Suche löschen...
Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 27.11.1922
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1922-11-27
- Erscheinungsdatum
- 27.11.1922
- Sprache
- Deutsch
- Sammlungen
- LDP: Zeitungen
- Zeitungen
- Saxonica
- Digitalisat
- SLUB Dresden
- PURL
- http://digital.slub-dresden.de/id39946221X-19221127
- URN
- urn:nbn:de:bsz:14-db-id39946221X-192211274
- OAI-Identifier
- oai:de:slub-dresden:db:id-39946221X-19221127
- Nutzungshinweis
- Freier Zugang - Rechte vorbehalten 1.0
- Lizenz-/Rechtehinweis
- Urheberrechtsschutz 1.0
Inhaltsverzeichnis
- ZeitungBörsenblatt für den deutschen Buchhandel
- Jahr1922
- Monat1922-11
- Tag1922-11-27
- Monat1922-11
- Jahr1922
- Links
-
Downloads
- PDF herunterladen
- Einzelseite als Bild herunterladen (JPG)
-
Volltext Seite (XML)
Redaktioneller Teil. X° 275, 27. November 1922. Dazu schreibt die Preßstelle des Ncichsverkchrsministeriums u. a.: Nährend die lOOprozentige Steigerung der Personentarife ber-eits sriiher bekanntgomacht worden ist, haben erst die Ermittelungen der letzten Tage über die voraussichtliche Ausgabe der Reichsbahn im November und Dezember zu dem Entschlüsse geführt, für die Gü tertarife zum 1. Dezember eine Erhöhung um 150 Prozent eintrcten zu lassen. Wenn auch die unbedingt not wendige Balancierung des Eiscnb'ahnetats noch für Oktober vorhanden ist, so lassen die sprunghaften Preissteigerungen es als zweifelhaft erscheinen, ob die zum 1. November eingetretene Gütertariferhöhung um nur 50 Prozent die Ausgaben des Novembers voll decken wird, zumal da die Reichsbahn infolge der sehr starken Kartoffeltransporte im Oktober und November auf über 20 Milliarden Einnahmen (Not- standstarif) verzichtet hat. Die Preßstelle weist weiterhin auf die sprunghafte Erhöhung der hauptsächlichsten Bedarfsgegenstände der Reichsbahn hin und führt weiter aus: Tie Gütertarife bleiben, wenn auch sie vom 1. Dezember rund das 1 6 8 0 fache der Friedens lätze betragen, immer noch hinter dem Durchschnittspreise der Reichs bahn für Kohle und Eisen zurück, schon nach dem Preisstande vom 18. November. Die Steigerung der Personentarife wird im Dezember . rst das Ncunzigfache der Fri-cdcnssätze betragen. Weitere Stei gerungen, und zwar unter stärkerer Heranziehung der höheren Klassen, sind auch hier zum 1. Januar zu erwarten. Keine Verpflichtung der in Liquidation befindlichen Erwcrbsgescll- schaftcn zur Abgabe einer Steuererklärung für die Körperschaftssteuer. Für die in Liquidation befindlichen Gesellschaften ist durch 8 17 des Körperschaftssteuergesetzes eine besondere Sachlage geschaffen, welche die Anwendbarkeit der die normalen Fälle regelnden Vcranlagungsbestim- mungcn der §8 20 ff. ausschließt. H.ier ergreift die Besteuerung nicht nur das seit der letzten Besteuerung noch vor oder erst nach Eintritt der Liquidation erzielte Betriebsergcbnis, das wirklich Einkommen im Sinne des Einkommensteuergesetzes und der sonstigen Vorschriften des .Körperschastsfteuergesetzcs ist, sondern darüber hinans auch solche Teile des Liquidationscrgebnisses, für welche das nicht zutrifft. Der ganze über das letzte Bctriebscrgcbnis hinausgehende Vermögenszuwachs ivird, soweit er nicht schon versteuert ist, einheitlich als Liquidations einkommen behandelt und versteuert, ohne Rücksicht darauf, wann er erworben ist. Nach 8 17 sollen nicht versteuert werden die innerhalb des Liquidationszeitraums sich buchmäßig ergebenden Vermögcnsver- mehrungen innerhalb einzelner Zeitabschnitte, sondern der Uberschuß, den das zur Verteilung kommende Vermögen, also das Endergebnis der Liquidation, gegenüber dem den früheren Besteuerungen zugrunde ge legten Vermögen