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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 28.06.1918
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1918-06-28
- Erscheinungsdatum
- 28.06.1918
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- Deutsch
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- Saxonica
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müsse, und datz der Verein für etwaige Kosten, die seinen Mit». gliedern durch Klagen usw, etwa entstehen sollten, aufkommen' müsse. Der Vorstand erklärte sich dazu bereit und betonte noch mals, daß sich die Mitglieder durch nichts von der Befolgung der Notstandsordnung abbringen lassen sollten. Herr Kilpper verlangt, das; der Börsenverein unbedingt die Mitglieder, die seine Satzungen befolgten, schütze und die, welche die Notstands ordnung nicht anerkennen, zur Ausführung derselben ebenso zwinge wie zur Einhaltung der Preiserhöhungen des Ver lages. Herr Schumann erklärt, das; der Vorstand des Börsen vereins dazu nicht das Recht habe, der Sortimenter könne nicht gezwungen werden, alte Bestände zum neuen Preis zu ver kaufen. Eckardt bestätigt, das; vor Jahren, schon vor dem Kriege, bei einer Preiserhöhung der Bongschen Klassiker ein Breslauer Sortimenter sich geweigert habe, seine alten Bestände zum er höhten Preis zu verkaufen, und nicht dazu gezwungen werden konnte. Jedenfalls richte sich der Unwille des Publikums, wie jeder Sortimenter bezeugen könne, nicht gegen die 10 Prozent des Sortimenters, sondern gegen die sprunghafte und teilweise enorme Erhöhung der Verlegerprcise. Das Publikum verstehe es nicht, daß alte, vor Jahren erschienene Bücher plötzlich so enorm im Preise erhöht würden, und diese Preissteigerung aller Bestände wäre es auch zumeist, gegen die sich die Angriffe der Behörden richteten. Vielfach seien es ganz unverständliche Preise, die manche Verlagsbuchhandlungen nähmen, da bei spielsweise Werke im Umfang von 400 Seiten ca. ^ 10.— koste ten. Diese Preise, auf die wir dann noch 10°/» nehmen müß ten, erweckten beim Publikum den Gedanken des Ausbeutens, und leider gelte dann immer der Sortimenter als der Schul dige. Der Stuttgarter Verlag hat sich von diesen unerhörten Preistreibereien ferngehalten, er möge seinen Einfluß geltend machen, damit mehr Einheitlichkeit bei den Teuerungszuschlägen und Preiserhöhungen des Verlages herrsche. Man beschäftigte sich dann eingehender mit de» Ausnahmen, die man gestatten wolle. Eckardt-Heidelberg betont, das; so wenig als möglich Ausnahmen gemacht werden sollten, vor allem hielt er es für bedenklich, Schulbücher ohne Aufschlag zu lassen. Der Begriff Schulbuch sei sehr dehnbar, höchstens könne man die VolksschpUesebücher, Katechismen usw. ohne Aufschlag lassen. Schöpping-Münchcn ist für Ausschluß der Schulbücher. Auch gegen den Ausschluß sogenannter offizieller Publikationen, Kursbücher »sw. wendet sich Eckardt. Da die Württemberg» jedoch auf ihrem Schein bestehen, verschiebt man die weitere Aussprache auf den nächsten Tag, um auch die Meinung der an deren Verbände zu hören. Es wird jedoch beschlossen, nur über die vom Württembergischen Verein aufgestellten Aus nahmen zu sprechen und von weiteren Ausnahmen abzusehen. Bei den Zeitschriften wird mau vielleicht an Stelle des Teue rungszuschlages die Besorgungsgebühr setzen müssen. Bezüg lich der Frage des Aufschlages auf Lieferungen für Bibliotheken und Institute erklärt Schöpping, daß Bayern den Ausschlag nicht erheben könne; berechtigt wäre er, aber in Bayern stünden dem Verträge mit dem Ministerium im Wege. Gegen 6 Uhr wurde, nachdem noch eine Reihe das Wohl und Wehe des Buchhandels berührender Fragen eingehend er örtert worden waren, die sehr anregend verlaufene Versamm lung pom Vorsitzenden geschlossen. Der Begrüßungsabend auf der Silberburg litt sehr unter der Ungunst der Witterung, ein Verbleiben im Garten war un möglich, wie überhaupt der Aufenthalt in dem engen, ungemüt lichen Raum nicht zu den Annehmlichkeiten gehört. Am Montag, den 17. Juni, morgens 9 Uhr fand die Haupt versammlung des Süddeutschen Buchhändler-Vereins im Saale des Bürgermuseums statt. Der Vorsitzende, Kommerzienrat Bonz, begrüßte die ansehnliche Versammlung und gedachte zu nächst der im Felde stehenden Berufsgcnossen sowie der im letzten Jahre verstorbenen Kollegen und jener süddeutschen Firmen, die im verflossenen Jahre ein Jubiläum gefeiert hatten, über Er freuliches und Bedenkliches wurde berichtet, das Erfreuliche der im großen und ganzen befriedigende