Suche löschen...
Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 17.11.1886
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1886-11-17
- Erscheinungsdatum
- 17.11.1886
- Sprache
- Deutsch
- Sammlungen
- LDP: Zeitungen
- Saxonica
- Zeitungen
- Digitalisat
- SLUB Dresden
- PURL
- http://digital.slub-dresden.de/id39946221X-18861117
- URN
- urn:nbn:de:bsz:14-db-id39946221X-188611170
- OAI-Identifier
- oai:de:slub-dresden:db:id-39946221X-18861117
- Lizenz-/Rechtehinweis
- Public Domain Mark 1.0
Inhaltsverzeichnis
- ZeitungBörsenblatt für den deutschen Buchhandel
- Jahr1886
- Monat1886-11
- Tag1886-11-17
- Monat1886-11
- Jahr1886
- Links
-
Downloads
- PDF herunterladen
- Einzelseite als Bild herunterladen (JPG)
-
Volltext Seite (XML)
Nichtamtlicher Teil. 6519 zeigen, man kann ihnen deshalb nicht ins Gesicht sehen und weiß nicht, wen man vor sich hat. Aber es scheint mir klar zu sei», daß Herr —g sehr gut unterrichtet ist über seinen Gegen stand, und ich glaube, er würde nicht über ihn schreiben, wenn er ihm nicht so nahe stünde, daß er ihn ganz genau beurteilen kann. Daraus ergiebt sich auch die Sicherheit der weiteren Per spektive, die er eröffnet, und die ich in noch günstigeres Licht zu setzen versuchen will. Herrn —g, dem der —rsche Artikel ausgefallen ist, hat das Braunschweig-Hannoversche Rundschreiben Vorgelegen; er kann also wissen, was in demselben steht und was es will; er steht dabei der Sache ganz uneingenommen gegenüber, und er kann deshalb die Logik der Verbindung von Barsortiment mit Novitätenvertrieb ohne Voreingenommenheit betrachten und auf sie aufmerksam machen; mir liegt das Zirkular nicht vor, ich kann deshalb nur richtig vermuten, und Herr —r scheint es aller dings allerwenigstens auch nicht einmal einigermaßen aufmerksam nachgelesen zu haben, da er zu so ganz unrichtigen Behauptungen kommt. An ihn möchte ich in Parenthese die Frage richten, wie er überhaupt dazu kommt, ein Rundschreiben zu lesen und über dasselbe Artikel zu schreiben, welches sich mit den Angelegen heiten eines Verbandes beschäftigt und die Verleger gar nichts angcht. Mich geht die Sache auch nichts an; aber ich gestatte mir doch, das Wort zu ergreifen, weil ich glaube, es mir als Unparteiischem gestatten zu dürfen, und weil Sie, Herr Illp», die Herren Verleger in Ihre Betrachtung gezogen haben; nur bei läufig zwar, aber mit zweifelloser Absichtlichkeit. Also Herrn —r's ganz unrichtige Behauptungen. Es fällt mir außerordentlich auf, daß er in seinem Bericht über das geheim nisvolle Rundschreiben vollständig den doch sehr schwerwiegenden Umstand eskamotiert, den ihm dann Herr —g in seiner Ent gegnung vorrückt, daß das beabsichtigte und inzwischen errichtete Barsortiment oder Verbandslager mit Novitätenvertrieb ver bunden sein soll. Dies, und sogar, daß es »mit der Haupt zweck des Verbandes« sei, geht, wie Herr — g uns sagt, deutlich aus den: Rundschreiben hervor, so deutlich, daß es jedem auffallen müsse, der das Rundschreiben nur einigermaßen auf merksam Nachlese. Und bewiesen wird es zudem noch durch den Artikel eines Herrn Th. F. in Nr. 253 des Börsenblattes, der offenbar auch wieder auf Grund des Rundschreibens oder aus dem Kreise, welchem dies seine Entstehung verdankte, berichtet; denn Herr Th. F. sagt dort »das Verbandslager wird sich speziell auf Novitätenvertrieb werfen«. Hier ist etwas nicht ganz richtig. Heraus mit dem Rundschreiben! Warum drucken Sie es nicht ab, Herr —r? Wenn Sie es nicht thun, wird cs Herr —g thun; cs ist nunmehr Anstandspflicht, daß es geschieht, und es wird sich dann bei einigermaßen ausmerksamem Nachlesen alsbald zeigen, ob in dem Rundschreiben von Novitätenvertrieb die Rede ist, wovon Sie nichts wissen zu wollen scheinen. Für jeder mann wird es interessant sein, zu erfahren, was in dem Rund schreiben steht, und warum es verheimlicht wird, während man doch öffentlich darüber diskutiert. Sollte es auch Herrn —g nicht mehr vorliegen, so wird sich doch Herr Th. F. nicht weigern, durch seine Veröffentlichung Klarheit in die Afsaire zu bringen. Ich werde mich freuen, es gebührend kommentieren zu können! Herr —g hat ganz recht, daß er gegen diese Behauptung des Herrn —-r »Gewinn