Suche löschen...
Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 30.05.1925
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1925-05-30
- Erscheinungsdatum
- 30.05.1925
- Sprache
- Deutsch
- Sammlungen
- LDP: Zeitungen
- Zeitungen
- Saxonica
- Digitalisat
- SLUB Dresden
- PURL
- http://digital.slub-dresden.de/id39946221X-19250530
- URN
- urn:nbn:de:bsz:14-db-id39946221X-192505306
- OAI-Identifier
- oai:de:slub-dresden:db:id-39946221X-19250530
- Nutzungshinweis
- Freier Zugang - Rechte vorbehalten 1.0
- Lizenz-/Rechtehinweis
- Urheberrechtsschutz 1.0
Inhaltsverzeichnis
- ZeitungBörsenblatt für den deutschen Buchhandel
- Jahr1925
- Monat1925-05
- Tag1925-05-30
- Monat1925-05
- Jahr1925
- Links
-
Downloads
- PDF herunterladen
- Einzelseite als Bild herunterladen (JPG)
-
Volltext Seite (XML)
8892Börsenblatt f. d. Dtschn. Buchhandel. Redaktioneller Teil. X° 125, 30. Mai 1925. Vcrstcigerungskalender. 8. Juni <u. folg. Tage: GilhvferL Nanschburg u. Dr. Ignaz Schwarz, Wien. Bibliothek G. Elßler. Erstdrucke Goethes, Schillers, der Romantiker uftv. Drucke des 16. Jahrh. 2108 Nrn. 9. Juni: I. L. Bcijers, Utrecht. Naturwissenschaftliche und medizinische Zeitschriften und Micher. 369 Nrn. 9. Juni: I. Schulman , A m st erda m. ^lounaioZ et msäsilles ea or. 397 Nrn. 11. Juni: Max Perl, Berlin. Auktion 98: Moderne Graphik und Mappenwerke. 586 Nrn. 13. Juni: Paul Graupe, Berlin. Auktion -17: Eine Biblio thek alter geographischer und Neisewerke. 469 Nrn. 16. und 16. Juni: M. Lempertz Buchhandlung u. Anti quariat, Bonn a. Rh. 288. Lempertz'sche Bllcher-Versteige- rung. Katholisch« Theologie u. Philosophie. Bibliothek des ver storbenen H«rvn Pfarrers Bernard in Effelsberg und anderer Besitz. 1016 Nrn. 15. Juni 1925 u. folg. Tage: Gilhofer L Ranschburg m vr. IguazSchwarz, Wien. Sammlung G- Eißler. Viennensia, Austriaca. 582 Nrn. Geschästsaussicht. — Das Amtsgericht in Koblenz macht unterm 22. Mai bekannt: 1. Die Geschästsaussicht Wer das Vermögen der Firma Kunst- und Bücherstube Richard Christ in Koblenz, Rheinstraße 13, wird aus Antrag der genannten Firma angeordnet. 2. Als Geschäftsaussichtsperson wird der Rechtsanwalt Pickel in Koblenz, Mainzer Straße, bestellt. 3. Ein Gläubigerbeirat wird nach Rücksprache mit der Geschäftsaussichtsperson bestellt. (Deutscher Reichsanzeiger Nr. 121 vom 26. Mai 1925.) Rotophot Aktiengesellschaft für graphische Industrie in Berlin. — Die Aktienbesitzer der Gesellschaft werden zur diesjährigen or dentlichen Generalversammlung eingcladen. Tie Ver sammlung findet statt am Sonnabend, 20. Juni 1925, vormittags 11 Uhr, im Gebäude der Commerz- und Privat-Bank A.-G., Berlin, Behren'str. 46, Sitzungssaal. Tagesordnung: 1. Berichterstattung des Vorstands und des Aufsichtsrats über das Geschäftsjahr 1924. — 2. Beschlußfassung über die Genehmigung des Rechnungsabschlusses für das Geschäftsjahr 1924 und über die Verwendung des Reingewinns. — 3. Entlastung des Vorstands und des Aussichtsrats. — 4. Wahl zum Aufsichtsrat. (Deutscher Neichsanzeiger Nr. 122 vom 27. Mai 1925.) Union Deutsche Vcrlagsgesellschast Stuttgart—Berlin—Leipzig. — Der am 16. Juni stattfindenden Generalversammlung wird die Verteilung einer Dividende von 8 Prozent für das Geschäftsjahr 1924 in Vorschlag gebracht. Beihilfen zu Forschungszwecken. — Die Preußische Akademie der Wissenschaften hat zu wissenschaftlichen Zwecken bewilligt: 1500 Nm. zur