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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 09.01.1913
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1913-01-09
- Erscheinungsdatum
- 09.01.1913
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- Deutsch
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- Saxonica
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Redaktioneller Teil. U 6, g. Januar 1913. gelaufen, aber so arg wie jetzt dürfte es früher doch nicht ge wesen sein. Der 50. Todestag Ludwig Uhlands (1- 13. November 1862), dessen unsere Presse in ausgedehntem Matze gedachte, gab auch unseren Sortimentern Veranlassung, Uhland - Literatur auszu- Vüchsrbedarf für Weihnachten Wir mache» das bücherkaufende Publikum hierdurch daraus aufmerksam, daß die festen Ladenpreise für neue Bücher jeder Art, also auch für Jugendschristen, Bilder bücher, Prachtwerke und Geschenkliteratur, in allen deutschen Buchhandlungen gleich sind und eingehalte» werden müssen. Alle An gebote zu ermäßigten Preisen — „Statt so viel, nur so viel!" — können also stets nur antiquarische Bücher oder solche betreffen, deren frühere Preise allgemein herabgesetzt oder erloschen sind, so daß sie überall, wo vor rätig, zu gleich billigen Preisen käuflich sind. Der Vorstand des Württ. Buchhändlervereius stellen. Von diesen Ausstellungen fanden wir die der Firmen H. Hofer und I. F. Steinkopf im »Neuen Tagblatt« erwähnt. Letztere Firma hatte außer verschiedenen Bildern alte Tagcs- blätter mit den hochinteressanten Berichten über den Tod, die Beerdigung, die dichterischen Nachrufe, die Einweihung des Tü binger Denkmals und die festliche Begehung des l00. Geburts tags ausgestellt. I. F. Steinkopf hatte auch zur Erinnerung an den SV. Todestag vr. ideal. Christ. Gottl. Barths eine kleine Ausstellung veranstaltet. Barth hat sich vor allem auf dem Gebiete der Mission einen unvergeßlichen Namen gemacht, er war Gelehrter, Schriftsteller, Redner, Dichter und korre spondierendes Mitglied zahlreicher in- und ausländischen Ge sellschaften. Nicht zum wenigsten feinen vielverzweigten und einflußreichen Beziehungen ist es zu verdanken, daß das einst so bescheidene und von der Heerstraße etwas abgelegene Städt chen Calw Klang und Namen erhalten hat; die dortige Vereins buchhandlung ist in der gesamten christlichen Welt bekannt. Von Barths Bedeutung mag die Tatsache einen Begriff geben, daß seine »Biblischen Geschichten« auf der hiesigen Bibelausstellung in 31 verschiedenen Sprachen ausgestellt waren. Zu Gerbart Hauptmanns SV. Geburtstag hatte Herrn. Wildts Hofbuchhand- lung eine Ausstellung von Hauptmann-Literatur und moderner Dramen veranstaltet. Derartige Gedenktage bieten dem Sorti menter ein dankbares Feld für Reklame, das allerdings sorgsam bebaut sein will. Das bloße Auslegen von Büchern tut es nicht. Man rechnet im allgemeinen zu viel damit, daß die betreffen den Persönlichkeiten allgemein bekannt sind, und nimmt zu wenig Rücksicht auf die, die sie noch nicht oder nicht genauer kennen. Einige Erklärungen, handschriftlich oder gedruckt, sollten nicht fehlen, auch Porträts werden von Nutzen sein; gegebenenfalls kann von Bibliotheken Material entliehen werden. Nicht ver gessen sollte man vor allem die Presse, die gern das Licht des Sortimenters auf den Scheffel stellt, wenn sie darum angegan gen wird. Uhlands Gedächtnis ist in mancherlei Feiern, in litera rischen und politischenVereinen, in Gesangvereinen und im Theater erneuert worden, zu einer allgemeinen Volksfeier sür den Dich ter des »guten Kameraden« ist es nicht gekommen, wie denn auch die Anregung des hiesigen Schrifstellers Wittko, dem Dichter in der Landeshauptstadt ein Denkmal zu setzen, bis jetzt kein Echo gefunden hat. Jer umfangreichen Uhland-Literatui des Cctta- schen Verlags reiht sich als neueste der vom Schwäbischen Schillerverein herausgegebene »Briefwechsel Uhlands« an, be arbeitet von Julius Hartmann, dem Nestor der lebenden schwä bischen Literarhistoriker. Als weitere Festgabe zur Gedenkfeier erschien bei W. Spemann eine volkstümliche Biographie des Dichters aus der Feder von R. Julius Hartmann. Was würde Wohl Ludwig Uhland sagen, wenn er den Literaturbetrieb seiner modernen Dichterkollegen von heute ansähe, er, der den Lorbeer kranz, den die Freunde ihm bei seinem Scheiden aus Stuttgart mit auf den Weg nach Tübingen gegeben hatten, an einer Eiche des Schönbuchs aufhing, und der einem Buchhändler in Tübin gen ein Honorar zurllcksandte, weil ein solches nicht vereinbart worden sei! Die Herren Autoren von heute weisen keine Lorbeer kränze und Honorare mehr zurück! Ludwigsburg, das schwäbische Potsdam, einst die Residenz des Landes, die Geburtsstätte von D. F. Strauß, Juslinus Ker ner, Eduard Mörike, Fr. Notier und Friedrich Theodor Bischer, hat durch ein Vischer-Zimmer eine neue Sehenswürdigkeit er halten. Wischers Sohn, Geh. Reg.-Rat Professor llr. Robert Bischer in Göttingen, der Herausgeber der »Shakespeare-Vor träge« F. Th. Vischers, hat dem Historischen Verein in Ludwrgs- burg die Einrichtung des Arbeitszimmers seines großen Vaters zum Geschenk gemacht und eigenhändig an Ort und Stelle im Hause Marktplatz Nr. 12 ausgestellt. Friedrich Theodor Bischer, der Ästhetiker, der Dichter des »Auch Eurer« und schwerwiegender Gedichte, der Humorist »Schartenmaher«, der berühmte Rer.rer und Literarhistoriker, wird für immer zu den Zierden schwä bischen Schrifttums zählen. In dem Vischer-Zimmer erblickt man den Schreibtisch mit dem ihn überragenden Büchergestell und den gebrauchten Schrcibgegenständen; — über dem Stehpult und an anderen Stellen fesseln uns kleine erlesene Kunstgegenstände. Die Wand ziert der Waffenschmuck, Jagd- und Schützcnwaffcn. Wer »Auch Einer« kennt, wird mit vergnüglichem Schmunzeln den Spucknapf betrachten. Nicht unerwähnt darf die überlebensgroße Büste des Dichters bleiben, dis ihn in seinen späteren Jahren dar stellt; sie ist von Vischers Enkelin Frau Professor Meißner in Königsberg modelliert und vorzüglich gelungen.
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