ergibt. Bei der Besteuerung nach 8 17 wird nur der Vermögensstand bei der letzten der Liquidation vorausgegangenen Be steuerung und am Schluffe der Liquidation verglichen. Von diesem Standpunkt aus ist für eine Veranlagung innerhalb des Liquidations zeitraums kein Raum. Diese Ausführungen ergeben eine grundsätzliche Verneinung der 'Steuererklärungspflicht der Erwerbsgesellschasten im Liquidationsstadium. Voraussetzung bei den vbigen Ausführungen ist stets, daß cs sich um eine wirkliche, ernsthaft als solche betriebene Liqui dation handelt und nicht um eine steuerlich unbeachtliche Scheinliqui dation, wie sie etwa bei Terraingescllschaften gegeben sein kann, die alsbald nach Erwerb der durch Parzellierung zu verwertenden Grund stücke in Liquidation treten und nun in jahrzehntelanger Tätigkeit, als sogenannte Liquidationsgesellschaften, erst diesen ihren eigentlichen Daseinszweck verfolgen. (Urteil des Reichsfinanzhofes vom 1. Juli 1922, 1 37/22.) Ein russisches Bekenntnis für Gcrhart Hauptmann. — Die zurzeit in Berlin lebenden russischen Schriftsteller, darunter Andrej Bjel, Gorki, Nemisow, Tschirikow, Graf A. Tolstoi, haben Gerhart Haupt mann eine kunstvoll geschriebene Glückwunschadresse überreicht, in der es heißt: »Wir wagen es auszusprcchcn — hinter uns steht die Stimme Rußlands, das Gerhart Hauptmann kennt, schätzt und liebt, — vielen von uns sind Sie ein Erzlcher gewesen, an Ihren Werken haben wir uns begeistert, Ihre Gestalten haben in unserer Seele Wurzel geschlagen. Sie sind in Fleisch und Blut unserer Kunst übcrgegangen; Gcrhart Hauptmann ist unser geworden, uns vertraut und von uns geliebt. Sein Name ist einer der bedeutsamsten Namen unserer Generation. So möge denn unsere gemeinsame Liebe zu Goethe, Tolstoi, Dostojewski, Hauptmann ein rechtes Band sein zwischen den Völkern dev Deutschen und der Russen im Geist und in der Wahrheit«. Japanische Schenkung für die deutsche Wissenschaft. Der ja panische Großindustrielle Hajimi Hoshi, der bereits vor zwei Fahren für die großen Institute in Dahlem, besonders für das chemische Institut des Gcheimrats Haber und Prof. Neubert, eine Stiftung von 100 000 Neu zugunsten der Förderung der deutschen Chemie gegründet 1670 hat, hat jetzt, wie die »B. Z. am Mittag« erfährt, eine weitere Stis tung zugunsten der chemischen wissenschaftlichen Institute, weiterhin aber für die gesamte deutsche Wissenschaft ins Leben gerufen. Er stellt auf drei Jahre monatlich 2000 Zjcn, das ist nach heutigem Gelde 8 Mil- lioncn Mark, zur Verfügung, im ganzen also, auf drei Jahre verteilt, etwa 300 Millionen Mark. Neben diesen Stiftungen für die chemische Wissenschaft hat er einen weiteren Betrag von 40 Millionen Mark für die allgemeinen Zwecke der deutschen Wissenschaft gespendet. Die Fortschritte der Llovument» Vermaniae üi^toiiea. — Das große Unternehmen der dlonumenta Oermaniae, die bereits seit mehr als hundert Jahren unternommene Herausgabe der Geschichtschreiber des deutschen Mittelalters, schreitet jetzt wieder rüstig fort, nachdem es durch den Krieg und seine Folgen ins Stocken geraten war. Ties geht hervor aus dem Bericht des Vorsitzenden der Zentraldircktion, Ge- hcimrat Kehr, den er in den Sitzungsberichten der Preußischen Akademie der Wissenschaften erstattet hat. Nachdem er die stattliche Reihe der neuen Arbeiten im einzelnen vorgeführt hat, schließt er seine Ausführungen: »Aus diesem Bericht ergibt sich, daß die Lüh- mung, unter der unser Unternehmen wie alle anderen gelehrten Ar beiten in Deutschland während und infolge des Krieges litt, allmählich zu schwinden beginnt. Wie der Tod freilich auch jetzt' noch bittere Opfer -von uns fordert, ist bereits gesagt, und