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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 21.02.1913
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1913-02-21
- Erscheinungsdatum
- 21.02.1913
- Sprache
- Deutsch
- Sammlungen
- Saxonica
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- ZeitungBörsenblatt für den deutschen Buchhandel
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42, 21. Februar 1913. Redaktioneller Teil. lFortsetzung ZN Seile 1914.1 den Besitzer gewechselt und wurde schon im Jahre 1867 mit L 132.— bezahlt; jetzt gilt sie L 44V. - (^k 880».—). Wertvoll ist die angezeigte Reihe von rund vierzig Handschriften mit und ohne Miniaturen, von denen einige in gut ausgeführten Tafeln wiedergcgeben werden, die auch vom paläographischen Stand punkt aus betrachtet sehr geschickt gewählt sind. Den Schluß bildet eine »Ualaoograppz-, iravsimiles ok manusoripts, eataloguos vk oollootioas« überschriebene Abteilung, die durch ihre Reich haltigkeit auffällt; vor allem sind darin die Faksimileausgaben der Uibliotkoea Vaticana, des Lritisb dlusoum und der Liblio- Ikeque klationale wohl ziemlich lückenlos vertreten. 8. ?. Der ungarische Buchhandel an der Jahreswende. Wirtschaftskrise und Weihnachtsgeschäft. — Wcihnachtsnovitäten. — Nochmals die »Jagd nach deutschen Büchern in Ungarn«. — Beschlag nahme des Semi-Gotha. — Polizeiliche Regelung des Zeitungs- nerkanss in den Straßen. — Ungarn auf der Graphischen Ausstellung Leipzig 1914. — Ungarns Beitritt zur Berner Konpention. Das Echo der Kanonen, das Mitte November aus unseren südlichen Nachbarstaaten zu uns herüberschallte, redete unserm Lande eine ernste Sprache. Der Ausbruch des Balkankrieges, mehr noch aber die kurz darauf einsetzende internationale Span nung hatten eine wirtschaftliche Krise zur Folge, wie sie Un garn seit Jahrzehnten nicht erlebt hat. Millionenverluste der Börsen, Kreditverweigerung des Großkapitals, dadurch ent stehende allgemeine Geldknappheit trafen in empfindlicher Weise das gesamte Geschäftsleben und nicht zuletzt auch den Buch handel. Das Herbst- und Weihnachtsvorgeschäft, das in anderen Jah ren stets recht rege zu sein Pflegte, ging dadurch fast gänzlich ver loren, und schon wurden die ernstesten Befürchtungen für das Weihnachtsgeschäft selbst laut, als in letzter Stunde, aber leider erst dann, infolge einer Entspannung der Lage sich die Kauflust beim Publikum durchsetzte und noch einen leidlich guten Weihnachtsverkehr brachte; was bereits verloren, war aber lei der nicht mehr einzubringen. Den Berichten des Börsenblattes zu entnehmen, war es ja in anderen Großstädten ganz ähnlich, und die interessanten Ausführungen des Herrn vr. Franz Ledermann bestätigen auch für Berlin leider dasselbe Re sultat wie für die Hauptstädte der durch die Krise doch mehr in Mitleidenschaft gezogenen Donaumonarchie. Der ungarische Verlagsbuchhandel war in diesem Jahre mit verhältnismäßig wenig eigentlichen Weihnachtsnoviiäten aufmarschiert. An großen Publikationen, sogenannten Pracht- Werken, fehlte es gänzlich. Ein hübsches Werk brachte die rüh rige Firma Singer L Wolfner heraus: Paul Farkas, 8orra- «ialom es Csäs-rirsag (Geschichte der französischen Revolution und des Kaiserreichs), hübsch illustriert, 2 Bde. Geb. X 16.—. Einen bedeutenden Schritt zur individuellen Buchkunst machte die Firma Gebr. Rövai mit der Herausgabe einer Liebhaber ausgabe von Dantes göttlicher Komödie: Dante, lllomsüiaja I. a poleoi (Hölle). Die anderen Teile werden in zwei Bänden noch folgen. Die einfache Ausgabe kostet P. Bd. L 10.—, in Ganzleder L 20.—, Ganzpergament li 22.—. Das Werk präsen tiert sich in äußerst schöner Form, ist mit charakteristischen Rand vignetten geschmückt und bringt in mustergültiger Reproduktion die vatikanischen Miniaturen zu Dantes unsterblichem Werke. Die Herausgabe dieses Werkes entsprach einem Bedürfnis, da die erste ungarische, von der kgl. Akad-.mie der Wissenschaften veran staltete Ausgabe längst vergriffen ist. Ein Werk, das der deutsche Buchhandel bereits in Übersetzung kennen gelernt hat, ist die Ver öffentlichung der Geschichte des Hauses Rothschild von Jgnäcz Balla: L. kotksoftilclole (Singer L Wolfner) L7.—. Kurz vorher erschien von demselben Autor im gleichen Verlage eine anerkannt gute Edison-Biographie, L 7.