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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 11.08.1884
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- 1884-08-11
- Erscheinungsdatum
- 11.08.1884
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3628 Nichtamtlicher Theil. ^ 186, 11. August. zeichniß der von Michaeli 1797 bis Juli 1798 erschienenen Bücher rc. brachte, das sie aber bald in veränderten Terminen, immer von December bis Juni und von Juni bis December erscheinen ließ, und das dem Buchhändler bald ein unentbehrliches Hilfsbuch wurde, da die Titelangaben mit allen Zusätzen, Beilagen, Kupfern, Jahres zahlen, Verlegern rc. mit diplomatischer Genauigkeit gegeben wur den, und das heute in seinem fünfundachtzigsten Jahrgange noch immer als bibliographischer Rathgeber in den Händen des Buch händlers dasteht, und dessen Erscheinen immer sehnlichst erwartet wird. Die größeren Sortimentshandlungen gaben ihre halbjähr lichen Kataloge auf und vertheilten unter ihre Kunden das Hinrichs'sche Verzeichniß. — Am längsten führte wohl die Firma SchwetschkeLSohn in Halle ihren halbjährlichen Katalog, der systematisch eingerichtet war, aber dem Hinrichs'schen gegenüber keinen Anspruch auf gleiche Vollständigkeit machen konnte. Sie führte denselben wohl bis in das Ende der dreißiger Jahre fort. — Ein Concurrenzunternehmen brachte Joh. Friedr. Leich 1821 — 1827(?), das zum Unterschiede von dem Hinrichs'schen systematisch eingerichtet war. — Einzweites Concurrenzunternehmen brachten die Jahre 1843—1848 durch Joh. Paul Thun, den Bearbeiter des Hinrichs'schen Verzeichnisses von 1821—1842. Thun hatte sich wohl mit der Hinrichs'schen Buchhandlung veruneinigt und gab nun selbständig ein erst halbjährlich, dann von 1845—1848 vierteljährlich erscheinendes Verzeichniß heraus; konnte jedoch das Hinrichs'sche nicht verdrängen. Man wollte aber den Buchhändler und Bücherliebhaber noch früher mit den neuesten Erscheinungen bekannt machen und brachte monatliche Bücherverzeichnisse. Das erste derartige brachte der Buchhändler Kümmel in Halle, von 1823—1834, systematisch geordnet. Bei Brockhaus in Leipzig erschien von 1836—1842 eine allgemeine Bibliographie, welche die Verlagshandlung von 1856 ab wieder aufnahm und noch heute erscheinen läßt; sie gibt ein Verzeichniß der wichtigeren neueren Erscheinungen der deutschen und ausländischen Literatur. Die Hinrichs'sche Buchhandlung ließ neben dem halbjährlichen Verzeichniß auch noch ein monatliches, von 1846 ab ein vierteljährliches und von 1842 ab ein wöchentliches er scheinen. Die letztere Handlung vervollständigte ihre bibliographische Thätigkeit noch in ganz vortrefflicher Weise durch das: Repertorium über die halbjährlichen Verzeichnisse in fünfjährigen Zwischenräu men. Der erste bis dritte Band, 1857—1870, wurde von dem fleißigen Collegen A. Büchting bearbeitet, der vierte und fünfte von E. Baldamus. Man muß dieser höchst mühevollen Arbeit volles Lob spenden; sie verdient es. Für den Buchhändler, wie für Bibliothekare und Bücher freunde sind für den praktischen Gebrauch die Fachkataloge noch ganz besonders werthvoll. Zuerst brachte I. S. Ersch dergleichen, und ihn kann man als den Begründer der wissenschaftlichen deutschen Bibliographie bezeichnen. Im Jahr 1812 erschien bei Brockhaus, damals noch in Amsterdam unter der Firma: Munst- und Literaturcomptoir, der erste Band des „Handbuchs der deutschen Literatur seit der Mitte des 18. Jahrhunderts systematisch bearbeitet", ein schönes Werk deutschen Fleißes und deutscher Gründlichkeit, durch seine systematische Gliederung und Hinweise ganz vortrefflich, dem Petzholdt nur allzu große Compendiosität der Titelabschriften vor wirft. *) Der erste Band brachte in vier Abtheilungen die Philo logie, Theologie, Jurisprudenz und Medicin; der zweite (1814) die Mathematik, Technologie, Kriegskunst, Geschichte und Geo graphie, die schönen Künste und vermischte Schriften. Der Beifall, den dieses Werk fand, machte bald eine neue Ausgabe nöthig. Die Vorarbeiten dazu waren aber so umfassend und die von