auch hier am Schluß kann nur wiederholt werden, wie große Schwierigkeiten hierdurch gerade in der Bestellung der Leiter und in der richtigen Auswahl der Mit arbeiter entstehen. Die alte Generation mit ihrer großen Erfahrung geht nach und nach dahin, von den Hütern der -alten Tradition der IKonumenta Oermaniae sind nur noch wenige vorhanden: alles hängt von dem Nachwuchs ab. Erfreulicherweise scheint es, als ob sich in ihm starke Kräfte regen. Möge es uns glücken, die richtigen Fortsetzer zu gewinnen. Wenn irgendwo, so gilt es von den dlonumenta, daß bei den eigentümlichen Schwierigkeiten und der Besonderheit ihrer Aufgaben nur wenige berufen sind«. Die finanzielle Not, die durch die erhebliche Vermehrung des Beitrags des Reiches vor zwei Jahren behoben worden war, macht sich bei der weiteren Entwertung des Geldes und den neuen Preissteigerungen wieder geltend. »Um so dank barer begrüßen wir«, sagt Kehr, »den Entschluß der österreichischen Negierung, die trotz noch viel größerer Geldnot ihren Jahresbeitrag für die Uonumenta von 8000 Mark auf 25 000 Mark erhöht hat. Nicht ohne Bewegung empfingen wir diesen Beweis nationaler Bundcstreue und zugleich hoher Einsicht in die Notwendigkeit, das Letzte hinzugcben, wenn es sich um die idealen Aufgaben der Wissenschaft handelt«. Auch das unentbehrliche Entgegenkommen der Archiv- und Bibliotheksver waltungen im Ausland bessert sich. »Es scheint erfreulicherweise, als ob auch die anderen Länder dem Beispiele Italiens, wo die Vatikanische Bibliothek als die erste uns ihre gastlichen Pforten geöffnet hat, bald folgen werden«. Preisausschreiben. — Die Deutsche Kolonie in Arequipa (Peru) erläßt ein unwiderrufliches Preisausschreiben für die beste Abhandlung über das Thema: »Der Versailler Vertrag und seine Folgen«. Der Text muß in deutscher Sprache abgefaßr sein und soll ungefähr dreihundert Druckzeilen (die Zeile zu etwa 15 Silben) umfassen. Er soll in hervorragendem Maße geeignet sein, den deutschen Kampf gegen den Versailler Frieden und seine Folgen im In- und Ausland zu unterstützen. In erster Linie soll er der Auf klärung in Spanisch-Amerika dienen. Ta er zur breitesten Veröfsent' lichung verwendet werden soll, ist Gemeinverständlichkeit und Knappheit der sprachlichen Fassung unbedingte Voraussetzung. An dem Wett bewerb kann sich jeder deutsche Staatsangehörige beteiligen. Als Preise werden ausgesctzt: 1. Preis: 350 000 Mark, 2. Preis: 200 000 Mark, 3. Preis: 100 000 Mark. Ferner gelangen zwei Trostpreise in Höhe von je 50 000 Mark zur Verteilung. Die Bewerbungen sind in fünf, mit Schreibmaschine geschriebenen Exemplaren bis spätestens 31. Dezember 1922, mit einem Kennwort und einer erst nach der Preis verteilung zu öffnenden Adressenangabe für das Kennwort versehen, an die Schriftleitung der Oaeeta <16 dlriniclr in München, Sendlinger- straße 80 (»Münchner Neueste Nachrichten«), zu richten. Die Alpcnvcrcinsbiichcrci in München, Eigentum des D. M Oe Alpenvcreins, ist wohl die bedeutendste alpine Fachbücherei, die es gibt. Sie wurde im Jahre 1902 gegründet. Ter Fvrschungsreisende Nickmcrs in Bremen übcxließ nämlich dem D. u. Oe. Alpcnverein seine wertvolle, aus 5000 Bänden bestehende alpine Bibliothek als Grund stock für eine Zentralbibliothek. Die Bücherei vergrößerte-sich rasch, nicht nur durch Ankäufe, sondern auch durch Schenkungen und Tausch So sind beispielsweise die Schriften sämtlicher Gebirgsvereine der Welt dort vertreten, selbst der amerikanischen alpinen Vereinigungen, dann des südamerikanischen, des japanischen Alpenklubs usf. Sie ent
- Aktuelle Seite (TXT)
- METS Datei (XML)
- IIIF Manifest (JSON)
- Doppelseitenansicht
- Vorschaubilder