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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 20.10.1886
- Strukturtyp
- Ausgabe
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- 1886-10-20
- Erscheinungsdatum
- 20.10.1886
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- Deutsch
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5788 Nichtamtlicher Teil 243, 20. Oktober 1886. das Schöpfen der Masse mit ähnlichen Vorrichtungen wie bei unserem Büttenpapier beginnt. Das aus der Bütte kommende feuchte Papier legen dann die Chinesen zum Trocknen auf eine glatte, hohle, von innen geheizte Mauer und zwar mittelst einer federartigen Bürste, deren Verwendung es erklärt, warum das chinesische Papier auf der Rückseite geriffelt erscheint, während die Schauseite ganz glatt ist. Das chinesische Papier, welches man in Europa bisher vergeblich nachzumachen versucht hat, ist zu dünn, als daß es dcn Druck der Steindruck- oder Kupferdruckpresse auszu halten vermag. Man klebt es daher auf Velinpapier, nachdem man die Unebenheiten der Rückseite mit einem Schaber entfernt hat. Dieses Aufkleben ist, wie man sich denken kann, eine ziemlich schwierige Arbeit. Man verwendet hierzu verdünnte Reisstärke, die man am besten mit einem Schwamm aufträgt, wobei man sorg fältig darauf zu achten hat, daß die Kleisterlage sehr gleichmäßig ist, weil sonst die Schönheit der Abdrücke Einbuße erleidet. Die mit chinesischem Papier überklebten Velinbogen lassen sich Jahre lang aufbewahren, jedoch nur an einem trockenen Orte.*) Wir wollen nunmehr die inzwischen eingelaufenen Patente aus dem Gebiete der Papierfabrikation kurz aufzählen. Unter Nr. 36 991 erhielt P. Petzold in Helmsdorf ein Patent auf einen Apparat zum Sprenkeln von Papier. Das Sprenkeln besteht in dem Anspritzen von Farbe mittelst sich drehender Bürsten auf das rasch vorübergeführte, angefeuchtete Papier. Es erfolgt nach dem neuen Verfahren dadurch, daß der Apparat an der Papiermaschine selbst angebracht wird. Die Sprenkelung kann auf beiden Seiten erfolgen. — W. Kittner in Bautzen erfand eine selbst- thätige Regulierung des Wassergehalts des Stoffs für Papiermaschinen (Patent 36 853), die an jeder bestehenden Maschine angebracht werden kann und die Erzielung eines Papiers von ganz gleichmäßigem Gewicht ermöglichen soll. — Ein korsi- kanischer Erfinder stellt sich uns in der Person des Herrn I. Ubertin in Bastia vor. Derselbe erfand (Patent Nr. 37 218) eine Flüssigkeit zum Auslaugen von Rohstoffen für die Papierfabrikation. Diese Flüssigkeit besteht aus Kalkhydrat, See salz und Wasser. Sie entfettet nicht bloß den Stoff, sondern wirkt zugleich bleichend. — CH. E. Ball in New Jork ließ sich unter Nr. 36 976 einen Papierstoff-Kocher patentieren, der sich von anderen durch einen inneren Blcimantel und einen Wandzwischen raum unterscheidet, in welchen Dampf eingelassen wird, so daß der Dampfdruck überall gleichmäßig ist. — Endlich ist die Schüttel- eiurichtung für Plattenknotenfänger zu erwähnen, welche der bekannten Fabrik von Escher, Wyß L Co. in Zürich unter Nr. 36 817 patentiert wurde. Der Apparat reinigt sich selber und zwar während des Betriebes. Aus der Patentklasse 54: Papiererzeugnisse ist nur die sehr sinnreiche Briefumschlagmaschine von Ellis L Bouvier in Toronto (Kanada) zu erwähnen (Patent Nr. 36 813). Die Papierblätter werden hier gleichzeitig an zwei Stellen gummiert. Aus dem Gebiete der Buchbinderei endlich sind in der Zwischenzeit nur zwei Patente erschienen: Auerbach L Eiser mann in Chemnitz treten mit einer neuen Kartonecken-Schließ- maschine auf (Patent Nr. 36 912), während sich E. Wugk in Oschatz unter Nr. 36 906 eine Preßbalken - Auflage für *) Bei diesem Anlaß sei daran erinnert, daß die Kaiserlich japa nischen Papierfabriken in Tokio, deren Erzeugnisse aus einer im Lande wachsenden Sirauchart