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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 10.12.1918
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1918-12-10
- Erscheinungsdatum
- 10.12.1918
- Sprache
- Deutsch
- Sammlungen
- Saxonica
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- urn:nbn:de:bsz:14-db-id39946221X-191812100
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Redattioneller Teil. X: 285, 10. Dezember 1918. Personalnachrichten. Verleihung des Eisernen Kreuzes. — Herrn Leutnant d. R. C. Malcomes jun., Führer eines Feldbahnbctriebsamts, wurde in Anerkennung der umsichtigen Leitung des Rückzugs bei dem Ame rikaner-Durchbruch das Eiserne Kreuz 1. Klasse verliehen. Auszeichnung. — Herr Emil Kupfer, Vertrauensmann des Kreises Briudeuburg-Pommern des Allgemeinen Deutschen Buchhaud- lungs-Gchilscu-Verbaudes, Prokurist der Firma A. Asher L Eo. in Berlin, erhielt das Preusj. Verdicnstkreuz für Kricgshilfe. ^ ^ SPrechsaal^ ^ An die dcnischen Buchhändler! Es geht Euch alle an, Verleger und Sortimenter! Ernst und tieftraurig sind die Zeiten, die über unser Vaterland hcreingebrochen sind, furchtbar ist der Schritt der Weltgeschichte, der Weltgeschichte, die nach dem Dichtcrwort das Weltgericht ist. Wir wollen nicht rechten und nicht richten. Wir wollen das Ungeheuerliche hinuchmen, »das Weltgericht«; wir deutschen Buchhändler wollen niemand anklagen, gegen niemand den Vorwurf erheben, das; er schuld sei an dem Gc- schick, das über unser Vaterland hcreingebrochen ist. Wir wollen höchstens uns selbst sagen, das; wir einen Teil der Schuld daran tragen, vielleicht unbewußt, wie jeder deutsche Volksgenosse, weil wir, wie jeder von ihnen, zu vertraucltHselig, zu Harm- und sorglos waren, weil wir nicht sahen, wohin /in Volk gelangen muß, das soviel des Fremden, des Unreifen, des Faulen, des Verderbenbringenden, des Undeutschen in sich ^aufnckhm, das wir als Kulturträger, der Ver antwortung nicht bewußt, förderten in Wort, Schrift und Bild. Diese Schuld müssen wir jetzt büßen. Aber es sollen in uns auch das Bewußt sein und das Verlangen lebendig werden, wieder gut zu machen, so viel an uns liegt, und für die Zukunft neue Schuld zu verhüten. Nicht dem Worte nach, nein, auch dem Sinn und dem Herzen nach wollen wir deutsch sein und bleiben und unseren Beruf in seinem ganzen Ernst, in seiner ganzen Verantwortung auffasscn und erfüllen, wie es unser deutsches Gewissen uns gebietet, damit wir reinen Herzens sagen kennen, daß wir unserem Vaterlandc gegenüber die Aufgabe getreu erfüllt haben, die cs uns gestellt hat. Ihr deutschen Ver leger! Die größere Verantwortung liegt auf Euch. Prüft Euch bei jedem Buch, das Ihr in die Welt hiuauSgebt, auf Herz und Nieren, ob Ihr cs als gutes deutsches Buch Eurem Volk übergeben könnt. Laßt Euch nicht verlocken vom augenblicklichen Zeitgeist, von der Aus sicht auf reichen Gewinn. Fragt Ench, ob das Buch, sei es eine harm lose Erzählung, eine wirtschaftliche Studie, ein Hand- oder Lehrbuch, ein wissenschaftliches Werk, das ihr hiuausschickt, unserem Vaterland zu Nutz und zur Ehre gereiche. Und Ihr deutschen Sortimenter! Ihr seid dazu berufen, unmittelbar auf d.eu Einzelmenschcn helfend oder verderbenbringend zu wirke», je nachdem Ihr ihm Nährwert oder Gift verabreicht. Ich weiß wohl, daß, wenn einer ein bestimmtes Buch wünscht oder bestellt, man cs ihm liefern muß und in den mei sten Fällen gar nicht anders handeln kann, als sein Verlangen zu er füllen. Aber stellt Euch die Ausgabe, auf Eurem Lager nur Bücher zu halten, die ihrem Inhalt und Wesen nach deutsch sind, daun seid Ihr aller Verantwortung enthoben. Deutsch aber ist ein Buch oder Bild — wenn es wahrend echt ist —, wenn es dem Kinde und de»' reifen Menschen ruhig in die Hand gegeben werden kann. Man möge mich nicht falsch verstehen; ich meine nicht, daß die wich tigsten Menschheitsfragen und Menschheitsprobleme nicht behandelt oder dem Leser vorenthalten werden sollen. Sie müssen nnr in reiner Absicht und guter Form geboten werden. Wenn in einem Buche laug und breit über Berliner Bälle, über das Sichanslcben halbreifer, reifer oder überreifer Nichtstuer geschrieben wird u. a. m., so sollten derartige Schriften weder bestellt noch verkauft werden, vielmehr an die undcutschen Verleger zu ihrem eigenen Schaden zu- rückwandcrn, damit ihre zurückflntendcn Nemittenöenballcn ihnen ein Mens telrel« seien. Vermeidet auch die Verbreitung der zahl losen billigen Zeitschriften (Witzblätter und Tageschroniken), in denen zum Beispiel das Weib mit besonderer Vorliebe in Zerrbildern er scheint. Auch gewisse