Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 09.01.1914
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1914-01-09
- Erscheinungsdatum
- 09.01.1914
- Sprache
- Deutsch
- Sammlungen
- Saxonica
- Zeitungen
- LDP: Zeitungen
- Digitalisat
- SLUB Dresden
- PURL
- http://digital.slub-dresden.de/id39946221X-19140109
- URN
- urn:nbn:de:bsz:14-db-id39946221X-191401092
- OAI-Identifier
- oai:de:slub-dresden:db:id-39946221X-19140109
- Nutzungshinweis
- Freier Zugang - Rechte vorbehalten 1.0
- Lizenz-/Rechtehinweis
- Urheberrechtsschutz 1.0
Inhaltsverzeichnis
- ZeitungBörsenblatt für den deutschen Buchhandel
- Jahr1914
- Monat1914-01
- Tag1914-01-09
- Monat1914-01
- Jahr1914
-
256
-
257
-
258
-
259
-
260
-
261
-
262
-
263
-
264
-
265
-
266
-
-
-
-
- Links
-
Downloads
- PDF herunterladen
- Einzelseite als Bild herunterladen (JPG)
-
Volltext Seite (XML)
6, 9. Januar 1914. Redaktioneller Teil. Börsenblatt s. d, Dtschn. Buchhandel. Von KarlErnstHenriciinBerlin (612 Nummern). Auch hier kann man wieder lernen, daß z. B. die spätere Frau Goethes als Christiane Vulpius noch höher im Werte steht (-L 750.—), als er selbst <-/k 600), und daß Schillerbriese — es sind ihrer fünf vorhanden — einer wie der andere 800.— kosten. Briese an Buchhändler sind gewöhnlich nicht teuer, natürlich mit Ausnah men; denn wenn Schiller von Goeschen Honorarvorschutz ver langt, dann kostet ein solches Schriftstück jetzt auf einem Brett mehr, als er damals nur nach und nach erhielt. Ganz billig aber sind gemeinhin die bekannten Absagen, »Keine unverlangten Neuigkeiten mehr zu senden«, wie sie z. B. Jacob Grimm im Jahre 1847 an die Besfersche Buchhandlung in Berlin gerichtet hat (./k 5.—). Darüber sind nun fast 70 Jahre vergangen, und die Buchhändler haben sich das noch nicht abgewöhnt. Man kann sich kaum ausdenken, wieviel derartige Briese gerade von den hervorragendsten Personen seit jener Zeit mögen geschrieben worden sein. — Aus dem 697 Nummern umfassenden Auwgra- Phen-Katalog 76 von Richard Bertling in Dresden sei nur auf ein »bis heute noch ungedrucktes und bis vor kurzem über- Haupt gänzlich unbekannt gebliebenes« Musik-Manuskript von Richard Wagner hingewiesen: Preis nach Vereinbarung. Merkwürdig gering ist die Zahl der Kataloge über klas sische Philologie und Altertumskunde, die dies mal borliegen; es sind ihrer nur zwei. Die Bibliothek von Adolf Römer, Erlangen, wird von Friedrich Meyers Buch handlung in Leipzig ausgeboten (Kat. 117); sie ist nicht groß und umfaßt nur wenig über tausend Nummern, darunter eine besondere Abteilung Homer. — Der Katalog 234 von Sim- melLCo. in Leipzig aber schließt sich direkt an den im Bör senblatt Nr. 6 vom 9. Januar vorigen Jahres genannten an und bildet von der klassischen Archäologie das »Ssßmontum II: Ilistoria arebiteeturLO, sculpturao, pieturae. Xumismatieo,. Lpi- Arapiüea. Itinora arobaevio^icL. Lkkossivnos« (Nr. 12 957— 14 772), umfaßt also ein an gewichtigen und teuren Werken reiches Gebiet. Zahlreicher sind natürlich die Verzeichnisse, die sich mit den Sprachenund Literaturen des modernen Europa beschäftigen. Allgemeinerer Art ist der »ttatolvAuo c>k vorks ebiokl^ in Luropean ?!