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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 04.12.1871
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1871-12-04
- Erscheinungsdatum
- 04.12.1871
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- Deutsch
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279, 4. December. Nichtamtlicher Theil. 4061 sind ihr zum Opfer gefallen, den Gesellen war in de» Mußestunden ihrer Gcfangenenlausbahn vergönnt, über das Recht des geistigen Eigenthums nachzudenken, und der Nachdrucker, der mittlerweile zwischen Schwabach und Ansbach so manchen Aengstesprung gethan, hatte ebenfalls bereits nach Gebühr gebüßt, Weiteres stand in Aus sicht. Und aus den Mitlheilungen des Schwabacher Buchhändlers entnimmt der Menschenfreund, daß Herr Mizler, dem — auch wenn die von Weidmanns Erben und Reich noch für Herrn Hänlein's Schlußschrift einznsendende Specification des gehabten Schadens nicht berücksichtigt ward — der Prozeß etwa 800 bis 900 Gulden kosten mag, gewiß fortan zu den reuigen Sündern gehören werde. Aber er irrtz das Laster erbricht sich nur nothgedrungen, und daß die Tugend sich nun zu Tisch setzen könne, daran zu glauben hindert uns der Schluß der Endercs'schen Briefe. Es ist nämlich dem alten Reich von Herrn Haueisen in Ans bach die vertrauliche Mitthcilung geworden, daß sich der Mizler gegenwärtig mit einem Nachdruck von Chesterfield's Briefen beschäf tige. Reich hält deshalb für zweckmäßig, bei Enderes einmal anzu fragen. Dieser aber meldet, etwas der Art sei ihm bis jetzt nicht bekannt geworden. Möglich wäre es allerdings, Herr Enderes wird deshalb auf der Hut sein und'wenn er etwas Sicheres erführe, dann soll der Teufel dem Mizler das Licht zu seinem neuen Nachdruck halten. Freilich, Mizler ist ein schlechter Mensch, wer aber ist .Herr Haueisen? Er spannt sich' immer schön, und doch Hilst auch er des Mizler's Nachdrucke verschleudern, welches schlecht genug ist. Allein, was thun geizige Leute nicht? Wie die Sachen einmal liegen, so ist der Freund auf der Ans bacher Kanzlei auch für die Folge eine sehr beachtenswerthe Persön lichkeit, und da er gerade drei Bücher aus dem Weidmannschen Verlag haben möchte, so empfiehlt es sich, sie ihm zu schenken; wer weiß, wobei der Mann wieder einmal zu gebrauchen sein wird. Solches meint Herr Enderes. Berlin. Karl Büchner. Miscellen. Ueber den Gebrauch der Bücher-Bestellzcttel. — Die Einführung der Bücher-Bestellzcttel verpflichtet sowohl den Ver leger wie auch den Sortimenter zu dem lebhaftesten Dank gegen das kaiserliche General-Postamt. Diese Maßregel ist ganz geeignet, den buchhändlerischcn Verkehr zu heben und besonders zur nahen Weih nachtszeit zur schnelleren Befriedigung des bücherkaufenden Publi- cums bcizutragcn. Es ist nur zu bedauern, daß ein Theil der College» die Bestimmungen des General-Postamts vom 15. October 1871, die Ausführung der Verordnung über die Bücher-Bestellzcttel be treffend (Börsenbl. Nr. 243), nicht genau beachtet und sich dadurch leicht um die ihm zngcdachten Vortheile bringt. Diese Bestimmungen schreiben bekanntlich ausdrücklich vor, daß außer der Adresse des Empfängers auf der Vorderseite und der Bezeichnung der bestellten Bücher rc. auf der Rückseite weitere handschriftliche An gabenunzulässig sind. Wo solche Mittheilungen hinzngcfügt werden, tritt — ähnlich wie bei nnfrankirten Briefen — ein Porto- Aufschlag hinzu, der vom Empfänger erhoben wird. Dagegen ist es allerdings gestattet, den Vordruck zu weiteren Zwecken einzurichtcn (wie „offerirc", ,,erbitte zur Rccension", „erbitte als gefehlt" rc.) und den betr. Passus nach Bedürfniß zu unterstreichen, nur hand schriftlich darf eine solche Bemerkung nicht hinzugefügt sein- Gegen diese meines Erachtens sehr klare Bestimmung wird nun fortwährend gefehlt. Ich erhalte heute gleichzeitig 4 Bücher-Bestellzettel