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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 19.11.1918
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1918-11-19
- Erscheinungsdatum
- 19.11.1918
- Sprache
- Deutsch
- Sammlungen
- Saxonica
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Redaktioneller Teil. 268, 19. November 1918. Im ans Rundschreiben versandt, in denen der Buchhandel von der Gründung einer literarischen Tageszeitung unter dem Titel »Deutsche Bibliographie« in Kenntnis gesetzt wird. Nach ihrem Programm soll die Deutsche Leihbücherei und Büchervertriebs-Gcsellschaft auf Aktien »allen wissenschaftlich wirksamen Kräften in vorteilhafter Weise Gelegenheit bieten, sich über die in den fachlichen Neuerscheinungen sowie Zeitschriften behandelten Fortschritte und Ergebnisse auf dem Laufenden zn erhalten und die für ihre Arbeiten und Studien erfor derliche Literatur rasch und in umfassender Weise heranzichen zu können. Sie wird einen umfassenden Bücherstand (8io!) unterhalten und ist in der Lage, alle gewünschten Werke rasch zu beschaffen und die Entlcihung äußerst bequem zu ge stalten. Des weiteren begünstigt die Büchcrvertricbs - Gesell schaft den Erwerb wenig gelesener Bücher zu bedeutend ermäßig ten Preisen. In Verbindung mit diesem Unternehmen wird die Her ausgabe der literarischen Tageszeitung ,Deutsche Bibliographie' vor bereitet«. Wenn nicht alle »Zeichen« der auf seinen Anzeigebcstel- lungen allerdings recht undeutlichen Unterschrift trügen, so rönnen wir in dem großzügigen Unternehmer dieser literarischen Tageszeitung einen alten Bekannten des Börsenblattes, Herrn Karl Anton Martin, begrüßen, der sich jetzt, ans einer Mitteilung des Bnch- händleraildc-BlattcS zu schließen, den Toktortitcl beigelegt hat. Nun hat zwar dieser industriell veranlagte Literat, der erst in Wien und später in Leipzig sein Unwesen trieb, vieles und viele gemacht — u. a. auch verschiedene Vermieterinnen —, aber nie seinen Doktor. Die nähere Bekanntschaft mit ihm vermittelten dem Börsenblatt zuerst die Herausgabe des »Klingenden Dichtcrgartcns« (vgl. Bol. 1911, Nr. 170 u. 173, 1012, Nr. 254 u. 277) und die über ihn cingcaangcnen Be schwerden wegen Nichtlieferung bestellter und vorher bezahlter Exem plare dieser Dichter-Anthologie. Damals verschwand Martin, nach dem er eine Reihe Geschäftsleute und Privatpersonen in raffinierter Weise geprellt hatte, spurlos aus Leipzig, um 1913 in Berlin anfzn- tauchen, wo er eine »Vermittlungsstelle für den Buchverlag und Zentral-Lektorat Deutscher Verleger« (vgl. Bbl. 1913, Nr. 254 n. 203) ins Leben zu rufen beabsichtigte, das nunmehr anscheinend sich zu der »Deutschen Leihbücherei und Büchcrvcrtrieb-Gescllschaft auf Aktien« ausgewachsen hat. Nach alledem dürfte es wohl keinem Zweifel unter liegen, was von dem Unternehmen dieses skrupellosen Literatnr- piratcn zu erwarten steht und wie sich der Buchhandel dazu zu stel len hat. Nom Postkartcnhandel. — Unter dem Stichwort Nur jetzt keine Kopflosigkeit wird uns aus München geschrieben: Der ungeheure mili tärisch-politische Umschwung beginnt auch im Postkartenhandel große Unruhe hervorzurufen. Mancher, der noch große Vorräte von Post karten hat, die auf