Ersch gewonnenen Mitarbeiter, E. G.A. B ö ckel (Theologe), I. CH. Koppe zu Rostock (Jurist), F.A. B.P u ch e l t (Mediciner), F. W.S chweigger- Seidel (Naturwissenschafter), behandelten die Sache wie er selbst, so gründlich, daß die neue Auflage erst 1822 unter veränderter Abtheilungseintheilung zu erscheinen begann. Die Vollendung erlebte Ersch, der 1828 starb, nicht mehr. Die zweite Abtheilung des vierten Bandes, die Literatur der vermischten Schriften, und die zweite Abtheilung des zweiten Bandes, Literatur der schönen Künste, kam erst 1840 heraus; sie bearbeitete I. K. A. Rese und Ch. A. Geißler. Letzterer war in der Gerold'schen Buchhand lung in Wien längere Zeit beschäftigt. In der von ihm geschriebenen Vorrede zu dieser Abtheilung wendet sich derselbe an die Buch händler und sucht das Interesse derselben für das Handbuch von Ersch zu erregen, in so schöner Weise, daß diese Worte wohl hier eine Auffrischung rechtfertigen. „Besonders wünschte ich den ehrenwerthen Stand der Buch händler dafür zu gewinnen und darf mich in meiner gegenwärtigen Stellung als wissenschaftlicher Gehilfe einer der größten und an gesehensten Buchhandlungen Deutschlands wohl für berufen halten, gerade sie aus die Vorzüge aufmerksam zu machen, die eben für sie in der streng systematischen Anordnung des Buches liegen, und wegen welcher es neben den alphabetisch-bibliographischen Werken in ihrem unmittelbaren Wirkungskreise unausgesetzte Be nutzung und angelegentlichste Zuratheziehung verdient. Selbst zu eigentlichem Studium, neben dem Studium der Literaturgeschichte, wäre es vorzüglich den jungen angehenden Buchhändlern zu em pfehlen, vorausgesetzt, daß sie die zu ihrem Berufe unerläßliche Schulbildung besitzen. Ein solches Studium würde nicht allein dazu dienen, die bibliographischen Kenntnisse, die sie schon erworben haben und in den Geschäften des Buchhandels täglich vermehren, in ihren Köpfen in Ordnung und Zusammenhang zu bringen, sondern auch die dringendste Veranlassung für sie werden, sich nach anderweitigen Kenntnissen umzuthun und sich um Belehrung über die mannigfaltigsten Gegenstände zu bemühen, wozu sie in den gegenwärtig so beliebten und wenigstens zum Theil sehr werth vollen alphabetischen Encyklopädien die Hilfsmittel immer unter ihren Händen haben. Der deutsche Buchhandel, wie er sich gegen wärtig gestaltet hat, ist zu solchem Umfang und zu solcher Bedeu tung gediehen, daß der früher dazu nöthige Fond an äußern und innern Mitteln nicht mehr ausreicht, vielmehr gegenwärtig zu zweckmäßigem Betriebe desselben ein weit größeres Capital erfor derlich ist. Das letztere zu vermehren und zu erhöhen, bietet das Studium der systematischen Bibliographie, wenn es auf die rechte Art betrieben und gleichsam als zu den Berufsobliegenheiten des Buchhändlers gehörig betrachtet wird, ein Mittel von unzweifel hafter Wirksamkeit dar; mögen es sich also die jungen Buchhändler zu eifrigster Benutzung empfohlen lassen sein. Soviel hierüber in Beziehung auf einen Stand in der bürgerlichen Gesellschaft, der als Vermittler des sie durchdringenden Geistes leicht als der erste der industriellen Stände anerkannt werden mag. Verfasser Dieses hegte von jeher eine große Vorliebe für ihn; daß er sich aber endlich ganz auf eine seinen Wünschen, Neigungen und Bedürfnissen ent sprechende Art ihm anschließen konnte, verdankt er zunächst der Verbindung mit seinem edlen Freunde C. Gerold, der ihm gestatten wolle, bei dieser Gelegenheit auch öffentlich seine Liebe und Ver ehrung für ihn dankbarlichst auszusprechen." Welches Glied unseres Standes, das mit Lust und Liebe in denselben eingetreten und in ihm arbeitet, unterschreibt nicht von ganzem Herzen diese Wortei Das Handbuch von Ersch ist zwar nur bis 1830 in den letzten Abtheilungen fortgeführt, ist also jetzt in manchen Beziehungen veraltet; aber es ist immerhin noch heute als eine sehr brauchbare ! Arbeit für Buchhändler und Antiquare anzusehen. Wer das Mühe- *) Die Idee dieses Werkes ging von Brockhaus selbst aus.
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