204, 1, September 1925. Künftig erscheinende Bücher. «r-imliatt s. d. Dti«n. «uchi»i,d-r I Z077 Augsburger Postzeitung: „Wirklich «in Buch für die Jugend im Sinne des alten Wahrwortc«, daß für die Jugend das Best« gerade gut genug ist. Ein Buch, das von der gesamten deutschen Preffe einmütig als das Ideal einer Jugeadschrift bezeichnet worden ist." Propyläen, München (vr. Ludwig Fink-, Gaienhofen): „Mit zwei gesunden Büchern, di« als Handhaben zur Verdrängung der süßlichen Kinderschrift«» begrüßt werden dürfen, stellt sich Agot Gjems-Selmer ein. Das eine heißt „Die Doktorsfamilie im hohen Norden". Da ist kein Fäserchen, da» nicht frisch und „»verzärtelt wäre, und da« Land da droben, da« keinen Norden weiter kennt, bloß einen Süden, hat eigentüm- lich- Reize. Da gibt es keinen Frühling; auf einen harten Winter folgt mit einem Schlag der glühende Sommer; es gibt Sturm und gute Segelschiff«, Lappen mit großen Renntierhorden, und die Mitternachtssonne. In diesem Land, im nördlichsten Zipfel, ganz unwahr scheinlich weit nördlich wohnt eine Doktorssamilie. Vater, Mutter, Kinder, Kühe und Ziegenböcke. Wie sie ihre Zeit und die dunkeln Tage «»«füllen, nicht lot schlagen, sondern leuchtend und lebendig machen, da« ist herzersreuend erzählt. Kinder, die anfangcn, in« Leben hineinzusehen, werden Tüchtiges von dem Buch haben und schlichte, einfache Dinge hören. Agot Gjems-Selmer hat «ine reine, herbe Art, Nordland zu malen, nicht unähnlich der, wie «In Großer: Segantini, Südland und sein« Luft zu malen verstand." M. Post: „Dieses Buch nimmt unter den modernen Kinderbüchern «ine allererste Stellung ein." Die Frau, Berlin (Helene Lange): „Die herzenswarme, aber von aller Sentimentalität freie» Schilderungen, zusammen mit den ganz eigenartigen Lebensverhältniffen, geben dem Buch seinen besonderen Reiz; es darf zu dem Besten gerechnrt werden, was man der Heranwachsenden Jugend in di« Hand geben kann." Norddeutsche Allgemeine Zeitung: „Ein gediegenes, gehaltvolle« und gesund«« Buch, von deffea poetischen und idealen Seiten man noch mehr erzähle» möchte, als es der uns zugewiesen« Raum gestattet ... Berliner Morgenzeitung: „Das vorliegende Buch ist ein« Jugendschrift im besten Sinn« de« Wortes." Evangelischer Bolksfreund, Zwickau: „Eine feinfühlige Mutter, die daneben eine begnadete Kindererzieherin und begabte Schriftstellerin ist, bietet hier nicht nur ein ausgezeichnet«» Kinderbuch, sondern auch eine hervorragend« Gab« für den Familientisch; so, wie diese Mutter sollte jede Mutter in ihren Kindern ausgehe»." Neue badische Landeszeitung, Mann heim: „Ihr Elter«, Onkel« und Tanten, di« ihr dies leset, denkt ihr noch der Zeit, da wir jung waren k Wißt ihr noch, wie wir da alle« verschlangen, was gedruckt worden, so wisset ihr auch, wie wichtig es ist, der Jugend nur gut« Bücher in di« Hand zu geben. Es ist in den letzten Jahren auch hierin besser ge worden in dem deutschen Lande, di« Jndianerbücher sind etwa« au« dem Felde gedrängt worden. Wie steht e« aber mit den Mädchen? Schlimm! — — Da herrscht immer noch die Torte mit gefärbtem Zuckerguß. Und gar für das Alter von 12—l4 Jahren, wo die Wünscht anfangen, sich zu regen und da« Auge un heimlich scharf beobachtet, gibt es wenig der Empfehlung wertes. Zu den wenigen gehört unbedingt da» oben genannt« Werk. E« wurde kürzlich hier in einem Vortrag als zur Aufklärung geeignet erwähnt, aber ängstliche Gemüter dürfen sich daraus »erlassen, daß dies« heikle Frag« nur kurz und mit feinstem Zarefinn behandelt wird. Auch sonst hat da« Buch verschiedene Qualitäten, di« e« weitab stellen von dem DurchschnittS- kra«, der gerade der Jugend so oft vorgesetzt wird ... Die Phantasie, die wir Erwachsenen so sehr zurück- dämmen und nach der wir uns doch so sehr sehnen, kommt zu ihrem Rechte. Vaterlandsliebe und Frömmig keit sind in diesem Buch«, aber sie schreien nicht. Sie sind selbstverständlich und damit künstlerisch berechtigt. Daß alle» hoch oben spielt, wo da« Ei« herrscht und da« Nordlicht leuchtet, gewährt dem Werke noch einen besonderen Reiz, der beim Vorlesen greifbar wird. Die Uebersetzung läßt nicht« zu wünschen übrig, der Preis ist sehr billig. E« fehlen also nur die Käufer. — Denn für «in gute« Buch zu werben, damit dem Ver fasser auch sein Lohn werde, ist löblich und sehr ästhetisch. Oder denkt ihr - idealer, ihr Eltern und Onkels und Tanten, di« ihr dies leset?" Etzold öc Co. (Rudolf Iaspersen) Planegg-München