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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 14.05.1918
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1918-05-14
- Erscheinungsdatum
- 14.05.1918
- Sprache
- Deutsch
- Sammlungen
- Saxonica
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- ZeitungBörsenblatt für den deutschen Buchhandel
- Jahr1918
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Redaktioneller Teil Der Verein der Buchhändler zu Leipzig. Bericht über die Hauptversammlung am 26. März 1918. Die von einigen 80 Mitgliedern besuchte Versammlung er ledigte die Tagesordnung ziemlich rasch. Punkt 1: Jahresbericht. Derselbe ist im Börsen blatt Nr. 104 vom 6. Mat 1918 zum Abdruck gelangt und wurde nach einleitenden Worten des Vorsitzenden Herrn Hofrat Richard Linnemann sowie Erläuterungen und Ergänzungen desselben zu einigen Abschnitten einstimmig genehmigt. Die Ehrung der verstorbenen Mitglieder erfolgte in der üblichen Weise. Punkt 2: Rechnungsabschluß. Die überaus mühevolle Arbeit des Schatzmeisters. Herrn Thomas, lag ge druckt vor und gab nur zu wenigen Anfragen Anlaß, die be friedigend beantwortet wurden. Dem Antrag der Revisoren entsprechend wurde er einstimmig genehmigt. P » nkt 3: Haushallplanfür 1918. Derselbe weist, durch die Zeitverhältnisse bedingt, wesentlich höhere Ausgaben, besonders für die Bestellanstalt und die Paket-Austauschstelle, aus, die durch Umlagen gedeckt werden müssen. Die Mitglieder sahen deren Berechtigung ein und genehmigten den Voran schlag, ebenso wie die Aufstellung über die gemeinnützigen Stif tungen und das Vereinsbermögen, das sich (einschließlich der Stiftungen) zurzeit auf 223 506.— (Kurswert) beläuft. Punkt 4: Wahlen. Den Vorschlägen des Hauptaus- schusses entsprechend wurden gewählt: a) in den Vorstand die Herren Hosrat R. Linnemann als Vorsteher (Wiederwahl), Paul List und David Rost; d) in den Hauptausschutz die Herren K. Hiersemann und Adolf Opetz. Nach Dankesworten des Vorsitzenden an die ausscheidenden Mitglieder des Vorstandes und des Hauptausschusjes sowie dem Danke des Herrn R. Voigtländer an den gesamten Vor stand für seine im letzten Jahre besonders mühevolle Tätigkeit wurde die Versammlung geschlossen. Kantate 1918. Mit dem Ergebnis der diesjährigen Kantateverhandlungen können beide Parteien — Verleger sowohl wie Sortimenter — zufrieden sein. Mehr aber noch hat der gesamte Buchhandel Ur sache, sich des errungenen Erfolgs zu freuen. Ist doch der schwerste Krieg, sich selbst bekriegen, der schönste Sieg, sich selbst besiegen. Diesem Sieg über Eigenbrötelei in den eigenen Rethen hat Kantate 1918 einen starken und, wie zu erwarten steht, nachhaltigen Ausdruck gegeben, erneut damit die schon oft gemachte Erfahrung bestätigend, daß es nur der Angriffe von außen bedarf, um den Buchhandel in geschlossener Schlachtreihe zu gemeinsamer Abwehr auf den Plan zu rufen. In demselben Moment, da man dem Sortiment in der Öffentlichkeit Wucher und Ausbeutung vorwarf, fühlte sich der gesamte Buchhasidel gedrängt, Stellung gegen eine solche Auffassung zu nehmen, eine Auffassung, die besonders grotesk durch das Mißverhältnis zwischen dem bescheidene» Ausschlag des Sortiment» und der ungeheuren Preisverteuerung anderer Berufe wirken mußte. Zudem machte sich die Not der Zeit jedem einzelnen fühlbar und zwang auch die bisher noch nicht zu Preiserhöhungen oder Tcucrungszuschlügen llbergegangencn Firmen, den veränderten Verhältnissen Rechnung zu tragen. Ja man kann Wohl auch einen stärkeren Ausdruck als grotesk für die Brandmarkung des vom Sortiment erhobenen 107»>gen Teuerungszuschlags wählen, wenn man sich vergegenwärtigt, daß in den unmittel bar mit dem Buchhandel in Verbindung stehenden Gewerben die Kciegspreise — wie z. B. im Papierhandel — die Friedens preise oft um dar Drei-, Vier- und Sechsfache übersteigen. Mochte bisher der Verleger vielleicht mit einem Gemisch von Selbstsichechett und Schadenfreude der Gewissensnot des Sortiments zugesehen haben, in die es geraten war, als es aus eigener Machtvollkommenheit, wenn auch unter seiner still schweigenden Duldung, den 107-igen Teuerungszuschlag ein- sührtc: soweit durfte es nicht kommen, daß angesehene, ehren werte Becufsgenossen vor das Gericht geschleppt und womög lich wegen Preiswuchers verurteilt wurden I Zudem hatte der Verlagsbuchhandel, teils aus Unvermögen, teils au» Furcht, an einer einmal etngefllhrten Rabatterhöhung dauernd festhaltcn zu müssen, die Lieferungsbedingungen nicht nur nicht verbessert, sondern im Gegenteil durch bisher nicht übliche, ja nicht ein mal dnrch die Verlehrsordnung gerechtfertigte Extraberechnun- gen verschlechtert, sodatz er sich als unmittelbarer Urheber wie als mittelbarer Nutznießer dieses 107»igen Teuerungszuschlags ansehen konnte. Auch war, wie bemerkt, der Verlag, von der gleichen Not gezwungen, zu Preiserhöhungen und Teuerungs- zuschlägen geschritten oder im Begriffe, dazu übcrzugehcn, so- daß die Abwehr der erwähnten Angriffe keineswegs lediglich eine Angelegenheit des Sortiments war, sondern sich als ein Kamps um die Lebensnotwcndigkeiten des gesamten Buch handels darstellte. Jetzt hieß es mitgegangen, mttgefangen, mitgchangen, da der Verlag sich darüber klar sein mußte, daß die Reihe an ihn kommen würde, wenn es nicht gelänge, die Angrifse gegen da? Sortiment abzuschlagen »nd Behörde» und Publikum von der Notwendigkeit der vom Verlag und Sorti ment ergriffenen Maßnahmen zu überzeugen. Ernst war die Lage insofern, als bereits Strafanzeigen gegen einzelne Buch händler Vorlagen, Erhebungen sowie kommissarische Verneh- mutigen stattgesnnden Hallen und auch das Publikum durch die fortwährenden Angriffe in der Presse beunruhigt war. Einem Stande, der, wie der Buchhandel, einen guten Namen zu vcr- Pieren hat und in so engen Beziehungen zum Publikum steht, kann es nicht gleichgültig sein, wie die Öffentlichkeit über ihn denkt, am wenigsten, wenn er sich im Recht fühlt und keinen an deren gangbaren Weg sieht, unvermeidliche Schädigungen aus ein möglichst geringes Maß zu beschränken. Deshalb haben ge rade die Angriffe in der Presse in Verbindung mit der Stel lungnahme des Kriegsernährungsamts da? Bewußtsein der Verantwortlichkeit aller für alle im Buchhandel geweckt und SSI
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