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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 19.05.1908
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1908-05-19
- Erscheinungsdatum
- 19.05.1908
- Sprache
- Deutsch
- Sammlungen
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- Saxonica
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5606 BSrseilblLtt f. d. Dtschn. Buchhandel. Nichtamtlicher Teil. 115, 19. Mai 1908. diese Fragen in Vorträgen zu behandeln. So sprach unter anderm der Reichstagsabgeordnete Or. Potthoff über die Pen sionsoersicherung der Privatangestellten, vr. Stillich von der Humboldt-Akademie über die Geldnot, der allbekannte Berliner Buchhändler R. L. Prager über Antiquariat und Antiquare. Ein Punkt, der zurzeit mehr als jeder andre die öffentliche Meinung beschäftigt, ist das — preußische Wahlrecht. Obwohl wir jeder Politik fernstehen, hat der Vorstand doch geglaubt, an der Erörterung dieser Frage nicht vorübergehen zu dürfen, und hat einen Referenten gewonnen, der wohl als mit diesem Stoff am meisten vertraut gelten darf, den bekannten Parlamentarier H. v. Gerlach. Am Donnerstag den 21. Mai, abends 9 Uhr, wird dieser im WilhelmShof, Anhaltstraße 15, über die »Ge schichte deS preußischen Wahlrechts, sprechen. Wie der Titel schon sagt, wird es sich um einen geschichtlichen Vortrag handeln, Parteipolitik soll vermieden werden. Nachher freie Aus sprache. Um recht zahlreichen Besuch, auch von Gästen, die wie stets besonders willkommen sind, wird höflichst gebeten. Eintritt frei. Teschner. * BermächlttiS. — Der am 6. April d. I. verstorbene Ver lagsbuchhändler Herr Stadtrat Alphons Dürr in Leipzig hat dem Leipziger Theaterpensionsfonds, sowie dem Chorpensions fonds der Stadttheater je 3000 ferner dem städtischen Museum für die bildenden Künste in Leipzig mehrere wertvolle Gemälde letztwtllig vermacht. Der Rat hat diese Vermächtnisse mit wärmstem Dank angenommen. KSnigliche «kadtmie für graphische Künste und Buch gewerbe tu Leipzig, Wächterstraße 11. — Die Akademie ladet zur Besichtigung ihrer dritten Ausstellung von Schülerarbeiten ein, die in der Akademie von Sonntag den 17. Mat bis Sonntag den 24. Mai 1903 eröffnet ist. Die Ausstellung ist offen von 11 bis 1 Uhr und von 5 bis 7 Uhr, Sonntags 11 bis 1 Uhr. -KrebS-, Berein jüngerer Buchhändler 1« Berlin. — Herr Georg Engel, der bekannte Berliner Schriftsteller, wird auf dem nächsten literarischen Abend des »Krebs« zu Berlin aus gewählte Stücke aus seinem neuesten, aufsehenerregenden Roman »Der Reiter auf dem Regenbogen, selbst vortragen. Der Vor trag findet Mittwoch den 20. Mai im großen Saale des Vereins hauses, Wilhelmstraße 118, statt, Anfang 9 Uhr, Eintritt frei. Alle Berussgenossen und Literaturfreunde, Herren und Damen, sind willkommen. Jnseratenagente«. — Einem Jnseratenagenten, dem von den direkten Jnsertionsaufträgen eine Provision von 25 Prozent zugesichert ist, steht handelsüblich für Beschaffung von Zeitungs beilagen, die seine Kunden direkt bestellen, eine Provision zu, auch wenn die Annoncenexpedition eine solche nicht versprochen hat. Über die Höhe dieser Provision ist ein Handelsgebrauch nicht festzustellen. Ein Handelsgebiauch, nach welchem einem sogenannten »wilden Jnseratenagenten-, d. h. einem Jnseratenagenten, der ohne Vertragsverhältnis mit dem Verleger fitr diesen gelegentlich einen Jnseratenauftrag vermittelt, ein Provisionsanspruch für die ohne sein Zutun erfolgte Verlängerung des vermittelten Jnseraten- austrags zusteht, läßt sich nicht feststellen. (Gutachten der Berliner Handelskammer.) DaS Buch König KarlS I. — Eine interessante Reliquie wird demnächst in London zur Versteigerung kommen, »Ido LivZ's Loolc 1648-, das Buch, das Karl l. tn den unglücklichen Tagen seiner Gefangenschaft im Carisbrooke Castle als Lektüre diente. Cs ist ein gut erhaltener Kalblederband und enthält eine Reihe von Werken, die der König sich zu seinem Gebrauche in einen Quartband binden ließ. Darunter befinden sich dramatische Werke von Thomas May, von Fletcher, von Sir John Suckling und ein Stück von Massinger und Ficld. Merkwürdigerweise ist in dem Bande kein Werk von Shakespeare enthalten. Pers