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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 07.03.1914
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1914-03-07
- Erscheinungsdatum
- 07.03.1914
- Sprache
- Deutsch
- Sammlungen
- Saxonica
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- ZeitungBörsenblatt für den deutschen Buchhandel
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Börsenblatt f. d. Dtschn. Buchliandel. Redaktioneller Teil. ^ 55, 7. März 1814. tunqcn schon vor 7 Uhr bestellen und hierdurch de» kleineren Zei- tungen die Abonnenten megstschc». Für die kleineren Zeitungen Berlins gibt cs nur eine Rettung, und diese besteht darin, daß die Postanstalten Grosi-Bcrlins überall dort, wo Zeitunasspeditionen etn- gchen, einen etwa eine Stunde srühcrcn Bestcllgang für die Zcitungs- zustcllung cinrichtcn. Geschieht das nicht, so dürsten einige zwanzig angesehene Berliner Zeitungen ihr Erscheinen im Lause der nächsten Jahre etnstellen.» Ich glaube, daß sich dieser Frühbestellung große Be denken entgegenstcllen. Abgesehen davon, daß die einzelnen Postbestellungen von den, Eintreffen der Züge abhängig sind, bietet eine Bestellung zn einer Zeit, wo der größte Teil der Empfänger noch im Bett liegt, mit Rücksicht auf Einschreibe briefe usw, doch große Schwierigkeiten. Einen bisher in Deutschland unerreichten Rekord hat die Ullsteinsche Berliner Mocgenpost aufgestellt: 488080 Abon nenten. Der Verlag hat ihr aus diesem Anlaß eine Fest beilage gegeben, die neben einer Reihe künstlerischer Beiträge der bekanntesten Mitarbeiter auch einige fachlich interessante Artikel enthält, wie: »Neuburger, Wie die Morgenpost ent steht«, »Prof. W. Sombart, 488 000 Abonnenten«, »Prof. I. Köhler, Presse und Rechtsordnung«, endlich noch den Artikel von Norbert Falck: .Unsere erste Nummer«, aus dem wir erfahren, daß die Riesenabonncntenzahl in noch nicht 15'/> Jahren erreicht wurde. Aus Anlaß des Jubiläums veranstaltet die Zeitung ein sehr nachahmenswertes Preisausschreiben: Die Gewinne bestehen nicht nur aus Geld, sondern auch aus Ferien- freistellen für arme Kinder, deren Auswahl dem entsprechenden Gewinner zusteht. Ihre Abonnenten hat die Berliner Morgenpost Wohl hauptsächlich in dem politisch freisinnigen Kleinbürgertum. Die Vereinigung der Berliner Mitglieder des Börscnvereins hielt am 26. Februar eine zweite außer ordentliche Generalversammlung ab, die über die definitive Annahme der neuen Satzungen entscheiden sollte. Nachdem der Vorsitzende Herr Koebner die Gelegenheit benutzt hatte, die Mitglieder der Vereinigung auf den Nutzen des Buch händler-Erholungsheims empfehlend hinzuweisen, erteilte er Herr» Prager zu einem kurzen Referat das Wort. Die am 18. Januar beratenen Satzungen haben inzwischen dem Syndikus des Börfenvereins Herrn vr. Orth zur Begutachtung Vorgelegen, und Herr Prager empfahl nun die Aufnahme einiger von Leipzig für nötig erachteten Änderungen. Nach einer kurzen Debatte, an der sich u. a. Herr Schuch ardt beteiligte, wurden die neuen Satzungen einstimmig ange nommen. Der nächste» ordentlichen Sitzung, die noch vor der Ostcrmesse stattfindet, liegen also die neuen Statuten zugrunde, die für unentschuldigt fehlende Mitglieder zwei Mark Strafgeld vorsehen. Es ist zu hoffen, daß die geradezu beschämend geringe Teilnahme an den Versammlungen nun mehr aushört. Von zwei neuen Zeitschriften wäre zu berichten. »Die Zeitschrist des Herrn« hat die Schneiderfirma Herr mann Hoffman» in Berlin zum Verleger und gilt der Pflege der männlichen Eleganz. Sie charakterisiert in interessanter Weise den heute nicht seltenen Übergang eines künstlerisch ausgestatteten Katalogs zu einer im Dienst der Firma stehen den Zeitschrift. Die Mitarbeiterliste weift Namen auf, deren sich auch eine literarische Zeitung nicht zu schämen brauchte: Hanns Heinz Ewers, H. v. Kahlenberg, Frhr. v Schlicht, v. Gleichen-Rnßwurm, Felix Poppenberg u. a. Ausstattung und Illustrationen sind prächtig (nur liegt Kolumbien nicht in Indien!,. Da die Zeitschrift auch durch den Buchhandel geliefert wird, wollte ich Firmen mit distinguierter Herren- Kundschaft jedenfalls darauf aufmerksam machen. Bei »Allgemeine Flugblätter deutscher Nation«, deren »Erstes Stück« soeben erschien, hatte ich anfangs Kom- petenzdedenken, da die Zeitschrift — so muß man sie Wohl nennen — in Berlin, Leipzig und München erscheint. Die 16seitige mit kräftiger Type in Quartformat gedruckte Nummer ist ein Produkt jungdeulscher Art, und zwar jenes mir per- ll>2 sönlich sympathischen Zweiges, der sich von der internatio nalisierenden Dekadenz abgewandt hat und einem gesunden Nationalismus das Wort redet. Der Inhalt ist vorläufig aus Kunst- und politischen Beiträgen gemischt; ob die eine oder andere Seite im Laufe der Entwicklung die Oberhand gewinnt, läßt sich Wohl noch nicht Voraussagen. Besonders erfreut hat mich eine Notiz: »Die Herstellung dieser Nummer be zahlte H. R.