—. In einem schmucken Bändchen liegt Franz Molnärs neueste dramatische Leistung, die einen so starken Erfolg in Budapest und in Wien zu verzeichnen hatte, vor: L karleas (Das Märchen vom Wolf) L 2.50 (Franklin-Verein); die deutsche Übersetzung erschien imDeutsch-österreichischen Verlag, Wien. Eine wegen ihrer schönen Ausstattung und Illustrationen be merkenswerte Jugendschrist bildet das Buch Sigmund Seböks: L Uegsrodb moselr (Die schönsten ungarischen Märchen; K 15.—, erschienen bei Rob. Lampel). Kurz vor Weihnachten erschien auch das erste Heft einer neuen, groß angelegten perio dischen Veröffentlichung: Sräraäoft iogenäai (Die Legenden der Jahrhunderte). Das erste Heft bringt die Geschichten kluger und schöner Frauen, mit einem großartigen Jllustrationsmatcrial, größtenteils Reproduktionen bekannter Gemälde. Preis pro Heft L 5.—. Das Unternehmen soll monatlich erscheinen, Preis für den Jahrgang X 48.— Verlag Franz Virter). Vor einigen Monaten war im Börsenblatt die Rede von einer »Jagd nach deutschen Büchern in Ungarn«. Es sollte A. Müller-Guttenbrunns Buch: »Götzendämmerung« in verschiede- neu Teilen des Lander beschlagnahmt worden sein, und die Re gierung sollte sich veranlaßt gefühlt haben, mit besonderer Ge hässigkeit, sogar Freiheitsberaubung gegen die Verbreiter des Buches vorzugehen. Ob dies für die ungarische Provinz in manchen Fällen zutreffend war, habe ich leider nicht feststellen können. In Budapest hat eine Beschlagnahme gewiß nicht statt gefunden, und ein diesbezüglicher Gerichtsbeschluß hat nie Vor gelegen. In den größten Buchhandlungen hat das Buch mit auffallender Schleife, die auf die Aktualität des Werkes für unser Land aufmerksam macht, ausgelegen und ist von keiner Seite be anstandet worden. Der Behauptung aber, daß die »amtlichen Organe heute mehr als je alles täten, um dem deutschen Buch handel und den deutschen Büchern das Leben in Ungarn zu er schweren«, glaube ich im Namen des ganzen ungarischen Buch handels widersprechen zu können. Mir ist während meiner mehr jährigen Praxis im Lande nie ein Fall vorgekommen, wo eine Beschlagnahme oder ein Zensurverbot eines anständigen deutschen Buches stattgefunden hätte, mit Ausnahme eines Falles, den ich noch anführen werde. Der ungarische Buchhändler verwendet sich energisch sür die Novitäten des deutschen Verlages, seufzt Wohl auch manchmal über die großen Ballen, die des Guten allzuviel bringen. Auch scheuen die großen Verleger nicht die Unkosten, ihre Reisenden bis hierher zu schicken, da sie genau wissen, daß sie hier gute Geschäfte machen können. Und endlich: der eigentliche Käufer der deutschen Buches, besonders was teure Ausgaben anbe langt, ist beileibe nicht der hier lebende Deutsche, sondem der Ungar, der von dem deutschen Buche als Kulturprodukt gern profitiert. Es sieht hierzulande also doch nicht so schwarz aus, wie es manchmal gemalt wird. Mit dem oben erwähnten Fall von Beschlagnahme meine ich die des Weimarer genealogischen Taschenbuches, des Semi-Gotha. Inzwischen wieder aufgehoben, wurde sie auf Betreiben eines Angehörigen des ungarischen Adels, der dem Buche tatsächliche Unrichtigkeiten nachwies, durch Gerichtsbeschluß verfügt. Das Budapester Sortiment hatte das Buch offen ausgeboten gehabt, es ist mir aber kein einziger Fall bekannt geworden, in dem in hiesigen Geschäften nach dem Buche recherchiert worden wäre. Einige Firmen hielten es nicht einmal für notwendig, das Buch aus der Auslage zurückzuziehen. "Es erhellt hieraus Wohl am ehesten, daß die Behörden nicht so rigoros vorzugehen Pflegen, wenn man als Erklärung sür die in diesem Falle bewiesene Gleichgültigkeit auch anführen könnte, daß das betreffende Buch keinen direkt ungarnfeindlichen politischen Charakter trägt. Wegen eines gehässigen Angriffs auf Ungarn wurde indes kürz lich der belgischen Zeitung »Inäepeocksneo Lolgo« der Postdebit sür das Land entzogen. Vor einiger Zeit ist vom Ministerium des Innern eine poli zeiliche Regelung des Zeitungsvertriebs in den Straßen der Haupt stadt verfügt worden. Es wurde darauf htngewiesen, daß sich zu dem Berufe eines »vamolot« speziell Minderjährige und arbeitsscheue Elemente drängen, die mitunter ein gefährliches Element im Leben der Hauptstadt bilden könnten. Es wurde da her für die Ausübenden zunächst eine unterste Altersgrenze von 18 Jahren festgesetzt und eine polizeiliche Lizenz verlangt, die nur auf persönliche Vorstellung hin erteilt wird. Hiermit ist eine polizeiliche Kontrolle gegeben, die im Interesse der Ehrbarkeit des »Handwerks« sehr zu begrüßen ist. Vonseiten der Betroffenen
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