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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 08.02.1919
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1919-02-08
- Erscheinungsdatum
- 08.02.1919
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- Deutsch
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- Saxonica
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Redaktioneller Teil. 30, 8. Februar 1919. Als maßgebend gelten die von der Vereinigung »Holzhaltig Schreib- und Drnapapier« (für Papier 0) und der Vereinigung der Normal- papierfabritcn festgesetzten, zurzeit geltenden Nicht- und Höchstpreise für die am meisten gebrauchten Papicrsortcn. Von ganz besonderem Jnterejie ist nun die Tatsache, daß der Staatssekretär des Neichsschatzamteö die Preise des Deutschen Buch- druck-Preislariss (neue Ausgabe) und die in demselben noch nicht ent haltenen, vom Dcmobilmachungsamt mit Wirkung ab 1. Januar 1919 und mit Gesetzeskraft angeordneten Aufschläge von 40°/» (für Berlin 60°/o) nicht anerkennt, sondern für behördliche Druck sachen ohne weiteres ganz bedeutend billigere Preise fest setzt. Man erlebt hier also das Schauspiel, daß die eine Be hörde in der Praxis das außer Kraft setzt, was die andere an ordnetNach der preistariflichen Ordnung des Tarifausschusses der Deutschen Buchdrucker und des Deutschen Buchdrucker-Vereins be wegen sich die Ausschläge auf die Druckpreise innerhalb der vom Reichsschatzamt vorgesehenen Zeitspanne je nach der Art der Druck arbeit lab 26. November 1917 bis 31. März 1919) zwischen 80 und 240°/» (für Berlin bis 260°/»). Das Neichsschatzamt beansprucht also durch seine »Grundsätze« für die Behörden eine ganz erheblich billigere Preisfestsetzung für Drucksachen, während die privaten Auftraggeber, einschließlich des Verlagsbuchhandcls, an die preistarislichen Sätze und Aufschläge ^ge bunden sein sollen. Gespannt darf man darauf sein, wie die behörd lichen Drucksachenlieseranten und die führenden Kreise im Buchdruck gewerbe sich mit diesen eigentümlichen Maßnahmen des Neichsschatz- amtes, die doch sehr wahrscheinlich — man darf das ivenigstens an- nehmen — auch unter Hinzuziehung von Sachverständigen aus dem Bnchdruckgewerbe beschlossen wurden, abfinden werden. Man prüfe einmal recht genau die in Nr. 21 des Börsenblattes in der Abhand lung »Verlagsbnchhandel und Bnchdruckgewerbe« (Seite 68, zweite Spalte) veröffentlichte Zusammenstellung der seit 26. November 1917 im Buchdruckgewerbe zur Einführung gelangten Aufschläge auf die Druckpreise. Angesichts dieser Zusammenstellung (im Vergleich mit den bewilligten Prozentsätzen des Neichsschatzamtes) wird man in Ver- lcgerkreisen die weitere Entwicklung der Angelegenheit mit der größ ten Aufmerksamkeit verfolgen müssen und selbstverständlich auch die Konsequenzen nicht außer acht lassen dürfen. Postverkchr nach der Provinz Posen (vgl. Nr. 21). — Durch den polnischen obersten Volksrat und das polnische Armee-Oberkommando in Posen ist der Postverkehr mit dem von polnischen Truppen besetzten preußischen Gebiet ganz erheblich eingeichränkt worden. Nach diesem Gebiet sind fortan nur noch Postkarten, Drucksachen, Zeitungen, sowie Geschäftsbriefe, die offen aufgeliefert werden, zugelassen. Der Post- und Zahlungsanweisungs-, Postanftrags-, Nachnahme-, Paket- und Wertbriefverkehr nach Orten des polnischen Machtbereichs ist gesperrt. Das von den Polen besetzte Gebiet umfaßt den