ülolo»x« von B. H. B l a ck w e l l inOx - ford (Nr. 150), der in 2266 Nummern die Bibliothek des weit bekannten Sprachforschers Henry Sweet und viele Bücher aus dem Besitz von E. W. Nicholson enthält. — In die gleiche Kate gorie gehört der Kat. 395 von Martinus Nijhoff im Haag: »llavAus» ot littöratures äes gaxs cko i'Lurops«, der zu nächst nur einen ersten Teil des weiten Gebietes umfaßt: ksrio- ciiqnes — ksnöralitös — I-onAues et iitteraturss rcmmnes (2376 Nrn.). — Ihm schließt sich der Kat. 149 des Akademi schen Antiquariats »Niedersachsen« in Göttin gen an: »Neuere Sprachen und Literaturen: Englisch, Fran zösisch, Italienisch und Spanisch«, der 2704 Bücher meist billiger Ar! zur Anzeige bringt. — Zu den germanischen Spra chen und Literaturen übergehend, nennen wir zunächst Kat. 56 von BangelLSchmitt(OttoPetters)inHei« delberg, der in der Folge der Kataloge, die unter dieser Hauptllberschrift erscheint, die Abteilung III: »Neueste deutsche Literatur seit ca. 1880« (3504 Nummem) bildet. Er hat da durch, daß er die Bibliothek des verstorbenen Schriftstellers Hanns Holzschuher in München enthält, eine sehr persönliche Note bekommen, ist mit seinem Bilde geschmückt, verzeichnet seine ge druckten Werke, seine Manuskripte, die noch nicht veröffentlicht sind, und bringt neben einer reichhaltigen und glänzenden Samm lung von Werken unserer neuesten Schriftsteller noch Bücher zur Familiengeschichte der Holzschuher, Exlibris, Gemälde, Radie rungen u. dergl. aus dem Besitze des Verstorbenen. Aus der ersten Seite steht seine Selbstbiographie, die in ihrem ganzen Tone erkennen läßt, daß sich ihr Verfasser von einem be kannten Goetheschen Ausspruch hat leiten lassen: »Ich stamme aus dem Nürnberger Patriziergeschlecht der Holzschuher. Das bekannte Dürer-Porträt des Nürnberger Ratsherrn Hieronymus Holzschuher ist das meines Vorfahren« usw. — Ihres Umfanges wegen sind die Kat. 363 derBaslerBuch-undAntiqua« riatshandlung <4960 Nrn.) und Kat. 70 von Ed. Beh- > ers Nachf. in Wien (3517 Nrn.) zu erwähnen. — Aus dem Titel des Kat. 6 von Max Hueber in München: »Deutsche Literatur vom Mittelalter bis zur Gegenwart« (1499 Nrn.) wird behauptet, daß er »Karo—Rarissima« enthielte, und das ist nicht zu viel gesagt; man schlage die Namen Luther, Goethe, Schiller und Heine nach. — Nur vorübergehend nennen wir Kat. 8 der »Xouvelle 8örio« von C. Klincksieck in Paris: »I-anAuss et litteratures ckev peupies xsrmamques« (1385 Nrn.); Kat. 229 von Math. Lempertz in Bonn: »Schöne Literatur« (3386 Nrn.); Kat. 116 von Friedrich Meyers Buch Handlung in Leipzig: »Bibliothek Jacob Minor, Wien. Abteil. V.« (1183 Nrn.); Kat. 580 der Ottoschen Buch handlung in Leipzig: »Literatur. Kunst« (1437 Nrn.); Kat. 16 von Oscar Röder, Antiquariat in Leipzig: »Deutsche Literatur von 1840 bis zur Gegenwart« (1429 Nrn.) — und verweilen erst wieder bei dem Kat. 31 von Speyer L Peters in Berlin: »Deutsche Literatur« (1605 Nrn.), der durch hübsche Ausstattung, gefälligen Druck, sorgfältige Bearbei tung, wertvollen Inhalt und — man könnte das noch hinzufügen — auch durch angemessene Bewertungen, was aber nicht mit bil ligen Preisen identisch sein soll, gleichermaßen auffällt. Es sind namentlich viele kleine, seltene und schwer zugängliche Schrift- chen und Privatdrucke darin vertreten. — Auch der Kat. Neue Folge Nr. 