Suche löschen...
Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 15.08.1913
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1913-08-15
- Erscheinungsdatum
- 15.08.1913
- Sprache
- Deutsch
- Sammlungen
- Saxonica
- Zeitungen
- LDP: Zeitungen
- Digitalisat
- SLUB Dresden
- PURL
- http://digital.slub-dresden.de/id39946221X-19130815
- URN
- urn:nbn:de:bsz:14-db-id39946221X-191308151
- OAI-Identifier
- oai:de:slub-dresden:db:id-39946221X-19130815
- Nutzungshinweis
- Freier Zugang - Rechte vorbehalten 1.0
- Lizenz-/Rechtehinweis
- Urheberrechtsschutz 1.0
Inhaltsverzeichnis
- ZeitungBörsenblatt für den deutschen Buchhandel
- Jahr1913
- Monat1913-08
- Tag1913-08-15
- Monat1913-08
- Jahr1913
- Links
-
Downloads
- PDF herunterladen
- Einzelseite als Bild herunterladen (JPG)
-
Volltext Seite (XML)
Eine Vehranstalt deutscher Sprache inTokio. — Vor kurzem wurde in der japanische» Hauptstadt eine neue höhere Lehranstalt errichtet, in der alle Unterrichtsfächer in deutscher Sprache gelehrt werden sollen. Die Gründung ist, wie »Die deutsche Schule im Ausland« schreibt, ein Be weis, das; die in dem letzten Jahrzehnt in Japan aufgejommene Ab neigung gegen die Deutschen dank der Aufklärungsarbeit angesehener deutschfreundlicher japanischer Kreise schwindet. Für die Verbreitung der deutschen Sprache ist die Errichtung dieser Anstalt, die den Namen Shiritso Joshi Taigoku führt, von nicht zu unterschätzendem Werte. Lehrgegenstände sind zunächst Philosophie, deutsche Literatur und Han delswissenschaft. unter dem Titel »Die Frau in der Vergangenheit, Gegenwart und Zu kunft« erschien (1883). Neben zahlreichen in Massenauflagen erschie nenen Broschüren und Flugschriften sind dann noch zu nennen: »Unsere Ziele« (1869), »Der deutsche Bauernkrieg« (1876), Mohammed.-arabi sche Kulturperiode im Orient« (1884), sowie die interessanten Er innerungen »Aus meinem Leben« (1910/11). SPttchftml. Praxis eines Buchhandlungsreisenden und ihre Folgen. Deutscher Katholikentag. — Die 60. Generalversammlung der Ka tholiken Deutschlands wird vom 17.—21. August in M e tz abgehalten werden. Telegrammverkehr mit Ungarn. — Auf Veranlassung des Vereins Deutscher Maschinenbau-Anstalten (Düsseldorf) richtete der Präsident des Deutschen Handelstages am 15. Juli an den Staatssekretär des Neichspostamts folgende Eingabe: »Aus dem Kreise unserer Mitglieder wird darüber Klage geführt, das; von der ungarischen Postverwaltung Telegramme, in denen die Straßenadresse in deutscher Sprache ange geben ist, als unbestellbar behandelt werden. So wurde ein Tele gramm, welches nach Budapest »Gregußgasse 4« adressiert war, zurück gesandt mit dem Vermerk »non reinettLble, n'existe pas«. Als daraufhin an die gleiche Adresse, jedoch mit der ungarischen Stra- ßeubezeichnung »nevtelen-utca 4« telegraphiert wurde, kam das Tele gramm an. Dadurch, daß die ungarische Postverwaltung Sendungen, die mit der jetzt nicht mehr offiziellen deutschen Adresse statt mit der magyarischen versehen sind, in dieser Weise behandelt und im Gegen satz zu der in anderen Staaten üblichen entgegenkommenden Art keine Rücksicht auf die Sprache und Gewohnheiten des Absenders nimmt, ent stehen den deutschen Absendern außer den Kosten auch Zeitverluste, die oft sehr unangenehme Folgen haben können. — Wir sehen in diesem Zustand einen bedauerlichen Mangel und bitten daher, auf seine Be seitigung hinzuwirken.