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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 17.08.1905
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1905-08-17
- Erscheinungsdatum
- 17.08.1905
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- Deutsch
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- Saxonica
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7198 Nichtamtlicher Teil. 190, 17. August 1905. diesen Waschzettel schreiben — nur diejenigen sind anznklagen, die diesen Waschzettel benutzen! lind das tut — leider Gottes — ein großer Teil aller erscheinenden Zeitungen. Unwahr ist es. daß diese Wasch zettel zur »Information« beigelegt werden. Es ist nicht mehr und nicht weniger als ein Zugeständnis an die Ohn macht des Kritikers, der nicht selbst schreiben kann, oder an seine Trägheit, daß er nicht schreiben will. Wer ein Buch gelesen hat, wird dieses »Hiilfsmittels« nicht bedürfen. Und den Herren Verlegern und Schriftstellern sei ge sagt: Ich persönlich weiß es aus der Erfahrung, daß auch ohne Waschzettel ein gutes Buch seine Freunde findet; und. wenn nicht — der Waschzettel bleibt ein Unfug. Die Redakteure und Rezensenten sollten sich erinnern, daß es eine ungeheuerliche Zumutung ist, ihnen ein Urteil vorzuschreiben, sie zu veranlassen, eine glatte Lobhudelei zu bringen. Wer einen Funken von Verantworllichkcitsgesühl, von sittlichem Empfinden, von Kulturbewußtsein in sich hat. wird es nicht tun. Und wird erst der Waschzettel ver schwinden, werden die Verleger wissen, daß eine Norm bei den Rezensenten herrscht, die ästhetische Überzeugung, das freie, ehrliche Urteil, — dann werden die Redaktionen nicht mehr »überschüttet« werden mit »Neuerscheinungen«, weil man wissen wird, daß der Kritiker ein wachsamer Wächter ist, der das Gute sucht, das Schöne erforscht und es ans Licht zieht, wo er es findet. — Die Kgjütsliiblwlheken auf -rutschen Paffagierdam;>feru. Von Professor vr. K. Thieß in Danzig. Seit der ersten Ausbildung regulärer Passagierschiffahrt in Deutschland hat die Kajlltsbücherei als ein wichtiger Ausrüstungsgegenstaud der Schiffe gegolten. Schon vor der Dampferpcriode, als die Homburg-Amerika-Liuie im Jahre 1848 ihre ersten drei Segler in Fahrt stellte, hob die Direktion als besondern Komfort und Vorzug dieser Schiffe hervor, daß jedes eine kleine Kajlltsbibliothek an Bord habe. Das ist so geblieben. Die Bücherei ist sür die Passagiere ganz unentbehrlich geworden. Viele tausend Bände stehen jetzt in dieser Weise den Ozeanreisenden aus den verschiedenen Dampfern zur Verfügung, insbesondere die neueste, oft aus gewechselte schöne Literatur in deutscher, englischer und fran zösischer, je nach der Reiseroute auch in spanischer, portu giesischer, holländischer und italienischer Sprache. Aus der letzten Tagung der Deutschen Schiffbautech nischen Gesellschaft wurde der Umstand gestreift, daß die äußere Aufmachung der Bordbüchereien, die Unterbringung der Bücherschränke in den meisten Fällen noch recht un zweckmäßig sei, und betont, der Schiffbau würde diese Mängel gern abstellen, wenn von den Reedern entsprechende Anregungen an ihn kämen. Nun besorgen die meisten Schiffseigner die Auswahl und Einrichtung dieser Biblio theken nicht selbst, sondern verlassen sich dafür aus die Hilfe ihrer Buchhändler, die in dieser Hinsicht durchaus ihre Ver trauensmänner sind. Diese sind also für all die einschlägigen Büchereien die eigentlichen Fachleute, die in diesem Punkt der Schiffsausrüstung beratend wirken und denen die Änderungsvorschläge zur Weitergabe zu unterbreiten sind. Die Art, die Bücher unterzubringen, stammt meistens noch aus der Zeit, wo auf ihr Außeres wenig Wert gelegt wurde und sie lediglich als Gebrauchsgegenstand, nicht auch als Zimmerjchmuck galten. So wurden und werden sie gewöhnlich noch heute an Bord unsichtbar in Wand schränken untergebracht, die möglichst in der Täfelung des