onalnachrichten. ' Siebzigster Geburtstag. — Herr Caspar Stolz, der lang- ige Leiter der Buchhandlung der Evangelischen Gesellschaft in St. Gallen, Mitglied des Börsenvereins, feiert am 20. Mai d. I. stinen siebzigsten Geburtstag. -Er ist ein Veteran im schweize rischen Buchhandel«, wie einmal gelegentlich einer Juni-Messe in Zürich ein Kollege sagte. Es war für jeden Teilnehmer der Messe immer herzerquickend, wenn er einige Worte zur Versammlung redete, wie denn überhaupt durch seine Gegenwart dem Ganzen die eigentliche Weihe verliehen wurde. C. Stolz ist noch einer von der sogenannten -alten Schule». Seine Lehre absolvierte er in der Detloffschen Buchhandlung in Basel. Durch seine Lieblingslektüre, das Lesen des »Heidenboten-, den er schon als junger Schüler eifrig studierte, reifte in ihm der Wunsch, einmal Missionar zu werden. Im Jahre 1858 trat er als Gehilfe in die Missionsbuch handlung in Basel ein. Dort wurde er durch das Leben und Treiben in dem großen Hause innerlich in die Missionssache hineingezogcn. Im Jahre 1863 konnte er mit 11 Missions geschwistern nach Indien ausziehen, aber nicht als Missionar, sondern als Leiter der Mtssions-Buchdruckerei und -Buchhandlung in Mangalur in Vorderindien. Durch sein Sprachentalent lernte er sehr bald nicht nur fließend Englisch, sondern auch die Sprachen der Eingeborenen, wie Kanaresisch und Tulu. Diese Zeit in Mangalur bezeichnet er noch heute als die allerschönste seines Lebens. Durch seine eiserne Kraft und seinen eisernen Willen wurde die Buchdruckerei auf eine ganz neue Basis geleitet. Mit Stolz zeigt er noch heute in St. Gallen einige größere Werke in englischer, kanaresischer und Tulusprache, deren Drucklegung unter seiner Hand erfolgte. Und jeder Kenner wird staunen Uber die technisch vornehme und saubere Ausstattung dieser Werke, noch dazu, wenn man die großen Schwierigkeiten in Betracht zieht, mit denen die Herstellung solcher Werke in den Tropen zu rechnen hat. So mußten oft eigene Kombinationen von Konsonanten und Vokalen ausgedacht werden, um das Schriftenmaterial möglichst zu reduzieren. Aus seiner Feder stammen einige Grammatiken sowie verschiedene Festschriften. Ferner gründete er eine Zeitung, die er lange selbst redigierte. Auch in der Polemik führte er eine prägnante und scharfe Feder. Leider konnte er an diesem Platze nur zehn Jahre wirken. Ein Leberleiden, dem so viele Europäer in den Tropen zum Opfer fallen, verursachte seine Heimreise im Jahre 1874. Nach längerem Er holungsurlaub glaubte er seine so heiß geliebte Tätigkeit in Indien wieder aufnehmen zu können, doch rieten die Ärzte von einer abermaligen Aussendung ernstlich ab. So übernahm er denn im Jahre 1876 die Leitung der Buchhandlung der Evangelischen Gesellschaft in St. Gallen, die er auf eine beträchtliche Höhe bringen konnte, über dreißig Jahre hat er in treuer und aufopfernder Arbeit dieser Buchhandlung vorgestanden. Auch in St. Gallen hat er viel Segen gestiftet. Schriftstellerisch ist er auch hier wieder hervorgctrcten. Er redigierte lange Zeit die »Evangelischen Blätter-, ein Organ der Evangelischen Gesellschaft, gab die schweizerischen Predigten »Aus vieler Zeugen Mund- heraus und redigiert die -Mitteilungen der ostschweizer. geographisch-kommerziellen Gesell schaft». Politisch war er ebenfalls sehr tätig, und auch hier kann man wieder den geistvollen Polemiker bewundern. Viele Ehrenämter wurden ihm übertragen, so auch von der ostschweizer. geographisch-kommerziellen Gesellschaft und von vielen religiösen Unternehmungen. Im Juli 1907 trat er in den Ruhestand. Doch sein frischer Geist läßt ihn nicht rasten. Er betätigt sich noch heute in vielerlei nützlicher Weise. Die Herren Kollegen im Buch handel, die ihn kennen, werden alle an seinem Jubeltage seiner gedenken und dem Jubilar einen recht segensreichen Lebensabend wünschen. G«storb«nr am 17. Mai in Leipzig nach kurzem schweren Leiden der Musikalienhändler Herr Carl Petersen im neunund fünfzigsten Lebensjahre. Er hatte sein Geschäft 1895 unter der Firma seines Namens in Gotha begründet, dann nach Halle und schließlich nach Leipzig verlegt.
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