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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 14.09.1925
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- 1925-09-14
- Erscheinungsdatum
- 14.09.1925
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- Deutsch
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»Ilsentlottd. Dgchv. Vuch,»nd-I. 1372S Soeben erschien: Das wahre Gesicht -er Hohenzollern ^ Aus fünf Jahrhunderten ihrer Familiengeschichte U von vr. Graßhoff 192 Setten 8° / Broschiert M. 3.-, ln Halbleinen- M. 3.50, bar mit 40°/, Da« wahre Gesicht der Hohenzollern betitelt der Ver fasser das vorliegende Buch und weist Hiermil der Arbeit den Weg, der sie allerdings In schroffen Gegensatz zu den bisher erschienenen Publikationen über diese Dynastie setzt 3um ersten Male wird uns hier eine samilkengeschichtliche Darstellung deS früheren preußischen Herrscherhauses gegeben, die sich nicht auf die herkömmlich« mehr oder weniger rein dynastisch eingestellte Geschichtsschreibung, sondern aus bisher unbekannte oder der Veröffentlichung nicht zugängliche Forschungen stützt. Trotz der äußerst umfangreichen einschlägigen Literatur bietet die vor liegende Arbeit etwas völlig Neues, verschiedene kleinere »or- kriegSzeltiiche Veröffentlichungen mußten sich infolge des Druckes der Zensur ln engen Grenzen halten. DaS umfangreiche, vom Verfasser eingangs zitierte Werk MaurcnbrecherS »Die hohen- zollernlegcndc' slSOS) erschöpfte sich in langatmigen Darstellungen der inneren Zustände Brandenburg-Preußens unter der Hohen- zollernherrschast, die den Leser in feinem Interesse nur allzubald erlahmen ließen, ein paar andere auf materialistischer Geschichts auffassung ruhende Publikationen sind einfach unterdrück« worden. Die Revolution 1918 hat hier nur eine geringe Besserung ge bracht. Der Geschichtsunterricht in den Schulen wurde wenigstens zum Teil von den Fesseln befreit. Sie ihm sahrzehntelang auf erlegt waren, die Wissenschaft aber beschränk« sich bis heute ent weder auf doktrinäres Festhalten am Althergebrachten oder auf erbitterte dogmatische Polemik über Republik und Monarchie und geht Im übrigen fas« ausschließlich nur auf die süngste Zeit ein. Besonders ist die Literatur über die Regierungszeit und Person des letzten Träger« des monarchischen System« fast übergroß, den Ursprüngen aber und her Vergangenheit »lese« Systems wird nirgends nachgegangen. Diese Lücke nun füllt das vorliegende Werk aus. Der Verfasser führt feine In der Einleitung ausgesprochene Absicht, nicht trockene« GcschichtSmaterial, sondern eine sür die -roste Allgemeinheit bestimmte ausklärenöe Darstellung »er Hohen- zollernschen Familiengeschichte zu geben, ln überaus fesselnder Weise durch. Die Duellen seine» umfangreichen Materials find zeitgenössische und neuere in» und ausländische Memoiren, Tage bücher u. a., fast ausschließlich nur dem Philologen UN» Geschichts forscher bekannt. ES schließt mit dem ersten deutschen Kaiser ab, mit der wahlberechtigten Begründung, daß heute die Ge- schichte der letzten Jahrzehnte noch nicht als abgeschlossen und der Kritik offrnstehend zu betrachten ist. Überreich ist da« zu fesselnder, den Leser vom Anfang bi« zum Schluß packender Darstellung gebrachte Material, IN bunter Reihe, wie di« Bil der Me« interessanten Film« rollen di« Abschnitte Sohen- zollernscher Geschichte an uns »«rüber. Sie zeigen uns die Fürsten diese« Stammes ohne Purpur und Krone in ihrer nur allzu erbärmlichen Menschlichkeit, sie zerstöien naturgemäß den Nimbus, der auch die Großen ihres Geschlechts bisher umgab. „Tragik im Hause Hohen,»llern"hä«e da« Buch vielleicht überschrieben werden sollen, tragisch sprechen unS die Schicksale der Mitglieder diese« Haufe« an. Mi« Totschlag und Vertrei bung der Hohenzollern beginnt ihre Geschichte, Bruderzwist, Gift und da« sprichwörtliche Unglück der tzohenzollern-Ehen geben der Chronik diese« Geschlechtes ein düsteres unheimliches Kolorit. Seinen Tod findet einer der Hohenzollern als Vizekönig von Spanien, nicht einmal sein Grabmal vermag fein Enkel, Kaiser Friedrich lll„ aufzufinden. Von einem Frundsbergischen Lands knecht wird beim Sacco di Roma ein anderer In den Gaffen der ewigen Stadt rühmlos erschlagen, unstet irren andere deS unglücklichen Geschlecht«, aus deutschen Landen versagt, in der Fremde umher und erlöschen fern der Heimat im Elend. Und im Mittelalter bereit« sehen wir den Wahnsinn seine Krallen in die unselige Gippe schlagen, der dann durch die Jahrhunderte feinen zerstörenden Einfluß geltend gemach« hat. So ziehen kaleidoskopartig die Figuren an uns vorüber, die Last Ihre« kranke» Blutes aber und eigene Verblendung und Schul» lassen den traurigen Ausgang der Jollern ahnen. Die ganze Tragik diese« Hause« gib« die absichtlich breit gehaltene Schild«, rung der srtdertzimüschen Epoche wieder, die sich dann zu einem trüben Gemälde moralischen Tiefstandes der Folgezeit entwickelt. Das Werk ist als eine ernste wissenschaftliche, durchaus objektiv gehaltene Arbeit zu betrachten, die in bezug auf daS bisher unbekannte Material jeder Kritik standhält. Gustav Ziemserr Verlag, Berlin-Lankwitz, Mozartstr. 37 1808»
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