ohne Risiko« seinerseits behauptet, man könne das mit demselben Recht gegen jedes Barsortiment sagen. Zwar übernehmen die anderen Barsortimcnte unzweifelhaft ein Risiko, und der in Frage kommende Verband übernimmt keines, nicht einmal ein großes, wie Herr — g mit anerkennenswerter -Offenheit in das Börsenblatt drucken läßt; sein Zweck war auch wohl nur zu zeigen, daß eine Behauptung, auch wenn deren Gegentheil in einem eigens zu diesem Zweck verfaßten Artikel bewiesen war, immer wieder behauptet werden kann. Ich billige diese Taktik vollkommen. Solches kann unter Um ständen sogar als Pflicht erscheinen. Und als Pflicht er scheint es mir, gegen einen Gegner aufzutreten, der eine Sache ohne Wohlwollen behandelt. Daß aber — hier kommt der Punkt: Verleger, Herr Illps— Herr —r, der offen bar Verleger ist, dieser Verbandssache nicht mit Wohlwollen entgegentritt, beweist er mit jeder Zeile und mit den ausdrück lichen Worten, daß die Verleger dazu keine Ursache haben. Gegen den Vorwurf, daß durch den Verband den Verlegern zugemutet werde, einen Teil ihres Gewinnes, ohne daß sie eine Gegen leistung empfingen, herzugeben, hat Herr — g leichtes Spiel, in dem er ohne indiskret zu sein andentet, daß die Mitglieder des Verbands sich verpflichtet haben, durch den Hauptzweck des Novi tätenvertriebes wohl Gegenleistungen zu übernehmen. Hieraus ist klar zu lesen — die Perspektive, Herr Uip8>. —, und Herr — r möge sich das gesagt sein lassen, daß es sich ganz im be sonder» um Gegenleistung handelt, daß aber der Gegenleistung Leistung gegenüber stehen muß. Die Verleger, welche dem Ver band nicht leisten, werden selbstverständlich auch keine Gegen leistung finden, d. h. man wird sich — hier kommt die Logik, Herr Inps — für den Vertrieb ihrer Novitäten nicht verwenden. Man wird ihnen sagen: In l'a.8 vonlu, 6lsor»s Oanclin, wenn offener Krieg daraus entsteht, und man wird es den gemaß- regelten Verlegern überlassen, ihre Novitäten zu vertreiben wie sie wollen. Mögen sie sich direkt an das Publikum wenden, und uns, wenn sie wollen, nach Braunschwcig und Hannover und wo wir sonst kaufmännischer rechnen als vor zwanzig Jahren, meinethalb Schlendersortimenter setzen, die den Vertrieb ihrer Novitäten besorgen. Es ist uns nur recht, wenn wir sie den Schleuderern in die Arme treiben; denn daun wird vieles ge sünder werden im Buchhandel. Herrn —g aber wird dieser Buchhandel einst nicht den Dank dafür versagen, daß er zu rechter Zeit das Seine gethan hat, dies ersehnte Ziel herbeizuführen. Auch Herr Th. F. wird einen Teil dieses Dankes einhcimsen können; denn auch er hatte bereits, wie der aufmerksame Börsen blattleser nicht übersehen haben wird, den Ausblick auf die Per spektive, und sogar noch unumwundener als Herr —g eröffnet. Ich gestehe, daß ich nicht so aufmersam gewesen war; sonst hätte ich schon Herrn Th. F. zugejubelt. Die wohlwollenden Verleger werden bald sehen, wo ihr wahrer Vorteil liegt, und Sie werden sich täuschen, Herr Illps, wenn Sie meinen, wir könnten die Rechnung ohne den Wirt gemacht haben. Wenn alle Sortimenter — alle mit Ausnahme derjenigen, die selbst imstande sind Partien zu beziehen; die mögen sehen, wie sie allein durchkommen — wirklich für die Verleger ins Zeug gehen, werden diese bald nicht mehr Ursache zu der stereotypen und — verzeihen Sie mir, lächerlichen Klage haben, daß man die Sortimenter vergeblich um Verwendung für seine guten Bücher bitte. Wie kann ein Sortimenter jetzt ein Urteil darüber haben, welches gute Bücher sind und welche nicht, bei der Masse, die alljährlich auf ihn eindrängt und die ihn geradezu zu erdrücken droht? Von außen sehen alle Bücher nett aus; was darinnen steht, kann man doch nicht wissen; denn den Verlegercirkularen glaubt schon lange kein Mensch mehr, außer etwa denen aus dem sonnigen Süden. Wie soll sich also ein Sortimenter für das Einzelne interessieren können? Haben wir i erst die Scheidung zwischen wohlwollenden und nichtwohlwollen- ! den Verlegern vorgenommen, dann wird dies leichter sein, denn dann ist die Arbeit um die Hälfte, wenn nicht noch viel mehr 881 *
- Aktuelle Seite (TXT)
- METS Datei (XML)
- IIIF Manifest (JSON)
- Doppelseitenansicht
- Vorschaubilder