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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 01.07.1919
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- 1919-07-01
- Erscheinungsdatum
- 01.07.1919
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135. I. Juli 1919. Redaktioneller Teil. I Führer durch das Schrifttum der Deutschen Sozialdemokratie von Ernst Drahn. Kl. 8°. 4» S. 191V, Verlag für Soztaltvissenschast, Berlin SW. 68, Lindenstr. 114. Preis geh. 1.25 M. Die SozialisiernngSfrage beherrscht heute Deutschland und bald Mlvis; die ganze Welt. Es ist daher jeder ernster am politischen und Wirtschaftlichen Leben Interessierte verpflichtet, sich mit den Problemen Wer sozialistischen Ideen sowie der sozialistischen Parteien anseinander- Wlsetzen. Das Studium der Geschichte, der Gegenwart und Zukunft Wer deutschen Sozialdemokratie, ihres Gedankenkreises, ihrer kulturellen Wirksamkeit und ihrer Entwicklungspläne breitet sich auch dauernd Weiter ans. Weiteste Kreise im Publikum und Buchhandel sind heute Dczwnngen, sich in der sozialistischen Literatur znrechtzusinden, sich in Die geistige Welt der Sozialdemokratie einznarbeiten. Täglich ersteht Deshalb eine zahllose Menge von sozialistischen Schriften, und es wird Dem Laien, als der der deutsche Bürger im großen und ganzen noch der Dizialistischen Ideenwelt gegeniibersteht, vollends unmöglich, sich in Diesem Wust von Broschüren und Büchern zurechtzufinden. Auch der Wuchhändler, wenn man von den Spezialisten absieht, muß jetzt allge- Dicin über die sozialistische Literatur orientiert sein, will er nicht wehr los dem anwachsenden Schwalle von Neuerscheinungen gegenüberstehen. Bisher fehlte cs an solchen Orienticrungsmitteln ja gewiß nicht. >)r. E. David hat einmal einen »Neferentenführcr« als Literaturver- Icichnis hcransgegeben, aber er ist vergriffen. Und das letzte Bücher- Rerzeichnis der Buchhandlung Vorwärts stammt aus dem Jahre 1913, Ist also veraltet, zudem auch vergriffen. Zn den großen Bibliographien Iwn Josef Stammhammer, Prof. Ör. G. Maas;, 1)r. G. Adler u. a. zu «reisen, kann man im praktischen Leben vom Buchhändler bei dem Ilmsang dieser rein wissenschaftlichen Werke kaum verlangen. Es Ivar also eine Lücke innerhalb der sozialdemokratischen Literatur vor handen. Sie wird durch das vorliegende Büchlein von Ernst Drahn, Der sich schon durch seine Schrift über den Buchhandel in der Sozial demokratie »Zur Entwicklung und Geschichte des sozialistischen Buch handels und der Arbeiterpresse« (Gautzsch bei Leipzig 1913) bekannt mcmacht hat, in bester Weise ansgefüllt. Ernst Drahn begeht glücklicherweise nicht den Fehler, alles restlos herzeichnen zu wollen, was nur je von Sozialisten verfaßt oder über ven Sozialismus geschrieben worden ist. Sein Bemühen ist vor allem Darauf gerichtet, eine Übersicht dessen znsammenznstellen, was durch Iden Buchhandel leicht erreichbar ist. Bei späteren Auflagen wäre es »wünschenswert, wenn auch stets der Umfang der angeführten Werke Angegeben würde. Zn verlangen, daß auch die Preise der Bücher notiert würden, geht nicht an, weil sie andauernd noch wechseln. Drahn hat wenigstens jedesmal die Ladenpreise bei Erscheinen des einzelnen Werkes angeführt und damit schon eine gute Handhabe für den Buch händler und Käufer geschaffen. Sehr vermisse ich noch am Schluß des Werkes ein genaues N a m e n s v e r z e i ch n i s: eine zweite Aus lage muß