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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 12.01.1912
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1912-01-12
- Erscheinungsdatum
- 12.01.1912
- Sprache
- Deutsch
- Sammlungen
- Saxonica
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^ 9, 12. Januar 1912. Nichtamtlicher Teil. Börsenblatt f. d. Dtschn. Buchhandel. 483 war zunächst für konfessionelle Vereine reizend, die sich die Erhaltung der gefährdeten Religion zum Ziel gesetzt hatten; denn es liegt auf der Hand, daß — abgesehen von der direkten Glaubensfeindlichkeit manchen Kolportagelesestoffs — die skrupellose, inan kann wohl sagen systematische Pflege der niedersten Menscheninstinkre, wie sie von jener Literatur be trieben wurde, in erster Linie die ethischen und religiösen Gefühle untergräbt und erstickt. Zuerst hatten die evan gelischen Vereine der Innern Mission dieser Gefahr ent gegenzuwirken gesucht, indem sie christliche Kolportage-Vereine sich angliederten. Am erfolgreichsten war dabei der Landes verein für Innere Mission im Herzogtum Sachsen-Meiningen, der 1897 den Kolportagevertrieb guter Schriften energisch in die Hand nahm, ebenso der Verein für Innere Mission in Hannover, der Nassauische Kolportage-Verein, der Oberhessische Verein für Innere Mission rc. (Schluß folgt.) Kleine Mitteilungen. dritten Male Im Ladens (vgl Nr. 3 u. 6). — Der unter diesem Titel im Börsenblatt vom 4. Januar veröffentlichte Aufsatz meines Freundes Seippel bringt mir ein Vorkommnis aus dem letzten Weihnachtsgeschäft wieder ins Gedächtnis, das ich zu Nutz und Frommen derer, die es angeht, hier veröffent- lichen möchte. Anfang Dezember kommt eine der ersten und reichsten hiesigen Familie angehörende Dame zu mir in den Laden, läßt sich eine ganze Reihe von Werken zeigen, kauft dann eine Kleinigkeit und bemerkt dazu; »In diesem Jahre wird meine Familie wohl wenig bei Ihnen kaufen, denn zu unserer Verwandtschaft gehört jetzt ein junger Verleger, der sich erboten hat, alle von uns ge- wünschten Bücher zum Verleger-Nettopreise uns zu besorgen. Sie werden uns nicht verdenken können, daß wir von diesem vorteil haften Angebot Gebrauch machen usw. usw.« Ich war zunächst sprachlos und bemerkte dann, daß eine derartige Handlungsweise seitens des jungen Buchhändler-Kollegen ja ganz unverantwort lich sei. Ja, hieß es dagegen, das wäre auch nur eine »ver wandtschaftliches Gefälligkeit. Nun, was sollte ich machen? Um es nicht für immer mit der sehr liebenswürdigen Dame und ihrer sehr einflußreichen Familie zu verscherzen, schwieg ich. Es ist dann im Laufe der nächsten Wochen festgestellt worden, daß die ganze in Frage kommende Familie häufig im Laden war, vielfach sich bei mir und meinen Söhnen eingehend Rat holte über die »beste« Literaturgeschichte, über die »beste« Welt geschichte usw. Festgestellt ist aber ferner, daß keines dieser Werke, sondern nur Kleinigkeiten gekauft worden sind. Die Tatsache, daß eine Reihe von Verlegern ihre Zugehörig, keit zum Buchhandel mißbraucht, um Verwandten und Freunden zum Nettopreis Bücher zu besorgen, ist schon vor einigen Wochen von anderer Seite im Börsenblatt zur Sprache gebracht und,, wenn ich nicht irre, vom Ersten Vorsteher des Börsenvereins selbst auf das schärfste nicht nur als eine Unsitte gegeißelt, sondern sogar als ein Verstoß gegen die Satzungen des Börsenvereins bezeichnet worden, und zwar mit vollem Recht. Nur ist es leider sehr schwer, derartige Verstöße vor das Forum des Börsenvereins zu bringen, denn von dem Publikum kann man es nicht erwarten, daß es selbst dem Sorti menter die Namen nennt. Meistens wird sogar der Sortimenter die Ursache des Ausbleibens der Bestellungen der Kunden kaum erfahren; er wird sich den Kopf nur zerbrechen über die Tatsache, für die er vergeblich in allem andern die Erklärung sucht, nur nicht darin, daß ein Verleger-Kollege ihm, dem Sortimenter, aus »Gefälligkeit« die Kundschaft untreu macht, ohne auch nur selbst einen Gewinn davon zu haben. Dem Publikum selbst einen Vorwurf zu machen, ist wohl nicht an gängig, denn die Bücherkäufer in den großen Handels- und In dustriestädten find eben zum größten Teil Kaufleute, die ihren Vorteil