Suche löschen...
Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 01.07.1903
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1903-07-01
- Erscheinungsdatum
- 01.07.1903
- Sprache
- Deutsch
- Sammlungen
- Zeitungen
- Saxonica
- LDP: Zeitungen
- Digitalisat
- SLUB Dresden
- PURL
- http://digital.slub-dresden.de/id39946221X-19030701
- URN
- urn:nbn:de:bsz:14-db-id39946221X-190307012
- OAI-Identifier
- oai:de:slub-dresden:db:id-39946221X-19030701
- Lizenz-/Rechtehinweis
- Public Domain Mark 1.0
Inhaltsverzeichnis
- ZeitungBörsenblatt für den deutschen Buchhandel
- Jahr1903
- Monat1903-07
- Tag1903-07-01
- Monat1903-07
- Jahr1903
- Links
-
Downloads
- PDF herunterladen
- Einzelseite als Bild herunterladen (JPG)
-
Volltext Seite (XML)
5182 Nichtamtlicher Teil. ^ 149, 1. Juli 1903. v. Matthäi Arnoldi Willens ansehnlicher Vorrath 1) von theologischen, juristischen, philologischen, Miscellanphilosophischen, mathematischen und historischen Büchern, wie auch Disser tationen verschiedenen Inhalts, alter Griechischer und Lateinischer Autoren, moralischer Satyren, Romane, Schauspiel- und Scherz- Schriften, imgleichen zur llistoris, littsraria gehörigen Schrift stellern, und endlich Hamburgischen geschriebenen und gedruckten Sachen. 2) auserlesener Kupferstiche von den berühmtesten Meistern, sowol Portraits großer Herren und Männer, insonder heit Gelehrten und Künstler, als auch ganz gebundene und un gebundene Werke, auch einzelne Blätter anderer schönen Kupfer stiche, nebst einem dreyfachen ^pponäics, worinn enthalten: 1) Eine Sammlung von verschiedenen seltenen fast durchgehend? sehr gut conservirten Reichsthalern und Münzen; 2) von Land Charten, Prospekten etc. und einigen ivenigen Büchern; 3) von medicinischcn Büchern und vielen auserlesenen Holländischen und Deutschen Disputationen, nebst einer completen Natsria. msckioa, in des sei. Herrn D. Willens, itzo dessen Frau Wittwe, Behausung, in der Steinstraße, in öffentlicher Auction verkauft, und am 12ten Januar 1761 der Anfang damit gemacht werden soll. Der Catalogus ist an folgenden Orten bei den Buchhändlern zu haben: Amsterdam, bey Schleuder und Mortier; Berlin, bey Voß; Braunschweig, bey Meyer; Kopenhagen, bey Ackermann; Frankfurt a/M., bey Bronner; Göttingen, bey van den Höcks Wittwe; Hannover, im Förster'schen Buchladcn; Leipzig, in Gleditschen Handlung; Lübeck, bei Jonas Schmidt«. Einmal wird auch das ganze Lager einer Buchhandlung zur Versteigerung angezeigt. In Bremen auf dem ^.uciitorio surickioo, wird am 1. 2. 3. und folgenden September der Verkauf der schon lange Jahre bekannten Sauermannffchen Buchhandlung, bestehend in theo logisch, juristisch, medicinisch, historisch, philologisch, kritischen und zu sonstigen Wissenschaften und Gelahrheit gehörigen Büchern, sämmtlich ungebunden, seinen Anfang nehmen. Der Catalogus ist in Hamburg, bey Hr. Jsaac Etienne, und in Bremen bey dem Auctionario Casper Frese zu haben.« Ganz vereinzelt finden sich auch seltene alte Bücher zum Ver kauf angeboten. So heißt es an einer Stelle: »Nstamorpbosis Ivssotorum Lurivamsusium oder VsranäsrivA äsr Lurinamisobov Iv8ootsv, vaoll den Leven Assebilclsrt; ckor Maria, Libiila Nsrians,. »Die Kenner dieses Werks wißen, daß es nicht mehr, als 60 Kupferplaten, irlle aus der Vorrede zu ersehen, in sich halte, die Beschreibung ist in holländischer Sprache. Dieses Werk leuchtet Kennern besonders in die Augen, und ist eines von denen, welches die Autorin selbst illuminiret hat, wovon nur 3 Originale vorhanden seyn sollen. Es ist rein und sauber in englischen Band, und soll unter den ehemaligen Pränumerations preis für 20 Louis d'Or verkaufet werden. Mehrere Nachricht ist in dieser Zeitungsexpedition zu erfahren.