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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 14.06.1905
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1905-06-14
- Erscheinungsdatum
- 14.06.1905
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- Deutsch
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185, 14, Juni 1905, Nichtamtlicher Teil, 5517 Die Sortimsntsbuchhandlung als Klägerin behauptet nun, daß die beklagte Verlagsfirma diesem Vertrag zuwider mehr fach Exemplare des Buchs unmittelbar an das ihr, der Klägerin, eingeräumte Gebiet verkauft habe. Sie hat des halb zunächst den Antrag gestellt, die betreffende Firma für schuldig zu erklären, ihr einen vollständigen Buch auszug über die in dem fraglichen Gebiet abge setzten Exemplare des betreffenden Buches vorzulegen, und zweitens für jedes derartig abgesetzte Exemplar die ver einbarte Vertragsstrafe von 6 ^ zu zahlen. Was den zweiten Punkt dieses Klagebegehrens anlangt, so hat der I, Zivilsenat bei dem Obsrlandesgericht zu Stuttgart es als gerechtfertigt erachtet; denn im Vertrag war eine Konven tionalstrafe von dieser Höhe für jeden Fall der Zuwider handlung vorgesehen. Wenn nun die beklagte Firma daher auch in diesem oder in jenem Fall 10 Exemplare auf einmal unter Verletzung des Vertrags an einen andern Sortimenter geschickt haben würde, so würde dies nicht nur einen einzigen Akt der Vertragsverletzung darstellen, sondern deren zehn; es wäre also das Zehnfache der hierfür vorgesehenen Strafe zu ent richten, Dagegen vermochte die Klägerin mit dem ersten Klagcpunkte nicht durchzudringen. Das Gericht hat ihre Stellung zu der Verlagsfirma als die eines Agenten auf gefaßt und hat demnach die einschlägigen Vorschriften des Handelsgesetzbuchs zur Anwendung gebracht. Nun kann aber gemäß Z 91 a, a, O, der Agent bei der Abrechnung mit dem Geschäftsherrn die Mitteilung eines Buchauszuges über die durch seine Tätigkeit zustande gekommenen, bezw, ihm provisionspflichtigen Geschäfte fordern, er hat aber keinen Anspruch darauf, daß ihm Auszüge, die diesen Punkt nicht betreffen, ebenfalls mitgeteilt werden. Im vor liegenden Falle nun fordert die Klägerin, daß die Be klagte ihr einen Auszug über alle von ihr nach dem betreffenden Bezirk gelieferten Bücher erteile. Sie überschreitet damit die Grenze dessen, was ihr das Gesetz zugesteht. Die Klägerin würde auch keinen Erfolg gehabt haben, wenn sie Vorlegung der Bücher selbst verlangt hätte, denn das Gericht ist wohl in der Lage, zum Zweck der Be weiserhebung der einen oder der andern Partei die Vorlegung ihrer Bücher aufzugeben, allein die Gegenpartei hat kein unbedingtes Recht, die Anordnung dieser Maßnahme zu fordern. Will die Klägerin mit ihrem Anspruch durchdringen, so muß sie diejenigen Fälle namhaft machen, in denen nach ihrer Ansicht die Beklagte sich vertragswidrig verhalten habe. Diese Vorgänge muß sie genau präzisieren und unter Be weis stellen, und dann ist es Sache des Gerichts, durch Be schluß die Vorlegung der Bücher anzuordnen. Die Klägerin hat sich aber auf die ganz allgemein gehaltene Behauptung beschränkt, daß die Beklagte vertragswidrig Bücher in den eingeräumten Bezirk geliefert habe, ohne diese Behauptung in irgend einer Hinsicht näher beweisen zu können. Das, wie gesagt, genügt nicht, um die Grundlage für eine Beweis erhebung zu schaffen. Über Verbreitung und Herstellung englischer Vibeln. Über dieses Thema weiß wohl niemand besser zu plaudern als Mr, Henry Frowde, der Besitzer der Oxkorä länivorsitz- Lrsss, In einem Gespräche mit dem Herausgeber des »Look Avlltbl^« machte er kürzlich interessante Mit teilungen, Auf verschiedene an ihn gestellte Fragen, u, a,, ob die Bibel heutzutage mehr oder weniger als in früheren Zeiten gelesen werde, antwortete er ungefähr folgendermaßen: -Dies ist eine Frage, die man nicht in einem Satze, oder überhaupt nicht sicher beantworten kann. Zwei Punkte lassen sich dagegen mit