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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 22.07.1919
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1919-07-22
- Erscheinungsdatum
- 22.07.1919
- Sprache
- Deutsch
- Sammlungen
- Saxonica
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153, 22. Juli 1919. Redaktioneller Teil. Das Lejcbcdürfnis, das durch die Verbreitung guter Lektüre wäh rend des Krieges in den weitesten Kreisen angeregt worben ist, wird voraussichtlich die Benutzung der Leihbücherei mehr als bisher fördern. Ter christliche Buchhandel hat sich der Leihbücherei bis jetzt in, grosse» und ganze» serngehalten. ES wäre zu erwägen, ob man nicht auch den Versuch machen sollte, gute Leihbüchereien cinzurichtcn, die die christliche Literatur in erster Linie berücksichtigen und so den christ lichen Kreisen Gelegenheit geben, auch christliche Bücher leihweise zu erhalten. Die neue Zeit hat der VolkShochfchnlbewegung freie Bahn ge macht. Nicht nur bei der Negierung, sondern auch in den verschie densten Kreisen der Freunde für Volksbildung schlägt der Volkshoch- schulgedanke Wurzel. Der Wunsch, diese Arbeit nicht ganz den christ lich neutralen oder gar scindlichen Männern zu überlassen, führte zur Gründung einer evangelischen Mittclstcllc für Volkshochschulen in, An schluss an die Einrichtungen des Pressevcrbandes. Als eines ihrer ersten praktischen Ergebnisse in Groß-Berlin hat diese Mittclstclle die Gründung einer Volkshochschule des Südwcstens ans deutsch-evan gelischer Grundlage beschlossen. Diese Volkshochschule soll im Geiste des genialen Schöpfers der dänischen Volkshochschulen, Krunbtvig, »aber so, wie sie inzwischen ans deutschem Boden heimisch geworden ist und den deutschen Lcbensnotwendigkcitcn entspricht, geleitet wer den. Nicht um vieles Wissen handelt es sich, sondern darum, daß der einzelne mit beiden Füßen auf dem Boden der Wirklichkeit stehen und erfassen lernt, daß er entsprossen ist dem Mutterboben des eigenen Volkstums und der Heimat«. Diese Volkshochschnlbewcgung stellt uns evangelischen Buchhändlern neue, große Aufgaben. Wir müssen uns in den Dienst der Sache stellen und versuchen, nnscrdn Einfluß in die Wagschale zu werfen. Es wird auch an wirtschaftlichen Früchten dann für uns nicht fehlen. Diese großen und wichtigen Aufgaben, die der evangelische Buch handel in der neuen Zeit zu erfüllen hat, machen es seinen Ange hörigen zur Pflicht, sich eng zusammenzuschließcn, gemeinsam die Be lange des christlichen Buchhandels zu fördern und in treuer Mit- und Füreinandcrarbeit sich gegenseitig zu stützen. Der Verband Evan gelischer Buchhändler hat seit nunmehr fast 25 Jahren versucht, Bande treuer Gemeinschaft um die Glieder des evangelischen Buchhandels zu schließen. Ihm erwachsen auch in der neuen Zeit wichtige Auf gaben, die er nur erfüllen kann, wenn die Standesgenosse» sich um sein Banner scharen. Fragen wie die einer Wicdcrverkäufcrordnnng für den christlichen Buchhandel sind nur durch Zusammenschluß der betref fenden Kreise zu lösen. Die Heranbildung unseres Nachwuchses er fordert gemeinsame Arbeit. Der Krieg hat leider Pläne, die in dieser Beziehung schon fast bis zur Verwirklichung herangereist waren, zum Scheitern gebracht. Wie Sie sich erinnern werden, war für September 1914 in Bethel ein »Ferienkursus für Lehrlinge und Gehilfen des evangelischen Buchhandels« geplant. Eine