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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 04.01.1919
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1919-01-04
- Erscheinungsdatum
- 04.01.1919
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- Deutsch
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- Saxonica
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3, 4. Januar 181g. Redaktioneller Teil. an seinen Oheim in Schwarzburg: »Glauben Sie nicht, das; ich klage. Wer nichts zu bereuen braucht, hat auch nichts zu beklagen. Ich habe vor Gottes Augen gehandelt und ofi mein Leben aufs Spiel gesetzt; wie sollte ich nun den Mut ver lieren, weil ich das Vermögen verloren habe! Was werden wird, wie und wo ich in der Fremde Brot sür Frau und Binder finden werde, weis; ich noch nicht. Wenn indessen auch nur zwei Drittel meiner noch ausstehenden Forderungen ent gehen, so kann ich alle meine Forderungen gegen Dritte er füllen. Aber überall in unserer Gegend ist jeder außerstande zu zahlen, im französischen Reiche darf ich meine Forderungen nicht eintreiben, und so wird es mir schwer werden, Dritte nicht in Schaden zu bringen. Das ist hart, sehr hart für mich.« Der Friedensschlus; führte dann Perthes nach Hamburg zu rück, und mit der alten Energie machte er sich daran, aus den Trümmern des Geschäfts ein neues aufzubauen. »Durch- helfcn will ich mir schon«, schreibt er, »aber es kostet Angst schweiß«. Indessen schon Ostern 1815 konnte die Firma au- zeigen, daß alle Verpflichtungen noch vor Ablauf der bedun genen dreijährigen Frist erfüllt sein würden, »ud nach kurzer Zeit hatte Perthes, gemeinsam mit seinem Gesellschafter Besser, das Geschäft zu seiner alten Höhe heraufgearbeitet. Wie sich die vor uns liegenden Zeile» auch entwickeln mögen: daß sie ein so finsteres und gänzlich hoffnungsloses Gesicht zeigen werden, mit dem die Tage und Verhältnisse die damaligen Zeitgenossen manchmal anschauten, ist denn doch nicht anzunehmen. Vor uns liegen zwar Schuttfeldcr, aber das Material ist edles Gut: es sind die Steine, die Pfeiler, die kühn geschwungenen Bogenstücke des deutschen Geistes, aus denen das Gebäude des neuen Deutschland erstehen soll. Auf bauen, aufbauen und nochmals aufbauen! ist die Losung. Die Werkleute, die deutschen Gelehrten, Schriftsteller, Dichter, Künstler stehen arbeitssreudig und hoffnnngssroh da — ja, hofsnungsfroh, trotz altem! , aber ohne die Mitarbeiter, die Helfer aus allen Zweigen des deutschen Buchhandels können sie das Haus mit seinen Tausenden von Sälen, Zimmern und Räumlichkeiten nicht errichten. Wo so viel anderes — fast möchte man sagen: alles andere — znsammengcbrochen ist, eins kann nicht znsammenbrcchen und nicht vernichtet werden: das ist der deutsche Geist, der gerade jetzt mehr als je, schaffend und um gleichztziiigfich zu spiegeln, die Flugschrift, die Zeitschrift, das Buch, die Literatur in allen ihren Ausstrahlungen ersehnt und erfordert. Möge daher der Perthesfche Geist heute in dem deutschen Buchhandel neu erwachen, zur gemeinsamen Förde rung an Neudeutschlands Werke! Aus dem dänischen Buchhandel. i. (INt8, III siehe Bbl. 1818, Nr. 237.) lLchlus, zu Nr. 1.) Die Gebühren der Kommissionsanstalt des Buchhändlervereins wurden erhöht auf jährlich 50 Kr. für Kopenhagcner, die Grundiaxe für die ersten 500 kg auf 60 Kr. für auswärtige, für norwegische »nd schwedische Firmen auf 40 Kr.; der Aufschlag für Mehrgewicht bei den folgenden 1500 kg auf 5 Kr. für 100 kg usw. Die Ausfuhr norwegischer Bücher, selbst nach Dänemark und Schweden, war durch das vor einem halben Jahr abgeschlossene Handelsabkommen mit der Entente in Frage gestellt, jedenfalls aber sehr erschwert. Es bedurfte jedesmal einer Garantieerklärung, daß das Buch nicht aus Dänemark wieder weiter gesandt werden sollte. Der dänische Industrie- rat lehnte es ab, diese Erklärungen zu beglaubigen, da Däne mark kein Bücherausfuhrverbot hat. Schließlich erreichte der norwegische Buchhändlervcrcin, daß keine Garantieerklärung mehr erforderlich ist, doch hält das Intsi-LIIisä Tracks Vommittsv an seiner Bestimmung fest, daß für jede BUcherscndung aus Nor wegen Ausfuhrerlaubnis beim norwegischen Judustricbersor- gungs-Ministerium einzuholen ist. An dem Fest zum 25jährigen Bestehen des Schwedischen Sortimeniervcreins am 