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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 07.11.1913
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1913-11-07
- Erscheinungsdatum
- 07.11.1913
- Sprache
- Deutsch
- Sammlungen
- Saxonica
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11896 «Srlcnblatt f. d Dtlchn. Buchhandel. Redaktioneller Teil. /V 259, 7. November 1913. alten Gesetz erschienen sind, nach dem 1. November 1914 nur dann verkauft werden dürfen, wenn der Verleger inzwischen vom Ur heber oder dessen Rechtsnachfolger das Recht der Wiedergabe er worben hat. Ist dies schon bei selbständig als Radierung, Holz schnitt usw. erschienenen Kunstwerken schwierig, so erscheint es säst unmöglich bei allen Werken, in denen Illustrationen verschie dener und noch dazu häufig ausländischer Künstler Vorkommen. Wie soll der Verleger wissen, au wen er sich wenden muß, und melche Unsumme von Arbeit wird ihm hierbei zugemutet! Bei der Beratung des Gesetzes wurde bereits durch den Uitgeversbond auf diese Schwierigkeit hingewiesen und darauf vorgeschlagen, daß man die jetzt vorhandenen Exemplare solcher Werke stempeln und diese daun auch später zum Verkauf frei lassen solle, so daß es dem Verleger möglich wäre, event. eine Neu-Auflage wenn er sich mit dem Urheber nicht einigen oder diesen nicht er mitteln könne, zu unterlassen, wenigstens aber nicht unschuldiger weise Verluste zu tragen. Dies wurde jedoch als unmög lich abgelehnt, so daß dies Damoklesschwert über dem Haupte des Buchhandels hängen bleibt, wenn es nicht noch in letzter Stunde gelingt, das Gesetz zu ändern. Im Laufe der Versammlung wurde ein Komitee von fünf Mitgliedern getvählt, um in dieser Richtung Schritte zu tun. Weiter wurde beschlossen, daß der Verein sich der internationalen Übereinkunft betreffend Schieds gerichte zwischen Verlegern anschließen solle. Dem Verein für Ausstellungen wurde für die »Bugra« ein Beitrag zugesagt. Dem Vorstand wurde aufgetragen, sich mit dem Schriftsteller- Verein in Verbindung zu setzen, lim event. gemeinschaftlich Schritte gegen die Herausgeber von Anthologien zu unternehmen, bei deren Zusammenstellung in der in bescheidenem Maße erlaub ten Benutzung fremden Eigentums zu weit gegangen worden ist. Endlich wurde die Einsetzung eines Komitees beschlossen, das bei Streitigkeiten der Mitglieder untereinander als Schieds richter auftreten soll. Doch sollen vorläufig die Mitglieder nicht verpflichtet sein, sich dem Spruche des Komitees zu unterwerfen. Die Maatschappij tot Nut van't Algemeen (Gemeinnützige Gesellschaft) hat in ihrem Bestreben zur Hebung des leider bei uns sehr im argen liegenden Volksgesanges dem ersten Band des Nederlandsch Volksliederboek, der bisher in acht Auflagen von zusammen 32 000 Exeinplaren verbreitet wurde, einen zweiten folgen lassen (S. L. van Looy, Amsterdam). Er enthält 141 Lieder mit Klavierbegleitung in vier Stimmen, und zwar im Gegensatz zu dem ersten Band, der in der Harlptsache ältere Lieder und Weisen brachte, solche meist neueren Ursprungs; auch wurden die flämischen und südafrikanischen Dichter und Konrponisten bei der Auswahl berücksichtigt, soweit die Ansprüche der Besitzer des Urheberrechts das nicht verhinderten. Der Preis des 283 Seiten Lexikon-Oktav starken Bandes ist nur l kl. 25 o., gebunden 2 kl. (2 ^ 50 4 und 4 ^). Die Maatschappij voor Goede Lectuur, bekannt durch ihre billigen Ausgaben in der Wereldbibliotheek und der Nederland- schen Bibliotheek, die vor neun Jahren gegründet wurde, um der großen Menge gute und billige Bücher zu bringen, und, obwohl sie vom Buchhandel anfangs nicht gerade mit Freuden begrüßt wurde, doch einen schönen Erfolg erzielt hat, der bei einzelnen Werken gewiß selbst hochgespannte Erwartungen übertroffen hat, hat ihren Bibliotheken soeben eine neue, sehr billige Serie von 10 o. (etwa 20 ^)-Büchern unter dem Titel Volksbibliotheek an gereiht, deren soeben erschienenen 12 ersten Bändchen (zum Teil mit Illustrationen) Plaudereien über Hygiene, sexuelle Frage, russische Gefängnisse, Baukunst in Holland, Gas und seine Behand lung, Blumen und Insekten, Säuglingspflege usw. usw. bringen. Die Sammlung hat ungefähr Reclamformat mit farbigen Um schlägen und macht einen netten Eindruck. Ob sie sich durchsetzen wird? Eine andere Sammlung desselben Verlags »Handboekjes. Elck 't Beste«, in steifem Karton, zu 40 o., die erst ein paar Bände zählt, brachte u. a. von unserm großen Kritiker und Schrift steller Querido eine Charakterskizze Napoleons, worin ein Genie das