- Mit dem Vertrieb aller möglichen nicht in ihr Fach schlagen der Gegenstände befaßten sich auch damals die Buchhandlungen. Vor allem vertrieben sie kosmetische Mittel, und wenn man heut zutage die Zettelpakete durchsieht, wird man zu der Überzeugung gelangen müssen, daß auch jetzt der Vertrieb derartiger Dinge noch von manchen Handlungen gepflegt wird. So schöne Dinge wie damals werden wir allerdings vergebens suchen. Vor allem war es die Firma Petit und Dumontier bei der Börse, die solche Mittel als Spezialität führte. Da bietet sie an: »Für treffliches Perlen Waßer, so aus dem reinsten Mayen Thau verfertiget wird. Das Glas von diesem Waßer kostet 2 Mark Lübisch. Es ist übrigens auch erhältlich in Leipzig bey dem Buchhändler Hrn. Fritsch; in Frankfurt am Mayn bey Hrn. Pet. Fasset auf der Schnurgaß; in Nürnberg bey Felseckers Erben, Buchhändler; in Augsburg bey Andreas Erd mann Maschinbauer, zu 1 Gulden 30 Kreutzer; es mützen aber die Gelder franco eingesandt werden.« An anderer Stelle bietet dieselbe Firma 2 berühmte Tinkturen des englischen Zahnarztes Grenought an zum Erhalten der Zähne und gegen Zahnschmerzen. Jede Tinktur kostet 1 Mk. die Flasche. Zahnbürsten werden zu 3 ßl. gleichzeitig angeboten. Dann bieten sie ferner an, die von Herrn Archibald erfundenen englischen Lungen-, Brust- und Magenkuchen, die Schachtel zu 1 Mk. Lübisch. Diesen Kuchen wird natürlich die größte Heilkraft zugeschrieben. Als vorzügliches Mittel gegen alle möglichen und unmöglichen Be schwerden der Damen wird Lau cle Lues empfohlen. Hier richtet sich der Preis nach Art der Flaschen, mit denen, wie es scheint, ein großer Luxus getrieben wurde. Auch englisches Pflaster von Woodcock empfehlen die Herren Kollegen zu 1 Mk. pro Stück. »Bey der Firma Hertels Wittwe und Gleditschens Buchhandlung im Dohm in Hamburg bey Rud. Fried. Schmidt, ist in Kommission zu haben: 1) Des berühmten Medicin. London D. C. Hompswoods große Universal Medicin oder Theer-Eßenz, von deren Vortreff lichkeit und Nutzen man durch die herrlichsten Wirkungen schon seit langer Zeit und von Tag zu Tage mehr überzeugt wird. Ein Glas davon, so mit D. Hompswoods Petschaft eigenhändig versiegelt ist, kostet 2 Mkl. 2) Herrn Boerhavens balsamisches Cordial; das Fläschgen zu 1 Mkl. 3) Der Scherzerische Balsam in Büchsgen zu 4 und 8 ßl. 4) Die Englische Uawpsmaaä oder Frauenzimmer Seife, wozu keine Schminke kommt; das Fläschgen zu 1 Mk. Bey jedem dieser Medikamente wird ein gedruckter Zettel von der Art und Weise derselben Gebrauchs gegeben.« Diese Blütenlese von Anzeigen möge genügen. Was nun die Ankündigungen und Besprechungen betrifft, so sind sie ganz im Stil der Zeit gehalten, Kritik wird selten geübt. Ich will hier vorerst nicht näher auf sie eingehen; es ist manches nicht un bedeutende Werk darunter, mit dem die Leser auf diese Weise be kannt gemacht werden, und wir dürfen wohl annehmen, daß eine Ankündigung im »Korrespondenten« dem betreffenden Werk manchen Leser und Käufer gebracht hat. Vernachlässigt wurde jedenfalls der Buchhandel damals nicht; das