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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 17.03.1886
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1886-03-17
- Erscheinungsdatum
- 17.03.1886
- Sprache
- Deutsch
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Nichtamtlicher Teil. 1407 Glauben Sie nicht, daß ich es nicht für ein nothwendiges Ereigniß hielt, daß mit der Zeit die Rechte der Buchhändler u Schriftsteller auf gewisse Jahre beschränkt würden, ich halte es sogar für heilsam, allein ich führe es nur z, B. an, daß man dort verordnet ohne auf hergebrachtes Rücksicht zu nehmen. N6. Als Gelehrter u ein Vorsteher der Wissenschaften, als Sächsischer Patriot nehme ich Sie in Anspruch, die Behörden aufmerksam zu machen auf diese Sache. Sachsen kann viel thun, u auch hier wie schon mehrmal der deutschen Nation eines ihrer größten Nationalgüter erhalten. Aber es gehört Vorsicht u Umsicht dazu, u um Gotteswillen keine litter. Äußerungen darüber in litterarischen Blättern, sondern Wirk samkeit der Regierung. Wer ist der Chefs des Bücherwesens PP in Dresden? Verzeihen Sie diese Äusserungen, die ich nicht für vorwitzig sondern zur Sache gehörig halte. Ergebenst danke ich Ihnen daß Sie meinen Bemerkungen über den Buchhandel so viel Werth haben beymessen wollen, um ihrer noch einmal in der Allgem. Zeitung zu erwähnen. Ich enthalte mich, hier meine Ansicht von der jetzigen mercant. Lage des Buch handels nieder zu schreiben, die Zeit wird noch vieles niederschmettern u vielleicht nicht zum Schaden der Sache. Ihrem gütigen Andenken ' empfiehlt sich mit der schuldigen Hochachtung gehvrsamst FrPerthes Hamburg 1810. Merz 19. sDas Folgende ist der als Manuskript gedruckte Ausruf zum Mit arbeiten am Vaterländischen Museum, der, wie kaum irgend etwas anderes, die politische Stellung und das Vaterlandsgefühl Perthes' kennzeichnet.) Herrn Hofrath Böttiger zu Dresden, (Als Mst. anzusehen) Durch die in den Octobermonaten der letzten Jahre ausge sprochenen Gottesurtheile sind wir Deutsche auf den Wendepunct gekomen! Die heftigsten Erschütterungen haben endlich das Vater land aus seiner Lethargie geweckt; wir sehen, was ist, — nicht was wir zwischen Schlaf und Wachen als daseyend wähnten. Wir sind, — laßt es uns nicht länger verhehlen, ein unterjochtes Volk ge worden; unsere äußeren Streitkräfte, da es ihnen an innerer Ein heit und belebendem Geiste gebrach, haben der Gewandheit und Kon sequenz des kühnen Nachbars unterliegen müssen; das Band, das national uns zusammenhielt, ist gelöst, und unsere Gesetze, Ver fassungen und Einrichtungen können sich des fremden Einflusses nicht länger erwehren. Alles wird sich nach Einer Norm, zu einerlei Gestalt bequemen müssen. Diese Norm wird uns vorgeschrieben von einem Volke, das, wo nicht die deutsche Nation, doch ihre Fürsten überwand! von einem Volke, das ungleich gewandter ist, als wir, das jeden Gegenstand sogleich praktisch durchschauet, dem augenblicklich die Anwendbarkeit und der Gebrauch jedes Dinges, wie jeder Person, klar im Geiste ist; von einem Volke, an dessen Spitze ein Mann steht, der Eines Willens nur Ein Ziel hat. Welches dieß sey, wer weiß es? — Alle Schlüsse, analogisch aus der Geschichte gezogen, möchten trügen, wenigstens nicht zureichen. Napoleon als ein erstes Glied im Gange der Weltregierung betrachten, und das Uebrige dieser anheimstellen, dürfte vielleicht den Philosophen, wie den gemeinen Menschenver stand am meisten befriedigen. — Die Weltgeschichte hat ihre Frei heit: aber auch ihre Nothwendigkeit. „Die nördlichen Völker kannten nur Freiheit ohne Vaterland". I — Dieß ist als Erbtheil von den Barbaren uns Deutschen