8. Oktober 1918 in Jönköping nahmen so Wohl norwegische wie Vertreter aller dänischen Buchhändler organisationen teil und feierten die skandinavische Zusammen arbeit. Die Dänen überreichten als Gabe ein Sitzungsproiokoll in Schweinsleder mit silbernen Beschlägen, und die Buchhändlerin Fri. Ellen Brauch aus Kopenhagen trug ein hübsches Gedicht über den »privilegierten« Buchhändlerstand vor. Von englischer Belletristik in billigen Sammlungen traf im Herbst ein größeres Lager ein. Die Frachtkosten waren sehr hoch. Die billigsten »Hovels« kosten jetzt 1/3, die Serien zu 6, 7 und 9 cl. sowie zu 1/— haben aufgehört. Der Importeur <u. a. Georg Ehr. Ursin's Efts.) gewährt darauf 107°, 25 Bände auf einmal 157» Rabatt. Von dänischer Schöner Literatur sind an bemerkenswerten Neuigkeiten zu verzeichnen: Jacob Knudsens hinterlas« sener Roman »Ein altes Geschlecht« (Ln gammsi 81ügt. 114 S., illustr. Kr. 3.50; Gyldendal, wie im folgenden, wo nichts an deres bemerkt); Henrik Pontoppidans kleiner Roman über die Macht der Liebe »Lt 8ÄrI!gdecksävsntz-r« (Kr. 4.75; geb. Kr. 7.—), Bürge Janssens historischer Roman »Vau kan-us Urne«. (Christiania Ghllenstierna. 6 Kr., Hagerup); die Hasengeschichte »Haren cken Oraa« des Natur- und Jagdfreuuds Sven Fleuron (Kr. 5.75); vr. G. Rönüergs kulturhisto rischer illustrierter Roman »Aus den letzten Tagen der Größe Venedigs« über die Kurtisane und Dichterin Veronica Franco (»Lra Vsneäigs sicksts 8torkecksckags«; Kr. 6.75). Eine vom Dichter Johs. V. Jensen übersetzte und bevor- wortete Ausgabe von Chamissos »Peter Schlemihl« leitet eine neue Serie in Höst's Verlag ein (»Vs brogecke Läger«, Bd. 1, kart. 2 Kr.); andere Übersetzungen sind Hauptmanns »Ketzer von Soana« und Schnitzlers »Badearzt vr. Gräsler« (beide in Xorck. vorkattsres Loriag; 4.50 und 4 Kr.). Von Hein rich Heines »Lyrischem Intermezzo« erschien eine Über setzung mit farbigem Buchschmuck von Kr. Kongstad (500 Expl., auf Büttenpapier). Otto Wang gab eine 2. Sammlung »Über (dänische) Exlibris« heraus (22 S., 2 Kr.; Höst), und Wm. Ol sens Kunsthandlung, St. Kongensgade 45, veranstaltete eine Exlibris-Aus st ellung. Die Originalillustraiionen des schwedischen Zeichners Einar Nerman zu Andersens Märchen, Frcdmans Episteln und Gösta Berling waren in der Zeitungshalle »L. 1. ventralen« am Rathausplatz ausgestellt, wo auch eine Ausstellung von Esperanto-Literatur zu sehen war. Der Krieg hat ja neues Interesse für diese künstliche Weltsprache wachgcrufen. Zum Ko- penhagener Umschautag, den auch diesen Herbst der Journalisten verband veranstaltete, stellte die Königliche Bibliothek in der Vorhalle Proben zur Geschichte der dänischen Presse aus, so die erste Nummer der »Lsriingsks Tickenäs« und »tkckrssse-Lvissn« (1749) sowie Kriegszeitungen von 1848 und 1864. Ein Schlag Wort-Regi st er der dänischen Bel le trist ik der Jahre 1841—1908, das allerdings die Klas siker und Anonyma ausschlietzt, von Bibliothekar Ehrencron- Müller, erschien bei Gad (Stikordsregister. 86 zweisp. S.; 6 Kr.); für den Zeitraum 1909—1914 ist ein solches schon in das allge meine dänische Bücherverzeichnis mit ausgenommen worden. Zwei große naiionale Subskriptionswerkc, die ältere ihrer Art ablösen, verdienen besondere Aufmerksamkeit (über beide ist ein ausführlicher Prospekt mit Probeseiten zu haben): 1. das neue Wörterbuch der dänischen Sprache, anstelle des veralteten »illolbssb«, begründet 1901 von V. Dahlernp, her- ausgegeben mit Unterstützung des Carlsbergfonds und des Kul tusministeriums von der dänischen Sprach- und Literaturgesell- schafi (etwa 15 Bände, einer jährlich in 2 Halbbänden zu je 6 Kr.; Gyldendal); 2. vansk biograkisk II a u ck l s k s i k a n, redigiert von S. Dahl und P. Engelstost <3 Bände oder etwa 15 Hefte a 2.85 Kr., vier bis fünf jährlich; 1. Heft 128 zweisp. S., Ghidcndal), ungefähr 6000 charakterisierende Lcbensabrisse von Dänen, während Brickas wissenschaftliches 19bändiges längst vergriffenes Werk etwa 1000 enthielt, die meisten mit Bildnis und Literaturnachweisen. Es legt auf die neuere Zeit, das letzte Menschenalter, besonderes Oiewicht und sucht sic durch seine 50 Mitarbeiter auch kritisch zu werten. Ein reines Nachschlagcbuch dem deutschen »Wer ist's?« entsprechend, besitzt Däncrnark schon 15
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