minderwertigem Kriegstarton gedruckt sind - Karten, die zwar teuer in der Herstellung, infolge des mangelhaften Druckmaterials aber keineswegs von tadelloser Beschaffenheit sind —, bekommt es mit der Angst und fängt schon jetzt zu schlendern an. Es sind Verleger, Grossisten und Kleinhändler. Meines Erachtens ist das sehr übereilt. Wir bekommen, auch wenn der ersehnte Frieden wirtlich in den nächsten Monaten auf die blutgetränkte Erde niedcr- stiege, deshalb noch lange keine Friedenskartons. Holzstoff, Zellu lose, Leim n. dgl. müssen vorerst noch zn wichtigeren Dingen verwendet werden. Deshalb nur, keine Nervosität! Sic richtet bloß heillose Ver wirrung an und bringt dem ganzen Postkartenhandel schwere Verluste, die leicht vermeidbar wären. Der Verleger, der Groß- und Klein händler verkaufe ruhig weiter zum bisherigen Preise. Wenn der Ab satz jetzt auch langsamer würde, so macht das nichts. Er wird sich wie der beleben, und die Vorräte können größtenteils ohne Verlust an den Mann gebracht werden, bis es wieder möglich sein wird, bessere Ware zn schaffen und zn liefern. Die Verleger aber spllten jetzt so ver nünftig sein und mit der Produktion von Knnstkarten ans Kriegs karton völlig stoppen. Falls sie solchen Karton vorrätig habe», soll ten sie ihn vorläufig ruhig nnbedrnckt liegen lassen. Wenn der Zufluß vom Verleger verlangsamt, fließt die bei Grossisten und Kleinhändlern liegende Ware ohne Katastrophe normal ab, und beide werden schließlich wieder gezwungen sein, nachznbezichen. So können Verleger, Grossisten und Kleinhändler, ohne Schaden zn nehmen, durch gegenseitige Rücksichtnahme, Kaltblütigkeit und zweckentsprechen des Handeln ans der kritischen Situation hervorgehen: sie haben sich dabei vor dem weiteren Nachteil bewahrt, daß das kaufende Publikum kopfscheu wird. Was henke für jeden deutschen Staatsbürger gilt, keine Übereilung nnd keine Kopflosigkeit zu begehen, sich ruhiges Blut, kla ren Kopf nnd vaterländischen Sinn zu bewahren, — daS allein nur kann auch den gesamten Postkartcnhandel vor der ihm drohenden Gefahr retten. Handle jeder danach! Carl Andel finger. j Personalnachrichten. Jubiläum. — Auf seine 25jährige Tätigkeit in der Verlagsbuch handlung Otto Licbmann, Berlin, blickte in diesen Tagen ihr erster Gelchlse, Herr Otto Klee, zurück. Er hat in den langen Jahren seiner Tätigkeit, wie der Chef der Firma, Herr Dr. Otto Licbmann, in einer Ansprache an den Jubilar rühmend hervorhob, durch unermüd lichen Fleiß, große Gewissenhaftigkeit nnd reiche Kenntnisse viel zni.. Aufblühen des Hauses Otto Liebmann beigetragen. Gestorben: am 12. November nach kurzer Krankheit im 74. Lebensjahre Herr Edmund August Astor, früherer Inhaber des Musikver lages I. Nieter-Biedermann in Leipzig. Der Verstorbene wurde am 1. Juni 1872 von Jac. Melchior Nie ter-Biedermann als Teilhaber in den 1849 in Winterthur gegründeten, 1862 nach Leipzig verlegten Musikverlag ausgenommen, nachdem er mehrere Jahre vorher Prokurist des Hauses gewesen war. Nach dein Tode Nieter-Biedermanns führte Astor das Geschäft in Gemeinschaft mit den Erben weiter nnd übernahm es am 1. Januar 1884 als Allein inhaber. In ruhiger, stetiger Arbeit hat er den Verlag weitergcführt, der eine Neihe hervorragender Werke verlegte, von denen nur die von Herzogenberg und das bekannte Brahmssche Requiem genannt seien. 