cs unbedingt bringen, da es fiir den Sortimenter und den Benutzer des Buches durchaus unentbehrlich ist. Ebenso würde ich Ernst Drahn raten, bei jedem Werke genau den Verlag zu nennen; dadurch würde die buchhändlcrische Arbeit doch auch sehr erleichtert. Mit der Einteilung des Stoffes und seiner Aufarbeitung kann man ganz einverstanden sein. Sie ist übersichtlich, gibt nicht bloß eine leere Aufzählung der Titel, sondern deutet auch in ein paar knappen Sätzen an, was man von dem einzelnen Werke zu erwarten hat, stellt deutlich die Hauptwerke der sozialdemokratischen Literatur voran, be schränkt sich nicht bloß auf Arbeiten der sozialdemokratischen Partei, sondern zieht die gesamte sozialistische Literatur in Betracht, den Kom munismus und Anarchismus cingeschlossen, und bleibt, was sehr wohl tuend berührt, stets sachlich, sodaß sich letzten Endes die genaue Durch sicht des Büchleins als eine knappgefaßte, objektive Einführung in die sozialistische Weltanschauung und die Geschichte der Sozialdemokratie erweist. Drahn geht von einer allgemein bibliographischen Orientierung ans, behandelt dann die Vorläufer des Sozialismus und die Utopisten, die Geschichte der Sozialdemokratie und die allgemeine Geschichte, zählt die sozialdemokratische Presse auf, stellt die Werke von und über Marx, Engels, Lassalle zusammen, sowie die Erscheinungen zur Sozialdemo kratie im Weltkriege, zur deutschen Revolution 1918, gibt einen Ein blick in die Einführungen in den wissenschaftlichen Sozialismus, in die Forderungen der Sozialdemokratix und sammelt die Werke, die inner halb der sozialistischen Anschauungen die Franenfragc, Philosophie, Religion, Naturwissenschaften, Medizin u. a. behandeln. Er ist hier nirgends engherzig, sondern ans der Kenntnis des ganzen Materials weiß er das wirklich Wertvolle zusammenzutragen. So hat das Büch lein denn wirkliches Lebensrccht innerhalb der vielen sozialistischen Schriften dieser Tage und wird auch dem wertvoll sein, der mit der Sozialdemokratie nicht einig geht, sich aber doch mit ihr zu beschäftigen hat. Dr. Hanns Martin Elster. Leipzig als Stätte der r iedung. Mü unter. stützung der sächsischen Siaalsregierung und der Leipziger Stadt- und Universttäisbehörden herausgcgeben durch Rektor und Senat der Universität Leipzig. (Stätten der Bildung, Bd. 1.) 8". 144 S, Berlin 191g, Furche-Verlag. Geheftet 7.50 ord. , Nirgends ist dem Deutschen die Bedeutung der Heimat deutlicher znm Bewusstsein gekommen als drausten im Felde. Deshalb war cs ein glücklicher Gedanke, ein Werk der vorliegenden Art den fern von der Lima cVlater kämpfenden Leipziger Studenten als Liebesgabe zu widmen. Ans solchem beabsichtigten »Grass» ist allerdings ein »Will kommen« geworden, nachdem die bekannten schwerwiegenden politische» Ereignisse dazwischengetreten waren. Gleichwohl werden alle diese Gabe, die sich durch besonders sorgfältige Bearbeitung und gute Aus stattung anSzeichnet, zu würdigen wissen. Was dem jungen Akademi ker die Stadt Leipzig zu erzählen und darzubictcn hat, wird von einer Reihe such- und fedcrkundiger Leute geschildert: Leipzigs Lage und Entwicklung von Josef Partsch, Leipzig in der Geschichte von Ernst >iroter, das heutige Stadtbild Leipzigs von Martin Wackernagcl, die Geschichte der Universität von Wilhelm Wnnbt, die Bangcschichtc der Universität von Franz Studniczka, der Leipziger Student von Rudolf Kittel, Stipendien und