Fortsetzung der Arbeiten Professor Sthamers über die Register Friedrichs II. und der Anjous und zur Drucklegung des 2. Bandes seines Werkes »Dokumente zur Geschichte der Kastellbauten Kaiser Friedrichs II. und Karls I. von Anjou«,' 3000 Nm. als Beitrag der Zlkademie zu den Kosten der Preußischen Kommission (für 1925), 3000 Rm. für die Herausgabe der Briese Barthold Georg Niebuhrs, 1800 Rm. zur Fortsetzung des Ägyptischen Wörterbuches; 600 Nm. für die Herstellung der Tafeln zu der von Prof. Lüders bearbeiteten Aus gabe des Kalpasamanditika; 2000 Nm. zur Fortführung des Unter nehmens »Das Tierreich«; 2000 Nm. als Zuschuß für eine Forschungs reise des Professors Pcnck nach Südamerika. Eine amcrikanisch-ncusprachliche Bibliographie des Jahres 1924. — In den ^ublicalions vk tbe dlockern k-anguage ^ssoeiation o! America, März 1925, ist eine Bibliographie der im Jahre 1924 in Amerika erschienenen Bücher und Zeitschriftenaufsätze veröffentlicht. Sie ist in sechs Abschnitte (für englische, amerikanische, französische, spanische, italienische und »germanische« Sprache und Literatur ge gliedert) und beweist jedenfalls, daß die neusprachlichen Studien auch in den Vereinigten Staaten einen erheblichen Umfang angenommen haben. Unter den Verfassern der einzelnen Micher und Aufsätze fällt die große Zahl deutscher Namen auf. Die deutsche Sprache und Literatur selbst ist in der Bibliographie durch zahlreiche Veröffent lichungen vertreten, die vom Heliand bis zu Gerhart Hauptmann reichen. S. Die amerikanischen Romane des Jahres 1924 und ihre Leser. — Die Zeitschrift »Amerikanische Stimmen« (New York und Leipzig, Atlantic Look anä ^rt Corporation; deutsche Vertrtebsstelle: Leipzig, Jnsclstraße 4) veröffentlicht in ihrer Nr. 4 einen Aussatz über obiges Thema aus der Feder von H. C. Harwood, der wegen seiner typisch amerikanischen Einstellung zum »Problem des Lesens« für den deutscheu Buchhandel interessant sein dürste. Mr. Harwood ist einer der bekanntesten literarischen Kritiker in den Vereinigten Staaten. In der Einleitung führt er aus, daß er nach zwölfmonatiger Arbeit als Buchkritiker gewissermaßen zur Erholung die Leser in Verbin dung mit den veröffentlichten Büchern kritisieren wolle. Er ist zu seinem Vorhaben gekommen, weil im Jahre 1924 zwar viel Gutes erschienen sei, aber doch nichts, von dem gesagt werden könne, daß damit eine neue Ara oder Stilart beginne. Nachdem er noch die einzelnen Stilarten (Realismus, Neoromantizismus) erwähnt hat, wendet sich Haarwood von dem Autor, der gibt, dem Publikum, das nimmt, zu, bas er folgendermaßen eintetlt: »Nun muß von vornherein die Tatsache im Auge behalten werden, daß das Publikum, jenes Idol des Neklamechefs, nicht eine Einheit, sondern eine Vielheit darstellt. Die Mehrzahl derer, die Bücher kaufen oder borgen, liest wahrscheinlich sehr wenig. Ja, sie liest nicht einmal Kritiken, und der gute Ruf, der einem Buch nachgeht, berührt sie nicht im allergeringsten, wenn er nicht auf sie selbst zurückzuftthren ist. Die Zuneigung des Publikums hat manchen Schriftsteller reich gemacht, ihm Villen am Mittelmeer geschenkt und Schlösser, die den Stürmen der Nordsee trotzen. Und diese Tatsache veranlaßt Hunderte von kleinen Mädchen dazu, ihre Finger mit Tinte zu beschmutzen, und treibt die Verleger von Hoffnung zu Hoffnung. Nichtsdestoweniger aber ist sie nie gründlich analysiert worden und wird es auch nie werden. Es