größten Teil der Provinz Posen; im Norden bildet im allgemeinen die Netze die Grenze. An den Grenzen mit den Provinzen Brandenburg und Schle sien ist der Postverkehr mit den Orten Birnbaum, Schwerin, Meseritz, Betsche, Tirschtiegel, Grätz, Bentschen, Kronstadt, Lissa, Nawitsch, Sarne, Kempen und Wilhelmsbrück, sowie mit einigen in der Nähe gelegenen Orten vorerst nicht behindert. Nach deit von den Polen nicht besetzten Orten der Provinz Posen sind Postsendungen jeder Art zu ge lassen. Nähere Auskunft erteilen Ne Postanstalten. Keine billigeren Bilder und Bilderbücher! — Man schreibt uns: »Die mit dcni Kriegsende eng verknüpfte Hoffnung auf eine allgemeine Verbilligung der ganzen Lebenshaltung hatte sich nicht zuletzt bei den Kunden der graphischen Industrie gebildet mit besonderer Rücksicht darauf, daß der Papierstoff für Heeresbedarf und für Papiergewebe in weitestem Maße in Anspruch genommen worden war und die Pa pierpreise in die Höhe getrieben hatte. Leider muß auch nach den nun vergangenen ersten Demobilisa- tions-Monatcn gesagt werden, daß an eine Verbilligung von Bildern und Bilderbüchern, die für den täglichen Bedarf als Farbendruck-Pro dukte mit in erster Linie in Betracht kommen, nicht gedacht werden kann. Die Gründe dafür liegen in erster Reihe an den allbekannten Um ständen der Kohlennot und der hohen Arbeitslöhne. Cs ist merkwür dig, wieviel gerade Papierfabriken zum Stillstand kommen mußten, und es ist selbstverständlich, daß durch die Knappheit des Papiers eher eine Erhöhung der Preise als ein Rückgang eintritt. Billiges Farbdruckpapier kostet heute ungefähr das Fünffache des Friedenspreises, Leim, der speziell zu den sogenannten unzerreiß baren Bilderbüchern stark benötigt wird, immer noch das Zehnfache. Farben bewegen sich in ähnlichen Mißverhältnissen; von Firnis, der 102 znm Druck benötigt wird und statt früher 95 Pfg. das Kilogramm jetzt ./i 6. kostet, gar nicht zu reden. Weuer macht >ich sehr ungünstig die Verkürzung der Arbeitszeit geltend. 48 oder gar nur 45 Stunden zu drucken statt 54, bedingt eine noch weitergchende Verteuerung, als der einfache Prozentsatz erscheinen läßt, weil der tägliche Druck einer Farbe, auf dem die ganze Kalkulation beruht, wegen des Schlusses- am Sonnadendmittag nicht mehr durchgcführt werden kann. Die Bilderbücher-Verleger und -Fabrikanten sehen sich daher ver anlaßt, an ihren Kundenkreis mit der Bitte hcranzntreten, mit dem Einkauf nicht zurückzuhalten, sondern die Aufträge heute schon, sei es für den Sommer, sei es für den Herbst, zu vergeben. Nur so nimmt der Handel Einfluß auf die Produktion, und nur so ist es möglich, durch Beschäftigung der Arbeiter die Zahl der Arbeitslosen und ihre Unterstützungssummen zu verringern und zur Gesundung des Ganzen beizutragen. Es kann auch mit Bestimmtheit vorausgesagt werden, daß die Bildcrbüchcrpreise, wie sie jetzt für dieses Jahr festgesetzt wurden^ weil die Herstellung bei den Verlagsanstalten jetzt schon einsetzen muß. und die Bestellung der Rohmaterialien bis weit in den Sommer hin ein zu erfolgen hat, in der nächsten Zeit nicht znrückgehen werden. Aber selbst den Fall gesetzt, daß in späteren Monaten allmählich die Lebensmittel und die Rohstoffe billiger werden sollten, so wird es für diese Saison nicht mehr zum Ansdruck kommen. Es märe ja auch eine schwere Schädigung des Handels und gerade der kleineren Kunden, wenn sie etwa noch vorhandenes Lager mit Verlust ver kaufen müßten.