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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 05.04.1913
- Strukturtyp
- Ausgabe
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- 1913-04-05
- Erscheinungsdatum
- 05.04.1913
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- Deutsch
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den Buchbindereien auch ohne das Bild bezogen werden kann. Ja, es dürfen sogar auch andere Bilder nach freier Wahl der Buchbindereien Verwendung finden. Beide Gutachter heben rühmend hervor, daß das Grefschc Bild nicht in Halbton-Ätzung (also Autotypie) hergestellt ist. Willrich betont, daß letztere zu dem einfachen .Schwarz. Weiß-Strichcharakter des Buchdrucks in einem gewissen Gegen- satz stehe,, und verurteilt im Hinblick auf die Vorzüge der Grefschen Bilddeigabe die sonst allgemein üblichen verkleinerten Gemäldenachbildungen in Autotypie. Cissarz kommt zu dem gleichen Resultat, indem er die Holzschnitte Dürers, Holbeins und anderer alten Meister, die für Buchillustration arbeiteten, zum Vergleich heranzieht und den Einklang rühmt, den die für die Grefsche Bildbeigabe gewählte Technik mit dein Cha- rakter der Lettern und Noten des gedruckten Buches darstellt. Ebensowenig wie bei diesen außer dem schwarzen Schrift- körper und dem Weißen Papier Halbtöne angewendct sind, dürfe dies auch bei den mit dem Buche verbundenen Bildern der Fall sein, wenn diese nicht als Fremdkörper wirken sollen. Von diesem Gesichtspunkte aus sei die Lösung der Aufgabe, wie sie in dem neuen Gesangbuch gegeben sei, als eine Tat zu begrüßen, die hoffentlich bald allerorts Nachfolge finden und so der Verirrung einmal ein Ende bereiten werde, die darin liege, daß man Bilder, die für ganz andere Zwecke und Tech niken gedacht und geschaffen seien, in unverhältnismäßigen Verkleinerungen den Büchern beigebe. Wie oft wird nicht im Buchhandel hiergegen gesündigt! Ist nicht die Autotypie die vorherrschende Technik in der Buchillustration geworden? Ob der Holzschnitt je wieder das alte Bürgerrecht erlangen wird, erscheint im Hinblick aus den Kostenpunkt mehr als fraglich. Mit Genugtuung mutz übrigens sestgestellt werden, daß gerade aus Stuttgart, einst der bedeutendsten Pflegstätte des Holzschnitts, einmal wieder ein Buch mit Holzschnitten in die Welt hinausgegangen ist: »Dreihundert berühmte Deutsche. Bildnisse in Holzschnitt von M. Klinkicht. Lebensbeschreibungen von vr. K. Siebert, (Verlag von Greincr L Pfeiffer). Vivant sequentes! Vom neuen Gesangbuch gibt es noch mehr zu berichten, leider Unerfreuliches. Es sind vier Ausgaben hergestellt, deren Vertrieb durch Konsistorialerlatz vom 29. November v. I. ge regelt ist. Roh und in einfachem Einband sind die Bücher vom Verlagskontor zu beziehen, die Herstellung besserer Ein bände bleibt der Privatindustrie überlassen. Ein Gesuch des Württembergischen Bundes für Handel und Gewerbe und des Verbandes der Rabatt« und Sparvereine Württembergs vom 20. Februar bittet nun das Konsistorium um Aufhebung des Erlasses. Es weist darauf hin, daß infolge desselben in einer großen Anzahl von Fällen die Geistlichen und Lehrer die Lieferung der Gesangbücher an die weitesten Bevölkerungs kreise, und zwar zu den Einkaufspreisen, in die Hand genommen haben, wodurch Buchbinder, Schreilnnaterialienhändler, Buch händler usw. erheblich geschädigt werden. Die Geschäfts- leute hätten durch Liegenbleiben der alten Gesangbücher ohnehin Schaden erlitten; die fest bezogenen neuen Gesangbücher seien vielfach nicht abzusetzen, weil die Vermittlung in steigendem Maße durch die Geistlichen und Lehrer geschehe. Die Eingabe erhebt aus prinzipiellen Gründen Widerspruch dagegen, daß öffentlich Angestellte die Vermittelung derartiger Gegenstände besorgen. Selbstverständlich kann der Buchhandel dieser Eingabe nur zustimmen. In seinen Verlagsuniernehmungen ist das Konsistorium inzwischen noch einen Schritt weitergegangen, indem es ein neues Spruch- und Liederbuch für die evangelischen Schulen, das seither im Verlage der Buchhandlung der Evangelischen Gesellschaft er schien, im eigenen Verlag erscheinen lassen wird. Dabei soll jedoch auf die Evangelische Gesellschaft »nach Gebühr Rücksicht genommen werden». Also auch hier wieder eine Ausschaltung des Buchhandels! Daß sonst der Buchhandel immer wieder liebes Kind ist, wenn man ihn gebrauchen kann, zeigt der Aufruf für die National-Spende zum Kaiser-Jubiläum für die christlichen Missionen in den deutschen Kolonien, in dem außer Bankgeschäften und Zeitungen lediglich Buchhandlungen als Sammelstellen fungieren. Eine weitere Bestätigung für den in der Eingabe des Börsenvcreins an das Ministerium des Innern in Darmstadt vom 1. November v. I. (Nr. 82 d. Bl.) enthaltenen Passus, »daß gerade der Sorti mentsbuchhandel sich von jeher als eine zuverlässige Stütze von Staat und Thron und als selbstloser Förderer ihrer Be strebungen erwiesen habe»! Im hiesigen »Anzeiger für Buchbindereien», der im Ver lage von Leo's Nachfolger erscheint, fanden wir einen originellen, zum Teil recht drastisch gehaltenen Merkzettel über die Behandlung von Büchern. Er ist verfaßt von John I. Pleger, Leiter der amerikanischen Regierungsdruckerei in Manila (Philippinen), Abteilung Buchbinderei, und sieht so aus»): Uerkrettel. Wenn dieser Herr einmal Gelegenheit hätte, deutsche Ostermeß-Remittenden zu sehen, so würde er wohl noch einige zweckdienliche Bemerkungen hinzufügen. Schließlich sei noch erwähnt, daß auch der ab 1. August d. I. zur Leitung des Buchgewerbemuseums und des diesem angegliederten Schriftmuseums berufene Herr vr. Schramm (vgl. Nr. 55 d. Bl.) ein Sohn unseres Schwabenlandes ist. Der jetzige Direktor des Buchgewerbemuseums, Herr vr. Schinnerer, hielt am 25. Februar auf Einladung des Graphischen Klubs im Gustav Siegle-Haus einen Lichtbilder - Vortrag über »Moderne Buchkunst in Deutschland-, dem ich leider nicht an. wohnen konnte. Wie ich jedoch erfuhr, war der Vortrag sehr gut besucht, ein Zeichen, daß die Jünger der Schwarzen Kunst wissen, was sie der Stellung Stuttgarts als Druckplatz schuldig sind. Nesenbächler. *) Etil lediglich aus amerikanische Verhältnisse passender Satz ist weggelasfen.
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