ist und bleibt ein Geheimnis, was eigentlich Büchern zu einem großen Erfolg verhilft. Außer dieser Klasse ^ gibt es eine Klasse 6, Menschen, die tat sächlich viel lesen und die eifrigsten Benutzer der Leihbibliotheken sind. Der Unterschied zwischen ihnen und der Klasse ^ ist etwa der Unter schied zwischen Trollope und Frau Henry Wood, oder zwischen Gals- worthy und Bennett, der zwischen Hutchinson und Floyd Dell. Tie «Angehörigen der Klasse v sind intelligent, und ihr Urteil stimmt meistens mit dem der schärfsten Kritiker überein. Das, was ihnen fehlt, ist lediglich die Tatsache, daß sie selbst keine Entdeckungen machen und mehr als bedächtig darin sind, wirkliche Werte anzuerkennen. Wie lange hat es doch gedauert, daß zum Beispiel Galsworthy von ihnen anerkannt wurde! Wieviel Jahre hat Joseph Conrad ge schaffen und wurde dabei einzig und allein von den Kritikern selbst .richtig gewürdigt! Immerhin ist es interessant, festzustellen, daß Klasse U, Bourgeois und Philister, heute dort sind, wo .Highbrows* vor etwa einer Generation waren, das heißt, sie schätzen bereits Ironie, respektieren Offenheit, sind mit Institutionen und Konventionen un zufrieden und sind, wenn auch vorsichtig, mit allen Unterdrückten in Sympathie. Das heißt, sie sind fortgeschritten, etwa — um einen Vergleich aus dem Theaterleben zu wählen — vom .Düs Sissn vk tlio Cro88* bis zu .Saint 3oan*. Jeder Autor kann mit Recht nach seinem Tobe auf den Beifall der Klasse L stolz sein — ob er den Beifall aber während seiner Lebzeiten genießen wirb, ist fraglich. Zu Klasse 6 zählen etwa 25 000 Menschen. Diese wollen durch Literatur unterhalten werden, allein sie erwarten darüber hinaus etwas mehr — jene weiße, seltsame Ekstase, die die Begegnung des Lesers mit dem Schöpfer guter Literatur veredelt, wie sie im allge meinen den Zusammenklang von Seele mit Seele adelt. Naturgemäß ist diese Ekstase selten, und Klasse 6 hat ganz recht, wenn sie sich in den langen Zwischenzeiten mit Werken von geringerem Wert begnügt. Und ebenso wie die Leute der Klasse v die Literatur menschlich er halten, erhält sie Klasse C lebendig, und während C nur bestehenden Rns unterschreibt, schafft ihn Klasse L. Ganz oben an der Spitze des Dreiecks findet man Kliqnen, Sekten und Propagandisten. Sie sind der Zahl nach am geringsten, sind aber die wortreichsten. Viel kann und ist gegen sie gesagt worden. Sie gefallen sich in gegenseitiger Bewunderung und proklamieren ein ander als Arbeiter des guten Geschmacks; sie ziehen Neuheit der Wahrheit vor und moderne Phrasen gutem Englisch; sie sind unver frorene Neklamehelden. Zwei Dinge aber müssen zu ihren Gunsten gesagt werden: sie repräsentieren die letzte Tradition des achtzehnten Jahrhunderts und sind ehrlich erschüttert und begreiflicherweise ennuyiert darüber, daß man heute einen literarischen Ruf nicht Wer den Tcctisch hinweg zu schaffen vermag. Und das andere ist, daß sie trotz all ihrer Extravaganzen, ihres Betragens und ihrer Ausdrucks- iveise Literatur innig lieben und bemüht sind, sie zu fördern. Des wegen sorgen gerade sie für Abwechslung.« Zum Schluß sagt der Verfasser: »Um zu rekapitulieren, und zwar in recht großen Worten zu rekapitulieren: Ich glaube, baß unserer augenblicklichen Literatur eine große philosophische Richtlinie fehlt.
- Aktuelle Seite (TXT)
- METS Datei (XML)
- IIIF Manifest (JSON)
- Doppelseitenansicht
- Vorschaubilder