wurde Or. Max Mauren- ! brccher-Dresden gewählt. Maßnahmen zum Schutze der Bücher in Riga. — Aus Riga wird gemeldet: Die von den Bolschewiken zusammengeschleppten Bücher be- j finden sich unter der Aufsicht der Nückführungskommission. Fetzt sind alle Sammlungen von kulturellem Wert den Vertretern des Bildungs- ministcriums in dieser Kommission unterstellt worden. Um den Bücherschutz außerhalb Rigas zu gewährleisten, sind in den Kreise» Wenden, Wolmar und Walk Vertreter des Bildungsministeriums ab- kommanöiert worden. In Wenden, Wolmar, Smilten, Marienburg und Seßwegen haben sie bereits ihre Arbeit begonnen. Ihre Aufgabe lst es, für den Schutz von Büchereien, Kunst- und anderen Sammlun gen an Ort und Stelle zu sorgen. In den Gegenden, wo Militär durchgezogen ist, sind die Bücher völlig vernichtet. Ta in den an der Front gelegenen Gebieten das Vernichten der Bücher andauert und keine Möglichkeit besteht, die selben zu schützen, wird den Bevollmächtigten der Auftrag erteilt, sie zu evakuieren. Gcbührenändcrung im Postvcrkehr mit dem Auslände. — Gleich zeitig mit der am 1. Oktober 1919 erfolgenden Gebührenerhöhung im inneren deutschen Postvcrkehr treten auch verschiedene Gebührcnände- rungen im Postverkehr mit dem Ausland ein. Für Briefsendungen nach Deutsch-Österreich, Luxemburg, der Tschecho-Slowakei und Ungarn gelten künftig die inneren deutschen Gebührensätze. Nach dem übrigen Auslande werden die Gebühren für Briefe bis 20 Gramm auf 30 Pfg. und für jede weiteren 20 Gramm auf 20 Pfg., ferner die Gebühr für Postkarten auf 15 Pfg., die Mindestgebühr für Geschäftspapiere auf 30 Pfg. und die Mindcstgebühr für Warenproben auf 20 Pfg. erhöht. Auch für Briefe und Kästchen mit Wertangabe sowie für Postpakete und Postfrachtstücke nach dem Auslande tritt eine Erhöhung der Gebühren ein. Personalnachrichteil. Heinrich Bruns s. — Am 24. September ist in Leipzig Geheimrat Professor I)r. Heinrich Bruns, Ordinarius für Astronomie und Direk tor der Sternwarte an der Leipziger Universität, im Alker von 71 Jahren nach kurzer Krankheit gestorben. Literarisch ist der Verstor bene mit nachstehenden größeren Arbeiten hervorgetreten: »Grund linien des wissenschaftlichen Rechnens« (1903), »Wahrscheinlichkeits rechnung und Kollektivmaßlchre« (1900), denen Klarheit und Reichtum der Gedanken nachgerühmt werden. Ernennung. — I. Napa*), Mitinhaber der Buchhandlung A. Walther, I. Nappa L Co. in Riga, wurde zum Direktor des Kredildepartements im lettischen Finanz-, Handels- und Industrie- Ministerium ernannt. F. W. ^ Sprechsaal. ^ Nochmals „Da» erotische Buch diese» Jahres". <Vgl. Nr. 188, 178 u. LV6.> Ich bin alt genug geworden, um ohne Prüderie wirkliche, auch derb erotische Kunst für Geschichte und Wissenschaft gelten zu lassen. Nur wird oft ein künstlerisches Mäntelchen für Pikanterien benutzt und da mit rein geschäftliche Gewinnsucht zu verdecken gesucht. Herrn Georg Müller Verlag leiten »moralische Gesichtspunkte«, wie er in seiner Erwiderung in Nr. 206 sagt, und »zart besaitete Gemüter« mögen seine Ankündigungen »mit Vorsicht genießen«. Gut, auch ich gehöre in man cher Beziehung zu den zartbesaiteten Gemütern, die an literarischen Er zeugnissen Anstoß nehmen, die geeignet sind, Lüsternheit zu erregen. Darmstadt. O t t o C a r i u s i. Fa. Carl Köhler Buchhdlg. °) Im Lettischen erhält der Name nur ein p. Verantwortlicher Redakteur: Emil Th v »i a S. - Verlag: Ter Bdrsenveretn der Deutschen Buchhändler zu Leipzig, Deutsches Buchhändlcrhaus. Bruck: R a ,n m L s c e m a n u. ^amtlich in Leipzig. Adresse der Redaktion und Expedition: Leipzig, Gerichtsweg 2U (BuchhändlerhauS).
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