« In Österreich verbotene Druckschriften. — Haus Kirchsteiger, Wie heißt das sechste Gebot? Roman. Berlin. Hugo Bermühler. — Heinrich Conrad, Die philosophische Therese oder Beiträge zur Geschichte des Paters Dirrag und des Fräuleins Eradice. Mit 12 Bild beilagen. Persomlnachriihteil. Gestorben: am 13. August nach langem schweren Leiden Herr Hermann Ziukeisen, Prokurist im Hause Franz Wagner in Leipzig. Der Verstorbene, der nur ein Alter von 58 Jahren erreicht hat, war ein langjähriger treuer Mitarbeiter des Hauses Franz Wagner, dem er seit 23. April 1875, also 38 Jahre laug, seine Dienste gewidmet hat. Daneben war er noch eifrig in Ehrenämtern für seine Kollegen tätig, sowohl bis zuletzt als langjähriges stellvertretendes Vorstandsmitglied im Allgemeinen Deutschen Buchhandlungs-Gehilfen-Verband als auch in früheren Jahren im Leipziger Buchhandlungsgehilfen-Vercin, in dem er eine ersprießliche Tätigkeit entfaltet hat. Zu helfen und beizu springen lag in seiner Natur, und überall, wo es Arbeit zu leisten galt, trat Z. in die Bresche. Seit ungefähr Jahresfrist war er schwer leidend, und es bekümmerte ihn am meisten, daß er im Geschäft nicht mehr so tätig sein konnte wie er es wünschte. Jetzt hat ihn ein rascher Tod von seinem Leiden erlöst. Fr. M. Schiele f. — Der erste Geistliche der Dorotheenstädtischen Kirche in Berlin, Pfarrer O. tkieol. Friedrich Michael Schiele, ist im 46. Lebensjahre im Sanatorium zu Lippspringe gestorben. Er hat sich nicht nur als Herausgeber der »Chronik der christlichen Welt« (1901— 1909), der »Neligionsgeschichtlichen Volksbücher« (1904 u. ff.) u. a. periodischer Unternehmen bekannt gemacht, sondern auch durch eine Reihe selbständiger Schriften, unter denen in erster Linie »Die Ge schichte der Erziehung« (1909) genannt sei. Einen neuen Weg zur Be lebung des Gottesdienstes schlug er dadurch ein, daß er an hohen Fest tagen Bachsche Kantaten in seinem Gottesdienste aufführte. August Bebel f. — In Passug (Kanton Graubünden), wo er sich zur Kur aufhielt, ist am 13. Aug. der sozialdemokratische Neichstags- abgeordnetc und Schriftsteller August Bebel im Alter von 73 Jahren gestorben. Mehr noch als politischer Agitator und als parlamentarischer Führer hat Bebel für die Ausbreitung der Sozialdemokratie durch seine Schriften gewirkt. Am bekanntesten, auch in bürgerlichen Kreisen, ist sein Buch »Die Frau und der Sozialismus«, das ursprünglich Das vor kurzem erschienene Werk »Das deutsche Vaterland« von Mllller-Bohn (Preis 40 ord.) wird in Rheinland-Westfalen durch einen Reisenden vertrieben, der mit edler Dreistigkeit behauptet, das Werk sei nur durch ihn, resp. die Verlagsbuchhandlung, nicht aber durch das Sortiment zu beziehen. Durch diese bewußte Täuschung des Publi kums hat der Mann hier und u. a. auch in Dortmund Erfolge erzielt. Der Verlagsbuchhandlung war von dem Treiben des Reisenden nichts bekannt. Die Folge dieser Reisepraxis ist nun in Düsseldorf eine Ver fügung des Herrn Oberbürgermeisters an die in Betracht kommenden Organe, daß nichts mehr bei Buchhandlungsreiseuden bestellt werden darf, daß diese Leute in jedem Falle abzunHüen sind. Ich veröffent liche dies auf Veranlassung und mit ZustimnW^Mes Herrn Stadtschul rates vr. Schmitz-Düsseldorf. Hoffentlich findetoas Vorgehen unserer Stadtverwaltung auch in anderen Städten Nachahmung, damit dieser in mancherlei