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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 01.07.1919
- Strukturtyp
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- 1919-07-01
- Erscheinungsdatum
- 01.07.1919
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- Deutsch
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Verkehr mit dem Auslande. (Vergl. Bbl. Nr. SS, 111, 118 u. 124.) II. Das in Nr. 111 des Börsenblattes veröffentlichte Ergebnis der Besprechungen der Deutschen Gesellschaft für Auslandsbuch' Handel, das auch jetzt noch Lieferungen in deutscher Währung zu deutschen Preisen und Bezugsbedingungen nach dem Aus lände empfiehlt und eine notwendige Berücksichtigung verän derter Verhältnisse als von verhängnisvoller Wirkung ansieht, dürfte doch Wohl kaum die Billigung aller beteiligten Kreise finden. Herr vr. H. Müller hat in seinen in Nr. 1IK veröffentlichten beachtenswerten Vorschlägen die Nachteile dieses Vorgehens beleuchtet, die allerdings weniger dem Verleger, der nur mit dem Absatz seiner Bücher rechnet, ins Auge fallen, aber um so mehr den Vertretern des deutschen internationalen Buchhandels. Ich glaube nun nicht, wie Herr vr. Müller, das; mit Fricdensschlutz eine Hochflut von Bestellungen über den deutschen Buchhandel hcreinbrcchen wird. Die nicht entsprechend erschwerten Aus- fuhrbedingungen und die Entwertung der Zahlungsmittel haben den dem deutschen Ausfuhrhandel winkenden Goldregen bereits zum groszen Teil nach den neutralen Ländern abgelenkt. Außer, dem sind unsere wertvollen Verbindungen mit den unter eng lischem oder amerikanischem Einflüsse stehenden Weltteilen zer rissen worden, und ich Weib, daß alles mögliche geschehen wird, um ihre Wisderanknüpfung zu vereiteln. Nun war aber Deutschland bisher nicht nur buchhändlerisch der Hauptmarkt für seine eigenen, sondern auch der wichtigste Zwischenhandelsplatz für die ausländischen Erzeugnisse, und das Beharren aus dem Grundsatz der Lieferung in deutscher Währung beraubt uns nicht nur eines Teiles des einen, sondern auch des andern in seiner Gesamtheit. Maßgebend für das Verhalten des deutschen Verlagsbuchhandels sind die Rücksichten auf den Buchhandel des neutralen. Auslands gewesen, obgleich dessen erhöhter Absatz auf den Bedarf des feindlichen Auslandes zu- rllckzuführcn ist, dem wir doch wahrlich keine Rücksichten schuldig sind. Auf Grund 25jährigcr Ausländserfahrungen kann ich mich weder der »Anreiz«- noch der »Fcrnwirkmigcn«-Theorie an- schließen, sic sind in meinen Augen holder Schein, und von einem Wettbewerb im Sinne des Warcnhandels kann doch bei Büchern nur in seltenen Ausnahmefällen die Rede sein. Nur weil man sie nicht entbehren kann und will, kauft man im Aus lände deutsche Bücher, ein Beweis hierfür dürften die Einfnhr- und Zahlttngsbewilligungcn sein, die die englische Regierung bis Mitte >915, trotz des erklärte» Handelskrieges, einer Anzahl Londoner Firmen, gewährte. In erster Linie sollten für den deutschen Buchhandel nationale Interessen ausschlaggebend sein, und denen widerspricht die Verschleuderung deutscher Erzeugnisse unter dem Herstellungspreise, wie sic die Beibehaltung der Mark berechnung mit sich bringt. In zweiter Linie sollte uns der deutsche Exportbuchhandel und der im feindlichen Auslände wiederaufzubauende näher liegen als der Neutraliens. Die Deutsche Gesellschaft für den Auslandsbuchhandel unterstützt aber die Bestrebungen der neutralen Vermittler, den Markt des deutschen internationalen Buchhandels an sich zu reißen, und die Absichten des feindlichen Auslandes, seinen Bücherbedarf nicht mehr in Deutschland zu decken. Kann sich der deutsche internationale Buchhandel durch die Beherrschung der deutschen Ansfuhr nicht mehr fremde Währungswerte beschaffen, so ist er aitf dem ausländischen Einkaufs-Erwerbs- und Auktionsmarkte ausgeschaltet, er kann dann aber auch für die Verbreitung der deutschen Bücher nicht mehr leisten, was er bisher geleistet hat. Meiner Ansicht nach ist Herr vr. 5z. Müller mit seiner Empfehlung der Gründung von Auslandszentralen auf den; richtigen Wege; ich habe hierauf auch schon in meinem