Suche löschen...
Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 02.11.1918
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1918-11-02
- Erscheinungsdatum
- 02.11.1918
- Sprache
- Deutsch
- Sammlungen
- Saxonica
- LDP: Zeitungen
- Zeitungen
- Digitalisat
- SLUB Dresden
- PURL
- http://digital.slub-dresden.de/id39946221X-19181102
- URN
- urn:nbn:de:bsz:14-db-id39946221X-191811027
- OAI-Identifier
- oai:de:slub-dresden:db:id-39946221X-19181102
- Nutzungshinweis
- Freier Zugang - Rechte vorbehalten 1.0
- Lizenz-/Rechtehinweis
- Urheberrechtsschutz 1.0
Inhaltsverzeichnis
- ZeitungBörsenblatt für den deutschen Buchhandel
- Jahr1918
- Monat1918-11
- Tag1918-11-02
- Monat1918-11
- Jahr1918
- Links
-
Downloads
- PDF herunterladen
- Einzelseite als Bild herunterladen (JPG)
-
Volltext Seite (XML)
M.,a1iioneller TeU 258, 2, November 1918. tur Gebilde zu zwängen, die einer hbpermodernen Kunstrich tung ihr Dasein verdanken! Die vielfach oft allzu stark ausgeprägte Sucht junger Kräfte, unter allen Umständen aufzufallen, verleitet diese, aus dem Rahmen zu treten, der nach dem oben Gesagten dem Buchillustra tor nun einmal gesteckt ist. Sie stellen, oft bewußt, oft unbewußt, sich und ihre Kunst in den Vordergrund und vergessen ganz, daß sie eines anderen Kunst illustrieren sollen! Der be scheidene Altruismus, das takt- und liebevolle Eingehen der alten Schule auf die Absichten des Autors sind ihnen infolgedessen fremd, und so entstehen Gestalten und Bilder, die dieser niemals geschaffen und auch nicht schaffen wollte. Im Drange ihrer allzu stark betonten Individualität suggerieren diese jungen Illustra toren dem Autor und dem Leser Unmöglichkeiten, Abgesehen von der Kränkung des ersteren, erreichen sie damit nur eine Störung der Buchwirkung, die sie doch gerade fördern sollten! Wenn jemals eine Literatur das Spiegelbild des Gemnts- lebens eines Volkes ist, so die deutsche. Und wenn auch unsere Jllustrationsmethoden gegenüber manchen fremdländischen nicht so »pikant« sein mögen, so sind sie doch dem Geiste unserer Lite ratur angepaßt. Dem verdanken wi,r viele Perlen aus beiden Gebieten, Und das möchten wir auch weiterhin haben! Der Verlagsbuchhandel ist der Meinung, daß unsere Literatur nicht zunl Tummelplatz akademischer Fragen der bildenden Kunst wer den darf. Neue Kunstrichtungen sollten nicht wie Pilze aus dem Boden schießen, sondern in engem Zusammenhang mit dem Be stehenden, wenn nun einmal »geneuert« werden muß, in organi schem Weiterentwickeln, Das Tempo dieser Entwicklung aber kann nicht bestimmt werden von den mehr oder weniger impul siven Trieben irgend eines Kunstjüngers, der glaubt, seinen Genius nur inneuen Kunstrichtungen betätigen zu können, son dern von dem Wachstum des Verständnisses für Kunst und Lite ratur seitens unseres Volkes! — wenn auch die Kunst Allgemein gut werden soll, wie wir es unserer Literatur wünschen! Verkauf von Büchern in andern Geschäften als Buchhandlungen. Von Justizrat vr, Fuld in Mainz, Sowohl in den Verhandlungen der Buchhändlerverbände, die in den letzten Monaten stattgefunden haben, als auch in der Fachpresse ist bei Besprechung der Veränderungen, welche die Verhältnisse im Buchhandel während der Kriegswirtschaft er fahren haben, nnd insbesondere bei Besprechung der Umstände, welche die Einführung eines Teuerungszuschlags zur unab- weislichen Notwendigkeit machten, darauf hingewiesen worden, daß in der Zahl der Geschäfte, in welchen Bücher im Sorti mentshandel zu kaufen sind, eine sehr bedeutsame Verschie bung eingetreten sei. Dies kann auch in der Tat nicht geleugnet werden. Während früher der Buchhandel von dem Vertrieb anderer Waren durchaus getrennt war, haben die während des Kriegs cingetretenen Verhältnisse dahin geführt, daß Geschäfte, die früher niemals Bücher verkauften, sich jetzt damit befassen. Demgemäß findet man in zahlreichen Städten Bücher zum Ver kauf ausgestellt neben Waren, von denen man auch bei weitest gehender Auslegung des Begriffs, gleich und gleichartig nicht be haupten kann, daß sie mit Büchern gleichartig seien. Neben Ko lonialwaren, Zigarren usw, sind Bücher zum Kauf ausgestellt und werden auch in den betreffenden Geschäften verkauft. Es liegt auf der Hand, daß diese Entwicklung den Interessen des Buchhandels nicht entspricht und daß der Buchhandel Veranlas sung hat, dieser Verschiebung, soweit es möglich ist, entgegenzu- trcten. Wenn nun auch anzunehmen ist, daß nach Beendigung des Kriegs der Verkauf von Büchern und Musikalien aus Ko- lonialwarengcschäften, Zigarrengeschäften, Manufakturgeschäften