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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 27.11.1922
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1922-11-27
- Erscheinungsdatum
- 27.11.1922
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- Deutsch
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X" 275, 27. November 1922. Redaktioneller Teil. Börsenblatt f. d. Dtschn. vuchbandel. früher zuführte, als es ohne diese Umwälzungen der Fall gewesen wäre. Theodor Hcinrichshofen trat, nachdem er den Musikalienhandel bei den Firmen C. A. Klemm und P. I. Tanger in Evln erlernt hatte, am 1. Januar 1921 in die Firma seines Vaters ein, die er -seit dem mit diesem in offener Handclsgesellschaist führt. In der Haupt sache nahm er sich der Pianofortcabteilung an, der er einen neuen Zweig: Cprechmaschinen, anglicdcrte. Im Herbst 1921 wurde die Lehrmittelabteilung der Firma neu gegründet. Sie hat in der kurzen Zeit ihres Bestehens infolge der Neuerungen aus pädagogischem Gebiete bereits einen erheblichen Umfang angenommen. Anfang dieses Jahres wurden für die Pianofortchandlung durch einen Neubau auf dem hinzu- erworbencn Grundstück Schönecckstraße 12 nach einer neuzeitlichen Me thode erbaute moderne Verkaufsräume geschaffen. Uber den jetzigen Umsang des Geschäfts orientiert am besten ein Gang durch dasselbe. Wenn man vom Breiten Weg aus das Geschäft betritt, so gelangt man zunächst in die geräumigen Verkaufsräume der Buchhandlung, denen sich die der Musikalienhandlung anschließen. Zwischen Buch- und Musikalienhandlung befindet sich die Kasse und die Konzertkasse, die seit über 100 Jahren den Verkauf der Eintrittskarten zu fast sämt lichen bedeutenderen musikalischen Veranstaltungen und Vorträgen aller Art vermittelt. Auf die Verkaufsräume der Musikalienhandlung fol gen die Buchhalterei, die Expedition, die Registratur und die Telephon- zentrale. Dann reihen sich an: die Privatkontore der beiden Chefs und des Prokuristen, und endlich gelangt man in den ncuerbautcn Piano sortesaal, der mit seinen großen Schaufenstern an der Schönecckstraße liegt. Erhellt wird dieser Raum, der -eine wundervolle Akustik be sitzt, durch ein gewaltiges Oberlicht, das nach dem Saal zu durch eine frei schwebende in herrlicher Malerei ausgesührte Glasdeckc abgeschlossen wird. Zurückgehend kommt man uns einer in der Mitte des Erdge schosses gelegenen imposanten Treppe in die im ersten Stock befindlichen Verkaufsräume der Kunsthandlung. Wir finden in einem Intimen graphischen Kabinett und in einem großen sünsfcnstrigen Ausstellungs räume ständig Sonderausstellungen einzelner Künstler, die dem Magde burger Publikum die Bekanntschaft mit den neueren Kunstschöpsun- gen vermitteln. In weiteren Nämuen finden wir die zum Verkauf gestellten Werke erster Münchener, Düsseldorfer und Berliner Künstler. Hier sicht man, um nur einige zu nennen, Gemälde von Achenbach, Wilhelm Busch, Firle, Kallmorgen, stampf, Leubach, Moralt, Moras, Schramm, Schreucr und vieler anderer erster Künstler, die von der Bedeutung dieses Zweiges des Geschäfts Zeugnis äblegen. Aus dem letzten Raum der Kunsthandlung gelangen wir in den Hinteren Treppen flur, dessen Wände durch drei Stock mit Landkarten und Anschauungs- bilderu bedeckt sind, anzeigend, das; wir uns auf dem Wege zu den in den Hintcrräumcn des zweiten und dritten Stocks gelegenen Ausstellungs räumen der Lehrmittel-Mtcilung befinden. Die hier ausgestellten Ge genstände auch nur einigermaßen erschöpfend aufzuführen, mangelt hier der Raum. Wenn gesagt wird, daß die Abteilung die Ausstattung ganzer Schulen übernimmt rmd außerdem Lehrmittel für alle Wissens gebiete zur Schau stellt, so wird man llberzeugt sein, daß dieser neue Geschäftszweig bereits eine achtunggebietende Stellung einnimmt. Mir der Lehrmittel-Ausstellung verbunden ist die pädagogische Abteilung, alles auf Pädagogik und die neuzeitliche Jugendbewegung Bezughabcnde und außerdem die Bibliothek des Prüfungsausschusses für Jugend schristen enthaltend und somit dem Lehrer eine leichte Orientierung über die moderne Richtung aus dem Gebiete des Schulwesens ermöglichend. Die weiteren Räume des zweiten und dritten Stocks dienen »Heinrichs- Hofens Verlag*. Der zweite Stock enthält die Bureauräumc, die Expe dition mrd das Auslieferungslager, während der dritte Stock das Vor- ratslagcr umschließt. Im Souterrain sorgen zwei Niederdruckdampf heizungsanlagen mit anschließenden Brennstosfvorratsräumen für ge nügende Erwärmung der ausgedehnten Räumlichkeiten. Außerdem be finden sich hier die