ausführliche Arbeitsordnung mit zahlreichen fachwissenschastlichcn Referaten war ausgcarbeitct und eine ganze Reihe tüchtiger Referenten gewonnen. Es wird Aufgabe des'Verbandes sein, dieses Vorhaben sobald als irgend möglich wieder aufzunehmen und zu verwirklichen. Bietet der »Christliche Bllcherschatz« seit vielen Jahren dem evan gelischen Buchhandel ein vortreffliches Hilfsmittel für seine Arbeit, so fehlte vielen Kollegen doch die Möglichkeit, sich über diejenige Lite ratur, die über den engeren Rahmen des christlichen Schrifttums hin- ausgcht, sich aber dennoch für den Vertrieb auch im christlichen Sorti ment eignet, schnell und sicher zu orientieren. Es erscheint daher wichtig, eine »Mittelstclle für Buchkritik« zu schassen, die von allen Kollegen beschickt wird. Jeder Kollege liest gern und viel, der eine dies, der andere jenes Buch. Ohne Mühe bringt er nach der Durchsicht eines Buches in wenigen Zeilen seine Ansicht zu Papier, sendet sie der Mittelstclle ein. Diese sammelt diese Beurteilungen und gibt sie den Vcrbandsmitglicdern bekannt, die aus diesen Urteilen ermessen könne», ob sich das betreffende Buch für den Vertrieb in ihrem Sortiment eignet. Diese und andere Bedürfnisse führen zu dem Wunsche, für unsere Berbandsmitgliedcr in regelmäßigen Abständen erscheinende »Mitteilungen« seitens des Verbandes herauszugeben, die alle sür den evangelischen Buchhandel wichtige« Fragen besprechen und außer dem ei» gemeinsames Band um die Mitglieder schlingen können. Schwer liegt die Sorge um die Zukunft unseres Standes, unserer Volkswirtschaft und unseres Volkes auf uns. Noch immer steigt dunkler und finsterer werdendes Gewölk am Himmel empor. Ernst und trübe liegt die Zukunft vor uns. Hat die Rot der Zeit uns äußerlich auch noch nicht allzu wund gedrückt, so kann sich doch auch die wirtschaftliche Lage des Buchhandels bedenklich ändern, wenn die notwendigsten Lebensbedürfnisse alle Mittel beanspruchen und mit dem Frieden wieder Waren ins Land kommen. Antichristlichc Mächte können uns Christen bald genug in schwere Gewissens- und llber- zeugungsnöte stürzen, da giit es, auf dem Plane zu sein, sich erfüllen zu lassen von dein Geist aus der Höhe, den mir christlichen Buch händler durch unsere Arbeit auszubreiten u»S angelegen sein lasse», und selbst zu gefestigten christlichen Persönlichkeiten heranzureisen, die ihrem Gott getreu in aller Not und Gefahr mit Martin Luther sprechen: Nehmen sie uns den Leib, Gut, Ehr, Kind und Weib, Laß fahren dahin, sie haben's kein Gewinn, Das Reich muß uns doch bleiben I Kleine Mitteilungen. Gottfried Keller-Jubiläum. — In Ergänzung seines Artikels in Ni. 139 d. Bbl. schreibt uns Herr Professor Adolf Bartels: Die neue K e l l e r a u s g a b e, auf die ich in meinem Jubilänmsaufsatz hin wies, ist nun im Cottaschen Verlag erschienen. Aber es ist keine billige, keine Volksausgabe geworden, wie ich glaubte, sondern ein Jubi läumsausgabe getaufter Ersatz für die alte Originalausgabe in zehn Bänden im selben Umfang und in derselben Anordnung, zu, wie die Dinge heute liegen, immer noch mäßigem Preise, 55 statt der 38 vor dem Kriege. Der Text ist nach Erklärung der Verlagshandlung von den im Laufe der Jahre eingedrungenen Fehlern sorgfältig ge reinigt: Fritz Hunziker hat Band 1—3, Emil Ermatinger Band 4—10 durchgesehen und überall den Abdruck der jeweiligen Ausgabe letzter Hand wicderhergestellt. Neu