Ostcr- vortrage i» Leipzig 19l8 hingewiesen (vgl. Bbl. 19l9, Nr. 28). Schützen kann sich der deutsche Export- und Antiquariatsbnch« Handel nur durch engen Zusammenschluß, der ja zum Teil schon erfolgt ist; hoffentlich kann die »Deutsche Gesellschaft« ihre Ziele mit den scinigen vereinigen. Würz bürg, 13. Juni 1919. Nachschrift: Gleichzeitig, mit dem Korrekturabzuge deck Obigen erhalte ich den Abdruck der Ausführungen des Herrn R. Haupt in Nr. 124 des Bbl., auf die sofort einzugehen mii notwendig erscheint. In unseren Ansichten stehen sich die deck Erzeugers und die des Verbreiters deutscher Bücher gegenüber! Ich arbeite jetzt wieder i» einem deutschen Sortiment, das auck Auslandsverkehr unterhält, und habe nicht den Eindruck, daß wir so überreich an d e r Friedenswarc sind, die für das deutsch-! lesende neutrale Ausland als Konkurrenzware in Betracht! kommt. Was sonst auf dem Lager ein hoffnungsloses Dasein fristet, ist, wenn überhaupt, im Jnlande und nicht infolge des Anreizes nach dem Auslande abgesetzt worden. Das Ausland, und vor allem das feindliche, kauft in derl Hauptsache wertvolle wissenschaftliche Bücher, diese tragen einen! Monopolcharakter und ihrem Verkauf zu dem entwerteten Mark-? kurse möchte ich entgegenarbeiten. Ich sehe nicht ein, warum! mit einer Entwertung unseres Geldes eine Entwertung unserer Bücher gleichen Schritt halten soll. Angebot und Nachfrage sind preisbestimmend und nicht die Folgen politischer Machtver hältnisse. Schließlich gibt es einen Stand, den sowohl die »Deutsche Gesellschaft« als auch Herr R. Haupt vollständig vergessen zu haben scheinen. Es ist der des deutsch gebliebenen Auslands- buchhändlers, den die Friedensbedingungen noch vollständig zum Bettler gemacht haben. Seine Daseinsbedingung ist Aus- und Einfuhrmöglichkeit, er kann sie nur mit Hilfe der verein ten Kräfte seiner deutschen Bcrufsgeuossen neu begründen, aber nur dann, wenn das deutsche Buch im Auslande nicht eine ent wertete Ware wird, deren Preis jeder Kursschwankung folgen muß. Würzburg, 20. Juni 1919. I. R. Loewe, früher in Fa. Wm. Wesley and Son, London. Als Feldbuchhändler in Frankreich. Von Albert Quaritsch. <Schluß zu Nr. 133.) Der Nopember des Jahres 1917 brachte die aufregenden Tage der überraschenden Tankschlacht bei Cambrai, denen der dentsche Gegenstoß bald auf dem Fuße folgte. Das Material unserer großen Buchhandlungen in Cambrai und den nahebei liegenden Orten mußte unter großen Schwierigkeiten zurück- befördcrt werden, weil Cambrai unter feindlichem schweren Feuer stand. Erst nach längerer Zeit war es möglich, diese Ver kaufsstellen wieder in Betrieb zu setzen. So nahte das Weih- nachtsfcst 1917 heran, ohne daß es uns den ersehnten Frieden und damit die Rückkehr in die Heimat gebracht hätte. Neue Hoff nungen erfüllten uns in den ersten Monaten des Jahres 1918, als wir Zeugen der riesigen Vorbereitungen zur großen Früh jahrsoffensive wurden, von deren Gelingen oder Fehlschlagen, wir wir alle wußten, die Zukunft unseres Vaterlandes abhing. Die durchrollendcn ungeheuren Transporte von Geschützen, Mu nition, Kriegsmaterial und Mannschaften ließen zudem die Tat sache immer deutlicher erkennen, daß der erste große Stotz in unserem Armecbercich erfolgen würde. Im März war die Span nung auf das höchste gestiegen. Wie wir auch aus den fort gesetzt cinlaufendeu Zeitungsbestellungcn unserer Verkaufs stellen ohnedies deutlich erkennen konnten, war unser gesamter Frontabschnitt mit Truppen in größtem Maßstabe angefüllt. Den wochenlangen endlosen Durchzügen von Artillerie folgten die Fußtruppen, jedes Haus und jede Scheune in Valcncienncs waren schwer belegt, und der Straßenverkehr war riesig. Eine um so ausfallendere Ruhe trat ein, als die letzten Divisionen die Stadt in der Frontrichtnug verlassen hatten. Und dann kamen mit der freudigen Nachricht des anfangs so glänzend begonnenen großen Durchbruchs die ebenfalls endlosen Züge der meist Leichtverwundeten, die zwar hinkend, aber fast sämt lich in bester Stimmung und mit allerhand eßbarer Beute be laden zu den Lazaretten und Bahnhöfen zogen. 534
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