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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 08.02.1919
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1919-02-08
- Erscheinungsdatum
- 08.02.1919
- Sprache
- Deutsch
- Sammlungen
- Saxonica
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X 30, 8. Februar 1919. Redaktioneller Teil. gewinn bedingenden letzten beiden Weihnachten nicht als un günstig für den Buchhandel bezeichnet werden können. Eine Schattenseite war der Mangel an geschultem Per sonal, Die Demobilisation könnte hier Wandel schaffen. Aber viele Feldgraue, die 1914 Gehilfen waren und unter normalen Umständen nicht an Selbständigkeit gedacht hätten, möchten heute versuchen, ob von dem Goldstrom, der angeblich daheim in den Geschäftsstraßen geflossen ist, nicht noch etwas in schnell gebaute eigene Kanäle abzuletten sei. Dazu kommt eine An zahl Auchbuchhändler und sonstiger unternehmungslustiger Leute, die sich, da andere Läden infolge Warenmangels nicht eröffnet werden können, auf die Buch- und Papier»branche» »werfen». Und ein weiteres Moment läßt sich nicht verkennen: vermögen oder Teile davon in Grundstücken oder kaufmän nischen Unternehmungen anzulegen, da Staatspapiere manchem Kapitalisten nicht mehr sicher genug erscheinen. Demgegenüber ist die Neigung zum Verkauf nicht sehr groß. Gewiß möchten viele Inhaber, denen es unter persönlicher an gestrengter Mitarbeit möglich war, etwas zu erübrigen, nun der Ruhe pflegen; aber man zögert doch noch angesichts der unsicheren wirtschaftlichen und politischen Zukunft, Entschließt man sich aber zum Abstößen, so werden Preise gefordert, die sogar die augenblickliche Konjunktur übersteigen. Nach dem ehernen Gesetz von Angebot und Nachfrage be dingen alle diese Umstände ein Steigen der Preise für verkäuf- liche Unternehmungen des Buchhandels, Die Gefahren einer Überzahlung liegen auf der Hand und finden Paral lelen in den Gründerjahren nach dem 70er Kriege, Ein buchhändlerisches Unternehmen ist aber kein Börsenpapier und nicht als Objekt zur Spekulation geeignet. Liegt die Sache doch in der Regel so, daß der Käufer einer Buch handlung in deren Betrieb seine Lebensauf gabe erblickt. Wir müssen damit rechnen, daß der Bücher-Umsatz, sobald andere Waren auf dem Markte erscheinen, gewaltig zurllckgehen wird, vor allem was dis gutrabattierte Belletristik anbetrisft, denn mit Anschaffungen von Bedarfsartikeln hat jedermann — ausgenommen vielleicht der eigentliche Kriegsgewinnler — so weit wie irgend möglich zurückhalten müssen. Wir müssen ferner einmal mit dem Abbau des 10°/»igen Teuerungszuschlages rechnen. Gewiß würde dieser Abbau mit dem Zurückgehen der Spesen und Gehälter zusammensallen; aber besonders für kleinere Umsätze bedeutet der Teuerungszuschlag manchmal mehr als Spesenersatz, er bedeutet Vermehrung des Reinge winns, Und endlich müssen hier zwei Umstände Erwähnung finden, die mit dem Lager Zusammenhängen: 1, das große Lager von Werken, die auf Kriegspapier gedruckt sind, dürste in Bälde als stark antiquarisch zu betrachten sein; 2, beim Abbau der Bllcherpreise mutz mit einem mehr oder minder großen Verlust durch teuer eingekauftes oder übernommenes Lager gerechnet werden. Diese Erwägungen sind selbstverständlich auch bei Hand lungen anzustellen, die nicht verkaufen, aber diese haben doch dann einen durch die Kriegskonjunktur erworbenen Reserve fonds als Rückendeckung, während der neue Inhaber vom Ka pital zehren muß. Ich hatte Gelegenheit, kürzlich zwei Fälle kennen zu lernen, die ich hier als Belege anführen möchte, l. In einer kleinen, am Fuße eines unserer bekanntesten Gebirge liegenden Stadt wurde ein Sortiment mit Nebenbranchen angeboten, Umsatz 17—18 900 Kaufpreis 15 000 „Ä! Kommentar überflüssig, 2, In einer Universitätsstadt war ein kleines Sortiment feil. Umsatz 28 000 Spesen gegen 5000 Vorräte etwa 4000 Reingewinn nicht nachweisbar. Kaufpreis 20 000 »L (Außenstände usw, sollten gesondert verrechnet werden). Ein Käufer müßte mindestens noch 10 Mille hineinstecken, hätte also für 30 Mille Zinsen — 1500 zu