Sicherheit feststellen. Erstens werden heutzutage mehr Bibeln verkauft als je zuvor; zweitens finden Bibeln in großer Schrift mehr und mehr den Vorzug, Zum ersten Punkte ist jeglicher Kommentar unnötig, da Zahlen für sich selbst sprechen. Soweit ich es berechnen kann, beläuft sich die Ausfuhr englischer Bibeln während des Zeit raums eines Jahres auf zirka 2 Millionen Exemplare, Was den zweiten Punkt anbetrifft, so kann man den einfachen Schluß daraus ziehen, daß in großer Schrift gedruckte Bibeln deshalb gewählt werden, weil man beabsichtigt, darin zu lesen und sie nicht nur als Schmuckstück zu betrachten. Man achter heute mehr auf sein Augenlicht, als man es früher tat, und das Licht in den Kirchen ist nicht immer so gut, wie es sein müßte. In rohen Zahlen gesagt, produzieren wir ungefähr eine Million Oxford-Bibeln jährlich. Im Jahre 1875 betrug die Anzahl zirka 500 009, im Jahre 1880 650 000, im Jahre 1885 700 000, im Jahre 1890 900 000, und im Jahre 1896 erreichte der Umsatz die Zahl von einer Million Exemplaren, Auf dieser Höhe bleibt es seitdem ungefähr. Wir drucken nicht nur unsere Bibeln, sondern verfertigen unser eignes Papier, binden die Bände, entwerfen die Zeichnungen für die verschiedenen Einbanddecken, kurz und gut, alles was zur Herstellung einer Oxford-Bibel gehört, entsteht im eignen Hause Wir haben ausgerechnet, daß wir jedes Jahr zirka 70 000 Häute zum Binden gebrauchen, und daß fast eine halbe Million Tafeln Blattgold zum Eindrücken der Buchstaben auf dem Buchrücken erforderlich ist. Unsre Druckpressen arbeiten unausgesetzt, und, obgleich wir stets ein großes Lager von fertigen Bibeln an der Hand haben, so zeigt die Erfahrung doch, daß sich Herstellung und Verkauf das Gleich gewicht halten. Infolge des Monopols, das die Bibeln ein nehmen, ist es möglich, eine sehr große Auflage zu drucken. So können z, B, 100 000 Exemplare von ein und derselben Ausgabe hergestellt werden, da es vollkommen sicher ist, daß früher oder später alle verkauft werden. Dieser Umstand ge stattet es wieder, die Bibel zu Preisen abzugeben, wie es unter Berücksichtigung der Qualität kaum möglich wäre, wenn sie demselben Risiko wie andre Bücher ausgesetzt wäre. Im allgemeinen bedeutet Monopol höhere Preise; was die Bibel anbetrifft, so ist das Gegenteil der Fall Vor einigen Jahren versuchten wir eine Statistik aufzustellen, die den Verkauf unsrer Bibeln in den verschiedenen Ländern pro Kopf zeigen sollte. Danach ergaben sich folgende Zahlen: für England und Wales 1,0, für Schottland 1,5, für Irland 0,03, für Kanada 0,75 und für die Vereinigten Staaten von Amerika 0,35 Somit stellte sich heraus, daß der Schotte der beste Bibelkäufer ist, während die Ausfuhr nach den Vereinigten Staaten von Amerika infolge der ungeheuren Bevölkerung die nach allen übrigen Ländern übertrifft. Australien und verhältnismäßig Neu-Seeland importieren stark. Der Verkauf der Oxford-Bibel in Süd-Afrika ist immer beträchtlich gewesen und besonders neuerdings im Anwachsen begriffen, in einer Hinsicht dank dem Umstand, daß englische Schulen dort mehr und mehr festen Fuß fassen, Indien und der Osten haben dauernd eine gewisse Anzahl von Bibeln eingeführt und tun es auch heute noch; indessen sie haben ihre eigenen religiösen Bücher, und ich spreche nur von der englischen Bibel, nicht von den Übersetzungen in fremde Sprachen, Was den Druck der Bibel betrifft, so wollen wir annehmen, wir wären gerade bei der Herstellung einer neuen Auflage, Der Satz wird nach irgend einer früheren Auflage gesetzt und dieser dann nach wieder einer andern korrigiert. Dies geht so fort, bis jede neue Auflage viermal durchgesehen worden ist, und zwar von vier verschiedenen Lesern nach vier verschiedenen Auflagen, Wie man sieht, wird die Oxford- Bibel auf diese Weise fortgesetzt durchgesehen und wieder durchgesehen. Es ist eine Arbeit, die ein volles Jahr in 727
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