I3SI4 M-l-nilaN s. d. Dts-Hn. Vnchy-Md-I. Fertige Bücher. 260, 7. November 1S12. Für Sortimenter dielen WM's vriWk GMftMkl die beste Grundlage für eine wohldurchdachte, planmäßige Sachführung. Wir empfehlen folgende Geschäftsbücher: ä Einfache Suchfiihrung: Inventuren und Bilanzbuch 200 Seiten 3.60 «00 „ 6.60 Hanptlasfabuch IM Doppelleiten 4 — 150 6.60 Tageskasse des Sortimenters 200 Seiten 3.50 »m „ 5.- 4M „ 6.— Kleine Kasse (Portokasse) 360 Seiten 2.60 Verkaufsbuch des Sortimenters 200 Seiten 4.60 300 6.— 400 „ 7.— 600 8.— Einlaufsbuch des Sortimenters 200 Seiten s — 300 „ 4 — 600 „ 6.— »unden-fHaupt-fBuch 400 Seiten ohne Register 6.— SM „ 7.60 600 „ mit „ 8.60 600 „ ohne „ 10.— 600 „ mit „ 11.26 Lieferantenbuch 200 Seiten 3.60 Memorial 200 Seiten 4.— Remittendenbuch des Sortimenters 200 Seiten 4.- 300 .. 6.60 Sortimenter-Konten in Oktav, 4seitig, in 3 verschiedenen Liniaturen. Bestellungsbuch des Buchhändlers 160 Seiten 2.60 300 „ 6.— SM „ 9.— Continuationslisten 100 Stück 4seitig 3.80 Ueberstchtsplan für die einfache Buch führung des Sortimenters 1.— k. Doppelte Sachführung: Journal 200 Seiten 4.— Hauptbuch 160 Folien 7.60 Kirsten, Adalbert, Inventur u. JahreS- abschlutzarbetten einer Sortimentsbuch handlung. Nach dem Systemen der einfachen u. doppelten Buchhaltung be arbeitet u. an zwei Jahre abschlüssen theoreti ch erklärt u. praktisch dargestellt. bar 2.— Prospekte und Liniaturmvster gratis. Auslieferung n»r bei Herrn K. F. Koehler in Leipzig. Melk Verlege-Xslsloge Über die Märchen der Weltliteratur bekomme ich jetzt infolge des Gedenkblattes von vielen Seiten Zuschriften. Einige Sor timenter schreiben mir, sie hätten binnen wenigen Tagen durch Auslage ohne Mühe eine Partie von 11 / l 0 abgesetzt, andere schreiben, sie müßten bis Weihnachten warten, denn das sei die Zeit für Märchenbücher. Man hat ein ganz falsches Ver hältnis zu den Märchen, wenn man glaubt, sie seien für Kin der da. Ganz im Gegenteil, sie sind für Erwachsene erfunden und gesammelt worden, und wir stehen zur Zeit, wo Berg- sons intuitive Philosophie ihren Siegeszug durch Europa be ginnt, an einem Wendepunkt unseres Verhältnisses zur Märchenpoeste. „In den Märchen stecken bedeutsame Elemente des Volkstumes". So ist jetzt von anderer Seite an viele Pädagogen ein Fragebogen unterwegs, der von ihnen wissen will, wie sie über den literarischen und erzieherischen Wert der Märchen denken. Es ist kein Zweifel: „Von der deutschen Lehrerschaft wird in Bälde ein Umschwung über unser Verhältnis zum Märchen ausgehen. vr. Strecker, der Herausgeber der Blätter für Volkskultur, schrieb anläßlich des Märchengedenktages am 18. Oktober: Für uns gehören Kinder und Märchen schon fast notwendig zusammen. Aber ursprünglich sind die Märchen nicht für Kinder entstanden, und wir finden auch heute unter ihnen noch manches, was man Kindern nicht geben sollte, lind auch sollten wir Erwachsenen die Freude an ihnen nicht verlieren. Das Altertum erzählte von Amor und Psyche oder vom Ring des Gyges auch nicht Kindern zu Gefallen. Als die Renaissance die ersten Märchen wieder sammelte und gleichzeitig die arabischen Märchen sich in „Tausend und eine Nacht" begegneten, da waren das auch durchaus für Erwachsene berechnete Feinschmeckergenüffe Schließ lich: sind die Märchen, die ein Maeterlinck dichtet, nicht aus denselben Stimmungen und Bedürfnissen der Menschenseele heraus entstanden wie diejenigen, die unsere Ar-Ar Arahnen im gefährlichen und geheimnis vollen Dunkel ihrer Wälder oder in der rauchigen, flackernden Enge ihrer Löhlenwohnung schufen? Es ist vielleicht ganz gut und heilsam, daß uns diese Märchengedenktage einmal wieder zum Nachdenken über all das anregen. Man soll nichts kritiklos zur Selbstverständlichkeit werden lassen. Alles, was noch lebendig ist, hat seine Geschichte, seine Zukunft und seine Mannigfaltigkeit. Es hat drum auch unsere Zeit dem Märchen gegenüber immer noch seine Pflichten. Auch wir müssen wieder als Erwachsene die Märchen zur Land nehmen und sie nicht bloß ohne Über legung in bunten Bilderbüchern den Kindern überlassen. Wir müßten sie selber genießen und dann die geeigneten unsere Kinder wiedererzählen lehren. Denn Märchen wollen eigentlich erzählt sein, wenn sie das rechte Leben bekommen sollen. Eugen Diederichs Verlag in Jena