zahlen, sodaß die Ge- samispesen 6500 -/k beiragen würden. Dazu für den Inhaber ein Gehalt von 3600 Wenn man berücksichtigt, daß bei den vielen wissenschaftlichen Zeitschriften-Lieferungen an Institute nur 25°/» ohne Aufschlag in Frage kommen, und daß ein kleines Sortiment die Rabattmöglichkeiten nicht so ausnutzen kann wie ein großes, so dürfte die Annahme eines Bruttogewinne; von 10 000 zutreffend sein. Somit bliebe keine Risiko-Prämie übrig! Wie ungünstig würden sich aber diese Berechnungen verschieben, wenn die oben angedeuteten Zukunftsaussichten zur Wirklichkeit würden l Natürlich hofft jeder Käufer auf Erhöhung des Umsatzes, aber das würde doch der Lohn für seine eigene Tätigkeit und nicht von ihm zu bezahlen sein! Den Zweck meiner Zeilen brauche ich wohl nicht zusammen zufassen. K, Strövcr, Achthunderttaus end! Wacht auf, ihr Müden und ihr Lauen, Wacht aus in allen deutschen Gauen, Ihr Zögernden, eilt schnell herbeil Achthunderttausend Volksgenossen Sind noch nom Lagcrzau» umschlossen, Achthunderttausend noch nicht frei. Ter große Krieg ist längst entschieden, An unsre Tore pocht der Frieden, Wenn auch ein harter Frieden, an. Nun, mag er noch so Schweres bringen, Nie darf er dreist zum Frondienst zwingen Die achtmalhnnderttausend Mann, Das heiligste Gebot der Stunde, Das Hohelied oom Völkerbunde Tönt wie ein Mißklang, schars und schrill, Wenn uns der große Zeitenwandel Statt Freiheit neuen Sklavenhandel Und neue Knechtschaft bringen will. Die Folter zeugt kein Beltvcrsöhnen, Drum soll der Werberuf ertönen Vor: Land zu Land, von Meer zu Meer, Dem Sieger in die Ohren brausend: Gib uns die achtmalhnnderttausend, Gib unsre Brüder endlich her! Heinrich Minien, Dresden Kleine Mitteilungen. Preisfestsetzungen des Reichsschatzamtcs bctressciid Druckarbeite» für Behörde». — Der Staatssekretär des Rcichsjchatzamtcs hat neue Grundsätze ausgestellt, die von der Rcichskommission zur Sicherstellung des Papicrbedarfs veröffentlicht wurden, und die eine Sonderbc- handlnng der vor dem Kriege mit den Behörden abgeschlossenen Verträge über Lieferung von Papier, Drucksachen usw, betresfcn. Aus diesen -Grundsätzen- geht zunächst hervor, daß die Lieferanten lediglich für den Schaden, den sie ans vertraglichen Lieserungen haben, entschädigt werden dürfen. Ein Gewinn hieraus ist ihnen nicht zu belassen, sondern nur eine angemessene Vergütung für ihre « i g e n c M i t a r b e i t bei der Liefe rung. Eine Entschädigung darf höchstens von dem Zeitpunkt der An tragsstellung an erfolgen. Eine rückwirkende Kraft in bezug auf diese Entschädigung ist nur bis zum t, Januar 1918 zulässig. Sie ist vor läufig ans den Zeitpunkt bis zum 31, März 1919 festgesetzt worden. Die vor dem Kriege vertraglich sestgelegten Zuschläge sür Satz, Druck und Buchbinderarbeit dürfen folgende Höchstsätze nicht überschreiten: nj SO"/» für den Zeitraum vom 1. Jan. 1918 bis 31, Juli 1918; i>) 85°/» für den Zeitraum vom 1, August 1918 bis 39, Nov, 1918; o> 95»/» für den Zeitraum vom 1, Dez, 1918 bis 31, März 1919, BcrtragSteilnchmern in Berlin kann zu diesen Höchstsätzen noch ein S o nd e r z u s ch I a g von 15°/» bewilligt werden. Die Gesamt ausschläge für Berlin betragen somit 65, 199 und 119°/». Die weiteren Bestimmungen betreffen die Berechnung des Pa piers, Die durch Belege nachgewicsenen Selb st - Mehrkosten für das zu den Drucksachen verwendet» Papier können ersetzt werden. Die Belege müssen von der anftraggcbendcn Behörde sür richtig befunden worden sein. Bei Berechnung der Selbstmehrkostcn ist auszugeheu von dem Einkaufs preis des Lieferers. Die tatsächlich erwachsenen eigenen Verwal- tungskostcn, wie Fracht, Abfuhr, Lagerung, Verpackung usw,, können dem Einkaufspreis zugcrcchnct werden. Der Unterschied zwischen dem eingesetzten Vertragspreis und den ermittelten Selbstkosten stellt die Setbstmehrkostcn dar. Wo Papicrpreisc nicht besonders vereinbart sind, kommt ein Zuschlag nur dann in Frage, wenn sestgestcllt werden kann,- wieviel von dem GcsamtvcrtragsprciS ans das Papier entfällt, 101
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