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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 14.09.1918
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1918-09-14
- Erscheinungsdatum
- 14.09.1918
- Sprache
- Deutsch
- Sammlungen
- Saxonica
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Redaktioneller Teil. 215, 14. September 1918. und Verwaltung studiert hatte, gründete er in Berlin die Gesellschaft für deutsche Kolonisation, in deren Auftrag er 1884 nach Ostafrika ging und dort für die Gesellschaft Verträge abschloß, wodurch er ihr die Landschaften Useguha, Ngura, Usagara und Ukami sicherte. Nach einjähriger Abwesenheit kehrte er 1885 nach Berlin zurück, wo er an die Spitze der Deutsch-Ostasrikanischen Gesellschaft trat. Nachdem er 1887 Afrika noch einmal im Interesse der Gesellschaft besucht und 1889 eine Expedition zur Rettung Emin Paschas ausgerüstet hatte, wurde er 1891 zum Ncichskommissar ernannt. Wegen Dienstvergehens mit Entlassung bestraft, war er seitdem eifrig für die Förderung der Kolonialpolitik in Deutschland tätig. Zahlreiche Schriften über die Notwendigkeit der Ausdehnung des deutschen Kolonialbesitzes sowie über England und die Engländer, ein Thema, das ihm durch jahre langen Aufenthalt in England besonders vertraut war, sind aus seiner Feder hervorgegangen. Wilhelm Radloff -f. — Wie die »Voss. Ztg.« erfährt, ist einer der bedeutendsten russischen Gelehrten, der Sprachforscher und Ethnologe Wassili Wassiljcwitsch Nadlow, bereits vor einigen Monaten in Petersburg gestorben. Er war am 5. Januar 1837 in Berlin geboren, hieß ursprünglich Wilhelm Radloff und russisizierte seinen Namen erst später. Er veranstaltete eine Ausgabe des »Kudatku Bilik des Jussuf Chaß-Hadschid«, die 1891—1900 in zwei Teilen mit Übersetzung erschien. Von seinen übrigen, zum Teil umfangreichen Arbeiten seien der zusammenfasscnde Versuch eines Wörterbuches der türkischen Dialekte (4 Bände, 1888—1905) und die »Sibirischen Altertümer« (1888) erwähnt. Peter Ludwig Sylow f. — Einer der hervorragendsten Mathe matiker der Gegenwart, Professor Peter Ludwig Sylow, ist im Alter von 86 Jahren zu Christiania gestorben. Seine Leistungen und Ver dienste waren auch in Deutschland wohlbekannt und durch die Ver leihung des Ordens ?our 1e merits ausgezeichnet worden. Seine Entdeckungen leben in der Wissenschaft unter dem Namen des Sylow- schen Theorems fort. Sein weiteres Lcbenswcrk knüpfte sich an die Herausgabe der gesammelten Schriften des großen norwegischen Ma thematikers Abel, die auf öffentliche Kosten ihm gemeinsam mit Sophus Lie übertragen wurde und die ihn volle acht Jahre in An spruch genommen hat. SprechsM. Wo der Hebel cnrzusetzerr ist. Von einer auswärtigen Verlagsbuchhandlung erhielten wir eine Mitteilung der Hamburger Stadtbibliothek, die um ein direktes An gebot für ein größeres Werk bat. Der Verlag wunderte sich über diese Umgehung des hiesigen Sortiments und schickte die Mitteilung an uns, weil er sich nicht in die Hamburger Kreise eindrängen wollte. Das nachstehende Schreiben ist der Schlußstein unseres Briefwechsels mit der Stadtbibliothek. Stadtbibliothek. Hamburg, 3. September 1918. An den Hamburg-Altonaer Buchhändler-Verein Hamburg. Sie erhalten anbei zur Ansicht einen Prospekt .... Verlag in "), ans dem Sic ersehen, wie der Verlag die Bibliotheken zum direkten Bücherbezug auffordert. Daß diese sich des ihnen vom Buch handel selbst empfohlenen Wegs in geeigneten Fällen bedienen, wird niemand wnndernehmen. Zugleich sehen Sie, wo Sie als Sorti menter den Hebel anzusctzen haben, wenn Sie eine Änderung an- strebcn: nämlich bei Ihren Berufsgenossen, nicht beim Käufer. Den Prospekt erbitte ich umgehend zurück. Der Direktor: Prof. vr. Wahl. In der letzten Vereinsversammlung wurde beschlossen, den vor stehenden Brief der Stadtbibliothck dem Börsenblatt zum Abdruck zu schicken, um an einem Beispiel zu zeigen, wie vom Verlag zu direk tem Bezug anfgcforöert wird. Dieser Wettbewerb wirkt auf die Sor timenter verstimmend und kann doch so leicht vermieden werden, wenn dem Prospekt und der angeheftcten Vestellkarte ein Hinweis auf die Lieferung durch die Buchhandlungen hinzugcfügt wird. Der Vorstand des Hamburg-Altonaer Buchhändler-Vereins. I. A.: Alfred Janssen, 1. Vorsitzender. *) Die Firma ist von nnS fortgelassen. Wucher mit Papier? — Überorganisation. Die gerichtlichen Verurteilungen wegen Wuchers mit Papier stehen nicht etwa vereinzelt da. Stellt man den ungeheuerlichen Preis steigerungen von 