1904 nahm er seinen Sohn 1)r. zur. Robert Astor als Teilhaber ans. Diesen riß der Krieg von seiner Seite, er ist am 14. April 1917 aus dem Felde der Ehre gefallen, tief betrauert von seinen Berufsgcnossen, denen er als Vorsteher des Vereins der Deutschen Musikalienhändler ein Führer gewesen war. Ihm zu Ehreu wurde die Robert Astor-Stiftung ins Leben gerufen, die den Namen Astor dauernd mit dem Verein verbindet, und an der sich der Vater mit einem größeren Beitrag beteiligte. Edmund August Astor ist nie in die Öffentlichkeit getreten, aber dem Verein seit über 40 Jahren ein treues Mitglied ge wesen. Nach dem Tode seines Sohnes, mit dem er alle seine Hoff nungen begraben sah, hatte der alternde Mann die Freude am Schaf fen verloren und verkaufte Anfang dieses Jahres seinen Verlag an C. F. Peters. Nur kurze Zeit sollte ihm im Ruhestände beschicken sei». Nun ist er zur ewigen Ruhe gegangen, aber sein Gedächtnis wird leben; ferner am 14. November nach langem, schwerem Leiden Herr Ver- lagsbnchhündlcr Carl E. Klotz, Inhaber des gleichnamigen Verlags und der Bahnhofsbuchhandlung in Magdeburg. Das Sortiment der Buchhandlung Emil Bacnsch in Magdeburg war 1873 in den Besitz von G. A. Gloeckner gekommen. Dieser ver kaufte cs 1875 an C. E. Älotz, der sogleich einen Verlag damit verband. Ohne das Sortiment zu vernachlässigen, hat Klotz seinen Verlag besonders gepflegt nnd ihn ans kleinen Anfängen zu einer an sehnlichen Bedcntnng erhoben, indem er eine Anzahl besserer Werke ans der Schönen und Volksliteratur sowie über Staatswissenschaften, protestantische Theologie, Romane und Schulbücher heransbrachte. Da neben widmete sich Klotz auch dem aufstrebenden Bahnhofsbuchhandel nnd errichtete solche Buchhandlungen in Magdeburg und anderen Städten. Im Jahre 1912 zog er sich ganz auf die Zweige Verlag nnd Bahnhofsbuchhandel zurück nnd verkaufte sein blühendes Sortiment an C. F. Wahle, der cs unter der alten Firma mit Hinznfügnng seines Namens weitcrführt. An dem 1905 gegründeten Verein der Bahn- hofsbuchhäi.dlcr hat er lebhaft tcilgenommen nnd bis zuletzt noch im Vorstand gewirkt, auch im Sächsisch-Thüringischen Bnchhändlcr-Ver- band ist er eifrig tätig gewesen: zwei Jahre hat er den Vorsitz ge führt und auch sonst rege Teilnahme an den Interessen des Ver bandes genommen. Das Gedächtnis des lebhaften, tüchtigen Mannes wird so bald nicht bei seinen Bernfsgenossen erlöschen. Sprechsaal. Ausschaltsng des Sortiments. Der Volkshygienische Verlag, Dresden-Altstadt t!I, gibt die Botks- hygicnifche Bücherei heraus, von der soeben Band 7, der Vatcrschutz, er schienen ist. Ans der letzten Seite dieses Bändchens befindet sich fol gende Anzeige: »Wir versenden Literatur aller Art. Bei Bedarf stehen ausführliche Kataloge ans Wunsch kostenfrei zur Verfügung. Volkshygienischcr Verlag, Drcsdcn-A. 18.» Also die Herren Sorti menter sollen diese Vcrlagsartikcl vertreiben und ihre Kunden dabei anfincrtsam machen, sich an den Volkshygicnische» Verlag bei aller Art von Literatur zu wenden I Leipzig. Benno Koncgcn. 682
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