« Es gibt eben doch noch Mäcene in Deutschland. Die bekannte in Berlin erscheinende Auslandszeitung »Das Echo« soll vom 1. April an in neuer Form ausgegeben werden. Neben redaktionellen Änderungen ist die Einführung zahlreicher Illustrationen nach einem neuen Druckverfahren (wohl dem «Tiefdruck«) geplant. Man geht Wohl nicht fehl, wenn man diese Umgestaltung auf die Konkurrenz der Export ausgaben großer Berliner Verlagssirmen wie Masse (Wochen- Ausgabe des Tageblatts) und Scherl (Exportwochc, zurückführt. Unser neuester buchhändlerischer Kollege in Berlin nennt sich »Der Lustfahrerdank«. Er verdankt gleich ähnlichen Unternehmungen Humanitären Gründen feine Entstehung. Das starke Risiko des Flugsports machte bisher Versicherungs- abschlüssc der Flieger fast unmöglich, so daß diese resp. ihre Hinterbliebenen bei Unglückssällen in Not gerieten. Nachdem verschiedene Hilfsgrllndungen, wie »Der Fliegerdank« und «Die Luftfahrerstiftung«, keine genügende Abhilfe gebracht haben, ist jetzt unter dem oben bezeichneten Namen eineErwerbs- gesellschast gegründet worden, die außer verschiedenen Unter nehmungen auf dem Gebiet der Reklame und Kommission eine technische Buchhandlung und einen technischen Verlag umfassen soll. Letzterer hat bisher einen Luftfahrerkalender und eine Übersichtskarte für Luftfahrer herausgebracht, ein Reisehandbuch für Luftsahrer befindet sich in Vorbereitung. Über einen Vortrag des Herrn R. L. Prager auf dem Berliner Bibliophilen-Abend entnehme ich dem Gen.-Anz. des B. T. folgenden Bericht: Prager hatte zum Gegenstände seines Vortrages den Ber liner Buchhandel in den sechziger und siebziger Jahren des vorigen Jahrhunderts gewählt. Anstatt nun sich mit einer ermüdenden Statistik über die Entwicklung des Berliner Buch handels in der genannten Zeit zu beschäftigen, entrollte er unter Zuhilfenahme seiner reichen persönlichen Erinnerungen ein farbenreiches Bild der damals hier in Berlin tonangebend gewesenen Buchhändler und Verleger, so daß sich aus seinen Schilderungen ein überaus anziehendes Stück Berliner Kul turgeschichte überhaupt ergab. In launiger Schilderung, die oft durch Heiterkeit unterbrochen wurde, ließ er die ori ginellen Buchhändler- und Verlegergestalten an den Augen der Zuhörer vorüberziehen. Nicht bloß die Ältesten und Älteren unter den Anwesenden, sondern auch die Jüngeren und Jüngsten erfreuten sich an den Charakterbildern von Persönlichkeiten wie Georg Reimer, Schneider, der Antiquare Albert Cohn, Colli», Stargardt, vr. Friedländer, Kampffmeyer, Danz u. anderer. Namentlich die beiden Letztgenannten, wahrhafte Originale im Antiquariatsbuchhandel, wußte derVortragende geradezu plastisch darzustellen Das waren jene für die Sammler glücklichen Zeiten, da es noch möglich war, um ein Spottgeld unter Um ständen die größten Seltenheiten zu erwerben. Interessant war die Bemerkung Pragers, daß der größte Teil der wert vollen Gorttzschen Bibliothek, die bekanntlich im Märkischen Pcovinzialmuseum aufgestellt ist, aus den unergründlichen Buch fächern Kampfsmeyers stammt. Die zahlreichen Anwesende» dankten dem Vortragenden durch lebhaften Beifall. Im Literarischen Echo Nr. ll (Berlin, Egon Fleische! L Co.) wendet sich H. H. Houben scharf gegen die sogen. »Nebenluftausgaben«, ein Thema, das ja auch an dieser Stelle mehrfach erörtert worden ist. Der Verfasser will diesen Ausdruck nicht nur aus die unautorisierten Neuaus gaben von anonym oder Pseudonym erschienenen Jugendwerken bekannter Schriftsteller anwenden, sondern versteht darunter auch die in letzter Zeit so häufige unautorisierte Benutzung von Bearbeitungen, kommentierten Klassikerausgaben usw. Er
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