Modezeitschriften und moderne Kunstzeitschriften fallen darunter, soweit sic Schöpfungen der neuen und neuesten Knnst- richtnugcn wicdergeben, die sich in Geschmacklosigkeiten übcrbietc». Das alles ist nndcntsch und wirkt verderbend auf das Volk, verroht öas deutsche Gemüt und vergiftet die deutsche Seele, sodaß der deut sche Geist hcrabgedrückt wird auf das Niveau der Niedrigkeit. Wer den dem Volk die Ideale genommen, dann erstehen Katastrophen, wie sie jetzt über unser liebes deutsches Vaterland hcreingebrochen sind. Keine kleine Schuld daran trägt der deutsche Buchhändler, der Ver leger und der Sortimenter, der sich seine Aufgabe allzu leicht gemacht hat. Jeder einzelne möge an seine Brust schlagen und in dieser schmachvollen Zeit der schweren Not, angesichts all des Jammers, der über uns hcreingebrochen ist, aufs neue sich der großen Verant wortung bewußt werden, die gerade ihm, dem deutschen Buchhändler, im Leben zugewiesen ist. Möge er in Zukunft danach handeln, da mit er einmal sich getrost sagen kann, daß er seine Erdenmission treu erfüllt und mit zur Herbeiführung eines besseren Deutschlands bcigctragcn habe. Konstanz, im Monat der Revolution 1918. Ernst Ackermann. Geschäftsgepflogenheit der Firma C. A. Schwetjchke L Sohn in Berlin. Von den folgenden Tatsachen machen ivir öffentlich Mitteilung: Zur O.-M. haben wir für 20.75 remittiert, fiir ./i 2.— dis poniert und für 1.45 gezahlt. Ta der Jahrestransport nach unse ren Büchern 24.10 betrug, so war unser Guthaben mithin .// —.10. Das Remittieren geschah mit unserer Ncmittendenfaktur, da beim Remittieren eine Faktur der Firma nicht vorlag. Zum Dis ponieren waren wir berechtigt, weil 1. eine Bekanntmachung der Firma, daß sie Disponenden nicht gestatte, im Börsenblatt nicht er schienen, 2. eine Original-Ncmitteudeufaktur mit Disponendensper- rung nicht cingetroffen ist. Erst nach der O.-M., als die Firma einen Saldorcst reklamierte, skullte cs sich heraus, daß sie die Disponenden gestrichen hatte, ohne uns erst diese Streichung mitzutcilen. Wir haben dann sofort, als diese Mitteilung hier über Leipzig eintraf, auf demselben Wege Eiulösungsauftrag für eine Bacfaktur im Betrage von 1.90 erteilt. Die Firma, die offenbar jede Woche die Konten durchgeht und der Meinung ist, daß ein Transportzettcl von Berlin— Leipzig—Rostock und zurück nur etwa 7 Tage brauche, sandte uns nun vor etwa 14 Tagen eine Postnachnahme, die wir selbstverständlich ver weigerten, da unser Einlösnngsauftrag schon längst abgegangen war und jeder Sortimenter weiß, wie schwer es bei doppelter Zahlung hält, vom Verleger etwas rasch znrückzubekommen. Heute liegt uns sogar ein Zahlungsbefehl vor. Die Firma scheint weder von Verkehrs- noch von Pcrsonalschwicrigkeitcn etwas zu wissen, auch nichts von dem L; 32a der Verkehrsordnung, wonach der Sortimenter eine Frist von 0 Wochen nach Empfang der Aufforderung von gestrichenen Disponcn- den für Rücksendung resp. Zahlung in Anspruch nehmen kann. Ta der Auftrag zur Begleichung unsererseits rechtzeitig geschah, so kann uns nicht der Vorwurf der Fristüberschreitung gemacht werden. Wir möchten nicht verfehlen, nochmals darauf hinznwciscn, daß die Firma es für erforderlich hält, über einen Betrag von etwa .// 2. eine» Zahlungsbefehl auszustellcn. Rostock i. Mcckl., 18. November 1918. Stiller ' sche U n i v c r s i t ä t s b u ch h a n d l u n g Entgegnung. Auf Vorstehendes haben wir zu erwidern: 1. Mit dem Transportzettel zugleich ging der Firma Stiller in der ersten Januar-Hälfte unsere Remittcudcufaktur zu. 2. Am 20./3. teilten wir mit, daß die Disponenden gestrichen wurden. 3. Am 14./6., 26./7. und 4./9. erinnerten wir durch Zettel an den Ausgleich des Kontos. 4. Am 21./9. kündigten wir mit direkter Postkarte die Postnach- nähme au, falls Ausgleich nicht innerhalb 8 Tagen erfolge. 5. Am 17./10. ging die Nachnahme ab; da sic ohne jede Erklärung uucingelöst zurückkam, erließen wir am 15./11. den ZahlnngSbcfehl. t». Erst am 2 3. November lief über Leipzig die Einlösungs order bei uns ein! Weitere Erklärungen erübrigen sich durch diese Daten auf dir Auslassuugeu der Firma Stiller; den Eifer, den sie an dieser Stelle bekundet, hätten wir früher lieber gesehen, da nns damit das vo» ihr beanstandete Vorgehen erspart geblieben wäre. Es handelt sich in diesem wie in ähnlichen Fällen durchaus nicht um den Betrag, sondern darum, das; wir jetzt, wo wieder ein neues Rechnungsjahr sei nem Ende naht, die Konten säumiger Firmen endlich zum Abschluß bringen müssen. B erlin , 5. Dez. 1918. C. A. Schwctschkc L Soh n.
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