« Was hier von Bildern und Bilderbüchern gesagt ist, gilt in glei cher Weise von allen buchgewerblichen Erzeugnissen. Der Buchhandel wird, namentlich wenn die Preise im Buchdruckgewerbe nicht zurück gehen, auf lange hinaus an den bisherigen Preisen festhalten, ja, sie vielleicht noch weiter erhöhen müssen. Arbeitsgemeinschaft der bayerischen Buchhandlungsgchilfen. Um in dem Kampfe, den nichtbuchhändlerische Organisationen zurzeit gegeneinander führen, nicht untcrzugehen, andererseits aber, um auch den leitenden Stellen in Berlin und Leipzig die Stimmung über die Einigungsbestrebungen zwischen Allgemeiner Vereinigung deutscher Buchhandlnngsgehilfen und Allgemeinem Deutschen Buchhandlungs- Gehilfen-Verband zum Ausdruck zu bringen, hat sich hier in München aus dem Kreis Bayern des Allgemeinen deutschen Buchhand.'ungs- Gehilfen-VerbandeS und Gau Bayern wie Ortsgruppe München der Allgemeinen Vereinigung deutscher Buchhandlungsgehilfen eine Ar beitsgemeinschaft gebildet. Sie erstrebt die von den Mitgliedern beider bayerischen Gruppen gewünschte Verschmelzung der beiden Verbände und setzt sich für deren baldige Heröeisührung mit aller Kraft ein. Den Vorsitz in dieser Arbeitsgemeinschaft führen die Kollegen: Mahr i. H. N. Oldenbourg, Frankenbergcr i H. Lindauer, Mohr i. H. Schweitzer, Knoblauch i. H. Lindauer, Ostertag i. H. F. Bruckinann A.-G., Haedecke i. H. Verlag der Münchner Neuesten Nachrichten. Ferner hat die Arbeitsgemeinschaft im freundschaftlichen Beneh men mit den Arbeitgebern die Regelung der Arbeits- und Gchalts- verhältnisse Münchens und des rechtsrheinischen Bayern in die Hanä genommen. Ter Abschluß eines beiden Teilen Rechnung tragenden Tarifvertrags steht bevor (inzwischen vollzogen). In ihrer Sitzung vom 20. Januar faßte die Ortsgruppe Mün chen nachstehende Beschlüsse und fordert alle Ortsgruppen und Gaue des Reiches auf, mit ihr in einen Meinungsaustausch über diese Be schlüsse einzutreten. 1. Die Ortsgruppe München und der Gau Bayern verwahren sich in ganz entschiedener Form gegen jedwede Ein- oder Angliederung an den Zentral-Verband der Handlungsgehilfen. Sie lehnt auch künf tig jede parteipolitische Festlegung nach irgend welcher Richtung ab. 2. Die Ortsgruppe München fordert in Erwägung ausschlaggeben der sachlicher und taktischer Gründe, daß die Frage eines nahen An schlusses an die freien Arbeitergewerkschaften nicht weiter behandelt werden darf, ohne daß allen Mitgliedern Zeit zur eingehenden Überlegung und Beratung gegeben wird. 3. Die Ortsgruppe München verwahrt sich gegen den Versuch, eine vollständige Umänderung der Satzungen unter Umgehung des hierfür allein vorgesehenen Verfahrens der Satzungen (8 34, nicht 8 33) durch eine Urabstimmung herbeizuführen. Durch die späte Versendung der Karten und die kurze Uberlegungszcit wurde cs den meisten außer halb Berlins wohnenden Mitgliedern unmöglich gemacht, an der Ab stimmung überhaupt teilznnchmen. Wer wirklich die Stimmkarte rechtzeitig erhielt, hatte den Entwurf der Satzungen, über den er ab- stimmcn sollte, überhaupt noch nicht gesehen. Da der Entwurf die Mitglieder, besonders die außerhalb Berlins, ihres bisherigen Ein flusses auf die Geschäftsführung und die Politik der Bereinigung in wesentlichen Punkten beraubt, also auch insofern gegen jede gesunde Demokratie verstößt, so ist in dem Vorgehen Berlins ein nackter Uber-
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