andere zu erklären und zu verstehen versucht. Die Erwähnung dieses Verlags bringt mich dazu, auch die anderen billigen Sammlungen zu nennen, die seit ein paar Jahren wie Pilze aus der Erde schießen und einander das Feld streitig machen. Es erscheinen mehr oder weniger regelmäßig jetzt Meu- lcnhoff-Editie (Meulenhoff L Co.); Modern-Bibliotheek (Holkema L Warendorf); Geele Bibliotheek (L. I. Veen); Blauwe Biblio theek (Paul Brand). Alle in gebundenen Bänden etwa im For mat der auch in Deutschland bekannten Nelson-Ausgabe zu 50, 75 und 90 o. — Velhagen L Klasings Volksbücher haben ihren Nachfolger gefunden in »Populair wetenschappelijk Nederland«, broschierte Hefte populär-wissenschaftlichen Inhalts zu 50 o. Ob alle diese Sammlungen, die natürlich, um gewinnbringend zu sein, einen Absatz von Tausenden nötig haben, der aber doch schwerlich bei allen Bänden erreicht werden wird, sich auf die Dauer bei unserm kleinen Sprachgebiet werden halten können? Ob das Publikum nicht bald übersättigt sein wird, auch wenn man noch so laut und ausdauernd die Reklametrommel schlägt? Vom Standpunkt des Sortimenters halte ich diese Billigkeitsseuche — wenn ich es so nennen darf — durchaus nicht für segensreich. Würden diese Sachen eben nur von denen gekauft, die nicht mehr bezahlen können, so wäre es etwas anderes, dann brauchte mau doch nur zu bedauern, daß man auch bei einem Absatz von sage» wir 1000 Bänden der teuersten Sammlung von 90 e. und gün stigen Rabattbedingungen mit vieler Arbeit und Schererei etwa 400 kl. verdienen würde. Aber das ist eben nicht der Fall. Die Bände werden sowohl wegen ihres Inhalts, als auch ihrer Aus stattung wegen von vielen gekauft, die recht gut mehr anlegen könnten, und die dann später entrüstet sind, wenn sie für andere Bücher einen Preis zahlen müssen, der deren Ausstattung ange messen ist, aber doch ihrer Meinung nach im Verhältnis zu dieser oder jener Sammlung ungeheuer hoch ist. Wenn ich dieselbe Beredsamkeit beim Verkauf aufwenden und in der Buchführung genau dasselbe veranlassen mutz, werde ich doch immer lieber ein Buch für 5 kl. oder selbst für 2 kl. 50 e. (ein -populärer Preis bis jetzt) verkaufen, als eins für 90 oder 75 e. Einen interessanten Beitrag zur ökonomischen und politischen Geschichte der Niederlande in der zweiten Hälfte des vorigen Jahrhunderts bieten die soeben erschienenen Herinneringen uit de levensjaren van Mr. (vr. jur.) H. P. G. Quack 1834— 1913 (P. N. van Kämpen L Zoon, Amsterdam). Der Ver fasser, seinerzeit Professor der Staatswissenschaften erst in Ut recht, dann in Amsterdam, und eine Zeitlang Redakteur unserer angesehensten Rundschau »De Gids«, Schriftführer und Aufsichtsrat vieler großen Aktiengesellschaften, hat den indu striellen Aufschwung mitgemacht und weiß interessant zu erzählen. Sein Hauptwerk als Schriftsteller ist »De Socialisten«, das 1911/12 in 4., verbesserter Auflage in 6 Bänden erschien und auf sehr eingehendem Studium der seltenen und seltensten Quellen schriften beruht. Dieses Studienmaterial, bestehend in einer sehr reichhaltigen Sammlung von Schriften von und über Sozia listen und verwandte Bestrebungen, schwer aufzutreibenden Zeit schriftenfolgen und Flugschriften — zuweilen in Abschrift, wenn das Original nur noch in Bibliotheken aufzutreiben war —, ist jetzt in den Besitz der Universitätsbibliothek zu Amsterdam über gegangen und wird damit dem Lande erhalten bleiben. DemNieuwenRotterdamschenCourant entnehme ich folgendes über eine Sammlung Elzevier-Drucke und -Ausgaben im Besitze der Kgl. Bibliothek zu Stockholm: Der Bibliophile vr. Gustav Schlegel-Berghman wurde 1836 zu Stockholm geboren und wandte sich dem Studium der Medizin zu, wurde auch Arzt, mußte über feiner Gesundheit halber die Praxis aufgeben und verwandte dann seine reichlichen Mittel dazu, eine Sammlung Elzeviers anzulegen, die bei seinem Tode auf 2195 Nummern in 2283 Bänden gestiegen war und mit einem Kapital von 118 000 Kronen zur Vermehrung der Sammlung in den Besitz der genannten Bibliothek überging, die dann den noch von Berghman selbst bearbeiteten Katalog herausgab und an andere Bibliotheken verschenkte. Die Sammlung ist auch interessant durch die Einbände, die Berghman für viele Bücher, speziell durch den Stockholmer Buchbinder G. Hedberg, mit vielem Geschmack und ohne zu knausern anfer tigen ließ. Unter diesen Duodezbändchen, bei denen alle Wissenschaften vertreten sind und deren Breite und Höhe durch die Liebhaber (Fortsetzung aus Seite tt>»49.>
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