Erscheinen eines Buches war noch ein Ereignis, und BUcherkaufen war eine Pflicht der reichen und gebildeten Klaffen. Gerade im Norden — und da möchte ich den Ausführungen des Herrn Professors Paulsen (vgl. Nr. 137 d. Bl.) widersprechen — ist immer ein gewisses Be streben gewesen, sich eine Biichersammlung zuzulegen; auch jetzt noch gibt es sehr viele alte Adelsfamilien, wo alljährlich eine ganz bestimmte Summe ausgegeben wird zur Vermehrung der Bibliothek. Pietät und Standesehre verlangen dieses Opfer, das so mancher Gelehrter, der es könnte, nicht bringt, weil ihn nur seine Fachwissenschaft interessiert und er diese geschenkt bekommt. Alte Zeitungen sind leider zu wenig bekannt und werden zu wenig beachtet, und doch kann man aus ihnen manches Material für die Zeit- und Kulturgeschichte entnehmen. Wenn Munzinger*) annimmt, daß sich Anzeigen auf den Verkehr mit beweglichen Gütern bis in die sechziger Jahre des achtzehnten Jahrhunderts garnicht oorfinden, so glaube ich hier den Gegenbeweis angetreten zu haben. Das könnte ich auch in andern Dingen, denn auch manche Bedürfnisse des täglichen Lebens finden sich angezeigt. Interessant wäre es zu erfahren, wie hoch sich die Kosten für derartige buchhändlerische Anzeigen belaufen haben. Vielleicht ist cs möglich auch hierüber Aufschluß zu erhalten. *) Entwickelung des Jnseratenwesens in den deutschen Zei tungen. Heidelberg 1902. Kleine Mitteilungen. Geschäftsjubiläum. — Am heutigen 1. Juli darf die hochangesehene Buchhandlung Franz Wagner in Leipzig auf glücklich vollendete fünfzig Jahre ihres Bestehens zurückblicken. Ihr Gründer und langjähriger unermüdlicher Leiter, der unver geßliche liebenswürdige Mann, Kommerzienrat Stadtrat Franz Wagner, erlebt diesen ehrenvollen Gedenktag leider nicht; seit fast drei Jahren deckt ihn der grüne Rasen auf dem schönen Johannis friedhof zu Leipzig, dessen zahllose Inschriften in Stein und Erz die Erinnerung an so manchen lieben Kollegen in uns aufleben lassen. Schon der Vater Franz Wagners, Johann Gottlieb Wagner, war Buchhändler. Von 1819 bis 1824 (in welchem Jahre am 11. April Franz Reinhard Wagner geboren wurde) war er Teil haber der Firma E. F. Steinacker in Leipzig. Im Herbst 1824 siedelte die Familie nach Dresden über, wo Wagner (Vater) die alte, 1672 gegründete Walthersche Hofbuchhandlung (jetzt H. Bur dach) gemeinsam mit seinem Schwager Traugott Bromme (dem Bruder des bekannten Admirals) übernahm. Am 9. April 1839 starb er. Franz Wagner besuchte das Gymnasium in Dresden und erlernte den Buchhandel im früheren väterlichen, nach des Vaters Tode von seinen Oheimen Gebrüdern Traugott und Curt Louis Bromme weitergeführten Geschäft. Seine weitere berufliche Aus bildung empfing er bei C. A. Koch in Greifswald und (von 1845 bis 1853) bei Karl Franz Koehler in Leipzig. Am 1. Juli 1853 übernahm er (mit 39 Kommittenten) die Kommissionsabteilung der Dyckschen Buchhandlung in Leipzig. Ein Jahr darauf, am 1. Oktober 1854, führte er die Gattin, eine Tochter des Leipziger Buchhändlers Friedrich Brandstetter, zum Altar. Seit dem 20. Oktober 1900 Witwe, ist Frau Ottilie Wagner- Brandstetter in Teilhaberschaft mit ihrem Schwiegersohn Herrn vr. Hermann Ramdohr zur Zeit Inhaberin des Geschäfts. Unter Franz Wagners tatkräftiger Leitung nahm das er-
- Aktuelle Seite (TXT)
- METS Datei (XML)
- IIIF Manifest (JSON)
- Doppelseitenansicht
- Vorschaubilder