Variationen geübten Praxis vieler Reisenden ein Ziel gesetzt werde. Düsseldorf, den 11. August 1913. Alfred P o u tz e n. Wandervögel und Buchhandel. (Vgl. Nr. 181.) X Auf die unter obigem Stichwort abgedruckte Einsendung er-' widere ich: 1. Die Fuldasche Wandervogel-Führerzeitung erscheint seit De zember 1912, mein Verlag wurde im Mai 1913 begründet. Ich habe die Zeitschrift ausdrücklich auch deshalb von ihrem 6. Hefte an in meinen Verlag genommen, weil ich dem Sortiment die Möglichkeit geben wollte, sie ebenfalls liefern zu können. (Ich gewähre auf ein Jahres-Abonne- ment von 4.— ord. 30"/, Rabatt.) Es ist nicht meine Schuld, daß von der 1600 Stück betragenden Auflage noch nicht 10 Exemplare durch das Sortiment gehen. 2. In meiner Anzeige im Börsenblatt vom 8. Mai d. I., in der ich die Eröffnung meiner Firma anzeigte, habe ich ausdrücklich hervorge- hoben, daß ich eine Verlagsbuchhandlung, verbunden mit Versand-Anti quariat gegründet habe. Ich habe von mehreren Verlegern die Rest- anflagen einiger Bücher gekauft, die im Sortimentsbuchhandel nicht mehr abgesetzt wurden, und die Bände als antiquarisch zu herabgesetzten Preisen durch mich zu beziehen angczeigt. Inwiefern dadurch dem re gulären Buchhandel ein Schaden erwachsen soll, ist mir nicht klar. 3. Die in meinem eigenen Verlag erscheinenden Bücher liefere ich zu so günstigen Nabaltbedingungen an den Sortimentsbuchhandel, daß derselbe in der Lage ist, billiger (weil ohne Portoberechnung) zu liefern als ich. In der Tat stammen die Bestellungen aus Wandervogel- Kreisen, die bei mir direkt eingehcn, entweder aus Orten ohne Buch handel, oder der Besteller befindet sich unterwegs, »auf Fahrt«. Im übrigen werde ich künftig gerne denjenigen Firmen, die für meine Ber- lagswerke tätiges Interesse beweisen, die aus ihren Wohnorten bei mir direkt einlaufenden Bestellungen überschreiben.*) Leipzig, Kronprinzstraße 5 a. Erich Matthes, Verlag. X l)c- V *) Es handelt sich bei der in Frage stehenden Einsendung nicht um Werke fremden Verlags, sondern um eigene Verlagsartikel. In der uns eingesandtcn Bestellkarte, die der Wandervogel-Führerzeitung bei lag, fordert Herr E. Matthes zu direkten Bestellungen auf das in seinem Verlag erscheinende Buch Gobineau, Amadis, 1. Buch: Königs kinder zum Subskriptionspreis von brosch. 2.40, geb. 3.40 auf, ohne den Besteller auf eine andere Möglichkeit als die des direkten Be zugs durch seine Firma hinzuweisen. Das und nichts anderes ist in der Einsendung bemängelt worden. Da man nicht weiß, welches Maß »tätigen Interesses« Herr Matthes vom Sortiment für erforderlich er achtet, um ihm in Zukunft direkt bei ihm eingehende Bestellungen über mitteln zu können, so würde es sich, sofern ihm überhaupt au einer Ver bindung mit dem Sortiment liegt, empfehlen, in der Bestellkarte auch auf den Bezug durch das Sortiment hinzuweisen und die Abonnenten seiner Zeitschrift nicht in den Glauben zu versetzen, das; sie das Ge wünschte nur bei direktem Bezüge vom Verlag erhalten können. Red. Verantwortlicher Redakteur: Emil Thomas. — Verlag: Der Börsen verein der deutschen Buchhändler ,u Leipzig, Deutsche« BuchhändlerhauS. Druck: Ramm L Seemann. Sämtlich in Leipzig. — Adresse der Redaktion und Expedition: Leipzig. Gerichtsweg 2V sBuchhändlerhauS).
- Aktuelle Seite (TXT)
- METS Datei (XML)
- IIIF Manifest (JSON)
- Doppelseitenansicht
- Vorschaubilder