usw, teilweise verschwinden wird, so werden doch in manchen Plätzen die einmal auf den Verkauf von Büchern eingerichteten Geschäfte diesen auch späterhin beibehalten. Es ist die Frage auf geworfen worden, ob mit Hilfe der geltenden Gesetzgebung sich hier nichts machen ließe? Sie kann nicht ohne weiteres bejaht und nicht ohne weiteres verneint werden. Allerdings ist ja auf dem Boden der Gewcrbcfrciheit keine Möglichkeit gegeben, 658 Geschäfte, die früher niemals Bücher und Musikalien verkauft haben, zu verhindern, sich Bücher und Musikalien zum Zwecke des Verkaufs zuzulegen. Es kann auch selbstverständlich nicht in diesem Punkte an eine Einschränkung der Gewerbefreiheit gedacht werden. Dagegen bietet unter Umständen das Unlau tere Wettbcwerbsgesctz die Möglichkeit, gegen Irreführung des Publikums durch solche Geschäfte mit Erfolg vorzugehen. Zu nächst wird man daran festhalten müssen, daß nach der Auf fassung des Publikums unter einer Buchhandlung nur ein sol ches Geschäft verstanden wird, das entweder lediglich Bücher und Musikalien führt oder daneben noch Schrcibwaren aller Art, Jedenfalls ist in Deutschland von jeher unter einer Buch handlung niemals ein Geschäft verstanden worden, das neben Büchern auch — um bei dem oben angegebenen Beispiel zu bleiben — Kolonialwaren, Stiefel usw, führt. Wenn und inso weit also Geschäfte, die heute Bücher nebenbei führen, während sie früher lediglich Waren ganz anderer Art geführt haben, sich die Bezeichnung Buchhandlung beilegen, so ist das eine unwahre Angabe im Sinne des Unlauter» Wettbewerbsgcsetzes, die auch geeignet ist, den Anschein eines besonders günstigen Angebotes hervorzurufen. Es würde gegen sie mit Erfolg auf Grund des genannten Gesetzes borgegangcn werden können. Das gleiche ist der Fall, wenn die Bezeichnung Buchhandlung zwar nicht ausdrücklich gebraucht wird, aber doch durch Ausstattung, Auf machung usw, bei dem in Betracht kommenden Publikum der gleiche Eindruck erweckt wird und erweckt werden soll. Praktisch sind allerdings die Fälle, in welchen sich in Gemäßheit des Vor stehenden einschreiten läßt, außerordentlich selten. Es wäre da- her eine Selbsttäuschung, wollte man glauben, daß sich mit Hilfe des Unlauiern Wettbewerbsgesetzes der mit Recht be klagten Verschiebung wirksam entgegentrcten ließe. Aus Grund anderer Gesetze, gleichviel ob dieselben ösfentlichrechtlichen oder privatrechtlichen Inhalts sind, kann aber irgend ein Vorgehen überhaupt nicht gestützt werden. Hieraus ergibt sich, daß der Buchhandel, wenn er, wie es allerdings in seinem Interesse liegt, dem Fortgang dieser unerwünschten Entwicklung und Ver schiebung hindernd in den Weg treten will, in der Hauptsache auf Selbsthilfe angewiesen ist, die ja auch Wohl bei richtiger An wendung nicht versagen würde. Der Verlagsbuchhandel ist ja vor allem imstande, dem Verkauf der Verlagsartikel durch alle möglichen Geschäfte einen Riegel boizuschieben, der, wenn er auch keine absolute Sicherung dagegen gewährt, daß Bücher in jedem Geschäft zu haben sind, doch verhindert, daß die be reits eingetretene Verschiebung ins Uferlose weitergeht. Für die buch händlerische Fachbibliothek. Vorhergehende List 1918, Nr. 251. Bücher, Broschüren usw. Lueb- und Kunstdruck, Wegweiser kür Drueksaekeiwerstel le? und -Verbraueber, dabrZang 1918/19, llekt 1/2. Verlaß Oebr. Liebters Verlaßsanstalt, Lrkurt. tVus «lein Inbalt: Xrießswirtsekakt- liebes aus dem deutseben Luekdruekßewerbe. Von 8. Ldr. — B u chhändl e r - W a r 1 e. Herausgeber vr. F. Pfirrmann. 21. Jahr- . gi.,lg Nr. 8 vom August 1918. Berlin-Schöneberg,Monumenten- str. 39. Geschäftsstelle der A. V. D. G.-B. Aus dem Inhalt: Die Zukunft der Angestellteubewegung. II. Handweiser, Literarischer. Herausgegeben von Lateinschul rektor a. D. Ernst M. Noloff. 54. Jahrg. 1918, Nr. 9. Frei burg i. Br., Herdersche Verlagshandlung. Aus dem Inhalt: Josef Schmidlin: Deutsche katholische Missionsliteratur. — Dasselbe. Nr. 10. Aus dem Inhalt: Hermann Binder: Zur Be urteilung Peter Noseggers. — Wilhelm Kahl: Das neue Deutsch land und der Katholizismus. H oubcu, H. H.: Hier Zensur — wer dort? Antworten von gestern auf Fragen von heute. Mit Umschlagbild von Th. Th. Heine. Kl. 8°. 207 S. Leipzig 1918, F. A. Brockhaus. Ladenpreis .// 3.60, gcb. .// 5.—. Xoebler, X. X., Larsortiment. Leipriß: Was ist liekerdar? — Was muss icb auk Laßer kalten? Wablrettel über neuere und längst werden. Herbst 1918. 31X24 em. 30 8.
- Aktuelle Seite (TXT)
- METS Datei (XML)
- IIIF Manifest (JSON)
- Doppelseitenansicht
- Vorschaubilder