nehmen, wo sie ihn kriegen können. Einzig und allein muß hier an das Standesgefühl des Kollegen im Verlag appelliert werden. Wir alle, Sortimenter wie Verleger, die fest zueinander stehen, dürfen nicht müde werden, es als einen höchst bedauer lichen Mangel an Standesinteresse zu bezeichnen, wenn ein Ver-! leger-Kollege aus purer Gefälligkeit seinen reichen Verwandten Bücher zum Nettopreis der Sortimenter besorgt. Noch einen zweiten Fall möchte ich hier anschließen. Seit einer Reihe von Jahren liefere ich für die Weihnachtsbescherung der Lehrschwestern des Elberfelder Diakonievereins die Bücher. Vor einem Jahr blieb die Bestellung aus. Ich nahm an, daß ein hiesiger Kollege die Bestellung erhalten hatte, veranlaßte aber, daß bei der Oberin des Krankenhauses kurz vor Weih- nachten bezüglich des dieswinterlichen Einkaufs meine Firma wieder in Erinnerung gebracht wurde. Nach langem Hin und Her erfuhr ich endlich durch den Vorsitzenden der Krankenanstalten, einem hiesigen Großindustriellen, daß die Bücher bei dem Berliner Zentralverband der Diakonievereine schon bestellt seien, der auch im vergangenen Jahr die Bücher mit einem Rabatt von 10 A geliefert hätte. Auf mein Vorhalten, daß hier wohl ein Mißverständnis obwalten müsse, da auch der Ver band nicht billiger nach Elberfeld liefern dürfte als die hiesigen Buchhändler lieferten, bzw. daß die hiesigen Buchhändler genau so leistungsfähig im Liefern wären wie auch Berliner Firmen, wurde mir nochmalige Untersuchung der Angelegenheit zugesagt, aber — der Rest war Schweigen, die Bestellung ist nicht ge- kommen. Auch zu diesem Fall möchte ich rufen: Vickeant. eonsulsg! Elberfeld, Januar 1912. Bernhard Hartmann. Warenzeichen-Eintrag. — Der von Rudolf Greinz heraus gegebene »Deutsche Literaturspiegel«, erstmalig 1911 bei L. Staackmann Verlag in Leipzig erschienen und von uns an dieser Stelle bereits besprochen, wurde auf Grund des Gesetzes zum Schutz der Warenbezeichnungen unter dem 25. November 1911 als Nr. 150 345 in die Zeichenrolle für Deutschland ein getragen. Der Schutz für Österreich wurde als Nr. 49 435 und der für Ungarn als Nr. 23 634, für beide Länder unter dem 27. November 1911 erlangt. Der Schutz für Deutschland, Oster- reich und Ungarn besitzt rückwirkende Kraft bis zum 31. Juli 1911 und umfaßt Bücher, Einbanddecken und Drucksachen. Bereinigte Staaten von Amerika. Zolltarif-Ent scheidungen. — Büchelchen (boolclsLs) aus Papier mit Buch decken aus Pyroxylin, ganz oder teilweise durch Handarbeit ver ziert, sind, obwohl sie dem Hauptwert nach aus Pyroxylin be stehen, doch nicht als Pyroxylinwaren nach § 17 des Tarifs mit 65 Cent für 1 Pfund und 30 v. H. des Wertes zu verzollen, sondern als verzierte Büchelchen nach § 412 des Tarifs mit 15 Cent für 1 Pfund, gleichviel, ob sie lithographiert sind oder nicht. (I'rsasur^ Oseisions uucksr tbs ou8tom8 ste. Nr. 32 007—32020.) Eine Novelle zum Gesetz über de« Erwerb und Ber- lust der deutschen Reichs- und StaatSaugehörigkeit, wo- durch den im Auslande Abenden deutschen Reichsangehörigen die Erhaltung ihrer Nationalität erleichtert werden soll, ist fertig gestellt worden. Sie wird dem neuen Reichstag zugehen, sobald die Geschäftslage es gestattet. Die neuen Opern und Operetten des JahreS 1911. — Nach einer Mitteilung des musikstatistischen Bureaus Otto Keller in München an die »Franks. Ztg.« wurden im Jahre 1911, wie aus dem Musikarchiv der »Brücke« zusammengestellt werden konnte, 156 musikdramatische Werke zur Uraufführung ge bracht, und zwar 74 Operetten, 60 Opern, 13 Weihnachtsspiele und Märchen, 3 Pantomimen, 3 Ballette und 1 Mysterium. Am regsamsten war wieder Wien, wo 23 Operetten, 4 Opern, ein Ballet und eine Pantomime das Licht der Rampe erblickten. An Wien reiht sich dann Berlin mit 8 Opern, 2 Operetten, 2 Märchenspielen und einer Pantomime, und dann folgen Dresden mit 2 Opern, 4 Operetten und 2 Märchenspielen und Paris mit 4 Opern, einer Operette, einem Ballett und einem Mysterium. In Frankfurt erschienen eine Oper und 2 Märchenspiele. Nach der Nationalität waren es 91 Deutsche, 19 Italiener, 12 Franzosen, 7 Engländer, 7 Böhmen, 5 Ungarn, ein Kroate, ein Pole und ein 64»
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