Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 22.07.1878
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- 1878-07-22
- Erscheinungsdatum
- 22.07.1878
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^ 168, 22. Juli. Nichtamtlicher Theil. 3855 Jahreskataloge vor, die sehr mühsam zu handhaben sind; außerdem hat ein Hr. Linnström ein verdienstvolles Unternehmen begonnen, indem er die ganze schwedische Literatur von 1830—65 in einen Katalog zusammenfassen will, die Arbeit rückt indessen so langsam vor, daß die seit 1867 erschienenen Hefte 1—20. noch nicht über den Buchstaben U hinausgekommcn sind. So befand sich denn in erster Reihe der schwedische Buchhandel in einer sehr hilflosen Lage, und um diese zu beseitigen, entschloß sich der dortige Buchhändler- Verein (Zvsnsüa, bolrlörl8^Zar6-köisni^in§) vor etwa drei Jahren, die Fortsetzung zu dem von Linnström begonnenen Kataloge, dessen Beendigung vor der Hand noch gar nicht abzusehcn ist, selbst in die Hand zu nehmen, und zunächst die Jahre 1866 — 75 bearbeiten zu lassen, damit wenigstens für die allerneueste Zeit die nöthige '.Über sicht gewonnen werde. Diese Arbeit ist seitdem mit rühmenswerthem Eifer schnell gefördert worden, und liegt jetzt in dem vorher genann ten Kataloge fertig vor. Das Werk zerfällt in zwei Theile: in ein Autoren-Alphabet, und in eine wissenschaftlich geordnete Uebersicht, ähnlich der den Hinrichs'schen halbjährlichen Katalogen beigegebenen, letztere beson ders werthvoll, weil durch dieselbe die literarische Production in Schweden während der letzten zehn Jahre in abgeschlossenen Grup pen veranschaulicht wird. Unter diesen nimmt die Geschichte mit ihren Hilfswissenschaften den bedeutendsten Platz ein, ein Gebiet, wel ches eine Reihe der stattlichsten Unternehmungen aufweist, die so wohl den schwedischen Gelehrten, wie dem dortigen Buchhandel zur Ehre gereichen. Als für uns besonders interessant nenne ich von den Uebersetzungen aus dem Deutschen die allgemein-geschichtlichen Werke von Nösselt, Pütz und G. Weber, ferner Kolb's Cultur- geschichte; Wagner, Rom; Ranke, Wallenstein; Hettncr's Literatur geschichte; Kreyssig, Shakespeare; Petiscus, Olymp, welche neben anderen Werken übersetzt wurden. Die schönwissenschaftliche Literatur zeigt sich, wie überall, so auch in Schweden, besonders cultivirt; der vorliegende Katalog trennt bei den Dichtungen und Romanen die Originalarbeiten von den Uebersetzungen, und zwar überwiegen die letzteren, wohl infolge des Mangels von Literarverträgen mit dem Auslande, die ersteren bei weitem: an Original-Romanen erschienen in dem gedachten Zeit räume etwa 350, an Uebersetzungen, namentlich aus dem Englischen, dann auch aus dem Französischen und Deutschen etwa 550; wir finden darunter unsere bekannten Autoren, wie Gustav Freytag, Gerstäcker, Hackländer, Paul Heyse, die Marlitt, Mühlbach, Polko, Fritz Reuter, Samarow, Spielhagen, Wachenhusen u. A. m. reichlich benutzt, was, neben aller Befriedigung über die Anerkennung der literarischen Verdienste unserer Autoren, doch nicht ganz ungetrübte Empfindungen in uns wachzurufen wohl geeignet ist. Tritt uns doch auch hier, wie in Dänemark, Holland, Rußland, Spanien, Amerika, kurzum den Staaten, mit denen wir noch keinen Literar- Vertrag abgeschlossen haben, recht handgreiflich die Thatsache ent gegen, daß unsere Literatur von den betreffenden Nationen stark ausgebeutet wird, ohne daß unsere Autoren und Verleger materiell dafür entschädigt zu werden brauchen, gar nicht zu gedenken des di rekten Nachtheiles, der ihnen noch dadurch zugefügt wird, daß die Uebersetzungen den Absatz der Originalausgaben sehr stark beein trächtigen. Es bleibt dem gegenüber lebhaft zu bedauern, daß seitens der Regierungen dem Schutze des Autorrechtes immer noch nicht die wünschenswerthe Beachtung geschenkt wird; mit Holland wird be kanntlich seit Jahren darüber verhandelt, ohne daß die von den be theiligten Parteien angestrebten Verträge von