600—700°/,, angeblich wegen allgemeiner Verteue rung der Rohstoffe, den gewaltigen Aufstieg der Dividendensätze der Papier- und Zclluloscfabriken gegenüber, so ist wohl jedermann, sicher aber der Verbraucher, geneigt, zu glauben, wenn nicht gar überzeugt, das Opfer von Unstimmigkeiten zu sein. Das Börsenblatt für den Deutschen Buchhandel (Nr. 93 von, 21. April 1917) beschäftigte sich schon einmal eingehender mit drin Stand dieser Angelegenheit und führte in einer Zusammenstellung das Ergebnis von 31 Fabriken vor Augen. Von diesen wiesen an sehnliche Steigerungen auf z. B. Zellstoffverein Dresden von 65 aus 136°/,, Varzincr Papier von 95 auf 187°/,, die Aktien der Schlesischen Cellulose- und Papierfabrik in Kunnersdorf von 24,25 auf 125°/». Tie Papier-Zeitung Nr. 75, 1916, Nr. 4, 1917 und Nr. 12, 1918 behan delte die Kriegsbilanzen der deutschen Papier- und Papierstoff-Erzeu gung. Danach betrug bei 29 Gesellschaften am 30. Juni 1916 der Reingewinn des Gesamt-Aktienkapitals durchschnittlich 13,967°/», da gegen die Durchschnittsdividcnde 5,851°/,; am 30. Juni 1917 die aus- geschüttete Durchschnittsdividenöe 11,961°/,. Was verteuert nun weiter die Preise ins Ungemessene? Zweifel los müisen volkswirtschaftlich ungesunde Zustände vorhanden sein, um eine Preissteigerung von 600°/, und mehr als bei Beginn des Krieges erklären zu können. Kurzerhand kann man wohl auf MunitionsherstellungS - Löhne und --Verdienste verweisen, sowie auf die vielen Zwischenhände, oic unentwegt verdienen und sich, obwohl oft ganz betriebsfremd, in den Verkehr cinmischcn. Die Maßregeln der Vcrordnungsstellen tragen zu einer Verbilligung der Gebrauchsstoffe nicht bei, und so entsteht ganz von selbst die Forderung einer allmählichen Loslösung von der Staatswirtschaft. Das Ermächtigungsgesetz vom 4. August 1914 darf nicht für die Übergangswirtschaft maßgebend sein, vielmehr sind die beteiligten Kreise des Handels um ihre Meinung bei der Lösung der Probleme zu befragen. Ablehnung der Zwangswirtschaft und Rück kehr zum freien Handel, sobald wie möglich, das ist zu erstreben! TaS deutsche Volk wird seines Lebens erst wieder froh werden, wenn die annähernd 170 Kriegswirtschaften in Berlin aufgelöst worden sind. Anfklärungsdicnst könnte auch die Wirtschaftliche Vereinigung Deut scher Buchhändler, E. G. m. b. H. in Leipzig leisten. Im Kamps um die Freiheit der Wirtschaft wirken die neuen Steuern nicht minder ein, wie vorhandene starke Strömungen, die eine nicht bloß vorübergehende, sondern dauernde Ordnung unseres wirtschaftlichen Lebens in Gestalt von Zwangssyndikaten und Zmang^organisationen unter staatlicher Mitwirkung für das Heil und für eine Notwendigkeit halten. Wohl allzuviel aufein mal erstrebt der Bundesratsbeschluß vom 27. Juni 1918 mit seinem Programm »Zur Abhilfe wirtschaft licher Schädigungen in der Zeit des Überganges von der Kriegswirt schaft in die Friedenswirtschaft für das Tcxtilgebiet«. Neben der Neichsstelle wurden noch 9 Neichswirtschaftsstellen für Einzelstoffe, denen dann Zweigwirtschaftsstellen an anderen Orten folgen sollen, ins Leben gerufen. Dieser Zweig ist zunächst mit Organisationen bes ser versehen als mit Rohmaterial. Der Hamburger Ausschuß für den Wiederaufbau der Friedens wirtschaft erhebt mit aller Entschiedenheit seine Stimme dagegen, daß dem Bunüesrat ein neues Ermächtigungsgesetz für Maßnahmen der sogenannten Übergangswirtschaft bewilligt werde. Jedes gesetz geberische Eingreifen in das Wirtschaftsleben, dessen Entwicklung sich heute noch gar nicht übersehen läßt, muß unter Mitwirkung des Deutschen Reichstages und unter sorgfältiger Prüfung von Sachverständigen erfolgen, damit nicht zum Schaden der Volks wirtschaft schließlich die sich überstürzenden BunöeSratSver- ordnungen der einzige Roh st off bleiben, an dem kein Man gel besteht. M. M. Bestrlldutum auf den Fakturen angeben! ES ist bedauerlich, daß viele Verleger, Kommissionäre und Bar- sortimente ans den Fakturen das Bestelldatum nicht angebcn. Gerade in jetziger Zeit ist die Angabe des Bestelldatums unbedingt erforder lich, da viele Bücher häufig erst nach Wochen oder gar Monaten ge liefert werden und das Ausstichen dieser Bücher im Bestellungsbuche zeit raubend ist. Die Mühe für den Auslicferer ist sehr gering, dagegen die dem Sortimenter verursachte Zeitvcrsäumnis unbezahlbar. Ich glaube daher im Interesse aller Sortimenter zu handeln, wenn ich auf diesen Übelstanö Hinweise und um Abhilfe bitte. A. W.
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