hinzugekommen ist eine 28 Seiten um fassende Einleitung von Emil Ermatinger, die Kellers Leben und Schaffen großzügig darstellt. — In dem Vorwort stellt der Verlag noch eine kritische Gesamtausgabe in Aussicht, in die denn wohl auch die »Nachgelassenen Schriften« Aufnahme finden werden. Hoffentlich folgt auch noch, wenn die Umstünde wieder günstiger werden, die Volkse ausgabe: Keller kann die weitesten Kreise erobern, aber mehr als höchstens 20 ./i dürfen seine Werke dann nicht kosten. Zum Verkehr mit Tirol (vgl. Bbl. 141). — Für den Verkehr dahin ist zu beachten, daß Südtirol, vom Brenner an südlich, von allem Verkehr so gut wie abgeschnittcn ist. Ein Meraner Buch händler klagt beweglich, daß das im deutschen Buchhandel zu wenig beachtet wird: »Wir Dcutschsüdtiroler im besetzten Gebiet sind .ein gesperrt', keine Post oder Fracht geht über den Brenner hinaus, keine kommt herein; ein kläglicher Verkehr ist nur über Mailand und die Schweiz möglich. Die Herren Verleger in Deutschland und Öster reich sollten uns nicht wegen Nemittcnden, Saldi, Einlösung von Barfat'tureu drangsalieren, wir lieben die Ordnung, zahlen gern trotz unserer schweren geschäftlichen Schädigung, aber fesselfrei müssen wir sein.« Nach Nordtirol dagegen ist der Verkehr frei. Eine Inns brucker Firma schreibt: Deutsche Postämter weisen vielfach Sendungen nach »Tirol« mit der Begründung zurück, daß das Land besetzt und daher Sendungen unzulässig seien. Diese Nückweisung beruht auf einem Mißverständnis: Nur Südtirol (bis zum Brenner—Neschen- schcideck—Toblach) ist besetzt. Norötirol, insbesondere Innsbruck ist für jeden Verkehr frei. Bei den Postämtern ist daher unbedingt auf der Annahme von Sendungen nach Nordtirol zu bestehen. Zur Wiederaufnahme des deutsch-englischen Geschäftsverkehrs. — Zu der von deutschen Zeitungen kürzlich gebrachten Mitteilung, die englische Negierung habe gestattet, daß die in England befindlichen Filialen deutscher Firmen wieder eröffnet werden und der Prioat- telegramm- und Handelsverkehr zwischen den deutschen Handelshäusern und ihren englischen Filialen ungehindert vor sich gehen solle, wird dem »W. T. B.« von zuständiger Seite mitgeteilt: »Das Board of Trade« hat die Generallizenz wegen Post- und Telegrammverkehr mit dem unbesetzten Deutschland für erlaubte Geschäfte zugestanöen; da aber direkte Postverbindung noch nicht besteht, müssen sich die Interessenten der Vermittlung eines neutralen Landes bedienen. Die Generallizenz deckt anscheinend auch den Post- und Telegrammverkehr zwischen deutschen Firmen und ihren englischen Filialen oder Ver tretern. Derselbe unterliegt natürlich noch der englischen Zensur.« — Weiter meldet »Nieuwe van den Dag« aus London, die britische Negierung habe Lizenzen ausgegebcn, durch die die Wiederaufnahme des^ Handels mit Deutschland und deutschen Untertanen er möglicht wird. Verschiedene Artikel dürfen nicht aus Deutschland nach England eingeführt werden. Von der Entwurfs- und Moixstlmefje in Leipzig. — Die Tii'b- ivurfs- und Modellmesse in Leipzig, die in Verbindung mit der dies jährigen Frühjahrs-Mustermesse erstmalig als Versuch stattfanü, soll bekanntlich weiter ausgebant werden. Die nächste Entwurfs- und Moöellmesse wird zur Herbst-Mustermesse (vom 31. August bis 6. September) im Fcstsaal lind auf der Diele des Neuen Nathauses 619
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