den Regierungen bis jetzt abgeschlossen sind, und bei den übrigen Ländern, darunter auch Schweden, verlautet noch gar nichts über die Absicht der deutschen Regierung, für den Schutz des geistigen Eigenthums ihrer Staats angehörigen einzutreten. Viel Schuld hieran trägt allerdings der unbegreifliche Mangel jeglicher Initiative der Geschädigten bei uns, indessen sollte die Regierung trotzdem für ihre Unterthanen eintreten. Der kürzlich in Paris abgehaltene internationale literarische Kon greß hat nun allerdings beschlossen, unter Anderem auch diese An gelegenheit in die Hand zu nehmen; ich fürchte jedoch, daß die damit betraute Commission die gleichmäßige Regulirung des Autorrechts sowie den Schutz desselben in den verschiedenen Culturstaaten noch lange Zeit vergeblich anstreben wird. — Neben der schönwissenschaftlichen Literatur macht sich auch die theologische durch ihren Umsang und inncrn Gehalt besonders be merkbar ; außer bedeutenden Originalarbeiten finden wir aus unserer Literatur die Bibel-Commentare von Hausrath, Kurtz, Luthardt, Delitzsch, Hagenbach und Schenkel, auch die ascetischen Werke von Ahlseld, Kapff, Krummacher, Lobstein und Sturm, wie die kirchcn- geschichtlichen Monographien von Hansrath (Apostel Paulus), Keim (der historische Christus), Vormbaum (Missionsgeschichte), daneben auch die englische und französische theologische Literatur sehr eingehend berücksichtigt. Die anderen Gebiete treten numerisch hinter diesen drei Haupt gruppen zurück, doch zeigt sich in allen eine achtungswerthe eigene Production neben aufmerksamster Verfolgung der außerschwedischen Literatur. Nicht in den Katalog ausgenommen sind die in den Buchhandel gekommenen Dissertationen, doch ist für diese ein Wegweiser in dem von C. G. Wahlberg im vorigen Jahre veröffentlichten Verzeichniß der akademischen Abhandlungen vorhanden, durch welche sich die Lücke ergänzen läßt. Die finnische Literatur hat eine eingehende Berücksichtigung gefunden, sie weist sehr tüchtige Leistungen in der Sprachwissenschaft, namentlich aber in der Geschichte, speciell der Archäologie, auch in der Statistik und den übrigen Fächern auf, deren Erörterung hier zu weit führen würde. In einem Anhänge sind die in Schweden und Finnland erschienenen Karten verzeichnet, unter welchen die umfangreichen topographischen Arbeiten des Ge neralstabes, sowie zwei bei Bonnier in Stockholm erschienene be deutende Werke, das kiüats skouoruiska üartvsrü und die 8veri§s8 sssoloZisüs. Ilucksri-ölruiuss (56 Blatt, Preis circa 100 Kronen) hervorragen. Der von dem schwedischen Verlegerverein bei der Herausgabe verfolgte Zweck, dem Buchhandel ein bequemes, brauchbares Bücher- verzeichniß zu verschaffen, darf als vollständig erreicht bezeichnet werden, und neben dem schwedischen Buchhandel hat auch der deutsche alle Ursache, den Herren Collegen drüben dankbar für das biblio graphische Hilfsmittel zu sein, und durch eine fleißige Benutzung desselben seinen Dank zu bethätigen. Berlin, 15. Juli 1878. Otto Mühlbrecht. Misccllcn. Berlin, 9. Juli. In August Bolm's Verlag zu Berlin er scheint in Heften zum Preise von je 50 Pf. ein „Deutsches Gesetz- und Rechtsbuch nebst Rechtslexikon", welches als „Kaiser- Ausgabe" bezeichnet und dem Titel auf dem Nmschlageblatt zufolge „nach Materialien des Reichskanzleramts" bearbeitet ist. Wir sind zu der Mittheilung ermächtigt, daß das Reichskanzleramt zu diesem Unternehmen in keiner Beziehung steht und daß es insbesondere irgend welche Materialien für das Werk nicht zur Verfügung ge stellt hat. Entgegnung. — Mit 10 Worten läßt sich manchmal etwas behaupten, das zur Klarstellung deren 1000 erfordert. Aehnlich der vorliegende Fall, der eine Schädigung meiner Interessen beabsichtigt. — Dank der mir von der verehrt. Redaction zur Beantwortung freundlich gewährten Zeit, ist es mir dadurch mög lich geworden, mich über die Entstehung dieser „Miscelle" etwas 389*
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