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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 30.05.1925
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- 1925-05-30
- Erscheinungsdatum
- 30.05.1925
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125. 30. Mai 1925. Redaktioneller Teil. und daß unsere Schriftsteller sich über kurz oder lang eine solche Richtlinie schaffen müssen. Der pompöse Hintergrund des victoria- nischen England ist verschwunden. Es ist sinnlos, sich einzureden, baß er noch existiert. Und wenn die schöne Literatur nicht zu seichter Satire und zum Geschwätz herabsinkcn soll, muß sie sich mit dem primären und ewigen Problem des menschlichen Herzens zu beschäf tigen beginnen.« Ein Kartenwerk für 50 Millionen Dollar. — Eine ganz ein gehende kartographische Aufnahme der Bereinigten Staaten von Amerika wird jetzt, -wie verschiedene Tageszeitungen melden, durch ein soeben von Coolibge nnterzeichnetes Gesetz in Angriff ge nommen. Dieses Kartenwerk, das aus mehr als 6000 einzelnen Kartenblättern bestehen soll, wird gegen 50 Millionen Dollar kosten. Ter neue Atlas der Vereinigten Staaten soll nach der Erklärung des Leiters des Unternehmens James Hartneß »jeden Weg und jede Eisenbahnlinie, jedes Haus und jede Fabrik, jede Brücke und ebenso jeden Fluß, jeden Weiher, jeden Berg und Hügel, jeden Ab hang usw. unter genauer Angabe der Größerwerhältnisse umfassen«. Wicdcraujnahmc des deutsch-amerikanischen Gelchrtenaustanschs. — Der deutsch-amerikanische Professor Karl Nickerson Lle- wellyn, der bei Ausbruch des Weltkrieges Student an der Universi tät Aale mar und als Freiwilliger im deutschen Heere den Krieg mit machte, hat dieser Tage einen Ruf an die Columbia-Universi tät als Professor der Rechte erhalten. Llewellyn hat sein Amt bereits angetreten. Die Aale-Univcrsität, die auch im Kriege schon eine Ausnahmestellung unter den amerikanischen Universitäten eingenom men hat, entsendet in diesem Sommer ihr erstes Mitglied zu einer Vortragsreihe nach Deutschland. Professor Borchard von der Vnls llaxv 8ebovI wird im Laufe des Sommers an der Berliner Universität über internationales Recht lesen. Ein« Broschüre siir eine halbe Million Dollar. — Der bekannte Antiquar No'senbach «aus Philadelphia, dessen Name in letzter Zeit im Zusammenhang mit Bücherkäufen des öfteren genannt wurde, hat kürzlich bei einer Versteigerung ln NewAork eine dünne Broschüre, deren Ladenpreis seinerzeit drei Pence betrug, für die Nekordfummc von 540 000 Dollar erworben. Es handelte sich hierbei um eiue vollständig vergriffene und überaus selten gewordene Schrift von Stevenson, die den Titel »Aufruf an den Klerus der schottischen Kir chen« führt und in der angelsächsischen Kirchengeschichte eine sehr be deutsame Rolle spielt. Wiedererstattung des Gewerkschaftsvcrmögens bei den Buchdrucker- gehilscn. — Infolge der Krtegsnachwirkungen und vor allem durch die Inflation hatte auch der freigewcrkschaftliche Verband der Deutschen Buchdrucker fast sein gesamtes sehr erhebliches Vermögen ver loren, sodaß teilweise die ausländischen Buchdruckergehilfenverbände helfend eingreifen mußten. Seit Einführung der Nentcnmark ist aber nach und nach wieder eine wesentliche Erstarkung des Verbandsver mögens eingetreten, die insbesondere auch auf die ständige Abnahme der Arbeitslosen und der Kurzarbeiter, sowie auf den Einfluß der guten Beschäftigung im Buchdruckgewerbe zurllckzuführen ist. Das Ver mögen des Verbandes der Deutschen Buchdrucker (Saldovortrag) be trug am 1. Januar d. I. schon 1595 334.92 Rentenmark, am 1. April d. I. bezifferte sich das Verbandsvermögen (Saldovortrag) auf 2 322 317.96 Nentcnmark, sodaß dieser Gehilfenverband im ersten Vierteljahr 1925 einen Uberschuß von 726983.04 Nentcnmark erzielte. Im letzten Vierteljahr 1924 wurden für Unterstützungen, Verwaltung usw. 562 199.26 Renten mark verausgabt. Unterstützung des Mainzer Gutenberg-Muscums durch Amerika. — Im Juni d. I. sind seit der Gründung des Gutenberg-Museums in Mainz 25 Jahre verflossen. Wie mm die »Antiquitäten-Z^itung« berichtet, ist in NewAork ein Komitee der Zweihundert in der Bil dung begriffen, das mit Druckern und Bibliophilen in der ganzen Welt für die Errichtung eines Druckerei-Museuws in Mainz, zum An denken an Johann Eubenberg, in Verbindung treten soll. Der Präsi dent des New Aorker Komitees ist Edward K. Bartlett von der Bart- lett-Orr Preß Co.; Mitglieder des Komitees sind u. a. der bekannte Bankier Speyer, Charles Seribner von der Verlagsfirma Charles Scribner L Son, Frank Hedley, Norman Dedge, Waldemar Kaempsert und andere. Man hofft in der NewAorker Gruppe, daß sich ln Amerika ein Komitee von 1000 Personen organisieren lassen wird, das ein tätiges Interesse an der Bewegung nimmt. Alsdann soll eine dvrsenblntt f. den Deutschen vuchhandet. 