geblieben in mancher Hinsicht. — Seit Cultur und deutscher Sinn jetziger Zeit unter uns wohnte, war das einzige Streben jedes kräftigen, kenntnißreichen, sinnigen Deutschen, seine individuelle Freiheit zu retten; er entsagte lieber den Bequemlichkeiten des Lebens, nur um unabhängig zu seyn von Fürst und Staat, und so entstand, was entstehen mußte: es verschwand aus den Verwaltungen deutscher Staaten das Salz der Erde und sie wurden Preiß gegeben. — — Daß alles noch so erträglich ging und die individuelle Ausbildung ihre Freiheit behielt, daß es sich im Ganzen in Deutsch land leben ließ, war der Rechtlichkeit der Nation und ihrer Fürsten zu danken. Jahrhunderte lang ist nichts geschehen für das Ganze; dürfen wir uns wundern, wenn man für uns etwas thun will? Dürfen wir klagen, wenn man nicht zuvor höflich uns deßhalb befragt? „Bei civilisirten und verdorbenen Völkern ist das Verschwinden des Gemeingeistes eine Art Nationaltod und setzte die Menschen auf die Stufe der Erniedrigung herab, auf der sich Römer und Griechen unter den letzten Kaisern befanden. Bei einer unverdor benen Nation hingegen, wo reges Leben noch aller Orten durch bricht, tritt an die Stelle des schwindenden Gemeingeistes jene Kraft des Einzelnen hervor, die im Zusammensturz des Staates die Würde des Menschen behauptet." Wer aber wagt, zu sagen, daß die Deutschen ein verdorbenes Volk wären? Wahr! wir haben keinen Gemeingeist, keine Gesammt- kraft bewiesen; aber Kraft und Geist des Einzelnen ist vielfältig, und man darf behaupten, größer, besser und wahrer bewiesen worden, als unter irgend einem Volke dieser Zeit. Und sehen wir unser Verhältniß zur Welt, zu Europa an! Wessen Brust unter uns schwillt nicht von Freude und Erhebung! Welches andere Volk könnte so rein von anerzogener Ansicht und Absicht, so frei von Vorurtheilen, so rein menschlich, wie es nur Gott wohl gefällt, seine Brüder geistig umfassen? — Oder blicken wir zurück in die Jahrbücher unsrer Altvordern; denn schon einmal wurde von den Deutschen die Probe bestanden! Es gab ein Jahrhundert, wo Europa in grelle Gegensätze getheilt war: Barbarei auf einer Seite; hohe Cultur, geübter Sinn für das Erhabene und Schöne der Künste, hervorragende Talente für die Wissenschaften auf der andern. Aber alle diese großen und vortrefflichen Männer, die als Wiederhersteller der Wissenschaften ewig im Gedächtniß der Nach welt leben werden, bezogen diese im Allgemeinen keineswegs auf wahre Menschenliebe, Religion und Sittlichkeit. Nur die Deutschen vermochten nicht, mit wissenschaftlicher und Kunst-Bildung — Un glauben, Aberglauben, Tyrannei und Unsittlichkeit zu verbinden; und — daher die Reformation! Die Völker danken ihr, und somit dem tiefen Gemüthe der Deutschen die Erhaltung der Sittlichkeit und der Wahrheit! Daß wir also nur Alles, was Bezug hat aus allgemeine, und weil sie dieses ist, uns Deutschen eigentümliche Bildung, auf ursprüngliche Sprache und Wissenschaft und Kunst, durch männ liche Vertheidigung und ernsten Anbau, rein und frei von ungleich artigem Einfluß zu bewahren, zu schützen und zu behaupten suchen; auf daß nicht der von uns erwählte, bessere Theil auch noch ver loren gehe! — Diese und ähnliche Betrachtungen und Entschlüsse sind es, die einige Freunde, rechtschaffene deutsche Männer angeregt haben, eine Zeitschrift herauszugeben, welche, wo möglich, historisch unter unserm Volke das Gefühl und Bewußtseyn seines nationellen Daseyns lebendig erhalte. Die Wahrheit braucht nur gesagt zu werden, und sie wird erkannt. Ob sie gesagt werden könne und dürfe? Warum nicht? „Wer nicht anders aussprechen will, als 191*
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