mit Nacher- hebnng von Porto. Ein Absender verschreibt einige Journal-Num mern „als gefehlt"; ein anderersügk, nachdem er „erbitte direct per Kreuzband" unterstrichen hat, noch überflüssiger Weise hinzu: „bitte um umgehende Expedition"; der dritte „bittet doch endlich zu senden" (eine Zeitschrift, die gar nicht mein Verlag ist); der vierte fragt: „wo bleibt die Fortsetzung?" Der Briefträger fragt nun einfach: „Wollen Sie einen Bestellzettel von X in N> mit ... Porto anneh men?" und liefert denselben erst nach erhaltenem Porto ab; dem Em pfänger bleibt dann nichts übrig, als dies Porto dem Absender zu belasten. Im Interesse der Herren College» glaube ich daher diese kurze Mittheilung hier machen und aus genaue Beachtung der posta lischen Vorschriften Hinweisen zu solle». Darmstadt, den 27. November 1871. Eduard Acrnin. 'Nach einer Mitthcilung der „Bohemia" ist das ganze Etablisse ment von Gottlieb Haase Söhne in Prag, einschließlich der Zeitung „Bohemia", in den Besitz der Bohcmia-Actiengesellschaft für Papier- und Druckindustrie daselbst übcrgegangen, und zwar schon vom 1. Januar d. l. I. ab, so daß der ganze Nutzen des Jahres 1871 den Actionären zu gut kommt. Das Actiencapital ist in festen Händen, sonach eine öffentliche Subscription nicht stattgefundcn hat. Unter den Mitgliedern des Verwaltungsrathes befindet sich auch 1)r. Gottlicb Haase, Edler von Buchstein. Weygand' s Grab. — Die interessanten Mittheilungen aus den Papieren der Weidmannschen Buchhandlung sprechen auch von Reich's Verkehr mit Weygand, dem Verleger von Goethe's Werthcr und des Clavigo. Es verdient wohl hier erwähnt zu werden, daß sich Weygand's Grabstätte auf dem Leipziger alten Friedhofe noch vorfindet, während man nach Reich's Grabe wohl vergeblich sucht' Weygand's Grab befindet sich auf der Abtheilung, welche „hinter den Scheunen" genannt wird. Aehnlich den Grüften auf dem alten Johanniskirchhofe in Nürnberg, deckt ein mächtiger Stein das Grab, der folgende Inschrift trägt: „Llisrrubst s I?risdrieb IVHAnnd j Aorvesener Bürger und s Lnobbändlsr s in I-oipMA, s ward Aobor. 2» Ilsimstndt s dsn 15. Novbr. 1743 s und ist A6- storbon den 13. Osobr. s 1806 ss Oott ^ab ilnn 6lnolc s bür erbat sieb 6nads. n — Reich's Grabstätte befand sich wahr scheinlich in der Abtheilung des Friedhofs, welcher schon seit längerer Zeit seiner Bestimmung entzogen wurde und wo jetzt ein reger Ver kehr stattfindct. Auch die Abthcilung „hinter den Scheunen" ist dem Untergange geweiht, und da Angehörige Weygand's, die die Trans- ferirung der Gebeine nach dem neuen Friedhof übernehmen müßten, wohl nicht mehr eristiren, so wird das Grab binnen kurzem, wie das jenige welches Reich aufgenommen hat, dem Erdboden gleich gemacht werden. 14. Anfrage. — Wenn der Verleger das vollständige Verlags recht für erste und alle folgenden Auflagen eines Buches vom Autor erworben hat: ist ersterer dadurch berechtigt, die Genehmigung zum Abdruck dieses Buches im Feuilleton einer Zeitschrift zu crtheilen, oder nicht? II. N. Es freut uns, schon wieder eine Gelegenheit zu haben, auf drei neue Erzeugnisse der Gerold'schcn Anstalt für Oel färben- druck in Berlin aufmerksam machen zu könne». Dieselben stellen sämmtlich Alpcnlandschaftcn dar: nämlich den Kochelsee mit dem Kloster Schlehdorf von A. Acrttingcr (9 Thlr. mit Vs); Flüelcn am Vicrwaldstädtcr See, von G. Engelhardt (5 Thlr. mit Vs); und den Aerlenbach bei der Handeck, ebenfalls von G. Engelhardt (5 Thlr. mit sh). Besonders das letztgenannte Bild legt von neuem rühmliches Zeuguiß ab von der hohen Kunstfertigkeit, welche der Oelfarbendruck in der Anstalt des Hrn. Gerold erreicht hat. Derselbe wird unter dessen Händen immer mehr ein Mittel, um für das Colorit das zu werden, was Kupferstich, Holzschnitt und Stein druck für die Zeichnung geworden sind.
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