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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 27.09.1886
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1886-09-27
- Erscheinungsdatum
- 27.09.1886
- Sprache
- Deutsch
- Sammlungen
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- Saxonica
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Die Cansteinsche Bibel. — In der Druckerei der von Cansteinschen Bibelanstalt in den Franckeschen Stiftungen ist kürzlich die tausendste Auflage der Bibel in der bekannten Oktavausgabe mit Fertigstellung des letzten Bogens vollendet worden. Im Jahre 1785 wurde vom Baron von Canstein, der die Anstalt im Jahre 1712 stiftete, neben den anderen von ihm an fänglich hergestellten Bibelausgaben verschiedener Formate, wie Groß-Duodez mit Nonpareilleschrift, Groß-Oktav mit Korpusschrift, Folio und Quarto, dann auch ein Versuch gemacht, eine Bibel ausgabe herzustellen, die das Mittel hielt zwischen groß Oktav und Duodez, und so entstand die Bibel mit Petitschrift im gewöhnlichen Oktavformat, deren erste Auflage von 8000 Exemplaren in drei Jahren, also 1788, vergriffen war, worauf 1790 die zweite Auf lage von 12 000 Exemplaren fertig wurde und beispielsweise im Jahre 1844 bereits über 3 Millionen Bibeln in erwähnter Ausgabe gedruckt worden waren, außer mehr als einer Million Neuer Testamente. Hiernach läßt sich ungefähr berechnen, wie groß die Zahl der in hundert Jahren bei der jetzt vollendeten tausendsten Auflage, die in ähnlicher oder gar größerer Stärke wie vorher gegangene Auflagen hergestellt worden, aus jener Druckerei her vorgegangen. Vom Postwesen. — Der Kongostaat, welcher seit 1. Januar d. I. dem Weltpostverein angehört, hat nun auch seinen Beitritt zu dem am 21. März d. I. abgeschlossenen Znsatzartikel erklärt, welcher die Grundlage des Lissaboner Übereinkommens bildet. Postkarten als Drucksache. — Diejenigen gedruckten Karten, welche gegen Drucksachengebühr mit der Post versandt werden, sollten, wie in Nr. 158 mitgeteilt, nach Verfügung des Reichspost amts vom 1. Oktober ab nur dann zur Versendung gelangen, wenn das Wort Postkarte sich auf der Aufschriftseite nicht befindet. Infolge Vorstellung ist jedoch der Termin durch Verfügung vom 11. September bis Ende März 1887 verlängert worden. Ein amerikanischer Verleger. — Vor kurzem starb in Charlestown im Staate Massachusets MosesA. Dow, Gründer und Eigentümer des »Waverly Magazine«, einer in ganz Nord amerika wohlangesehenen und einflußreichen Zeitschrift. Am 25. Mai 1810 in Littletown geboren, genoß Dow eine sorgfältige Erziehung. Mit 19 Jahren verließ er das elterliche Haus, um in Boston die Buchdruckerkunst zu erlernen. Der Drang, sich selbständig zu machen, war so mächtig in ihm, daß er sich alsbald entschloß, eine Zeitung zu gründen. Allerdings waren viele Widerwärtigkeiten zu überwinden, ehe er sein Ziel erreichte. Leider ging die Zeitung bald wieder ein, und Moses sah sich genötigt, wieder als Setzer zu arbeiten. Bald darauf versuchte er es mit der Herausgabe eines religiösen Blattes. Mit diesem hatte er mehr Glück. Ein vorteilhafter Verkauf des selben setzte ihn in den Stand, ein Verlagsgeschäft zu gründen. Dieses fallierte jedoch und Dow kehrte zur Kunst zurück. Nichtsdestoweniger hielt er an seiner Zeitungsidee fest. Im Verlaufe von zwei Jahren waren nicht weniger als acht Blatt gründungen erfolglos. Endlich kam er auf den richtigen Weg. Im Jahre 1850 gründete er