98. Jahrgang. größere Zahl von etwa 55000 Personen, die an Druckereifragen inter essiert sind, zur Mitwirkung ausgefordert werden. Herr Bartlett be suchte vor einiger Zeit Mainz aus Ersuchen eines Komitees euro- päischer Drucker; er erklärte u. a., daß ein Gebäude für das Museum bereits in Aussicht genommen worden sei, ein altes Drucke re ihaus, das bis in die Zeit von Gutenberg selbst zurückdatiert. — Bekanntlich reichen die gegenwärtigen Räumlichkeiten, in denen das Guteuberg- Musenm untergebracht ist, nicht aus; noch größere Schwierigkeiten entstehen aber bei einem Ausbau des Museums, sodaß ein eigenes Gebäude dringend erforderlich ist. Schweizerisches Gutenberg-Museum. — In Bern sand kürzlich die 25. Jahresversammlung des Vereins zur Förderung des Schweize rischen Gutenberg-Museums statt. Aus dem von Herrn Lüthi, dem Leiter des Museums, erstatteten Jahresbericht war zu ersehen, daß der Verein zurzeit insgesamt 437 Mitglieder, Donatoren und Korpo rationen zählt. Neben sieben Vorträgen wurden fünf Ausstellungen veranstaltet. Eines guten Besuchs erfreut sich die gegenwärtig ver anstaltete Bibelausstellung, desgleichen die Begleitausstellung der Veröffentlichungen des Gutenberg-Museums (von 1900 bis 1924). Nach der vorgelegten Jahresrechnuug weist das Museum eine Ban schuld vou 21000 Frauken auf. Der Wert der Museumssammlungen beträgt 37 000 Franken. Postpakete nach Spanien. — Die spauische Postvcrwaltung macht darauf aufmerksam, daß die Zollinhaltserklärungen zu Paketen nach Spanien den genauen Wert des Paketinhalts enthalten müssen. Fehlt diese Angabe, so läuft der Absender Gefahr, daß das Paket zurück gewiesen oder mit hohem Geldstrafe belegt wird. Die Zollinhalts erklärungen müssen enthalten: Roh- und Reingewicht jeder Waren gattung, genaue Inhaltsangabe (Beschoffenheit und Menge) und die W e r t a n g abe des Inhalts. Unzulässige Briefumschläge. — Das Amtsblatt des Rcichspoft- miuisteriums schreibt: Nach Wahrnehmungen im Betriebe kommen häufig Briefumschläge vor, bei denen die Absenderangabe, verbunden mit ausfälliger Reklame, sich über Len größten Teil der Vorderseite erstreckt. Nach den geltenden Bestimmungen wären Briefe mit solchen Umschlägen von der Beförderung auszuschließen, weil der umfang reiche Aufdruck die Übersichtlichkeit der Anschrift sehr beeinträchtigt. Zum Aufbranch der Bestäub« an derartigen Briefumschlägen wird jedoch eine Frist bis zum 31. Dezember 1925 zngestanden. Absender, die solche Briefumschläge verwenden, sollen benachrichtigt werden. Erfurter Bibliotheksgesettschaft. — Der Gedanke eines Zusam menschlusses verständnisvoller Personen zur Linderung der Notlage und Unterstützung öffentlicher Bibliotheken ist zwar nicht ganz neuen Datums, indem schon vor 129 Jahren in St. Gallen eine solche Biblio theksgesellschaft zugunsten dem Vackiava bestund, ober bei uns in Deutschland folgte man diesen! Beispiel erst kurz vvr dem Weltkriege, und es bildete sich eine Gesellschaft von Freunden bei der Stadt bibliothek Dortmund und bei der Deutschen Bücherei Leipzig (1913) und eiu Verein der Freunde bei der damaligen König!. Bibliothek Berlin (1914). Daß diese Idee auch im Ausland anfgegriffen wurde, zeigt die Locistä äe8 ^.mis cke la Libllotktzgue Nationale et ckes Oranckes UidüotdeciueZ cke la braves in Paris. Auf Betreiben des Biblio theksdirektors vr. Suchiem ist nun auch in Erfurt ein« solche Ver einigung am 3. Januar 1925 ins Leben gerufen worden, die be zweckt: das Verständnis für die Bedeutung und Aufgaben des Er furter Bibliothekswesens, insbesondere der Stadtbücherei (früheren lluioersitäts- bzw. Kgl. Bibliothek) in weitere Kreise zu tragen und zu wissenschaftlicher Arbeit auzuregeu, sich für die größte Förderung der Biblidthek bei Staat und Stadt einzusetzen und ergänzend Mittel siir ihren Ausbau bereitzustellen, Schenkungen von Büchern und literarischen Nachlässen — namentlich solche von örtlichem Juteressc — zu erwirken, wissenschaftliche Veröffentlichungen, besonders iib:r Erfurt, dürch Beihilfen zu unterstützen und möglichst viele Biblio theken im Bereich der Stadt allgemeiner Benutzung zu erschließen. Zum Vorsitzenden wurde gewählt: Geheimrat vr. Biereyc, Gymnasial direktor i. N., Vizepräsident der Akademie usw., stellvertr. Vorsitzender und Schriftführer ist der als Exlibris-Sammler bekannte Kaulfmann 1181
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