Schreibzimmers oder Salons verschwinden sollen, und die infolgedessen sür ihren Zweck mancherlei Unbequemlichkeiten haben. Oft sehen wir irgendwo kleine, sehr tiefe Schränke, in denen drei oder vier Bücherreihen hintereinander stehen. Zwei Drittel der Bücher müssen herausgenommen und beim Schwanken des Schiffs nicht selten hingeworfen werden, ehe das rechte gefunden ist. Vielfach sind die Schränke unter den Fenstern eingebaut, wo das schlechteste Licht des ganzen Raumes ist, oder sonstwie ganz unten am Boden. Nun spielt ja bei der Auswahl der Bücher das Auge eine große Rolle, speziell auf dem Schiss, wo kein sachkundiger Biblio thekar den Leser beim Aussuchen beraten kann. Namentlich die Amerikaner, die auf unfern Schnelldampfern so zahlreich vertreten sind, und die auf die Auswahl mit dem Auge schwören, sieht man infolge der unzweckmäßigen Unterbringung oft lang auf dem Fußboden liegen oder knien und Bücher auswählen, was die Freudig keit zur Benützung nicht gerade erhöhen dürfte. Oder aber es sind kleine Schränke über den Schreibtischen angebracht, so daß dem Armen, der notwendig eine Ansichts karte zu schreiben hat, bei dieser schweren Arbeit dreimal die Bitte ausgesprochen wird, nur einen Augenblick aufzu stehen, damit ein Buch entnommen werden könne. Das alles sollte vermieden werden und kann vermieden werden. Flache Schränke, deren Tiefe für ein Buch ge wöhnlichen Formats gerade ausreicht, an freier Wand und in einer den Augen erreichbaren Höhe sind am praktischsten, daneben ein tieferes Schubfach für außergewöhnliche For mate. Mit farbigen Glastüren versehen, gereichen solche Schränke auch einem sehr eleganten Raum zur Zierde, machen ihn wohnlich und heimisch; denn unser Buchgewerbe ist jetzt zum Glück soweit vorgeschritten, daß eine Sammlung neuer Bücher in den Originalbänden auch für das Auge eine Freude ist. Dazu tragen die Originaleinbände viel bei, aber auch die neuen Materialien und Hilfsmittel der ergänzend tätigen Buchbinder. Und auch die früher beliebte Vielheit der deutschen Bücherformate, eine undisziplinierte Vorliebe für die abenteuerlichsten äußern Formen, die einem die Zu sammenstellung einer belletristischen Privatbibliothek recht leid machen konnte, hat zum Glück neuerdings nachgelassen. Wer im letzten Jahrfünft moderne Büchereien zusammenzustellen hatte, der konnte von Vierteljahr zu Vierteljahr die fort schreitende Vereinheitlichung der Formate und des ganzen Aussehens beobachten, wenngleich darin auch heute noch der englische Teil mit seinen eleganten Originalbänden und einheitlichen Formaten ein besseres Bild bietet als der deutsche. Die Kajütsbibliotheken auf unsern deutschen Dampfern sind eine vornehme und wirksame Repräsentation der deutschen Literatur und des Buchgewerbes einem sehr kauf kräftigen und intelligenten Publikum gegenüber. Ihr Um fang nimmt ständig zu. Es ist zu wünschen, daß auch ihre äußere Aufmachung so praktisch und dekorativ wie möglich gestaltet wird. Kleine Mitteilungen. Autographen-Preise. — über eine dieser Tage in Paris stattgehabte Handschriften-Auktion, die durch ihre Mannigfaltig keit einen gewissen Überblick über die gegenwärtig üblichen Preise sür Handschriften bekannter Personen bietet, berichtet man der National-Zeitung: Von den zweihundert Schriftstücken, deren Ursprung ins siebzehnte Jahrhundert zurückreicht und zu deren Verfassern Kaiser und Könige, Generale, Künstler, Schriftsteller und andre hervorlretende Persönlichkeiten zählen, erreichte Beethoven sür einen zweieinhalb Seiten umfassenden deutschen Tanz den höchsten Erlös mit 7vi> Frcs. Ihm folgt La Fontaine mit einem Brief an Jannard, der mit 460 Frcs. abgegeben wurde. An dritter Stelle steht wieder Beethoven mit 305 Frcs. für einen Brief an Moritz Schlesinger, den Begründer des bekannten Musikalien-Ver- lagsgeschästs. — Nun gehen die Preise sehr herunter, obgleich die
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