Packränme, in die die Ballen und Kisten durch einen Aufzug befördert werden, und die Räume, welche die ältere Regi stratur umfassen. Außer den beiden Chefs teilen sich in die zur Bewältigung des Geschäftsbetriebes erforderliche Arbeit ein Prokurist, 4Z Angestellte, 6 Boten, 7 Hilfsarbeiter. Ausstellung der Künstlerspcndc für das Deutsche Buchmuseum. — Da das Interesse für die Künstlerspende, die zur Rettung des Deut schen Buchmuscums von 20 deutschen Künstlern geschaffen wurde, wider Erwarten außerordentlich stark ist, sind die Blätter der wertvollen Mappe jetzt im Buchmuseum in Leipzig lZeitzer Straße 12, I) in einem besonderen Raume ausgestellt, was viele Freunde der graphi schen Kunst mit Freude begrüßen werden. Gleichzeitig wurde eine Aus stellung Gcbrauchsgraphik eröffnet, an der die Künstler Oscar Heiniz, Hildegard Ortlicb, Albert Müller und Reinhold Wcgemann beteiligt sind. Äer Wiederbeschafsungspreis nicht statthaft'. — Folgende bemerkens werte Gerichtsentscheidung entnehmen wir der »National-Zeitung«: Mit der Frage des W i c d e r b c s ch a f f u n g s p r e i s e s beschäf tigte sich kürzlich das Schöffengericht Berlin-Mitte in einer Verhandlung wegen Preistreiberei gegen einen Berliner Buchhändler. Ter Ange klagte hatte »Das Buch des Kaufmanns« von Obst, das er im Oktober 1921 für 84 Mark netto eingekaust, und von dem er nur noch ein Exemplar aus Lager hatte, im April 1922 in seinem Laden eiuom Kunden zum Preise der neuen Auflage, nämlich für 550 Mark, angc- boton. Der von dem Verteidiger des Angeklagten, Rechtsanwalt 1)r. Thiele, geladene Sachverständige, Sortimentsbuchhändler Staar, führte aus, daß das Verhalten des Angeklagten nicht als strafbar ange sehen werden könne. Der Angeklagte sei berechtigt gewesen, den Be trag von 550 Mark zu verlangen, da dieser noch nicht einmal d i o Kosten der W i e d orb e s ch a f f uu g gedeckt hätte. Die neue Auf lage des Buches von Obst hätte später statt 550 Mark 700 Mark gekostet. Hierauf hätte der Angeklagte noch einen Zuschlag von 20 Prozent nehmen dürfen. Rechtsanwalt I)r. Thiele schloß sich den Ausführungen des Sachverständigen au. Man müsse dom Kaufmann den Wicdcrbe- schasfungsprois zugcstehen, da sonst sehr bald die Substanz seiner Be triebsmittel ausgezehrt und seine Existenz vernichtet werden würde. Unter dieser Entwicklung würde auch der Verbraucher leiden, da er alsdann seinen Bedarf nicht decken könne. Der Wicderbcschassungs- prcis stelle den Handclswcrt der Ware dar, sodaß von einem Preis wucher keine Rode sein könne. Das Gericht verurteilte den Angeklagten zu einer Geldstrafe von 3000 Mark. Es erklärte, daß dem Kaufmann der Wiederbeschafsungspreis nicht zugebilligt werden könne. Hierin würde eine unzulässige Bevorzugung der Geschäftsleute gegenüber dem Publikum liegen. Die Folgen der Geldentwertung müßten zwischen Kaufleuten und Verbrauchern angemessen verteilt werden. Der Kaufmann hätte kein Vorrecht darauf, die Substanz seines Betriebs vermögens ungeschmälert zu erhalten. Er müsse sich, gleich dem Privat mann, Einschränkungen auserlegen und evtl, seinen Geschäftsbetrieb ver kleinern. Bei der prinzipiellen Bedeutung der Frage ist gegen das Urteil Berufung eingelegt worden, um eine Entscheidung der höheren Instanzen herbeizuführcn. Zeitungs-Zentrale (Z. Z.) Aktiengesellschaft, Berlin. Bilanz per 30. September 1921. Aktiva. Kassa- und Postscheckkonto 46 73? 20 93 835 ;5 I, ventar- und Betriebskonto ?47 735 03 Debitorenkonto 200 857 10 Orqaniiationskonto 62' 26 - 78 57 424 19 Avalkonto ^ 420 000.— Verlust 1 352 274 69 2619191 04 Passiva. Akt enkapitalkonto 1 500 000 Kreditorenkonto l 105 796 04 ISSSS Avalkonto ^ 420 000.— 2619 191 04 Gewinn- und Verlustkonto per 30. September 1921. Verlust. .4L 4 989 497 79 29 28t- 70 Vortrag aus 1919/70 433 886 80 5 452 677 29 Gewinn. GenerolertragSkonto . 4 100 397 60 Verluüsaldo I 352 274 >9 5 452 672 79 (Deutscher Rcichsanzeiger Nr. 255 vom 10. November 19^2.) Ausdehnung des Schweizer BuchdruckcrstreikS. (Vgl. Bbl. Nr. 274.) — Der Buchdruckcrstreik in der Schweiz ist nun allgemein. Jetzt sind auch in Basel keine Zeitungen mehr erschienen, nachdem bereits Zürich und Bern mit dem Ausstand vorangegangen waren. Nur die sozia listischeu Blätter erscheinen. In Basel wird die Herausgabe eines gemeinsamen bürgerlichen Nachrichtenblattes geplant. Die Tariferhöhungen der Reichsbahn. Die Reichsbahn erhöht zum 1. Dezember dieGüter - und Tiertarisc u m 150 Pro zent und die Personentarife um 100 Prozent. 1669
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