Wohlfahrtseinrichtnngcn der Universität Leip zig von Johannes Finde, die geisteswissenschaftlichen Institute der philosophischen Fakultät von Richard Hcinzc, die Institute der theologi schen und stilistischen Fakultät von Ludwig Jhmcls und Paul Koschakcr, die nainrwissciischastlichcn Institute der philosophischen Fakultät von Otto Wiener, die Institute der medizinischen Fakultät von Felix Mar- chand, die Panlinerkirche von Albert Hauck, der sonstige Knnstbcsib der Universität von Marti» Wackernagcl, das Antikcnmuscnin der Universität vo» Franz Stndnlczka, das Ägyptische Museum der Uni versität von Georg Stcindorsf, das Museum der bildenden Künste von Julius Vogel, das städtische Kunstgewerbemuseum vo» Mchard Graul, das Museum für Völkerkunde von Karl Wculc, das Stadigeschichtliche Museum von Friedrich Schulze, das literarische Lebe» Leipzigs in ver gangene» Jahrhunderten von Albert Köster, das Leipziger Theater von Friedrich Sccbrcchl, Leipzig als Musikstadt von Arnold Schering, die Büchereien Leipzigs von Eduard Zarncke, Buchhandel und Buch gewerbe In Leipzig von Arthur Meiner, Turnen und Sport in Leipzig von Hermann Knhr, Umgebung und Ausflüge von Engen Mögt. Lobend must auch der schöne und reichhaltige Dildschmnck des Buches hervorgehoben werde». Für den Buchhandel haben die Arbeiten von Zarncke und Meiner ein besonderes Interesse. Beweisen sie doch, wie sehr man auch in akademischen Kreisen die Bedeutung Leipzigs als Mittelpunkts des Buchhandels zu schätze» weis; und mit welcher Aufmerksamkeit man von dort ans die Fortschritte verfolgt, die geeignet sind, der alten Bnchhändlerstadt den Ruhm dieser Be sonderheit zu erhalten. ktscatvr. Kleine Mitteilungen. Jubiläen. — 60Jahre sind am 1. Juli verflossen, seit die Firma I. G r a v e u r's V c r l a g in Neiße als Verlagsfirma, getrennt von dem Sortimentsbctrieb, besteht, denn am 1. Juli 1869 verkaufte Joseph Graveur von seinem 1843 gegründeten Geschäft das Sortiment an Adolf Kiepert und behielt den Verlag als getrennte Firma für sich allein. Graveur starb im Frühjahr 1871 unerwartet schnell an den Blattern, und seine Frau verkaufte den Verlag noch in demselben Jahre an Herrn Gustav Ncnmann, der 1874 auch das Sortiment von Adolf Kiepert erwarb, das er 1910 wieder an Rudolf Wnttke abgab. Der Verlag hat sich nur in engen Grenzen gehalten und außer einigen militärischen Werken, Schulbüchern und Kommissionsartiteln vorzugs weise Werte von lokalem Inhalt gebracht. Auf denselben Zeitraum von 60 Jahren blickt ferner die Buch-, Kunst- und Musikalienhandlung Carl Hang in Mcscritz (Bez. Posen) zurück. Sie wurde als Filiale der Firma Volger L Klein in Lanösberg (Warthe) am 1. Juli 1869 gegründet. 1872 an A. Heß iibcrgegangen, kam sie am 1. April 1882 an Rudolf Wild, von dem sie am 1. Januar 1891 Herr Carl Hang erwarb. Das Geschäft betreibt außer den oben genannten Zweigen noch Papicrhandel und einen Schreibhestc-Verlag. Als 60jährige Jubilarin ist auch die Buchhandlung, Bnchdrnckerei und Verlagsbuchhandlung Heinrich Kröncr in Döbeln zu ver zeichnen, deren Gründer und Vorbcsitzcr leider nicht zu ermitteln waren. Ein halbes Jahrhundert im Besitz einer Familie ist am 1. Juli die Buchhandlung Alexander Köhler in Dresden, die 1846 von E. G. Lvhse gegründet und am 1. Juli 1869 von Alexander Köhler käuflich übernommen wurde. Dieser firmierte bis 1874 noch Lohse'sche 637
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