hergestellt werden und dem chinesischen Papier nicht nachstehen, bei der Verlagshandlung von R. Wagner in Berlin eine Niederlage errichtet haben, ein erfreulicher Beweis von den sich mehrenden Beziehungen zwischen Deutschland und dem Ost- rerch. Die Formate der genannten Fabriken sind jetzt den europäischen angepaßt. Papierschneide-Maschinen patentieren ließ, die das Wegreißen der vom Pressendruck freibleibenden Spitzen gerundeter Bücher beim Beschneiden verhindern soll. Hinrichs' Repertorium über die nach den halbjährlichen Verzeichnissen 1881 —1885 erschienenen Bücher, Landkarten u. s. w. Bearbeitet von Eduard Baldainus. Eine Sonntags-Betrachtung. Als A. Büchtin g in Nordhausen im Jahre 1863 ei» Reper torium über die nach den halbjährlichen Hinrichs'schen Ver zeichnissen in den Jahren 1857—1861 erschienenen Bücher und Landkarten veröffentlichte, reichte er damit dem Buchhandel eine Gabe von unschätzbarem Werte. Es gab zwar damals eine große Menge vortrefflicher Fach-Kataloge, aber heute so wenig wie damals konnten alle Zweige des großen Litteraturgebietes monographisch bearbeitet werden. Es ist nun zweifellos in jedem gut geleiteten Sortiment das Vorhandensein reichlichen bibliographischen Materials ein Haupt erfordernis. Ein Bücherfreund und guter Bücherkäufer ist berechtigt von dem Buchhändler, dem er seine Kundschaft zuwendet, sofortige Auskunft über irgend eine Erscheinung zu verlangen. Daß eine solche Auskunft vom gesamten Personal ohne langes Suchen und ohne die Geduld des vielleicht in der Zeit beschränkten Fragestellers auf die Probe zu stellen, sicher und schnell erledigt werden kann, ist nur durch Hilfe eines alle Zweige der Litteratur umfassenden Repertoriums zu erreichen. A. Büchting erwarb sich deshalb durch seine Veröffentlichung ein großes Verdienst. Er ersparte dem Sortimenter viel Mühe und Zeitvcrschwendung, indem er das Durchforschen der halbjährlichen Hinrichs'schen Verzeichnisse für den gegebenen Zeitraum von fünf Jahren — also für die neueste Litteratur — unnötig machte. Diese Betriebs-Erleichterung für den Sortimenter war um so weniger zu unterschätzen, als die sonst so zuverlässigen Hinrichs'schen halbjährlichen Verzeichnisse früher (bis zum Jahre 1877) bedeutend weniger Unterabteilungen in der Reihenfolge der wissenschaftlichen Übersicht hatten als jetzt. A. Büchting veröffentlichte drei solcher Repertorien, umfassend die Jahre 1857-1861, 1862—1865 und 1866 — 1870. Als aber nun der Tod den fleißigen und gewissenhaften Mann dahin gerafft hatte, war wohi mancher Sortimenter in Sorge, ob das ihm unentbehrlich gewordene Hilfsmittel auch ferner von einer kundigen Hand dargereicht werden würde. Diese Sorge wurde gehoben und wich einer freudigen Überraschung, als die Hinrichs'sche Buchhandlung erklärte, daß sie selbst die Fortsetzung der Reper torien übernehmen werde und die Bearbeitung derselben in die Hände des vielfach bewährten Herrn Eduard Baldamus gelegt habe. Herr Baldamus nahm die Bearbeitung mit Sachkenntnis und großem praktischen Geschick in die Hand, er erweiterte die Anlage des ganzen Werkes und dehnte das für den Gebrauch hoch wichtige Sachregister mit jedem der drei jetzt von ihm bearbeitet vorliegenden Repertorien, umfassend die Jahre 1871—85, in nicht hoch genug anzuerkennender Weise aus. Wie der Wert des nützlichen Unternehmens dadurch erhöht worden ist, mag an der Hand von Zahlen dargelegt werden. Büch- tings Repertorium für 1857 —1861 umfaßte im Sachregister 613 Artikel; als Baldamus sein erstes Repertorium für 1871 — 1875 herausgab, führte er im Register bereits 1409 Arkikel auf; sein neuestes Repertorium für 1881 — 1885 enthält 1718 Artikel, also seit dem ersten Erscheinen über 1100 Schlagwörter mehr! Ich glaube, daß solche Zahlen mehr als noch so aufrichtige
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