Geschäftsgang, das Be denkliche jedoch der große Papiermangel. In Zukunft lvird die geistige Bildung des Volkes notlciden durch die Unterbin-! , düng der Druckmöglichkeit uud das Sortiment einer Krisis ent- gegengehcn, da es ihm in nicht allzu ferner Zeit an Büchern zum Verkauf fehlen wird. Ist doch sein Lager bereits heute mehr oder minder geräumt, Ersatz aber schwer zu erhalten. Die Versendung von Büchern aus Stuttgart, über die eine inter essante Statistik gegeben wurde, war wiederum trotz des Krieges bedeutend. Der von Herrn Schumann erstattete Kassenbericht sowie der Voranschlag wurden für gut befunden und genehmigt. Bei der Neuwahl zweier Ausschußmitglieder wurden die Her ren Kommerzienrat Bonz-Stuttgart und Geß-Konstanz wieder gewählt. Beide Herren nahmen die Wahl an. Die Herren Holland und Lüdcmann-Stuttgart wünschten eine wirtschaftliche Vereinigung süddeutscher Buchhändler, da ein Anschluß an die Leipziger Vereinigung nicht vorteilhaft scheine. Herr Direktor Kilpper warnt vor zu großem Optimismus, bisher hätten die wirtschaftlichen Vereinigungen dieser Art keine großen Erfolge gehabt. Auch andere Herren versprechen sich keine großen Er folge davon, schließlich versprach Herr Nägele die Angelegenheit im Auge zu behalten und im Württembergischen Buchhändler- Verein zur Besprechung zu bringen. Nach einem kurzen Imbiß begann die Besprechung über die Notstandsordnung und über die Ausnahmen, die man dem Bör- scnverein Vorschlägen wolle. Eckardt-Heidelberg, der diese Be sprechung der süddeutschen Vereine angeregt hatte, erstattete den Bericht, begrüßte die Anwesenden und freute sich, daß die Vcr- sammlung an dem Ort tage, der sich mit am längsten gegen den Teuerungszuschlag gesträubt habe, jetzt aber, nachdem der Bör- scnvcrein die Notstaudsordnung schütze, ihr eifriger Vorkämpfer uud Verfechter geworden sei. In warmen Worten dankt er Herrn Schumann für die rettende Tat, die Notstandsordnung ge schaffen zu haben, und bittet ihn, nun vor allem auch im Vor stand des Börscnvereins dafür Sorge zu tragen, daß der Vor stand gegen Leipzig vorgehe und sich nicht dem Vorwurfe aus setze, seine eigene Ordnung nicht schützen zu können. Er bittet ferner dringend, von jeder Ausnahme abzusehen, und teilt mit, datz sich ein großer Teil der Ortsvereine trotz anfänglicher Be denken für den Teuerungszuschlag ohne jede Ausnahme ausge sprochen habe. Auch Schumann bittet, möglichst wenig Aus nahmen zu fordern, je weniger Ausnahmen, desto leichter sei es für den Börsenverein, und desto größere Bedeutung hätte die Notstandsordnung den Behörden gegenüber. Es folgen sehr eingehende Beratungen, in der vor allem die Herren Schöpping, Speyer, Kilpper, Nägele, Schumann und Eckardt wiederholt das Wort ergreifen. Alle stehen auf dem Boden der Teuerungszuschläge und fordern strikte Durchführung der Notstandsordnung; Meinungsverschiedenheiten bestehen vor allem in der Frage der Auszeichnung der Bücher, ob sie mit oder ohne Zuschlag ausgezeichnet werden sollen, ferner ob auf Schul bücher ein Aufschlag erhoben werden solle oder nicht, und ob auch Universitätsbibliotheken und Institute den Aufschlag zah len sollen. Der Bayerische Verein wünscht die Zuschläge aus geschlossen bei Schulbüchern, da die Preise dafür in Bayern vorgeschriebe« sind, bei amtlichen Kursbüchern, bei der Reclam- schen Universalbibliothek und bei Lieferungen für die Universi tätsbibliotheken und die Institute. Eckardt hat gleichfalls Be denken, ob den Universitätsbibliotheken der Aufschlag ohne wei teres berechnet werden könne, er wünscht natürlich den Auf schlag sehr, meint aber, daß eine Art Verpflichtung bestände, und daß der Aufschlag nur durch eine Erklärung des Börsenvereins und sämtlicher Verbände eingcsllhrt werden könne. Speycr- Fretburg ist für den Aufschlag bei Bibliotheken, der Mittel deutsche Verband und Württemberg desgleichen. Speyer nnd viele Kollegen sind für Auszeichnung der Bü cher mit Teucrungszuschlag und ohne Keunzeichnnng desselben, Schöpping, Schumann, Eckardt halten dies nicht für richtig und nicht vereinbar mit den Leipziger Beschlüssen. Kilpper stellt sich auf Speyers Seite und bestreitet, daß der Teuerungszuschlag nicht als veränderter Ladenpreis gelte; er glaubt, datz die Ver leger mit Houoraransprüchen der Verfasser aus die Teuerungs zuschläge zu rechnen hätten. Schöpping widerspricht dieser Auffassung und teilt einen Erlaß des bayerischen Ministeriums !mit, wonach die Erhöhung der Schulbücherpreise keine Hono-
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