das »Waverly Magazine«. Mit 250 Dollars errichtete er eine Druckerei. Aus sechs Setzerinnen bestand sein Personal. Am Tage arbeitete Dow als Setzer und gönnte sich nachts nur die notwendigste Ruhe, um in rastloser Arbeit für Herstellung der Manuskripte zu sorgen, von denen der größte Teil seiner Feder entstammte. Die Zeitschrift fand eine freundliche Aufnahme, und das Glück Dows war begründet. Neue Nickelmünze. — Einer der ersten Gegenstände, welche der Bnndesrar bei seinem in knrzem bevorstehenden Wiederzu sammentritt zur Erledigung bringen wird, dürfte die Ausprägung der neuen Nickelmünze sein. Der Reichskanzler hat beantragt, die herzustellende Nickelmünze zu zwanzig Pfennig aus einer Legierung von fünfundzwanzig Teilen Nickel und sünfundsiebzig Teilen Kupfer zu prägen; auf der Adlcrseite der Münze die Mittelfläche zu vertiefen, in der Mittclfläche den Adler und auf der Randfläche eine Verzierung von Eichenlaub auzubringen; ferner auf der Schriftfläche die Mittelfläche durch die Ziffer »20« auszusüllen, während die Randfläche mit der Umschrift »Deutsches Reich« nebst Jahreszahl und Wertangabe »20 Pfennig« versehen werden soll. Falsches Geld. — In Süddeutschland sind vor einiger Zeit falsche Fünfmark-Scheine aufgetaucht, welche die folgenden Unter scheidungszeichen haben: Sie sind einen halben Centimeter schmäler als die echten, nicht aus Pflanzenfaser-Papier, sondern ans gewöhn lichem starken Papier hergestellt, in welchem tue dem elfteren eigen tümlichen Rippen gänzlich fehlen, die Pflanzenfasern jedoch durch kreuz und quer gezeichnete kleine Striche nachgeahmt sind. Das Wasserzeichen 5 an der rechten Seite des Scheines fehlt. Die Farbe des durch Lithographie (bei den echten Scheinen in Kupferstich) hergestellten Aufdrucks ist nicht bläulich-schwarz, sondern bläulich- grün und blaß. Auf der Schauseite erscheint die Schraffierung der Linien durchweg grob und unregelmäßig. Die Zeichnung der Kriegerfigur und auch des Adlers auf dem Wappenschilde ist eine ganz mangelhafte, der Druck der Überschrift »Reichskassenschein«, sowie die am Fuße befindliche Strafandrohung unregelmäßig und schlecht. Auf der Rückseite ist bei der in roter Farbe hergestcllten Wertbezeichnung »Fünf Mark« die Farbe verlaufen, der Druck inkorrekt und nicht scharf. Dasselbe gilt von dem auf der Rücksei te links unten stehenden Ansertigungsstempel, in welchem die Umschrift um den Adler »Reichsschuldenverwaltung« anscheinend ganz fehlt. Die vorgekommenen Falsifikate tragen alle die Nummer 609 467. Berichtigung. — Im Artikel »Buchhändler als Schrift steller« in Nr. 217 wird u. a. auch zweier anonymer Merkchen »Sommersprossen« und »Memoiren eines Theekessels« Erwähnung gethan, in der Meinung, daß deren Verfasser ein Buchhändler sei. Diese Annahme hat sich nach einer Mitteilung des Herrn Verlegers (Joh. Ambr. Barth) als irrig erwiesen. (Vergl. Inserat in heutiger Nummer.) wL' Beiträge zur Geschichte des Buchhandels und der Buch druckerkunst — Biographisches — Aussätze aus dem Gebiete der Preßgesetzgebung, des Urheberrechts und der Lehre vom Ver lagsvertrag — Mitteilungen zur Bücherkunde — Schilderungen aus dem Verkehr zwischen Schriststcllern und Ver leger» — sowie statistische Berichte aus dem Felde der Litteratur und des Buch handels finden willkommene Ausnahme und angemessene Honorierung. — Die gewöhnliche» Einsendungen aus dein Buchhandel werden nicht honorieri.
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