6 von W. Weber in Berlin: »Deutsche Sprache und Literatur. II. Deutsche Literatur bis zum Beginn der klas sischen Zeit« (Nr. 2484—4154) ist hervorzuheben; in ihm wird die Verzeichnung der Bibliothek des Prof. Cam. Wendeler fort gesetzt und sein reicher Besitz besonders an Werken Joh. Fischarts und der Schriftsteller jener Zeit zu Markte gebracht. Auch eine kleine Bereicherung in der Bibliographie der deutschen Volks bücher ist hierbei zu vermerken. Von dem Buche: »Eiu schön kurtzweilige Geschicht, von dem theuren Helden und Ritter Bris- soneto« stammt die älteste bisher bekannte Ausgabe aus Nürnberg (Michael Endter 1656), während das Datum der Widmung: »Stratzburg, den 6. Martij Anno 1559« für den ersten Druck viel leicht aus Jac. Frölich in Stratzburg weist, und während aus den Rechnungsbüchern über den »Nachlaß der Gülfferich«, der Witwe eines bekannten Buchdruckers in Frankfurt, wie sie Pallmann und andererseits Kelchner und Wülcker veröffentlicht haben, die Existenz von zwei Frankfurter Ausgaben (zu 18 und zu 20 Bogen) vor 1569 belegt ist. Die Ausgabe in 18 Bogen (144 Blättern) taucht jetzt — soweit uns bekannt ist, zum erstenmal— auf; ge druckt in »Franckfurdt a.M., durch Weygandt Han, inn der Schnur gassen, zum Krug«, ohne Jahr. Der W. Han war ein Sohn der Gülfferich aus einer ihrer früheren Ehen; sie war nur viermal ver heiratet. Unter diesen Umständen, die dem Verfasser des Kata logs in ihrem ganzen Umfang nicht bekannt gewesen sind, ist der Preis von «« 120.— für das Schriftchen nicht zu hoch zu nennen, wenn darin auch 4 Blätter fehlen. — Dem Gebiete der deutschen Literatur gehören noch zwei andere Kataloge an, nur sind sie spe ziellerer Art. Paul Alicke in Dresden bietet in seinem Kat. 120: »Germanische Altertumskunde. Sagen. Märchen. Fabeln. Mundarten. Volkslieder. Rätsel. Sprichwörter« die Bibliotheken des Prof. Dünger in Dresden und des Fretherrn Andreas von Wagner-Renatus aus (1690 Nrn.), und Theodor Ackermann in München veröffentlicht einen Kat. 582: »Faust und Faustverwandtes« (1153 Nrn.), in dem er am Schluß mit einem gewissen Stolz betont: »Der vorliegende Ka talog ist nunmehr der sechste über Faust-Literatur, welchen meine Firma bisher veröffentlicht hat«. Neben dem Volksbuch und dem Goetheschen Faust, der auch in den seltensten Ausgaben darin vorkommt, sind als faustverwandte die Sagen von Ahasver, Don Juan, Manfred, Marieken von Nymwegen, Merlin, Robert dem Teufel, Theophilus, Twardowski und Virgilius in mehr oder weniger umfangreichen Abteilungen hier vertreten. Der Katalog ist gefällig ausgestattet und sorgsam bearbeitet. — Die italienische Literat ur wird in zwei Katalogen be handelt. Der hübsch gedruckte und auch ab und zu illustrierte Kat. 31 von C. E. Rappaport in Rom: »I-etterotura ita- liana ckol oeoolo XV. al XIX. 6vn un' oppbncllos: Toatro — Nu- sioo — Hallo« (1459 Nrn.) hat eine reichhaltige Abteilung über Dante, aus der, in Ergänzung zu einer schon oben bei anderer 41
- Aktuelle Seite (TXT)
- METS Datei (XML)
- IIIF Manifest (JSON)
- Doppelseitenansicht
- Keine Volltexte in der Vorschau-Ansicht.
- Einzelseitenansicht
- Ansicht nach links drehen Ansicht nach rechts drehen Drehung zurücksetzen
- Ansicht vergrößern Ansicht verkleinern Vollansicht